17. Tag: 16.5. Grand Staircase Escalante National Monument

Die Nacht im Capitol Reef Inn & Café war wunderbar ruhig. Nachdem wir gestern Abend noch den Schalter für die elektrische Heizung gefunden hatten, war es auch angenehm warm im Zimmer (ich glaube, Ralf war es zu warm, aber da musste er eben durch). Leider hatte ich auch mit der amerikanischen Wundermedizin Coldeeze nicht verhindern können, dass sich meine Erkältung weiter ausgewachsen hat, und so war das Erwachen nicht so toll. Aber egal, Schwäche gilt nicht, der Grand Staircase-Escalante Nationalmonument sollte eine zweite, ausführlichere Betrachtung erfahren, nachdem wir vor 4 Jahren nur durchgerauscht waren.

Der Himmel war strahlend blau, ohne eine einzige Wolke am Himmel aber mit knackigen 2 Grad C war es doch recht knackig kalt. Im Café nahmen wir noch ein kräftiges Frühstück zu uns und amüsierten uns über die Bedienung, die im ärmellosen Top und kurzem Sommerröckchen mit Flipflops an den Füssen bediente. Hui, sehr tapfer! Anschließend checkten wir aus, zogen unser persönliches Resümee der Unterkunft (sehr nette Zimmer, aber das Bad war doch recht vergammelt und an der Herzlichkeit der Mitarbeiter kann man noch viel arbeiten) und machten uns auf den Weg.

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Im General Store kauften wir noch eine Kleinigkeit zum Mittagessen und ein paar Medikamente ein und machten anschließend noch einmal bei der Tankstelle Halt. Dort trafen wir auf eine große Gruppe Motorradfahrer, die sich auch gerade startklar machte. Brrr, ich weiß schon, warum Motorradfahren nichts für mich – bei diesen Temperaturen. Die Gruppe trafen wir dann übrigens den halben Tag immer mal wieder bei Aussichtspunkten an.

Der Highway 12, der zweitschönste Byway der Welt, wie Ralf mir sagte, war wirklich toll. Aus unserer Richtung kommend, führt die Straße zunächst durch rote Felsen durch und schraubt sich ziemlich schnell höher. Was für den heutigen Tag bedeutete, dass wir ziemlich schnell in den Wolken waren (von unten hatte man schon gesehen, dass die Berggipfel in den Wolken waren) und die Sicht nach unten dementsprechend nicht so toll. Dann fing es auch noch an zu schneien bzw. graupeln. Bitte nicht schon wieder Schnee! In diesem Bereich lag ja auf den Flächen neben der Straße sowieso noch Schnee, aber auf der Straße braucht ich ihn nicht mehr.

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Gottseidank war das jedoch nur ein kurzes, unerfreuliches Gastspiel. Schon bald stiegen die Temperaturen und die Sonne zeigte sich wieder. Auch die Landschaft veränderte sich und zeigte die typischen gelben Felsen, die uns bei der ersten Durchfahrt schon so gefallen hatten.

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Wir fuhren durch Boulder, von wo aus der Burr-Trail abzweigt, der herrliche Anblicke bieten soll, aber einen ganzen Tag Zeit benötigt. Dieses National-Monument ist eben unglaublich groß und kaum erschlossen. Also weiter.

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Geplant war eine Wanderung zu den Lower Calf Creek Falls. Diese Wanderung ist eine der leichtesten im Grand Staircase und ist zugleich auch noch sehr gut zugänglich, man braucht also keine Ewigkeit mit dem Auto bzw. dem ATV bis man am Anfang des Trails angekommen ist. Mit etwas Geduld und Glück fanden wir einen Parkplatz, machten uns mit den Sicherheitshinweisen vertraut (Wie reagiere ich bei der Begegnung mit einem Puma?) und machten uns auf den 6 Meilen langen Weg.

Der Weg ist wirklich toll. Einfach zu finden und zu gehen, wenn auch durch tiefen Sandboden teilweise sehr anstrengend. Er ist abwechslungsreich, mal durch Eichenwäldchen, mal an Felswänden vorbei, mal direkt am Bach entlang, führt mal bergauf und dann wieder bergab. Die Landschaft ringsum ist atemberaubend schön und das Wetter perfekt. Sonnig, aber durch einen leichten, kühlen Wind nicht zu heiß. Super!

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Nach etwa eineinhalb Stunden sind wir an dem Wasserfall angelangt, der ebenfalls sehr sehenswert ist. Wohl bedingt durch die Regenfälle der vergangenen Tag führt er sogar ziemlich viel Wasser.

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Nach einer kurzen Pause, in der wir unsere mitgebrachten Bananen und Riegel verzehren, machen wir uns auf den Rückweg. Bedingt durch ein dringendes menschliches Bedürfnis von Ralf legten wir ein ordentliches Tempo vor, so dass wir nach einer Stunde und 10 Minuten wieder am Auto waren. Und fix und fertig, wahrscheinlich bedingt durch meine Erkältung.

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Deshalb fuhren wir nach Erledigung oben genannter Geschäfte auch gleich nach Escalante, wo wir ein Zimmer im Cowboy Country Inn reserviert hatten. Das war damals schon gar nicht so einfach, weil fast alles im Ort ausgebucht war und man sah tatsächlich beim Durchfahren überall die „No vacancy“-Schilder. Das Motel stellte sich als richtig urig heraus, die Zimmer sind super toll ausgestattet und dekoriert.

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Ich musste mich trotzdem erst mal aufs Bett legen und ein kurzes Nickerchen machen. Danach war ich bereits fürs Abendessen, das uns ins Cowboy Blues Inn führte, das uns von der Motelbesitzerin empfohlen worden war. Steaks, Kartoffeln, Gemüse und Salat waren sehr gut, aber als die angekündigte Busgruppe eingetroffen war, machten wir uns schleunigst aus dem Staub.

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Jetzt müssen wir uns nur noch entscheiden, in welchem unserer beiden Zimmer wir heute Nacht schlafen. 🙂