12. Tag: Zion Nationalpark

Heute hatten wir keine so lange Fahrtstrecke vor uns, so dass wir uns ein bisschen Zeit beim Aufbruch von Ruby`s Inn lassen konnten. Zum Frühstück gab`s leckere Donuts aus der Packung, die wir am Abend zuvor in Ruby`s Store eingekauft hatten und Kaffee aus der zimmereigenen Kaffeemaschine (eine wirkliche klasse Einrichtung in den Motels in den USA!).

Danach ging es ein großes Stück des Weges, den wir gestern von Page nach Bryce fahrend gekommen sind, zurück zum Zion Nationalpark. Über diesen NP hatte ich bereits gelesen, dass er sehr beliebt und im Sommer sehr voll sei. Ich war also in gewisser Weise vorgewarnt.

Red Rock Canyon State Park
Red Rock Canyon State Park
Juttas Traum seit diesem Urlaub: Ein Haus mit Veranda
Juttas Traum seit diesem Urlaub: Ein Haus mit Veranda

Ebenso wusste ich, dass man den Scenic Drive im Park nicht mit dem eignen PKW befahren darf, sondern den Shuttlebus benutzen muss.

Die Einfahrt war noch so, wie wir es von den anderen NPs kannten, es schien nicht besonders voll zu sein. Glück gehabt. Die Landschaft natürlich wieder spektakulär, mit hohen Felswänden. Dann ging es durch den ersten Tunnel und der Verkehr wurde dichter. An allen interessanten Stellen mit tollen Aussichten standen die Autos, zum Teil sogar einfach auf der Fahrbahn. Trotzdem dachte ich mir noch nichts Schlimmes, zumal ich die Felswände mit dazwischen wachsenden Wäldern jetzt nicht soooo ungewöhnlich fand. Dazu war mir die Landschaft dann doch den Alpen zu ähnlich.

Ausblick auf den Zion Canyon
Ausblick auf den Zion Canyon

Der zweite Tunnel war ziemlich gruselig zu fahren. Vor der Tunneleinfahrt stand ein Wohnmobil, daneben winkte mich ein Mann vorbei. Wie wir zuvor im Internet gelesen hatten, ist der Tunnel schon sehr alt, eng und dunkel (entsprechende Warnschilder standen natürlich in großer Anzahl vor der Einfahrt) und größere Wohnmobile werden gegen Bezahlung einzeln durchgelotst. Wir konnten allerdings einfach so durchfahren, allerdings war es schon ein besonderes Erlebnis. Der Tunnel war wirklich stockdunkel, verfügte über keinerlei Beleuchtung oder Lüftung, wie wir es aus Europa kennen. Ich war froh, als wir endlich durch waren.

Dann kamen die Hinweisschilder auf den Shuttlebus und dass Autos entweder den Parkplatz am Visitor Center anfahren oder gleich nach Springsdale durchfahren sollen und von dort mittels Shuttle in den Park zurückfahren sollen. Nur diejenigen, die in der Zion Lodge wohnen, bekommen einen besonderen Erlaubnisschein und dürfen bis dorthin fahren. Ich bin jedenfalls zum großzügig ausgeschilderten und trotzdem kompliziert zu fahrenden, unübersichtlichen Parkplatz des Visitor Centers gefahren. Und dort hat es mich so von Menschen und Autos erschlagen, dass ich am liebsten gleich wieder weggefahren wäre. Anscheinend war ich so von der relativen Einsamkeit in den anderen Nationalparks verwöhnt, dass ich mit diesem Rummel nicht mehr umgehen konnte. Nur mit Mühe konnte ich mich zusammenreißen und einen Parkplatz, den ich nach ein bisschen Herumkurven finden konnte, ansteuern.

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Der wackere Wandersmann
Der wackere Wandersmann
Das ist mal eine klare Ansage
Das ist mal eine klare Ansage

Wir hatten uns vorher schon ein paar kleinere Wanderungen ausgesucht. Eigentlich wäre ich ja gerne zum Angel`s Landing gegangen, aber die Warnungen über schwindelerregende Passagen hatten uns davon Abstand nehmen lassen. Stattdessen hatten wir uns die Emerald`s Pools, den Weeping Rock und den Riverside Trail vorgenommen.

Wir fuhren also bis zur Zion`s Lodge mit dem Shuttle (gefahren von einem netten, redseligen Busfahrer in einem recht komfortablen Bus (ganz anders als der Shuttlebus am Grand Canyon)), von wo aus der Weg losging. Das Stück zu den Lower Pools war asphaltiert und dementsprechend sehr stark begangen, war halt ein richtiger Familienspazierweg. Komischerweise hat mir das aber nicht allzu viel ausgemacht. Die Lower Pools waren wirklich schön, ein kleiner Wasserfall kam vom Fels über dem Weg herunter und floss in kleine Teiche. Überall sah man Schilder, dass man keinesfalls in den Pools schwimmen darf.

Die Shuttlebusse
Die Shuttlebusse

Nach den Lower Pools wurde der Weg dann steiler und schwieriger zu begehen, mit längeren Treppenpassagen, ganz schön schweißtreibend an diesem sehr warmen Tag. Dort gingen dann schon weniger Leute.

Auch das letzte Stück von den Middle Pools zu den Upper Pools war anstrengend zu gehen und wir waren froh über unsere festen Schuhe. Die Upper Pools waren ein wunderschönes Stückchen Erde. Hohe Felswände ringsum, wieder ein kleiner Wasserfall in einen kleinen Teich, die Frösche quakten….. und eine Familie mit zwei Kindern (ein Mädchen von schätzungsweise 12 und ein Junge von vielleicht 8 Jahren) belegte diesen Ort des Friedens mit Beschlag. Das Mädchen kletterte auf die Felsen und forderte ihre Mutter lautstark auf, irgendwelche albernen Fotos zu machen und der Junge kam auf die glorreiche Idee, die Hosenbeine aufzukrempeln und durch den Teich zu waten. Klasse. Das musste die große Schwester natürlich gleich nachmachen und tobte ebenfalls durchs Wasser. Dann produzierten sich die Kinder auf einer kleinen Insel im Teich, sprangen, schrieen, befahlen ihren Eltern Fotos zu machen… es war fürchterlich, die Ruhe und die Schönheit des Ortes dahin und wir flohen regelrecht von diesem Ort.

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Ohne darin badende Kinder wäre das Wasser jetzt klar und spiegelnd.
Ohne darin badende Kinder wäre das Wasser jetzt klar und spiegelnd.

Auf dem Rückweg trafen wir weitere Menschen, die glaubten, sie müssten sich auf weite Strecken akustisch bemerkbar machen. Einfach unverständlich.

Zurück an der Zion Lodge nahmen wir den nächsten Bus und fuhren zur Haltestelle Weeping Rock. Von dort ist es nur ein kleiner, aber steiler Spaziergang zum Weeping Rock, einem überhängenden Felsen, aus dem es von überall her tropft. Auch hier wachsen überall, bedingt durch das viele Wasser, üppige Pflanzen. Und auch hier – Menschen. Laut und störend. Hmpf, nur weg hier.

So viele Menschen überall
So viele Menschen überall
Weeping Rock
Weeping Rock
Weeping Rock
Weeping Rock
Hinter einem Wasserfall bei den Weeping Rocks
Hinter einem Wasserfall bei den Weeping Rocks

Dann geht es Richtung Endstation, wo der Riverside Walk, der wiederum in den bekannten „Wanderweg“ zu den „Narrows“ führt. Der Riverside Walk ist bequem zu gehen und bietet viele Zugänge zum Fluss. Auch hier treffen wir viiiiele Menschen, u.a. auch viele mit Stativ und Fotoapparat bewaffnete Japaner. Lustig, wie kompliziert die es sich mit dem Fotografieren machen…

Außerdem wieder unser Aufreger: Überall bitten Schilder darum, nicht durch bewachsenes Gebiet zu gehen, um die Natur nicht zu zerstören. Trotzdem müssen die Leute außerhalb der offiziellen Zugänge zum Fluss in der Botanik rumstapfen. Es ist einfach traurig – die Leute lieben ihren Nationalpark zu Tode.

Wir lieben unsere Nationalparks zu Tode heißt es in den USA. Stimmt!
Wir lieben unsere Nationalparks zu Tode heißt es in den USA. Stimmt!

Es ist ziemlich heiß und so freuen wir uns über die vielen schattigen Stellen auf dem Weg.

Irgendwann ist der Weg zu Ende und von dort aus beginnt dann der „Weg“ zu den Narrows. Dazu muss man durchs Flussbett waten, was auch viele Leute tun. Entweder barfuss, mit normalen Wander- oder Turnschuhen oder ganz professionell mit Neoprenschuhen. Auf jeden Fall scheint es ein Erlebnis zu sein, das wir uns allerdings nicht antun.

Gefährliche Gegend hier!
Gefährliche Gegend hier!

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Riverside Walk
Riverside Walk
Die Narrows: Weiter geht es hier noch mit Neoprenanzug und wasserfesten Schuhen
Die Narrows: Weiter geht es hier noch mit Neoprenanzug und wasserfesten Schuhen

Nachdem es nun schon später Nachmittag ist, machen wir uns auf den Weg zum Motel, dem Quality Inn. Direkt nach dem Eingang zum Nationalpark sehe ich ein Motel dieser Kette, kann aber nicht glauben, dass es schon das richtige sei. Also fahren wir weiter durch Springdale, das sich ganz schön in die Länge zieht. Schließlich entschließen wir uns dann aber doch umzukehren und dann finden wir auch den richtigen Weg. Wir werden von einem großen, etwas ruppigen Kerl, einem „Luke“ in Empfang genommen und bekommen unsere Zimmerschlüssel. Das Zimmer ist wieder klasse mit super Ausstattung und Terasse mit Blick auf den Campingplatz. Sehr schön.

