14. Tag: 13.5. Canyonsland

Nach einer ziemlich durchhusteten Nacht ging es heute früh dann doch erstaunlich munter los. Wir hatten den Abend vorher schon den roten Staub des Arches Nationalparks abgeduscht und unser Plan war es so früh wie möglich los zu kommen, unterwegs zu frühstücken und dann gleich weiter.

Ich weiß ja nicht woran es liegt, aber obwohl wir (vermeintlich?) nicht getrödelt haben, war es doch schon wieder 9:30 als es losging. Wir besuchten das Bistro, bei dem wir uns gestern den Kuchen organisiert hatten, waren aber vom Frühstück doch etwas enttäuscht. Trotzdem ließen wir uns dort für unterwegs zwei Sandwiches machen und schon ging es los.

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Mit dem Canyonsland-Nationalpark hatten wir bisher immer die Erinnerung an das Monsungewitter vor vier Jahren im Gedächtnis, bei dem wir bei heftigen Blitz, Donner und sintflutartigen Regenfällen geflüchtet waren. Heute wollten wir dem Park und dem quasi dazugehörigen Dead Horse Point State Park eine neue Chance geben.

Die Sonne schien, die Wolken hielten sich stark im Rahmen und schon der Weg dahin war eine wahre Freude. Ein roter Felsen nach dem anderen erstrahlte und als wir den Parkeingang erreichten mussten wir uns dort gleich nach Wanderwegen umschauen. Aber vorher gönnte ich mir noch ein „Utah Rocks“ Käppi und Jutta sich ein leuchtend gelbes T-Shirt.

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Derart ausgestattet ging es weiter und schon der erste Aussichtspunkt ließ unsere Glückshormone Amok laufen. Was für ein Unterschied im Gegensatz vor vier Jahren.  Landschaft so weit das Auge reicht: Ein unbeschreibliches Labyrinth von Tälern und Schluchten in leuchten Rot umrahmt von einem strahlend blauen Himmel.

Es ging weiter bis wir einen ersten Einstiegspunkt für eine kleine Wanderung den Rand entlang. Auch hier wieder eine tolle Aussicht nach der anderen. Uns ist dabei ein deutsches Paar aufgefallen, das sich dadurch hervor tat, dass „sie“ immer „Harald! Nicht so nah!“ rief. Ich muss aber zugeben, so nahe wie sich „Harald“ immer wieder an den Abgrund wagte, wäre es mir für selbst für das Foto meines Lebens, viel zu riskant gewesen.

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Nach der Wanderung machten wir uns auf die Suche nach einem Piknickplatz um unsere Sandwiches zu verzehren. Dummerweise hat der Canyonsland Nationalpark den Ruf ein kaum besuchter zu sein, was wiederum wohl viele Leute anlockt, denn es war kein einziger freier Platz zu finden. Also beschlossen wir einfach uns einen schönen Wanderweg zu suchen und dort dann an einem schönen Platz unsere Rast einzulegen.

Schon der nächste Parkplatz hatte einen netten Wanderweg über eine versteinerte Düne. Auch hier wieder eine unbeschreibliche Landschaft. Aber leider keine Stelle, die sich zum Essen anbot. So gingen wir zurück, öffneten die Kofferraumklappe und nahmen im Kofferraum sitzend, zur fröhlichen Erheiterung der vorbeikommenden, unser Mittagessen ein. Die Sandwiches waren übrigens hervorragend.

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Des Wandern müde machten wir uns auf den Heimweg aber nicht ohne wieder dem Mesa Arch eine Besuch abzustatten, Das letzte mal war er unsere erste Station im Nationalpark und gleichzeitig auch der Punkt unseres panikartigen Aufbruches. Diesmal erstrahlte er im Sonnenschein und zwar auch noch zum richtigen Zeitpunkt, mit der Sonne im Rücken um besonders fotogen zu sein. Nach ein paar Fotos und einem gemütlichen Spaziergang zurück zum Wagen ging es dann zum letzen Punkt den „Dead Horse Point Statepark“ Auf den Weg dorthin  wollte unbedingt eine braune gefleckte Kuh direkt vor unserem Wagen die Straße überqueren. Da in den USA Kühe das Recht haben einfach so auf der Straße zu spazieren, gaben wir nach, hielten an und ließen sie gemütlich ihre Wege ziehen.

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Der Statepark kostete zwar nochmal extra Eintritt, weil er nicht zu den Nationalparks gehört. Aber die Aussicht ist den extra Preis auf jeden Fall wert. Wir genossen nochmal die Aussicht, diesmal bis zu den schneebedeckten Bergen am Horizont, die diesmal nicht von Regen verdeckt waren. Danach ging es „heim“ in unser Motelzimmer.

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Hier legten wir eine kurze Pause ein, machten uns dann auf dem Weg zum amerikanisch-italienischen Pasta essen (Sehr lecker, wenn auch ganz anders als die Italiener in Europa). Jutta gönnte sich noch ein Eis und dann warteten wir aufs Dunkel werden.

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Ich versuche schon seit Jahren einmal in einem Nationalpark ohne Lichtsmog den Sternenhimmel im klaren Firmament zu sehen. Leider war die Planung bisher immer so, dass just zu den spannenden Nationalparks, es Vollmond war. Dieses Jahr war es anders. Fast Neumond und mit Spannung verfolgte ich seit Tagen den Wetterbericht. Es hat geklappt, im unheimlich dunklen Nationalpark (der von erstaunlich vielen Autos mit ähnlichem Ziel befahren wurden 🙂 ) fanden wir im 2. Anlauf einen ganzen Parkplatz nur für uns und konnten einen Sternenhimmel beobachten, wie er in Deutschland nicht mehr zu sehen ist. Einfach schön!

Was wir morgen machen werden bleibt noch offen. Es sind stellenweise Gewitter angesagt und wir gehen davon aus, dass es ein gemütlicher Gammeltag wird. Sowas gehört ja auch zum Urlaub dazu, auch wenn es hier so viel zu entdecken gibt