15. Tag: 14.5. Ein Regentag in Moab

Die Wetteraussichten für den heutigen Tag waren nicht berauschend und so hatten wir auch nichts besonderes geplant, sondern wollten spontan aufgrund der Wetterbedingungen entscheiden. Ein Punkt stand jedoch schon fest: wir mussten ein zweites Mal in diesem Urlaub Wäsche waschen, da bestimmte Kleidungsstücke etwas angeschmuddelt waren.

Der Morgen hat uns gemäß der Wettervorhersage schon grau begrüßt. Wir packten unseren Rucksack mit der Wäsche voll, zogen unsere Regenjacken an und machten uns auf den Weg  nach Downtown. Quasi direkt neben der Wäscherei liegt das „Jailhouse Café“, ein reines Frühstückslokal, , in dem wir heute frühstücken wollten. Diese Idee hatten jedoch andere auch schon und so mussten wir eine Zeit lang auf einen freien Tisch warten. Zwischendurch blitzte es schon mal… (schon klar, dass es ausgerechnet dann, wenn ICH hier weile, es in dieser Jahreszeit hier Gewitter gibt, oder?)

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Unser Frühstück (Vollkornwaffeln mit „Real Maple Syrup“ und frischen Früchten) war ausgezeichnet und im Waschsalon konnten wir die Maschinen schon wie die Profis bedienen. Alles kein Thema. Was mich als Hausfrau in diesem Zusammenhang übrigens wirklich fasziniert: mit diesen Maschinen (Waschmaschine und Trockner) hat man seine Wäsche innerhalb von 1 Stunde gewaschen und getrocknet! Wenn ich bedenke, dass allein meine Waschmaschine zuhause zweieinhalb Stunden braucht, finde ich das schon eine tolle Sache. Aber ich schweife ab…

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Während wir auf unsere Wäsche warteten, entwickelte sich der Regen draußen zum Sturzbach. Super. Aber wir hatten ja unsere Regenjacken an und es kam zum ersten Mal bei meinem Rucksack die Regenhülle zum Einsatz. So stapften wir los Richtung Motel. Auf dem Weg dorthin machten wir noch Halt beim Tiergeschäft und Ralf kaufte noch sein Schild „Cat Xing“. Unsere Miezen sollen ja schließlich auch was davon haben, dass wir sie so lange allein gelassen haben. Das Spielzeug mit den beigefügten Röhrchen mit Catnip ließen wir lieber liegen, da wir Irritationen beim Zoll befürchteten.

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Nachdem es danach immer noch regnete und es auch nicht nach einer Wetterbesserung aussah, fuhren wir noch zum örtlichen Supermarkt, wo wir unter anderem einen Großeinkauf an Peanut Butter M&Ms tätigten. Die Kassiererin war begeistert und gestand, das seien auch ihre Favoriten.

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Beim „Eklectica“, wo wir einen schnellen Lunch einnahmen, mussten wir uns leider wieder einmal für zwei unserer Landsleute fremdschämen. In diesem Lokal bestellt man sein Essen nämlich an der Theke, bekommt dort eine Holzfrucht als Kennzeichen und sucht sich anschließend einen Tisch, an den man dann sein Essen serviert bekommt. Das Eklectica ist immer gut besucht und dieses System funktioniert nur, wenn man sich erst nach der Bestellung an einen Tisch setzt. Dieses bestimmte Pärchen machte sich darüber aber keine Gedanken, sondern kam rein, setzte sich gleich an einen frei werdenden Tisch und studierte von dort über längere Zeit das Essenangebot über der Theke. Währenddessen rätselte ich schon, welche Nationalität die beiden wohl hätten. Hm, ja, ich hatte schon so eine Ahnung und als „er“ dann schließlich zum Bestellen ging, war es klar: Deutsche! Die Jack-Wolfskin-Hose, neben dem seltsamen Benehmen, verriet ihn. Ich war froh, dass wir schon fast fertig mit dem Essen waren, als die beiden ihres erst bekamen, denn er sezierte seinen Wrap mit Avocado (den ich übrigens auch gegessen hatten und der mir sehr gut geschmeckt hatte) mit der Gabel um seiner Begleitung dann (Ralf hörte es noch als wir rausgingen) mitzuteilen „Schmeckt furchtbar, aber reicht zum Sattwerden“. Naja …

Dann richteten wir uns im Motelzimmer gemütlich ein, um den Regentag zu vergammeln, obwohl es gerade aufgehört hatte zu regnen und der Himmel heller wurde. Aber egal „wir machen heute nichts mehr“ war die Devise.