Blick von unserem Motel aus
Blick von unserem Motel aus

Danach geht’s wieder einmal zum Essen in einem urigen Lokal, in dem man aus speziellen Marmeladegläsern trinkt und dann fallen wir ins Bett.

13_ZionCanyon0103Leider lassen uns die Touristenmassen auch dort noch nicht ganz in Ruhe, denn spät am Abend kommt eine Touristengruppe an, die lautstark ihre Zimmer bezieht. Es dauert bestimmt eine Viertelstunde, bis jeder sein Zimmer gefunden hat und wieder Ruhe eintritt.

Auch am nächsten Morgen um sieben Uhr wird es schon wieder laut, als die Touristengruppe abreist. Ich versteh`s nicht. Gehen die Leute davon aus, dass sie allein sind? Aber das alles gibt’s doch gar nicht.

Beim auschecken erwähne ich allerdings auch die Belästigung durch die anderen Gäste. „Luke“ ist echt betroffen und bedankt sich für die Information, auch wenn er natürlich nix ändern kann. Aber der gute Wille zählt.

11. Tag: Bryce Canyon

Nach dem wir relativ früh von Page losgefahren sind ging es wieder durch viele rote Felsen weiter bis wir dann durch Ruby`s Inn (eine kleine Siedlung die mal als kleine Ranch angefangen hat und jetzt die Hauptübernachtungsmöglichkeit für den Bryce Canyon bietet) in den Bryce Canyon gefahren.

Pickup Truck
Pickup Truck
Das ist mal ein Gefälle
Das ist mal ein Gefälle

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Auf den ersten Blick meint man „Naja – ist viel Wald – wo ist der Canyon?“ – bzw. „wo sind die Felsen?“. Jutta hatte schon durch das Forum eine Empfehlung für den Wanderweg und so wollten wir den Navajo-Loop und im Anschluss den Queensgarden als Verlängerung nehmen. Spitze, rote Steinnadeln ohne Ende boten schon vom ersten Viewing-Point aus eine fast unbeschreibliche Landschaft. Dummerweise fanden wir den Navajo-Loop-Eingang nicht uns so passierte es, dass wir dann doch zuerst in Richtung Queensgarden gingen. Ich machte ein Foto nach dem anderen, was Jutta fast zur Verzweiflung brachte, weil es regelmäßig den Wanderfluss unterbrach. Lustig war dann am Queens-Garden als eine ältere Frau verzweifelt nach einem Garten Ausschau hielt und nicht mitbekommen hat, dass der „Garten“ eine Felsvertiefung mit Pflanzen an den Wänden war.

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Was für ein Ausblick
Was für ein Ausblick
Ein Killer-Squirl - Eines der gefährlichsten Tiere des Wilden Westens!
Ein Killer-Squirl – Eines der gefährlichsten Tiere des Wilden Westens!

Am Ende des Queens-Garten-Trails fand sich dann im Anschluss die Verlängerung zum Navajo-Trail. Hier ging es zum Teil weiter durch die roten Felsnadeln aber auch durch schöne Waldstrecken die in der Sonne die notwendigen schattigen Wege boten. Leider konnte die Navajo-Loop wegen einem Steinsturzes zu unserer Saison nicht mehr ganz gegangen werden, so dass wir den Trail dann abkürzen mussten. Es machte sich leider bemerkbar, dass wir an einem Wochenende unterwegs waren. Waren am Grand Canyon auf den Wanderwegen hauptsächlich Naturfreunde unterwegs, so hatten wir diesmal das zweifelhafte Vergnügen mit den durchschnittsamerikanischen Familien zu tun zu bekommen. Lautes Geschrei und Missachtung von Hinweistafeln, die zum Schutz der Natur aufforderten waren fast die Regel. Bei den zwei Steinbrücken stellten Jutta und ich bei zwei wild rumtobenden Kindern fest, dass „Kinder mit den falschen Eltern einfach störend sind“.

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Wandersmann :-)
Wandersmann 🙂

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Bryce Canyon. "It's a hell of a place to lose a cow."
Bryce Canyon. „It’s a hell of a place to lose a cow.“

Nach der trotzdem schönen Wanderung landeten wir dann im Visitor Center. Hier verfielen wir dann erstmals in einen richtigen Souvenirkaufrausch. Postkarten, Kalender und ein Poster, das hoffentlich den Heimweg überleben wird, waren unsere Jagdopfer. Rucksackaufnäher und Canyon-T-Shirts haben wir uns dann doch lieber verkniffen. Wir wurden auf eine kleine Tafel aufmerksam, die auf die Möglichkeit eines klaren Himmels und der dazugehörigen Sternenpracht ohne Light-Pollution hinwies. Damit war das Abendprogramm dann entschieden.

Danach ging es dann zum Ruby`s Inn und dem dortigen Best Western Motel. Neben der Tankstelle fand sich die Lobby, in der uns dann der Weg durch das Labyrinth der verschiedenen Wohneinheiten beschrieben wurde. Das Zimmer war gemütlich mit Wildwestbildern ausgestattet. Der Hunger trieb uns zurück in Richtung Lobby. Auf der anderen Straßenseite war ein kleines Wildwest-Städtchen nachgebaut, das sich aber als typischer Touristennepp herausstellte. Gegenüber beim Haupthaus gab es die Auswahl zwischen einem Imbiss und einem teuren aussehenden Lokal. Ein kurzer Blick in den Imbiss machte es uns dann einfach, sich für das Lokal zu entscheiden. Hier hatten wir dann unser erstes Buffet und wir waren vom Preis-Leistungs-Verhältnis einfach begeistert. Nachdem wir uns gestärkt hatten gingen wir in den angrenzenden Souvenirladen/Supermarkt. Auch hier ließ sich der Kaufrausch geraden noch Bremsen weil wir uns erst einmal frisch machen wollten. Einkaufen könnten wir ja auch noch nach der Sternenbesichtigung …

Ruby's Inn "Old Bryce Town"
Ruby’s Inn „Old Bryce Town“
Ruby's Inn "Old Bryce Town" - Hier macht es Spaß zu stöbern
Ruby’s Inn „Old Bryce Town“ – Hier macht es Spaß zu stöbern

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Dieser Trabi hat es bis in die USA geschafft (mehr dazu unter http://www.d-rolf.com/fotogalerien/galerie.php?id=2)
Dieser Trabi hat es bis in die USA geschafft (mehr dazu unter http://www.d-rolf.com/fotogalerien/galerie.php?id=2)

Es wurde dunkel und damit ging es los durch den Wald in Richtung des ersten Viewingpointes. Dutzende von Rehen links und rechts säumten den Weg und zwangen Jutta zum ganz langsamen vorsichtigen Fahren. Vor allem, nachdem eines der Rehe auf der Fahrbahn auftauchte. Am Viewingpoint selbst war dann die Hölle los. Laut jodelnde und grölende Amerikaner ließen uns verzweifelt weiterfahren, bis wir dann nach noch weiteren Rehsichtungen dann auf einen weiteren Viewingpoint stießen. Hier war es ruhig, aber da wir kurz vor Vollmond waren, war der Himmel durch den Mond im klaren Himmel so stark beleuchtet, dass in der Münchner Innenstadt mehr Sterne zu sehen gewesen wären.

Egal so wurde halt versucht Rehe zu fotografieren und dann ging es wieder „heim“. Zurück beim Rubys Inn stellten wir dann fest, dass ein netter Zeitgenosse „unseren“ Parkplatz vor unserer Tür weggenommen hat. Grummel.

Dann im Souvenir-Campingaussstattungs-Lebensmittelsupermarkt wurde dann wieder richtig eingekauft. Seesack, nette Wanderflaschen mit Bryce-Aufdruck, Limo, Donuts für das Frühstück am nächsten Morgen, Rootbier und richtiges Bier (Das paradoxerweise im „trockenen“ Utah billiger ist als im Rest der Staaten) fanden den Weg in unseren Einkaufskorb. Zurück im Zimmer trank ich dann mein erstes Rootbier, das zwar für europäische Zungen recht ungewohnt schmeckt, aber doch nicht sooooo schlimm ist, wie es überall beschrieben wird. Noch ein wenig Wetterbericht, Zionplanung und Email-Abrufen und schon war wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Ruby's Inn von innen
Ruby’s Inn von innen

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10. Tag: Page

Morgens gibt es ein erstaunlich vielfältiges Frühstück im Hotel, danach geht es gleich los. Wir wollen heute wandern, bevor wir um 16.30 Uhr noch eine Bootstour auf dem Lake Powell machen.

Zuerst wollen wir uns den Horseshoe Bend anschauen. Der Weg dorthin führt eigentlich recht unspektakulär durch ein kleines Stück Wüste, der Weg ist teilweise sandig und stellenweise felsig. Dafür ist die Aussicht, die sich plötzlich auftut umso spektakulärer. Von einer hohen Canyonkante blickt man herab auf den Colorado River, der eine riesige Schleife um ein Felsmassiv herum schlägt. Die Farbenpracht ist unbeschreiblich, das Wasser tiefgrün und die Felsen rot. Das Wasser ist so klar, dass man die Felsen, die unter dem Wasserspiegel und auch den Flussgrund deutlich erkennen kann.

