10. Tag: 9.5. Durango

Jutta geht es nach 2 wohlverdienten Margarita im Diamond Belle Saloon zu gut um noch einen Bericht zu schreiben, also übernehme ich heute wieder die Aufgabe.

Aber fangen wir von vorn an. Nachdem uns Avanengers 2 gestern nicht zugesagt hat, haben wir es uns mit Dosenbier und Dosenmargarita noch ein wenig gut gehen lassen und sind dann glücklich und zufrieden ins Bett gefallen. Die Wettervorhersage für heute war eher schlecht mit viel Regen in Durango, so dass wir uns vorgenommen hatten gemütlich auszuschlafen, im Motel zu frühstücken und dann die Sachen umzupacken um gegen 11:00 auf der Straße zu sein.

Wir schliefen in einer sehr ruhigen Umgebung tief und fest wurden aber doch recht früh wach. Die innere Uhr ist halt doch noch nicht komplett auf USA eingestellt. So ging es dann recht früh zum Frühstücksraum, den wir für uns selbst hatten. Das warm Breakfast war – nunja – sagen wir es amerikanisch freundlich: „It was pretty nice“. Das Rührei lauwarm, das Waffeleisen weigerte sich bei Jutta die Waffel durchzubacken und der Kaffee ging auch aus. Aber es reichte zum Wach werden. Vor allen, weil der lokale Wetterbericht im Fernsehen laufend die Sendung mit „Storm warnings“ unterbrach.

Das veranlasste uns dann doch schon gegen 10 aufzubrechen.  Die Dame an der Rezeption meinte noch: „Don’t worry, I think there ist no Snow today“ – Also ging es los und schnell noch das Auto in einer urigen Tankstelle vollgetankt und los ging es auf den Highway 160 der auf den höchsten Punkt 3330 Meter hoch ist. Das Wetter war am Anfang noch „gut“ ein paar Regentropfen, aber es ging. Die Landschaft in der Gegend ist wirklich schön und es als nach ein paar Meilen den ersten Schneeregen gab, dachten wir uns noch nichts böses. Die Landschaft sah nett gezuckert aus und ich machte begeistert ein paar Fotos. Und dann ging es los: Es schneite richtig und Stück für Stück wurde die Straße immer mehr weiß. Vor uns führ ein Tanklaster, der, nachdem wir ein paar liegengebliebene Trucks überholt hatten, dann auch aufgegeben hat und rechts ran fuhr. Jutta fuhr immer langsamer und als wir den höchsten Punkt erreicht hatten und es Bergab ging war Zittern, 4 Wheel Drive und erster Gang angesagt. Zwischen durch standen immer wieder Polizeiwagen bei liegengebliebenen Wagen stehen und wir waren froh, dass wir uns dieses Jahr das erste mal einen SUV gegönnt haben, der diese Verkehrsbedingungen hervorragend meisterte.

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Gottsei dank haben wir irgendwann die Schneefallgrenze wieder unterschritten und es ging wieder mit normalen Straßenverhältnissen weiter. Die Landschaft wurde wieder wesentlich grüner und wir stellten fest, dass Berglandschaften in den USA wieder anders wirken als in Deutschland. Ich konnte mir immer wieder vorstellen wie ein Cowboy zu einer der Blockhütten reitet um dort gemütlich am Kamin seine müden Beine hoch zu legen. Doch: Colorado und die Rocky Mountains haben schon was, wenn es nicht schneit.

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Nach ca. 100 km entspannte Fahrt war dann unser heutiges Tagesziel „Durango“ erreicht. Am Ortseingang sah es noch wie jede amerikanische Stadt aus, aber sobald sich der historische Ortskern zeigte, hatte dieses Städtchen (abgesehen von der Verkehrsführung) sofort unser Herz erobert. Wir fanden bald unser heutiges Hotel das historische „Strater Hotel“ und nach einer weiteren Runde um die Blocks auch einen freien Parkplatz direkt gegenüber dem Hotel.

Nach der anstrengenden Fahrt wollten wir uns erst einmal die Beine vertreten und machten eine erste Runde durch die Main Avanue. Bei Jutta meldete sich der „kleine Hunger“ und nach ein wenig Suche fanden wir dann einen urigen originalen (unabhängigen!) Diner in dem ich einen spannenden und leckeren Hamburger, der eigentlich nicht wie ein Hamburger und Jutta einen Sandwich verspeisten. Die Bedienung hatte es sehr eilig und der Grund war bald klar: Sie wollten schließen. Wir hatten also noch einmal Glück gehabt. Wir durften aber noch in Ruhe fertig essen während andere potentielle Gäste abgewiesen wurden.

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Noch eine kleine Runde zurück und wir checkten beim Straters ein. Wow! Ein wirkliches Wildwesthotel, so wie man es aus Filmen kennt, nur dass dieses Haus auch schon in alten Zeiten original bewohnt war und für amerikanische Verhältnisse ein historischer Platz ist. Auch unser Zimmer ist stilgerecht eingerichtet. Das hat den doch etwas hohen Preis gelohnt.

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Jetzt ging es noch zu einer größeren Runde durch die Altstadt bei der ich viele nette Fotomotive fand und bei der wir auch das Eisenbahnmuseum am alten Bahnhof besuchten von dem aus es morgen zu der Fahrt mit der historischen Eisenbahn nach Sivertown geht. Bevor es dann für ein wenig Beine hoch ins Hotel ging, gab es  noch je einen Cappuccino in einer urigen Mischung aus Café und Haushaltswarenladen.

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Zum krönenden Abschluss gönnten wir uns dann noch ein Abendessen im original Wildwest-Saloon des Hotels in dem knapp bekleidete Damen (angeblich in historischen Kostümen 🙂 ) wirklich leckeres Essen servierten und wir gemütlich ein paar Drinks zu uns nahmen und dem Samstags dort spielenden Musiker lauschten.

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Doch – diese Stadt hat was und es war auf jeden Fall die heutigen Strapazen wert.

Es folgte noch eine letzte Runde durch das abentliche Durango – bei der wir uns aber mehr versprachen. Bis auf ein paar Jungendliche, die in typischer junger Aufgedrehtheit die Stadt unsicher machten war nicht mehr viel los. So dass wir jetzt bald ins Bett fallen werden um morgen neue Abenteuer mit der Wildwest-Bahn zu erleben.

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