20. Tag: 19.5. Fahrt nach Las Vegas

Heute ist es mal wieder soweit: Die letzte Station wurde angefahren. Und wie es bei uns inzwischen bei einer Südwestreise Tradition ist, ist es das verrückte und liebenswerte Las Vegas, das von allen nur das Beste will: Nämlich unser Geld. 🙂
Aber ich fange wohl besser von vorne an. Die Nacht war relativ ruhig, da unser Nachbarzimmer diesmal leer war. Wir wachten ausgeruht aus und beschlossen diesmal auf das Motelfrühstück zu verzichten und in St. Georg (die nächste richtige Stadt) noch ein letztes mal bei Denny’s einzukehren. Die Koffer hatten wir schon am Abend vorher für den Flug gewichtsmäßig gepackt, so dass der Aufbruch direkt nach dem Bad erfolgen konnte.

Knapp 20 km weiter war St. Georg erreicht. Bisher kannten wir die Stadt nur vom Vorbeifahren auf der I15 in Richtung Las Vegas. Diesmal machten wir dort das erste Mal einen Stop. Das Denny’s war ziemlich voll und wir mussten ein wenig auf unser Essen warten. Aber es war noch einmal ein klassisches amerikanisches Frühstück mit allem was dazu gehört: Rührei, Hashbrowns (eine Art Bratkartoffeln), Toast und natürlich Pancakes mit Sirup.

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So gestärkt machten wir uns auf den weiteren Weg. Da in Nevada die Uhr eine Stunde um die Utah-Zeit zurück gestgellt wird und da wir so früh unterwegs waren und das Check In im Hotel in Las Vegas erst gegen späten Mittag funktioniert, beschlossen wir, dass wir noch einen Abstecher in den Valley of Fire Statepark machen. Nach einigen (relativ langweiligen, da die Strecke schon ein paar mal gefahren) Meilen kam die Abfahrt zum Statepark. Zunächst ging es durch einige kleinere Städtchen und dann kam die Abfahrt. Welche Freude: Die Straße war als Scenic Byway ausgeschildert. Das bedeutet in den Staaten immer eine besonders eindrucksvolle Landschaft.

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Die Einfahrt zum Statepark bewies dann auch, dass es so war. Aber zunächst mussten wir uns selbst eine Eintrittskarte ausstellen. Das funktioniert recht einfach: Man packt 10 Dollar in einen Umschlag, schreibt auf diesen und auch auf den angehängten Quittungszettel das Autokennzeichen und das Datum, trennt den Quittungszettel ab, wirft den Umschlag in einen Schlitz und legt die Quittung ins Auto.

Dann ging es los. Das wir die Wanderschuhe, die auf den Trails dort auf jeden Fall sinnvoll sind, nicht dabei hatten, war nicht weiter schlimm, da Jutta und ich immer noch erkältungsmäßig angeschlagen waren und es in der Mittagshitze auch keinen wirklichen Spaß macht in der Wüste unterwegs zu sein. So fuhren wir ein paar wirklich schöne Fotostopps ab und waren auch damit sehr zufrieden.

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Für denn Fall, das wir irgendwann mal dem Winter entfliehen wollen und ein Discounter Angebot „Las Vegas für 10 Tage“ in Anspruch nehmen, wissen wir aber, dass wir dann auf jeden Fall einen größeren Abstecher in diesen schönen Park machen werden.
Weiter gings Richtung „Sin City“ aber vorher meldete sich noch meine Blase, so dass wir an einem Casino mit angeschlossenen Feuerwerksverkauf in einem Indianerreservat Stop machten. Spannend so ein Little-Las-Vegas zu sehen. Die Automatenfläche war viel kleiner als in den großen Casinos in Las Vegas, aber auch hier saßen einige Spieler und starten auf die blinkenden Lichter.

Nach ca. einer weiteren Stunde Wüstenlandschaft wurde der Verkehr im stärker und dann tauchten die dunstigen Umrisse der großen Stadt auf. Es ist für mich immer wieder ein unglaublicher Anblick. Da fährt man Kilometer für Kilometer durch das Nichts und dann ist da auf einmal diese Stadt mit ihren vielen Hochhäusern und jedes dieser Hochhäuser ist ein Megahotel mit über 1000 Betten. Alleine das Wissen, dass diese riesige Stadt in spätestens 100 Jahren aufgrund des Wassermangels nicht mehr existieren kann und eine Geisterstadt sein wird, macht mir jedes mal eine neue Gänsehaut.

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Aber noch steht sie und wir waren bald mitten drin. Das Navigationsgerät führte uns – oh Wunder! – auf Anhieb in das richtige Parkhaus – und nachdem wir das Labyrinth durch die Spielautomaten überstanden hatten konnten wir tatsächlich schon einbuchen, obwohl wir 2 Stunden vor der offiziellen Zeit da waren.
Das Zimmer ist – für Motelverhältnisse – riesig und Jutta probierte gleich den überdimensionierten Sessel aus. 🙂

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Nach einer kurzen Ruhepause machten wir uns gleich auf den Strip um die erste Prise quirlige Las-Vegas-Atmosphäre zu gönnen. Einfach immer wieder aufregend – vor allen weil wir jedes mal, wenn wir nach vier Jahren Pause hier angelangt sind, wieder so viel geändert hat. Diesmal ist eine neue Fußgängerzone mit einem neuem Hotel und einen Riesenrad, das wir von unserem Fenster aus sehen können, entstanden.

Unser Hotel, das Balleys, wird auch gerade umgebaut und gegenüber stehen auch ein paar Baukräne. Diese Stadt erfindet sich immer wieder von neuen – einfach faszinierend.

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Danach gingen wir in das große Themenhotel „Planet Hollywood“. Jutta hatte im Internet heraus gefunden, dass man bei den dem „Cesar Palace“ angeschlossenen Hotels, für 59 Doller ein 24-Stunden Zugang zu den jeweiligen Buffets kaufen kann. Bei drei – vier Mahlzeiten hat man das Geld schnell wieder drinnen und so bekamen wir auch ein entsprechendes „All Inclusive Armband“, dass uns bereichtigt uns noch einmal so richtig schön (und lecker, da immer frisch zubereitet), den Bauch voll zu schlagen.

Gesättigt gönnten wir uns an der Bar noch eine Magaritha. Immerhin stand auf unseren Beleg, dass wir dort für den Preis von einem Cocktail, zwei bestellen können. Der Barkeeper fragte mich woher ich komme, und als ich meinte aus „Germany“ sprach er gleich auf Deutsch: „Wie geht’s“ und wir plauderten noch eine Runde.

Danach ging es zurück ins Hotel, wo Jutta noch einmal ein wenig Kraft tanken will, bevor wir uns nachher noch einmal zu einer Runde auf den nächtlichen Strip machen.

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Was wir dort erlebt haben, gibt es dann entweder morgen oder spätestens nach unserem Rückflug zum nachlesen. 🙂

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