Der Weg zum Horseshoe Bend
Der Weg zum Horseshoe Bend
In der Wüste
In der Wüste

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Auch hier kommen wir mit zwei Amerikanerinnen ins Gespräch. Eine erzählt, dass sie auch schon mal in Germany war. Sie haben am „River Mosel“ near dem „Rhine River“ in einem kleinen Village gewohnt und haben die Burg in einem Städtchen namens „Kokem“, also Cochem, besucht und außerdem das Weinfest mitgefeiert. Die Überraschung war riesig, als ich erzählte, dass ich dort zur Schule gegangen bin. Unglaublich, oder?

Danach kam noch ein Pärchen zur Felskante. Er begrüßte uns gleich auf Deutsch und wir erfuhren, dass sie Holländer seien. Auch mit ihm wurde eine zeitlang geplaudert, was nett war.

Horseshoe Bend
Horseshoe Bend
Loreley
Loreley

Danach machten wir eine Wanderung zu den Hanging Gardens. Der Weg dorthin führte zuerst durch ein sandiges Stück Wüste und danach quer über Felsen. Er war mit aufgeschichteten Steinen und ab und zu mit einem Schild gekennzeichnet. Es ging steil bergauf und bergab, sehr abenteuerlich, aber das Auto war zunächst immer noch zu sehen. Als wir zu den Hanging Gardens kamen, einem Felsüberhang, an dem Pflanzen wuchsen, war ein Stück weiter ein weiteres Wegzeichen zu sehen und daher gingen wir weiter.

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Hanging Gardens
Hanging Gardens

Allerdings wurden die Zeichen immer seltener und man sah nicht mehr von einem zum nächsten. Ralf wollte trotzdem weiter. Nachdem der Weg eigentlich nur noch intuitiv zu gehen war und keine Zeichen mehr zu finden waren, versuchten wir uns den Rückweg anhand von Felsformationen oder auch mit selbst angefertigten Fußabdrücken zu zeichnen. Wir gingen bis zur Felskante am Lake Powell, wo wir eine Pause machten, einen Müsliriegel aßen und Wasser tranken. Danach ging es an den Rückweg. Tja, der war alles andere als einfach zu finden. Naja, eigentlich war er gar nicht mehr zu finden. Ein blödes Gefühl, gar nicht lustig. Ich konnte allerdings noch die Hanging Gardens sehen und wollte einfach in diese Richtung gehen.

Ralf hingegen versuchte den Weg zu finden und ging nach meiner Meinung kreuz und quer. Als man an den Felsen weit weg andere Menschen sahen, strebte Ralf gleich in diese Richtung. Er ging mit mir einen seeeehr steilen Felsabhang hoch, was mir gar nicht passte, denn ich fand es erstens gefährlich (wenn man dort ins rutschen gekommen wäre, hätte es kein Halten gegeben und außerdem wäre ich dort niemals mehr runtergekommen) und zweitens war ich mir sicher, dass der Weg falsch wäre. Oben angekommen bestand ich dann darauf, in die Richtung zu gehen, die ich für richtig hielt, denn auch oben konnte Ralf nicht genau sagen, wo es hingehen sollte. Es stellte sich dann nach einiger Zeit heraus, dass wir genau oberhalb der Hanging Gardens waren. An dieser Stelle runterkommen war unmöglich, da der Fels dort abstürzte. Daher gingen wir oberhalb weiter und gottseidank konnten wir kurz darauf den gekennzeichneten Weg wieder erkennen. Was für ein Abenteuer!!!

Wo ist der Weg?
Wo ist der Weg?

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Auf die Bootstour, die wir später noch gemacht haben, habe ich mich besonders gefreut. Einfach nur sitzen und schauen. Kein Abenteuer mehr, kein Verirren.

Die Fahrt durch den Antelope Canyon, den wir uns auf dem Landweg nicht angeschaut hatten, weil uns der Ausflug zu teuer war und wir uns ja noch was für unseren nächsten Trip hierher aufheben müssen, war dann auch sehr klasse. Ich habe es auch sehr genossen, mir keine Gedanken machen zu müssen, sondern einfach nur die Bilder genießen zu können.

Ausflug auf dem Lake Powell
Ausflug auf dem Lake Powell
Soooooo ein Fisch
Soooooo ein Fisch

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Boote in der Wüste
Boote in der Wüste

Abends haben wir im Steakhaus nebenan vom Motel gegessen und haben, wie bereits mittags bei Denny`s festgestellt, dass Page doch offensichtlich sehr touristisch ist. Keine Spur von der sonst üblichen Freundlichkeit und Aufmerksamkeit beim Bedienungspersonal. Ich habe mich ziemlich geärgert, zumal das Essen auch nicht so toll war. Amerikanisches Steak ist nichts für mich, zu fettig, zu durchwachsen und außerdem auch geschmacklich langweilig. Und Wein werde ich im Lokal auch nicht mehr trinken. Finde ich zu teuer für das, was man geboten bekommt. Ich bleibe beim Wasser, das man problemlos bekommt und das nicht auf der Rechnung auftaucht. Denn irgendwo muss man schließlich anfangen zu sparen… 😉

9. Tag: Vom Grand Canyon aus nach Page

Heute müssen wir uns leider vom Grand Canyon verabschieden, was uns beiden nicht leicht fällt. Aber zuerst dürfen wir noch einmal den Nationalpark durchqueren, da dies die kürzeste Strecke nach Page, unserem nächsten Ziel, darstellt.

Auf dem Weg zum Desert View kommen wir noch am Museum vorbei, das wir uns noch kurz anschauen. Beim Herausgehen werden wir von der aufsichtsführenden Rangerin angesprochen, wo wir denn herkämen. Auf unsere Antwort „From Germany, near Munich“ ist sie ganz begeistert und erzählt uns, dass sie dieses Jahr auch nach München fliegt und hofft, das Oktoberfest zu sehen. Sie ist auch ganz begeistert davon, wie viel Zeit wir uns für den Grand Canyon genommen haben, da die meisten Besucher nur für 3 Stunden herkommen. Wir kommen ins Plaudern und Ralf erklärt, dass er sich überlegt hätte, ob die Ranger denn vielleicht noch einen Internet- und Computerexperten bräuchten. Sie ist ganz begeistert und erklärt uns, dass IT-Experten bei der Parkverwaltung immer gebraucht würden. Ich glaube, das nagt jetzt an Ralf, denn er möchte, genauso wie ich, eigentlich gar nicht weg vom Grand Canyon.

Auf dem Weg zum Watchtower
Auf dem Weg zum Watchtower
Im Watchtower
Im Watchtower
Im Watchtower
Im Watchtower
Ein letzter Blick auf den Grand Canyon
Ein letzter Blick auf den Grand Canyon

Die Fahrt ist wieder, wie schon so oft, beeindruckend. Diese Landschaften! Wir kommen jetzt oft an Indianeransiedlungen vorbei, die sich als armselige Wohnwagen- oder Blechbehausungen darstellen. Am Straßenrand und auf Parkplätzen verkaufen sie „Native Arts“ in baufälligen Hütten oder abgerissenen Ständen. Sehr bedrückend.

Ein Verkaufsstand der Navajo
Ein Verkaufsstand der Navajo
Ein kleiner Canyon im Navajo-Gebiet
Ein kleiner Canyon im Navajo-Gebiet
Rote Felsen, wie wir sie lieben gelernt haben
Rote Felsen, wie wir sie lieben gelernt haben
Auf dem Weg nach Page
Auf dem Weg nach Page

In Page angekommen, fällt uns zuerst das starke Polizeiaufgebot auf. Überall am Straßenrand stehen sie, ausgerüstet mit Radargeräten. Irgendwie ein blödes Gefühl, auch wenn ich mich brav an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halte.

Cops
Cops

Nachdem wir geschaut haben, wo denn unser Motel liegt und wir festgestellt haben, dass es hier zwei Best Western direkt nebeneinander liegend gibt, fahren wir zum Glen Canyon Damm. Ein riesiges Bauwerk. Das Besucherzentrum darf man nur ohne Taschen oder Rucksack und nach einer strengen Sicherheitskontrolle betreten. Klar, denn die Anlage versorgt ja große Teile des Südwestens mit Strom und ist auch wichtig für die Wasserversorgung. Bei der Führung, die wir mitmachen erfahren wir auch, dass der immer weiter absinkende Wasserstand des Lake Powell, der vom aufgestauten Colorado River gebildet wird, ein großes Problem darstellt. Zuletzt im Jahr 1999 war der See richtig gefüllt und seither sinkt der Wasserstand. Das kann man auch gut an den weißen Rändern, die überall an den Felsen zu sehen ist erkennen. Da fehlen sicher 10-15 m gegenüber dem Höchststand.

Lake Powell - Ein riesiger See mitten in der Wüste.
Lake Powell – Ein riesiger See mitten in der Wüste.
Die Staumauer, die den Lake Powell erzeugt hat.
Die Staumauer, die den Lake Powell erzeugt hat.
Die Brücke über den Colorado
Die Brücke über den Colorado
Auf dem Staudamm
Auf dem Staudamm

Wir checken im Motel ein, buchen noch eine Bootstour für morgen und danach fahren wir noch zum riesigen Walmart hier in Page. Hier könnte man sich stundenlang aufhalten und bestaunen, was es alles in welcher Auswahl zu kaufen gibt.

Danach gehen wir nur noch zum Mexikaner essen und erledigen unsere allabendlichen Tätigkeiten wie das Sichern der Fotos usw.

Lake Powell
Lake Powell

8. Tag: Grand Canyon

Heute werden wir den Grand Canyon wandernd erleben.