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Ich ärgerte mich seit einiger Zeit schon über mein Nexus 7-Tablet und seit Beginn dieser Reise wurde dieser Ärger noch größer. Da ich mich über eine Neuanschaffung eines Tablets informieren wollte, drückte Ralf mir sein 10-Zoll-Lenovo in die Hand. „Da guck mal. Ich bin damit sehr zufrieden“. Und so las ich ein bisschen im Reiseführer, den er als E-Book auf dem Gerät gespeichert hat und stieß auf den Tipp des HW 128, eines Scenic Byway entlang des Colorado Rivers. Hörte sich interessant an und es war draußen ja gerade nicht am regnen. Ganz kurz entschlossen stiegen wir ins Auto und fuhren los.

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Ein weiteres Highlight offenbarte sich uns damit. Die Straße führt weitestgehend direkt (wirklich direkt!) am Colorado, der nach den starken Regenfällen heute sehr viel Wasser führt, entlang und an den Seiten türmen sich hochhaushohe Steinwände auf. Wow! An einer Stelle zweigt eine unbefestigte Straße ab mit dem Hinweisschild „Fisher Towers“ und da wir unseren Jeep bisher ja noch immer auf zahmen asphaltierten Straßen bewegt hatten, biege ich kurz entschlossen dort ab. Die Straße ist in einem gut Zustand, eigentlich eine ordinäre Kiesstraße, führt aber ordentlich bergauf. Am Ende standen, wie wir beim Näherkommen sahen, einige Autos und es gibt einen einfachen Campingplatz.

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Die landschaftliche Szenerie ist wieder einfach der Wahnsinn. Die Fisher Towers sind eine beeidruckende Felsformation, die Umgebung und die Szenerie traumhaft. Auch der Himmel war dieses Mal auf unserer Seite, es schien die Sonne vom blauen Himmel. Leider waren wir so gar nicht auf das alles vorbereitet, hatten keine Wandersachen dabei, kein Wasser und vor allem: Ralf hatte nur die kleine Kamera und keine Ersatzakkus dabei! So machten wir nur eine Minirunde (nennt sich „Foto Trail“) und fuhren danach weiter.

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Nach einiger Zeit verlässt die Straße den Colorado und führt Richtung I 70. Dorthin wollten wir aber nicht und so wendeten wir und fuhren den gleichen Weg zurück. Wie es immer ist, boten sich natürlich in umgekehrter Richtung wieder völlig neue Ausblicke und so mussten wir auch auf dem Rückweg immer wieder zu Fotostopps anhalten. Leider hatte sich der Himmel aber inzwischen wieder verdüstert und so wollten wir dann doch schnell zurück „nach Hause“.

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Dort machten wir es uns mit einem Kaffee vor unserem Zimmer gemütlich, bis es anfing zu donnern. Klar, dass ich gleich ins Zimmer musste. Wir wurden dann mit dem zweiten Supergewitter für diesen Tag beschenkt. Ja, ich weiß, die Menschen, die hier leben, sind froh um jeden Tropfen Wasser, der vom Himmel fällt, aber…

Zum Abendessen gingen wir heute wieder ins benachbarte „La Hazienda“, da wir keine Lust hatten, wieder eine längere Strecke zu laufen mit der Gefahr, dass wir wieder einen Regenguss abbekommen. War wieder lecker, wie schon vor 4 Jahren.

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Jetzt hoffe ich, dass die heute Morgen im Supermarkt gekauften „Cold-Eeze“ ihre Wirkung zeigen und meine beginnende Erkältung verjagen. Ralf ist nämlich gerade auf dem Weg der Besserung und es wäre doch schön, wenn wir die letzten Tage unserer Reise gesund verbringen könnten, oder?