12. Tag: Vom Monument Valley nach Moab

Nach einer kurzen Nacht (aufgrund der Zeitverschiebung von Arizona nach Utah um 1 Stunde haben wir schon wieder einen Mini-Jetlag) werden wir beide pünktlich kurz vor Sonnenaufgang wach. Von unserem Balkon aus können wir gut sehen, wie es hinter den Felsen des Tales langsam rot wird. Schön sieht das aus. Ich mache uns einen Kaffee und Ralf bringt die Kamera in Position. Während ich es mir auf einem Stuhl gemütlich mache, warm eingepackt in Jeans und Fleecejacke mit heißem Kaffee in der Hand, werkelt Ralf mit der Kamera und schießt viele, viele Fotos. Ich beobachte die wechselnden Lichtverhältnisse und die Menschen, die sich auf der Hotelterrasse drängen. Mann, was haben wir es gut hier auf unserem Balkon! Unten im Tal sieht man schon wieder die ersten Autos fahren, die auch auf der Suche nach dem besten Foto des Sonnenaufgangs sind. Da es in der Nacht ja heftig geregnet hatte, muss die Straße dort jetzt eine einzige rote Schlammmasse sein. Eine riesige Pfütze ist auch zu erkennen, die die gesamte Straßenbreite einnimmt und die von allen Autos vorsichtig umfahren wird. Das wird heute tagsüber bestimmt „lustig“ dort!

DSC_0783 DSC_0761 DSC_0760Nachdem die Sonne schließlich als helle Scheibe am Himmel steht (es ist heute übrigens wieder ein fast wolkenloser Tag), machen wir uns fertig zum Frühstücken. Im Zimmerpreis inbegriffen ist ein Gutschein über 5 $ pro Person als Ermäßigung auf den regulären Preis des Frühstücksbuffet. Diesen lösen wir jetzt ein und stärken uns für den Tag. Danach noch kurz im an das Hotel angeschlossenen Laden ein paar Reiseandenken einkaufen, danach können wir unsere Sachen ins Auto packen, auschecken und losfahren.

DSC_0794Der Abschied von hier fällt mir nicht besonders schwer, denn für mich hat sich Monument Valley nicht unbedingt von seiner besten Seite gezeigt. Die Gewitterangst gestern bei der Rundfahrt auf dem offenen Jeep, verbunden mit meiner Angst, sich bei diesem tchechischen Vater angesteckt zu haben, haben verhindert, dass ich mich ganz dieser zweifellosen schönen Landschaft öffnen konnte.

DSC_0801Die etwa 250 km lange Fahrt nach Moab führt uns, anders als gestern, durch wirklich schöne und abwechslungsreiche Landstriche. Immer wieder fahren wir auch durch nette Örtchen. Eines dieser Örtchen heißt Bluff, das mit einem Hinweisschild auf eine „Historical Site“ aufmerksam macht. Das hört sich interessant an und so fahre ich von der Straße ab. Im Visitor Center werden wir gleich von einer aufgeregten älteren Dame in Empfang genommen, die uns herzlich begrüßt, uns bittet, uns ins Gästebuch einzutragen und uns einen Film über das ansässige Fort startet. Das Örtchen wurde 1890 von Mormonen gegründet, die auszogen, um eine bessere Zukunft zu haben. Sie waren ein halbes Jahr unterwegs, haben viele Hindernisse, u.A. auch den Colorado River überwunden und sich dort niedergelassen. Wir sind beeindruckt, auch von der Hingabe, mit der die Nachfahren dieser Siedler seit 2006 dieses Gelände erstellt und aufbereitet haben. U.a. sind auch die Original-Häuser (cabins) mit Einrichtung der dort lebenden Familien zu sehen, viele Fotos und Geschichten. Die Damen wollen uns fast gar nicht mehr gehen lassen, versorgen uns mit Infomaterial über die Gegend und wir müssen versprechen, uns das alles beim nächsten Mal anzuschauen …

DSC_0802 DSC_0809 DSC_0820Unser weiterer Weg führt uns wieder durch eine Baustelle mit Pilot Car, die wir dieses Mal schon wie Profis meistern und bald schon erreichen wir Moab. Um zu unserm Motel Inca Inn zu kommen, müssen wir einmal durch den ganzen Ort fahren und wir sind sehr angetan von der Lebendigkeit des Städtchens, das ganz auf Touristen, insbesondere junge Outdoor-Fans aus der ganzen Welt, ausgerichtet ist. Endlich mal eine amerikanische Stadt, in der man als Fußgänger bummeln kann. Zuerst aber mal wollen wir im Motel einchecken, was uns aber nicht gelingt, da wir noch zu früh sind.

Also fahren wir eben gleich mal in den Arches Nationalpark. Mit unserem Annual Pass, der sich inzwischen schon bezahlt gemacht hat, passieren wir zügig die Einlasskontrolle, informieren uns kurz im Visitor Center und starten dann Richtung Park.

Schon bald erscheint der erste Anhaltpunkt. Wir wechseln die Schuhe, damit wir gerüstet sind für unsere erste kurze Wanderung und erwandern uns die „Park Avenue“. Diese heißt so, weil die Entdecker dieser sich erinnert fühlten an einen amerikanischen Straßenzug mit (Hoch-)jhäusern. Wir wandern über Sand uns Felsen durch einen Canyon, bewundern Felsen und ihre Strukturen, einfach klasse. So ist eine Wanderung nach meinem Geschmack! Noch dazu sind kaum Wolken am Himmel zu sehen, also keine Gewittergefahr. 🙂 So legen wir unsere erste 3 km-Wanderung hin und sind stolz und glücklich.

DSC_0848 DSC_0847 DSC_0844 DSC_0838Bis etwa 17 Uhr klappern wir einige markante Punkte des Parkes ab, ohne jedoch größere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Das wollen wir erst morgen tun. Aber wir sehen den Balanced Rock und vor allem auch den Delicate Arch aus der Ferne. Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang wimmelt es dort schon vor Leuten, die alle DAS Sonnenuntergangsfoto schießen wollen. Wahnsinn! Ralf schießt ein paar Fotos aus der Ferne, dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Auf der Fahrt zurück nach Moab kommen wir auch an dem Parkplatz, von dem aus der Trail zum Delicate Arch geht. Dieser ist gerammelt voll, viele Autos kreisen noch auf der Suche nach einem freien Platz. Na, das wird heute wohl nichts mehr für diese.

DSC_0869 DSC_0882 DSC_0881 DSC_0892 DSC_0904 DSC_0914Im Inca Inn können wir jetzt endlich einchecken. Wir beziehen unser Zimmer, das nicht das allerbeste ist, aber voll in Ordnung. Es gilt halt nach wie vor: You get what you pay for – und das Inca Inn ist für Moab-Verhältnisse sehr günstig. Wir werden es auf jeden Fall die nächsten drei Tage dort gut aushalten können.

DSC_0928 DSC_0929Danach machen wir uns aufgrund unserer knurrenden Mägen gleich auf, ein Restaurant zu finden. Wir landen bei ZAX, wo ich für 12,99 $ ein All-you-can-eat Salat-, Suppe- und Pizzabuffet plündere. Ich bin von amerikanischer Pizza, die mich ja bei unserem ersten Amerika-Urlaub vor 4 Jahren in San Francisco voll traumatisiert hatte, auf jeden Fall wieder überzeugt. Satt und zufrieden bummeln wir hinterher zurück ins Motel, wo uns hoffentlich eine einigermaßen ruhige Nacht erwartet.

Unsere heutige Strecke:


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