Obwohl wir ein kontinentales Frühstück im Preis unseres Motels inbegriffen haben, entschließen wir uns im nebenan gelegenen Café zu frühstücken, um eine gute Grundlage für unser Vorhaben zu haben.

Danach geht es wieder Richtung Grand Canyon Nationalpark. In Grand Canyon Village suchen wir uns einen Parkplatz und danach den Eingang zum Bright Angel Trail. Leider ist es nicht mehr ganz so früh wie wir eigentlich geplant hatten loszukommen und so herrscht schon lebhafter Betrieb an der Bright Angel Lodge, in deren Nähe sich der Eingang zum Trail befindet.

Die andere Methode das Land zu erobern
Die andere Methode das Land zu erobern

Am Anfang des Weges steht noch einmal eine Tafel mit den verschiedenen Stationen des Weges. Wie immer wieder wird davor gewarnt, an einem Tag in den Canyon hinabzusteigen und wieder heraufzugehen. Für uns Weicheicher kommen eigentlich nur die Minitouren zur 1 ½ Meilen Station oder zur 3 Meilen Station in Frage, wobei ich eher die erstere Station bevorzuge. Aber das wollen wir vor Ort entscheiden. Mutig machen wir uns auf den Weg. Mit uns gehen eine Menge anderer Leute, hauptsächlich Touristen mit kurzer Hose und Turnschuhen, also keine „echten Wanderer“.

Das Abenteuer kann beginnen
Das Abenteuer kann beginnen

Es geht auf einem recht breiten Weg moderat bergab. Meistens ist der Weg eher sandig, nur stellenweise muss man mit Steinen und Felsbrocken kämpfen. Außerdem gibt es mehrere Stellen mit Stufen. Wieder einmal sind die sich bietenden Aussichten grandios. Gerade auch der Blick nach oben ist klasse. Die Temperatur wird, je weiter man nach unten kommt, immer höher. Schon nach kurzer Zeit wird es Zeit, die Jacke im Rucksack zu verstauen.

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Was mich eingermaßen beunruhigt sind die entgegenkommenden Wanderer. Diese keuchen und stöhnen zum großen Teil herzerweichend. Allerdings haben sie auch ein Tempo drauf, als ob der Puma hinter ihnen her wäre. Wirklich nur zum Kopfschütteln – wem wollen diese Männer (ja, nur Männer rennen so blöde!) etwas beweisen und was??

Wir gehen ein langsames Tempo und sind recht bald an der 1 ½ Miles Station, wo wir eine Pause machen und die Restrooms besuchen. Natürlich wieder einmal Plumpsklos, aber erstaunlich sauber und vor allem absolut geruchsfrei. Ich staune immer wieder über die sauberen öffentlichen Toiletten in den USA.

Besonders auffällig an diesem Platz sind die aufdringlichen Eichhörnchen, die einem fast das Essen aus der Hand stehlen und in den Rucksack klettern wollen. Schlimm, wie sie von unvernünftigen Leuten offensichtlich immer wieder gefüttert werden, obwohl auf zahlreichen Schildern immer wieder darauf hingewiesen wird, das zu unterlassen.

Rast nach 1 1/2 Meilen
Rast nach 1 1/2 Meilen
Berittener Ranger
Berittener Ranger
Mulis auf dem dem Weg zurück
Mulis auf dem dem Weg zurück

Der Weg nach unten war so angenehm und leicht zu gehen, dass die Versuchung groß ist, weiterzugehen. Ich habe allerdings großen Respekt vor dem Aufstieg und so gehen wir nicht weiter bergab, sondern kehren um. Im Bereich der Station werden wir von einem anderen Wanderer gefragt wo wir herkommen und es entspinnt sich ein kurzer Smalltalk. Er arbeitete übrigens für eine deutsche Firma, die in Norderstedt ansässig ist und er verabschiedete sich stolz mit einem „Auf Wiedersehen“.

Den Aufstieg bewältigten wir wieder in unserem langsamen Tempo, daher war er problemlos zu bewältigen. Pausen wurden wieder eingelegt, weil wir von anderen Wanderern angesprochen wurden und ein Schwätzchen fällig war. Alle waren begeistert, dass wir aus „Germany“ kommen und jeder hatte seine eigenen Erfahrungen dazu.

Auch auf dem Weg nach oben treffen wir völlig erschöpfte Wanderer. Bei einem hatte ich wirklich Angst, dass er zusammenbricht. Allerdings kam dieses Pärchen auch vom Grund des Canyon und wer weiß, in welchem Zustand ich mich befunden hätte, wenn ich einen solchen Weg hinter mir hätte.

Bei einer kurzen Pause kommen zwei Ranger des Weges. Sie sprechen einen jungen Mann an, der kurz unterhalb von uns eine Pause macht und fragen, wie viel Wasser er dabei hat. Als er sagt, er hätte „one gallon“ dabei, sind sie zufrieden und gehen weiter. Auch wir werden gefragt, ob alles in Ordnung sei. Offensichtlich nehmen die Ranger ihre Aufgabe sehr ernst.

Zwei Ranger auf Patrouilliere. Und ja, wir haben genug Wasser dabei.
Zwei Ranger auf Patrouilliere. Und ja, wir haben genug Wasser dabei.

Nach knapp eineinhalb Stunden sind wir oben angelangt. Nachdem wir noch einiges an Reserven haben, bedauern wir, nicht doch weiter bergab gestiegen zu sein.

Ein Überblick über den Weg und jede Menge Warnhinweise.
Ein Überblick über den Weg und jede Menge Warnhinweise.
Der helle Stich in der Mitte ist der Trail, den wir hätten weiter gehen können.
Der helle Stich in der Mitte ist der Trail, den wir hätten weiter gehen können.
Das ist der Weg, den wir gegangen sind.
Das ist der Weg, den wir gegangen sind.

Daher beschließen wir, den Rim Trail Richtung Hermit`s Rest zu gehen. Dieser Trail führt direkt am Rand des Canyons entlang und wird von einer Shuttlebusroute begleitet, so dass man, wenn man erschöpft ist, mit dem Bus weiter- bzw. zurückfahren kann.

Anfangs ist der Weg asphaltiert und sehr bequem zu gehen. Wieder einmal bieten sich grandiose Ausblicke. Nur die vielen Leute, die insbesondere an den Viewpoints, die ja vom Bus angefahren werden, herumstehen, regen mich auf. Aber der Canyon gehört uns ja nicht allein.

Der Rim Trail. Manchmal ganz schön nah am "Rand"
Der Rim Trail. Manchmal ganz schön nah am „Rand“
Stolzer Wandersmann
Stolzer Wandersmann

Irgendwann wird der Weg unbefestigt und ist nicht mehr ganz so bequem zu gehen. Insbesondere führt er jetzt öfters doch sehr nah an der Kante entlang. Gar nicht so einfach, wenn man ständig Angst hat, auszurutschen und runterzufallen. Aber wir sind vorsichtig und daher geht natürlich alles gut.

Am Ende des Trails
Am Ende unserer Wanderung
Dieser kleine Fluss, hat diese grandiose Landschaft geformt
Dieser kleine Fluss, hat diese grandiose Landschaft geformt

Nach etwa der Hälfte der Strecke beschließen wir, mit dem Bus weiterzufahren, da wir inzwischen doch unsere Beine spüren und die Zeit schon fortgeschritten ist. Der Busfahrer ist sehr gut gelaunt und plaudert und singt die ganze Zeit. Die Straße ist allerdings sehr schlecht, so dass man ordentlich durchgeschüttelt wird.

Auf dem Heimweg irritiert mich unser Auto mit der Meldung „trunk ajar“. Sehr seltsam, darauf können wir uns keinen Reim machen. Ich hoffe, dass die Meldung weg ist, nachdem das Auto einmal aus war und wir befürchten schon, die Avis-Pannenmeldestelle anrufen zu müssen. Am Hotelparkplatz angekommen, finden wir durch Zufall heraus (bei offenen Tür sagt das Auto „door ajar“), dass der Fehler darin liegt, dass ein Rucksackband aus dem Kofferraum herausschaut und der entsprechende Sensor offensichtlich meinte, der Kofferraumdeckel sei offen.

Für 8.30 Uhr am Abend haben wir noch Karten fürs IMAX-Kino, um uns den Grand-Canyon-Film anzuschauen und so gehen wir früh essen. Wieder einmal geht’s ins Café Tusayan und wir essen lecker zu Abend.

Der Film im IMAX ist dann die Krönung des Tages. Obwohl ich ihn schon einmal in München gesehen hatte (damals entstand mein Wunsch, eines Tages einmal den Grand Canyon live zu erleben), ist der Film einfach klasse mit seinen beeindruckenden Aufnahmen.

Auf jeden Fall werde ich noch lange an diesen Tag zurückdenken.

Zurück im Hotel, schnell das Tagebuch schreiben.
Zurück im Hotel, schnell das Tagebuch schreiben.

7. Tag; Wickenburg – Grand Canyon

Zum Frühstück ging es über die Straße ins Golden Nugget. Im Preis inbegriffen war ein kontinentales Frühstück oder man hat auf ein Frühstück a la carte einen Rabatt von 2 $ bekommen. Wir haben uns aufgrund des mageren Angebots beim kontinentalen Frühstück für ein amerikanisches Frühstück entschieden und so habe ich zum ersten Mal Pfannkuchen am Morgen genossen.

Lecker waren sie! Es waren drei dicke, aufeinander gestapelte Pfannkuchen. Dazu gab es ein Schälchen Butter und drei Schälchen Sirup. Es war wirklich lecker, aber nach etwas mehr als der Hälfte musste ich aufgeben, da es einfach zu viel war. Die extrem gut gelaunte Kellnerin mit einem ständigen sonoren Lachen meinte (natürlich lachend) dazu: „Oh yeah, a lot of pancakes. Hahahahahaha…“ Ralf schaffte seine zwei Eier mit Bratkartoffeln, Wurst und Toast gerade so und so konnten wir kräftig gestärkt zur Fahrt aufbrechen.

Es ging durch die ständig wechselnde Landschaft von Arizona, zum Teil kräftig bergauf. Einfach wieder einmal atemberaubend schön.

Endlose Highways
Endlose Highways
Straßenscene
Straßenscene
On the road again ...
On the road again …
Farm auf dem Weg zum Grand Canyon
Farm auf dem Weg zum Grand Canyon

In Williams genehmigten wir unserem Auto einen kräftigen Schluck aus der Benzinpulle und uns bei Denny’s ein kleines Mittagessen bevor es weiter Richtung Grand Canyon ging.

Der Verkehr wurde, je weiter wir zum Canyon kamen, immer dichter. Wieder einmal waren wir froh, nicht zur Hauptreisezeit anzureisen.

Flagstaff
Flagstaff
Bald sind wir da.
Bald sind wir da.

In Tusayan, wo wir auch unser Motel, die Red Feather Lodge, gebucht hatten, wollten wir uns erst einmal im National Geographic Besuchercenter informieren. Allerdings ist dieses eher kommerziell ausgerichtet, so dass wir gleich zum Nationalpark gefahren sind. Wir waren inzwischen beide furchtbar aufgeregt. Gleich sollten wir den Grand Canyon sehen!

Noch kurz unseren Nationalparkausweis vorzeigen, dann bekamen wir vom Officer einen Nationalparkführer, sogar in Deutsch, ausgehändigt und dann gings zum Parkplatz am Mather Point, wo wir unseren ersten Blick auf den Canyon werfen konnten.

Er war natürlich noch beeindruckender, als man sich das in den kühnsten Träumen vorstellen konnte. Die Weite, die Farben, diese Felsformationen. Man ist erst einmal völlig sprachlos.

Grand Canyon: 450 km lang - 30 km breit und bis zu 1800 m tief
Grand Canyon: 450 km lang – 30 km breit und bis zu 1800 m tief
Mein langjähriger Traum ist wahr geworden. Ich stehe am Grand Canyon.
Mein langjähriger Traum ist wahr geworden. Ich stehe am Grand Canyon.

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Jutta ist auch ganz angetan
Jutta ist auch ganz angetan

Natürlich ist man nicht allein mit dem Canyon, sondern es halten sich Menschenmassen dort auf, die alle nicht aufhören können zu fotografieren. Auch Ralf kriegt den Finger nicht mehr vom Auslöser weg.

Am Visitorcenter informieren wir uns über die möglichen Trails und entschließen uns, morgen den Bright Angel Train ein Stück lang zu gehen. Es wird eindringlichst davor gewarnt, sich zu übernehmen, da jährlich über 250 Wanderer in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, da sie die Gefahren des Wanderns im Canyon unterschätzen. Das werden wir natürlich nicht! Besonders aufpassen werde ich alter Angsthase, dass wir nicht vom Puma gefressen werden. Es wird nämlich darauf hingewiesen, dass im Bereich des Bright Angel Trails ein erwachsener Puma sein Jagdrevier hat. Schluck. Wird aber schon gut gehen.

Zum Größenvergleich. Die kleinen Punkte oben sind Menschen.
Zum Größenvergleich. Die kleinen Punkte oben sind Menschen.
Eine Bergziege
Eine Bergziege
Ein Reh (Deer) mitten auf dem Wanderweg
Ein Reh (Deer) mitten auf dem Wanderweg
Zwei glückliche Touristen :-)
Zwei glückliche Touristen 🙂

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Danach machen wir uns auf den Weg zur Red Feather Lodge, wo wir die nächsten beiden Nächte verbringen werden. Das Zimmer ist wieder sehr angenehm, nur gibt es keinen Kühlschrank (egal) und keine Kaffeemaschine (schon doof) im Zimmer. Allerdings kann man sich in der Hotellobby, die nur ein paar Meter weit weg ist, 24 Stunden am Tag mit Kaffee versorgen. Passt also schon.

Gegen 18 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg zum Canyon, da wir den Sonnenuntergang erleben wollen. (Den Sonnenaufgang werden wir sicher nicht schaffen, da dieser schon um 5.14 Uhr ist…) Wir fahren Richtung Desert View Point und halten an allen möglichen Punkten an, fahren aber wieder weiter, da wir eigentlich den Desert View Point erreichen wollen. Als es dann fast 19 Uhr ist, geben wir dieses Vorhaben allerdings auf, da der Sonnenuntergang für 19.14 Uhr angekündigt ist.

Der Ausblick von diesem Punkt ist auch grandios und der Sonnenuntergang ein echtes Erlebnis. Leider kriegt Ralf mal wieder die Digicam wieder nicht vom Auge weg und klettert außerdem noch Richtung Canyonrand, wo ich lieber nicht hin will. So erlebe ich den Sonnenuntergang trotz romantischer Stimmung alleine und bin ein bisschen angefressen. Männer!

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Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

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Rechts oben der Watchtower
Rechts oben der Watchtower

Das Restaurant, in dem wir anschließend zu Abend essen wollen, ist voll. Daher gehen wir in den nebenan liegenden Supermarkt und kaufen dort ein. Labberbrötchen, Salami, Müsliriegel, Chips und Dosenbier. Außerdem kaufe ich für morgen eine coole Grand-Canyon-Kappe, denn wir wollen ja perfekt ausgerüstet sein.

Leider kann ich die Salami nicht essen – so riecht einfach zuuuu eklig. Deshalb gibt’s für mich zum Abendessen eine Packung Pringles. Geht auch mal. Danach reicht es nur noch für ein paar Seiten in meinem Buch bevor ich einschlafe.

6. Tag: Joshua Tree – Wickenburg

Nach dieser saukalten Nacht bin ich froh, endlich aufstehen zu können. Die Dusche ist furchtbar – ein dunkles Loch – aber immerhin warm.

Zum frühstücken gehen wir ins Café, wo es mein erstes amerikanisches Frühstück mit 2 Rühreiern, Bacon, Bratkartoffeln und zwei Scheiben süßer Toast mit Zimtgeschmack. Dazu eine Riesentasse Kaffee und dann kann der Tag kommen.

Kurz nach 29 Palms, bis wohin der Verkehr noch relativ dicht ist, beginnt die absolute Wüste. Am Ortsausgang steht noch ein Schild „Next Services 100 miles“ und dann geht es los. Die Straße ist genauso wie ich sie mir vorgestellt hatte. Schnurgerade über viele Kilometer und einsam. Minutenlang fährt man ohne dass man ein anderes Auto sieht. Nur von Zeit zu Zeit kommt ein Wagen von hinten, kommt langsam näher und zieht an einem vorbei. Meistens sind das die typischen Wagen dieser Gegend: riesige Gelände-Pickups. Was man auch von Zeit zu Zeit sieht, sind diese riesigen Wohnmobile in Busgröße mit dem SUV als Anhänger. Das finde ich wirklich den Hammer und hoffe, dass wir davon einmal ein Foto machen können.

Nach 100 Meilen kommen wir nach Desert Center, einer Ansammlung von ein paar Häusern (Market, Café und Tankstelle), wo wir bei einem coolen Tankwart unseren Tank füllen (man weiß ja: die Wüste….) und ein paar Fotos machen.

Wüstentankstelle
Wüstentankstelle

Danach geht es auf die Autobahn, wo dann natürlich alle paar Kilometer Tankstellen kommen, die aber natürlich alle nicht so cool sind.

Dust Devil
Dust Devil
Interstate 10
Interstate 10

Nach recht ereignisloser Fahrt erreichen wir Wickenburg. Die hilfsbereite Dame in der Tourist Information erklärt uns welche Attraktionen das Örtchen aufzuweisen hat und wir gehen ins Wildwestmuseum. Ralf ist in seinem Element und bekommt glänzende Augen. Die Ausstellung ist aber tatsächlich sehr liebevoll gemacht.

1. Spaziergang durch Wickenburg
1. Spaziergang durch Wickenburg
Impressionen aus Wickenburg
Impressionen aus Wickenburg
Ist der groß!
Ist der groß!
Ein typischer Truck
Ein typischer Truck

Unser Motel, das Best Western, ist dann wieder eine angenehme Überraschung. An der Rezeption treffen wir eine Deutsche, die vor 50 Jahren einen Amerikaner geheiratet hat und in die Staaten gezogen ist. Sie erzählt uns ihre Lebensgeschichte und es ist ganz schön, wieder einmal eine deutsche Unterhaltung zu führen. Auch die Zimmer, mit eigener Terrasse, sind schön.

Hier gab es Buletten, Bratwurst, Schnitzel und alles andere was das Herz begehrt. Aber an unserem Tag war Ruhetag.
Hier gab es Buletten, Bratwurst, Schnitzel und alles andere was das Herz begehrt. Aber an unserem Tag war Ruhetag.

Nachdem wir uns eingerichtet und kurz ausgeruht haben, machen wir uns auf den Weg ins Städtchen. Es ist einfach nett hergerichtet, so richtig wildwest-like. Wir kaufen auch die ersten Souvenirs, die Kinder bekommen einen Tequila-Lutscher mit eingeschlossenem echtem Wurm. Der wird ihnen bestimmt gefallen. Gegessen haben wir heute das erste Mal typisch amerikanisch Steaks in einem im Wildwestdekor gestylten Lokal. Sehr schön. Man merkt wirklich, wie stolz die Stadt auf ihre Wildwestvergangenheit ist.

Wer braucht schon ein Gefängnis, wenn er einen Baum hat?
Wer braucht schon ein Gefängnis, wenn er einen Baum hat?
Abenteuer und Freiheit?
Abenteuer und Freiheit?
Historische Schilder in Wickenburg
Historische Schilder in Wickenburg
Historische Schilder in Wickenburg
Historische Schilder in Wickenburg
Ralf glücklich in einer Westernstadt
Ralf glücklich in einer Westernstadt
Einer der vielen Pickup Trucks
Einer der vielen Pickup Trucks

5. Tag: Ventura – Joshua Tree

Nach einer wunderbaren Nacht in unserer Suite genießen wir noch das im Preis inbegriffene Frühstück im Holiday Inn und machen uns dann wieder auf den Weg.

Die Tante führt uns brav wieder auf die 101 Richtung Los Angeles. Mir fällt wieder einmal auf, dass ich auf der Autobahn, nein, falsch, dem Freeway, mit seiner Geschwindigkeitsbegrenzung von 65 Meilen ständig überholt werde, obwohl ich mittels Cruise Control exakt meine 65 Meilen halte.

Allerdings wird bei weitem nicht so aggressiv gefahren wie in Deutschland. Was mir auch noch schwer fällt, ist, nicht immer rechts zu fahren. Das ist nämlich gerade an Einfahrten ziemlich blöd, weil die Einfahrenden erbarmungslos auf die Spur ziehen. Sie gehen ganz offensichtlich davon aus, dass man schon so rücksichtsvoll sein wird und auf die Bremse steigt. Hmpf, tut man dann ja auch, aber es ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Von daher, und weil manchmal die rechte Spur einfach von der Autobahn runter führt, ist man weiter links besser bedient. Aber es fällt mir trotzdem schwer. Schließlich haben wir Deutschen das Rechtsfahren ja sozusagen schon mit der Muttermilch eingesogen.

Nach ungefähr einer Stunde Fahrt wird der Verkehr merklich dichter. Los Angeles kündigt sich an. Da wir aber Gott sei dank Sonntag haben, gibt es keine Staus und wir fahren dank der Tante ohne Probleme am Nordrand der Stadt vorbei. Da der Verkehr doch recht dicht war, konnte ich leider kaum einen Blick auf die vorbeiziehenden Gebäude erhaschen, aber zumindest die Ausfahrtschilder „Hollywood Next 9 Exits“ habe ich erkannt. Wir waren also tatsächlich dort!

Nur nicht die falsche Spur nehmen!
Nur nicht die falsche Spur nehmen!
Typische Autobahnsituation in Los Angeles
Typische Autobahnsituation in Los Angeles

Was ich dort zum ersten Mal gesehen habe, sind Fahrspuren auf der Autobahn extra für Busse und „Carpools“. Carpools sind, wie Ralf mir erklärte, Autos, die mit mindestens 2 Personen besetzt sind. Stellenweise wurde der Begriff „Carpool“ auch noch enger ausgelegt, so dass während der Rushhours nur Autos mit mindestens 3 Personen diese Sonderspuren benutzen dürfen. Für diese gelten also auch besondere Vergünstigungen. Eine gute Idee, wie ich finde.

Kurz nach der Stadtgrenze von Los Angeles wird die Landschaft merklich karger. Die Wüste greift wirklich nach der Stadt oder sollte man sagen, die Stadt greift nach der Wüste? Jedenfalls kann man sich sehr gut vorstellen, dass die Außenbezirke immer wieder durch Waldbrände bedroht werden.

Windkraftpark am Stadtrand von Los Angeles
Windkraftpark am Stadtrand von Los Angeles

Irgendwann beschließe ich, dass wir mal wieder tanken sollten, denn wir haben ja im Internet gelernt, dass die Tankstellen in der Wüste nicht allzu dicht gesät sind. Das funktioniert jetzt, beim zweiten Mal, ganz gut. Ralf hat die Sache voll im Griff. Nachdem wir einige Male hin und her gefahren sind, gelingt es uns auch wieder, auf die Autobahn Richtung Osten zu kommen (die Tante versucht uns aus unerfindlichen Gründen immer in die falsche Richtung zu schicken) und bald darauf geht es runter von der Autobahn auf den Highway.

Hier bekommen wir einen ersten Eindruck von der Wüste, obwohl der Verkehr immer noch relativ dicht ist und sich auch alle paar Meilen noch eine Ansiedlung am Highway befindet. Aber diese Ansiedlungen sehen zum großen Teil schon so aus, wie man sie in Filmen sieht (abgesehen von den Schildern der Fastfoodketten und der Motels): kleine staubige Häuschen in einem staubigen Garten, in dem allerlei Gerümpel rumsteht.

Wir erreichen Joshua Tree, in dem wir heute übernachten wollen. Allerdings wollen wir vor dem Einchecken, für das es ja eh noch zu früh ist, in den Nationalpark und vorher noch eine Kleinigkeit essen. Joshua Tree ist ziemlich klein und ruckzuck sind wir durchgefahren. Daher beschließen wir, nach 29 Palms weiter zu fahren und dort nach etwas Essbarem Ausschau zu halten. Schließlich wollen wir in der Wüste ja nicht verhungern.

Wir kehren dann bei Taco Bell`s ein und speisen mexikanisches Fastfood. War ganz lecker.

Mittagessen bei Taco Bell
Mittagessen bei Taco Bell

Danach machen wir uns auf die Suche nach dem Eingang zum Nationalpark. Irgendwie ist das alles nicht zu toll beschildert und die Tante kennt sich auch nicht aus. Aber wir bleiben erfolgreich und finden das Visitor`s Center, in dem wir bei einer netten Rangerin den Nationalpark-Pass erstehen. Mit diesem Pass für 80 $ können wir jetzt ein ganzes Jahr lang alle amerikanischen Nationalparks besuchen. Toll, nicht wahr? Allerdings lohnt er sich schon ab dem 3. Park sagt Ralf.

Eingang zum Joshua Tree National Park
Eingang zum Joshua Tree National Park

Nachdem wir dann nach ein bisschen rumfahren den Eingang gefunden hatten, machen wir uns den 30 Meilen langen Weg durch den Park. Die Landschaft und die Vegetation sind unbeschreiblich, obwohl es anfangs noch keine Joshua Trees gibt. Ralf fotografiert, was die Kamera hergibt.

Eine typische Felsformation im Joshua Tree Nationalpark
Eine typische Felsformation im Joshua Tree Nationalpark
Joshua Trees soweit das Auge reicht
Joshua Trees soweit das Auge reicht
Joshua Tree Nationalpark
Joshua Tree Nationalpark
Wandern zwischen Felsen im Joshua Tree Nationalpark
Wandern zwischen Felsen im Joshua Tree Nationalpark
Der berühmte Skull-Rock
Der berühmte Skull-Rock

Von Zeit zu Zeit gehen Abzweigungen von der Straße ab, die zu besonderen Attraktionen führen. Beim ersten Mal bin ich erschrocken, da der Weg nicht befestigt ist. Aber es ist kein größeres Problem sie zu befahren und wir erreichen den Split Rock, einen riesigen, gespaltenen Felsen (wie der Name schon sagt).

Bei der nächsten Abzweigung wagen wir am Ende der Straße unsere erste Wüstenwanderung. Der Trail ist laut Beschreibung 1,1 Meilen lang und gut erkennbar. Leider ist der Trail kein Rundkurs, so dass wir irgendwann umkehren und ihn zurückgehen. Irgendwie ist das Wandern in der Wüste unheimlich, denn anders als wir es sonst gewohnt sind, gibt es nun einmal keinerlei Anzeichen von menschlicher Zivilisation zu sehen. So weit das Auge reicht nur Landschaft. Kein Haus, keine Hütte, keine Straße sind zu sehen, kein Geräusch ist zu hören, du hast nur den kleinen, sandigen oder felsigen oder steinigen Weg vor dir und irgendwie kein Ziel vor Augen. Es begegnen Dir auch keine anderen Wanderer. Prompt überfällt mich ein mulmiges Gefühl und ich befürchte, obwohl es definitiv keine Abzweigung gab, dass wir uns verlaufen haben könnten.

Auf in neue Abenteuer
Auf in neue Abenteuer
Nur nicht vom Weg abkommen
Nur nicht vom Weg abkommen
Unser Wanderweg
Unser Wanderweg

Natürlich haben wir das nicht und irgendwann sind wir am Parkplatz zurück. Puh, das erste Abenteuer ist überstanden.

Der Sankt Andreas Graben
Der berühmte Sankt Andreas Graben

Nachdem wir fürs erste genug haben, fahren wir Richtung Motel. Das Safari Motel hatte bei Trip Advisor ganz gute Bewertungen, aber die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Die Zimmer sind alt, verwohnt und siffig. Das Bad ist eine Katastrophe, völlig verkalkt und irgendwie eklig. Die Möbel, die irgendwann mal weiß waren, sind dreckig. Immerhin sind die Betten offensichtlich frisch bezogen und die Handtücher sind auch sauber. Für eine Nacht reicht es dann auch aus.

Unser Motelzimmer. Gut, dass es keine Geruchbilder gibt.
Unser Motelzimmer. Gut, dass es keine Geruchbilder gibt.
Nunja - you get what you paid for ...
Nunja – „You get what you paid for …“

Zum Essen gehen wir ins Beatnick Café, das im Stefan Loose Travel Handbuch beschrieben und empfohlen ist. Ralf fühlt sich gleich wohl, weil er an seine Jugendzeit erinnert ist. Eigentlich sieht es aus wie der örtliche Jugendtreff. Bunt angemalt, Farbkleckse auf dem Fußboden. Ein paar alte Sofas und Sessel stehen rum und auch ein paar hohe Tische mit Stühlen. Jugendliche sitzen da und erzählen, andere klimpern auf der Gitarre rum und singen. Alles sehr alternativ.

Auf der Karte steht nicht allzu viel und fast nur Dinge, die ich nicht mag. Ralf und ich bestellen Spaghetti mit Chili. Leider ist der Steamer kaputt, wie die Bedienung uns erklärt und es dauere sehr lange, bis das Essen fertig sei. Ob wir denn lieber was anderes möchten? Nein, wollen wir nicht, wir haben Zeit. Insgeheim freue ich mich, denn dann müssen die Spaghetti ja frisch gekocht werden. Zwischenzeitlich kommt der Salat mit einem eklig sauren Dressing, aber man isst ihn, weil man ja ein paar Vitamine braucht. Das Chili wird in der Mikrowelle aufgewärmt und irgendwann kommen unsere Teller. Die Nudeln sind kalt! Offensichtlich sehr gut abgeschreckt. Das Essen ist ziemlich scheußlich, aber dafür berechnet mir die Bedienung auch irgendwie viel zu wenig. Die Rechnung beträgt 11,31 $ und mehr war das Essen auch nicht wert.

Zurück im Motel surfen wir noch im Internet, buchen eine Unterkunft für den Grand Canyon und sichern die Fotos. Dann versuche ich zu schlafen, aber es ist wieder einmal saukalt im Zimmer. Die dünnen Decken schaffen es nicht, mich warm zu bekommen und so schlüpfe ich wieder einmal in meinen mitgebrachten dünnen Schlafsack. Trotzdem schlafe ich nicht besonders gut, weil meine Füße die ganze Nacht nicht warm werden wollen.

Abendstimmung am Motel bei Joshua Trees
Abendstimmung am Motel bei Joshua Trees

4. Tag: Montery – Ventura

Die Nacht in dem Motel Howard Johnson in Monterey war überraschend ruhig und erholsam. Nachdem ich gestern Abend meinen Schlafsackinlett in Betrieb genommen hatte (nein, die Bettwäsche sah nicht schmuddelig aus, sondern es war soo saukalt in dem Zimmer), bin ich schnell eingeschlafen und habe bis 6.30 Uhr durchgeschlafen. Ralf ging es genauso und somit erkläre ich den Jetlag für überwunden.

Das im Preis inbegriffene Frühstück war überraschend gut. Kaffee, Saft, Toast, gesalzene Butter, Marmelade, Cornflakes und Muffins haben gereicht, die Fahrt gut gesättigt zu beginnen.

Fast gleich nach dem Losfahren bekommen wir einen Hinweis auf den 17-Miles-Drive. Diese mautpflichtige Privatstraße vorbei an den schönsten Anwesen der Gegend wollte ich eigentlich unbedingt sehen. Hm, einige Zeit später geht mir auf, dass wir die Zufahrt zu dieser Straße wohl verpasst hatten, denn es kam kein weiteres Schild mehr. Na egal, zurück will ich dann auch nicht mehr.

Dafür beginnt die Straße gleich ihr schönstes Gesicht zu zeigen. Die Ausblicke sind einfach grandios und wir sind versucht, an jeder Haltebucht anzuhalten um Fotos zu machen. OK, anfangs tun wir das ja auch…

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Highway 1
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Highway 1

Nach einiger Zeit beschließe ich, dass wir auch mal runter zum Strand gehen müssen. Gesagt, getan, wir halten an und gehen den Pfad durch die Dünen zum Strand. Es ist so wunderschön und beeindruckend! Unten sieht man, dass die Wellen wirklich ganz schön gehen, aber es ist toll. Der Strand ist ziemlich steil und man sieht, dass das Wasser bei Flut wohl ziemlich hoch kommt.

Tja, und dann kommt mir die seltsame Idee, dass ich doch unbedingt mal fühlen muss, wie kalt das Wasser ist. Ich gehe also zum Wasser hin, bleibe in gehörigem Sicherheitsabstand stehen und warte, dass eine Welle so hoch schlägt, dass ich meinen Finger reinstrecken kann. Irgendwie wird mir aber jetzt schon mulmig. Es ist schließlich ganz schön kalt, ich habe Turnschuhe an. Was, wenn ich nass werde? Der Strand ist, wie gesagt, ziemlich steil, es könnte knapp werden, wenn ich flüchten muss. Und kaum gedacht, passiert es schon. Eine Welle kommt und damit das Wasser. Ich drehe mich um und will fliehen und gerate vor lauter Hektik ins straucheln. Ein paar Schritte schaffe ich noch auf der Flucht vor dem gefährlichen Meer und dann haut`s mich hin. *grummel* Ralf hat das Ganze natürlich von oben gefilmt. Die Aufnahme wird von mir gesichtet werden und wahrscheinlich gelöscht, so dass die Öffentlichkeit nicht mit diesem Anblick konfrontiert werden wird.

Als wir am Auto wieder ankommen, sehen wir, dass inzwischen eine Gruppe Surfer angekommen ist. Schade, das wäre toll gewesen, ihnen zuzuschauen.

Stand am Highway 1
Stand am Highway 1
Strand am Highway 1
Strand am Highway 1

Und weiter geht`s. Die Landschaft ist einfach unbeschreiblich und Ralf kann nicht aufhören zu fotografieren.

Was mich irritiert ist, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht aufgehoben werden. So schleiche ich immer weiter und stelle mich als rollendes Verkehrshindernis für Nachfolgende dar. Es wird allerdings nicht gedrängelt oder gar gehupt, das Fahren ist einfach angenehm. Ich halte auch immer an einer der zahlreichen Haltebuchten an, so dass jeder Auffahrende immer nur ganz kurz von mir gestresst wird.

Gegen Mittag halten wir an einem Lokal an, essen und trinken etwas und besuchen die restrooms. Das Lokal ist sehr urtümlich eingerichtet (halt so, wie Touristen sich das so vorstellen) und es gibt sogar einen fast originalen „Luke“. Ich bin begeistert.

Ausflugslokal mit Meeresblick
Ausflugslokal mit Meeresblick

Das irgendwann an der Strecke liegende Hearst Castle, das ich eigentlich auch sehen wollte, finden wir dann auch nicht. Als die Tante Navi und führen soll und behauptet, es läge in 240 km Entfernung, beschließe ich, dass ich auch diese Attraktion nicht sehen muss.

Irgendwann wird die CA 1 dann zum HW 101, führt aber noch am Pazifik entlang. Die Küste ist jetzt aber nicht mehr so steil. Nach einiger Zeit wird ein Vista Point angezeigt und ich fahre ihn an. Ich bin gleich erstaunt, wie riesig der Parkplatz ist und dann sehen wir auch den Grund hierfür. Am Strand entlang dieses Parkplatzes liegen hunderte von „Elefantenrobben“ in der Sonne. Es ist ein unglaubliches Schauspiel. Schautafeln informieren über diese Tiere und warnen auch davor, dass sie gar nicht so harmlos sind wie sie aussehen. Ich halte also respektvoll Abstand und finde es sehr beeindruckend, diese wilden Tiere aus der Nähe zu erleben. Irgendwie konnte ich mir nie vorstellen, dass es diese Tiere, die man bei uns nur aus dem Zoo und dem Fernsehen kennt, auch noch in Freiheit gibt. Es ist so schön!

Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon

Irgendwann verändert sich die Richtung der 101 und sie führt durch die Berge. Es ist faszinierend, wie sich die Landschaft ständig verändert. Nach längerer Zeit führt die Straße wieder nach unten und nach einem spektakulären Felsdurchbruch sind wir wieder am Meer. Und dann passiert das Drama des Tages!

Ein weiterer Vista Point wird angezeigt und weil Ralf ein paar Schiffe, die sich am Horizont gezeigt hatten fotografieren möchte (und weil wir schon so lange ohne Pause gefahren waren), halte ich an. Wir machen ein paar Fotos und ich hole das Fernglas raus um die Schiffe anzuschauen (die sich dann als Bohrinseln herausstellen). Ralf geht ein bisschen herum und fotografiert weiter. Als wir zum Auto zurückkommen, will ich ihm die Bohrinseln zeigen. Ralf nimmt das Fernglas in die Hand und legt die Digicam auf den Kofferraum des Autos ab. Dann werden wir noch von Leuten angesprochen, weil sie im Wasser etwas gesehen haben, was sie evtl als Wal identifiziert haben, Ralf plaudert ein paar Worte mit ihnen und leiht ihnen das Fernglas. Nein, es ist kein Wal, es sind in Formation schwimmende Wasservögel. Nun, Ralf schaut sich noch die Bohrinsel an, wir steigen ins Auto und fahren weiter. Gerade als ich auf die Freeway auffahre, meint Ralf plötzlich wo denn die Kamera wäre und gleich darauf fällt ihm ein: „Die habe ich auf dem Kofferraum liegen lassen!“

Das letzte Bild der alten Kamera
Das letzte Bild der alten Kamera

Große Hektik bricht aus. Was tun? Gottseidank kommt gleich eine Linksabbiegespur (ja, in den USA gibt’s auf der Autobahn Linksabbiegespuren!), auf der wir wenden können und wir fahren so schnell es geht zurück. Ralf ist hektisch. Ich fahre den Parkplatz langsam entlang. Nichts zu sehen. Am Parkplatzende steht, fast schon auf der Freeway, ein Auto. Ich bin ratlos, weil ja keine Spur von der heruntergefallenen Kamera zu sehen war und halte auch an. Ralf steigt aus, um noch einmal zu Fuß nach der Cam zu suchen. Da wird er von der Dame aus dem hinter uns haltenden Auto angehalten. Sie hat die Kamera gefunden und hat gewartet, da sie davon ausging, dass der Verlierer den Verlust bemerken und zurückkehren würde. Wahnsinn!

Die Kamera sah noch ziemlich gut aus, dafür, dass sie bei ungefähr 30 Meilen pro Stunde vom Auto runtergesaust ist. Leider fehlte der Auslöserknopf und Ralf konnte ihn auch nicht mehr finden. Trotzdem haben wir uns sehr gefreut.

In Santa Barbara hat uns die Tante Navi dann zur Einkaufsstraße geführt und Ralf hat bei Radio Shack (dem amerikanischen Mediamarkt, wie er natürlich gleich wusste) eine neue Canon gekauft. Die Verständigung klappte ausgezeichnet, denn irgendwie ist die Techniksprache ja sowieso Englisch. Megapixel, Gigabyte, SD-Karte – hört sich in englisch genauso an.

Danach wollten wir nur noch ins Motel nach Ventura. Die Tante führte ins brav zum Holiday Inn Express, wo wir eine angenehme Überraschung erlebten. „Hey guys, I have upgraded you to a suite. Right?“ Klar doch, eine Suite zum normalen Zimmerpreis nehmen wir gerne!

Das “Zimmer” ist Wahnsinn. Eine eingerichtete Küchenzeile, Essecke, Sofa und Schreibtisch im abgetrennten Bereich und ein super tolles Kingsize-Bett. Das Bad ist genauso riesig mit Jacuzzi-Badewanne, separater Dusche und diskret verstecktem Klo. Der Blick durch die riesigen, ungefähr 4 Meter hohen Fenster fällt direkt auf den Hafen mit den in der Abendsonne glänzenden Segelbooten. Einfach ein Traum!

Unsere Suite in Ventura
Unsere Suite in Ventura

Essenstechnisch war es ein bisschen schwierig. Wir wollten zu McDonald`s, aber zuerst habe ich eine Richtungsanzeige der Tante missverstanden, dann führte sie uns zu einem Platz, von dem sie behauptete, hier sei ein Mäcki. Nö, war aber keiner und deswegen überfielen wir auf dem Rückweg ein anderes Fastfoodrestaurant (Carrow`s), das aber sehr nett war. Sehr amerikanisch, wie man es sich so vorstellt.

Die Mitarbeiterin an der Kasse war begeistert, als wir erzählten, wir seien aus Deutschland und zeigte uns andere Gäste, die auch aus Deutschland waren. „Hey, you`re really cool!“

Auch der Mitarbeiter an der Kasse des Supermarktes freute sich über die Deutschen. Er erzählte, dass er noch nie am Grand Canyon gewesen sei, fand es aber klasse, dass wir extra so weit gereist seien um ihn zu sehen.

Ich war froh, als wir dann wieder im Motel waren. Morgen geht es durch Los Angeles, das gar nicht weit von Ventura weg ist, Richtung Joshua Tree. Ich freu mich schon, auch wenn der Motelstandard morgen wohl wieder schlechter sein wird.

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3. Tag: San Francisco – Monterey

Jutta ist ein wenig schlaff – also ist es diesmal an Ralf die Tagesereignisse festzuhalten.

Diese Nacht ging es schon ein wenig besser mit dem Schlafen. Wir wurden zwar in der Nacht noch ein paar mal wach, aber der Morgen hat sich fast schon wie ein Morgen angefühlt. Die Angewohnheit der Amerikaner, in den Hotelbadezimmern eine kleine Kaffeemaschine mit Kaffee stehen zu haben erweist sich als segensreich. So kann schon direkt nach dem Bad der erste Kaffee getrunken werden. Danach ging es kurz zur Rezeption und der Dialog, den ich im Bad geübt hatte von wegen, auschecken, Mietwagen abholen und ob wir das Gepäck (Baggage – Ralf – nicht Garbage – gut merken!!!) da lassen dürfen wurde mit einem „Selbstverständlich“ bejaht. Dann ging es zum Frühstück. Jutta wollte in eine amerikanische Fastfoodkette „Dennys“ zum Frühstück, aber Ralf weigerte sich, kaum waren wir drinnen, weil ich a ) das Prinzip nicht verstand (scheinbar musste man vorher zahlen) und b) war eine große Schulklasse auf Ausflug vor uns dran. So blieb es dann beim gewohnten Starbucks. Danach zurück zum Hotel und auschecken. Daraufhin zwei Blocks um die Ecke zu Avis und den Mietwagen geholt. Der Clerk zeigte auf einen richtig schön großen Wagen (Same price of course!) und als wir in der Tiefgarage ankamen hatte Jutta schon Angst, dass wir jetzt den großen Jeep fahren müssen. Es erwies sich dann aber dank der Funkfernbedienung, dass es sich um den Saturn (Amerikas Antwort auf Opel) nebenan handelt. Ungefähr Vectra-Klasse nur ein wenig größer mit Cruise Control und CD-Player. Schnell das Navi angeklemmt und dann ab zum Hotel wo schon das Gepäck auf uns wartete.

Unser Mietwagen
Unser Mietwagen

Jetzt wurde es spannend. Die ersten Versuche mit dem amerikanischen Straßensystem klar zu kommen. Jutta kennt mich zu gut und meint ich würde zu hektisch werden und übernahm deswegen die Rolle der Fahrerin. Der Berufsverkehr von San Francisco erwies sich als überraschend gut zu bewältigen. Nur ganz am Anfang waren sich Tante Navi und wir uns nicht so einig wann wir nun rechts zum nächsten Freeway abbiegen sollen. Was solls – wir haben Urlaub und unser Motto ist diesmal „Der Weg ist das Ziel“ – so sahen wir noch ein paar nette Stadtteile von SF bis wir dann die berühmte Küstenstraße CA 1 erreicht hatten. Am Anfang noch langweilige Autobahn entpuppte sich die Straße dann als ein wunderbarer Aussichtspunkt für einen ersten Blick auf den Pazifik. Da die Wettervorhersage – wie schon die Tage vorher – schlechter war als die Wirklichkeit , erlebten wir große und kleine Wellen bei blauem Himmel. Klar, dass wir da nicht nur einmal Pause machten.

Highway 1
Highway 1 Jutta am Pazifikstrand

Ein paar Meilen weiter gab es dann die nächste große Herausforderung. Jutta und Ralf in einem großen (Okay – für Amis eher gemütlich kleinen) Supermarkt. Kaum schaute man sich mal ein wenig um kam dann sofort jemand vom Verkauf und fragte, ob wir Hilfe bräuchten. Apropos Hilfe – Jutta wurde kaum dass wir im Markt waren schon von einer älteren Dame gefragt, ob sie ihr eine Packung von ganz oben reichen könnte.

Wir erledigten unsere Einkäufe (Umweltunfreundliche Großpackung mit Sprite-Dosen, Sandwiches (mit späterem „durchschlagendem“ Erfolg) und etwas Kosmetik ging es dann zurück zur CA1. Ich geriet beim ersten Sonnenstrahl in Panik, weil ich die Sonnenbrille nicht mehr fand und das geplante Picknick fiel aus, weil die CA1 sich zwischenzeitlich als Autobahn ohne Meeresblick verwandelt hatte. Also ging es so weiter bis Monterey wo wir dann auf dem Parkplatz vor dem Aquarium schnell einen Teil der Sandwiches aßen. Das Aquarium war wirklich nett (Jutta hat besonders „der Schwarm“ gefallen). Und trotz Kinderlärm war es fast entspannend. Dann noch ein kurzer Spaziergang in den umliegenden Touristenfallen und den obligatorischen Starbucks und es ging zurück zum Wagen.

Monterey Aquarium
Monterey Aquarium
Monterey Aquarium
Monterey Aquarium

Hier dann die Entscheidung das Motel anzufahren. Es war nicht weit und endlich hat sich nach dem Luxus der ersten Nächte dann das wahre Amerika mit seinem ungeschminkten Gesicht gezeigt. Nicht dass das Motel schlecht war – aber leicht muffig und hellhörig und so ganz anders als das Luxushotel vorher ist es schon …

Mal sehen was die nächsten Motels zu bieten haben 🙂

Nach dem ersten Entspannen ging es dann noch mal zurück in die Stadt. Der historische Pfad, den wir laufen wollten war nicht sofort zu erkennen und so ging es dann nach einiger Suche in ein nettes amerikanisches Lokal mit übereifrigem Kellner (Der aber mit den Begriffen Grand Canyon und Las Vegas nicht so richtig was anfangen konnte – egal – er fand es trotzdem super toll uns bedienen zu dürfen und ist regelmäßig vor lauter Höflichkeit ausgeflippt wenn er bei uns vorbeikam – bis wir dann fertig waren – dann zeigte sich die amerikanische Philosophie von „time is cash“. Teller weg – bezahlen und – Bye – have a nice day …)

Egal zurück zum Motel erwarten wir jetzt gespannt wann unsere lauten Nachbarn uns schlafen lassen. Morgen sehen wir weiter.