21. Tag: Las Vegas Fremont Street und Heimflug

Jetzt sitzen Jutta und ich im Flieger nach Philadelphia. So schnell kann es gehen und 3 Wochen Reise rund durch den Südwesten der USA gehen zu Ende.

Gestern hatten wir dann noch, nachdem wir schon beide Taschen gepackt hatten, wie geplant einen Ausflug nach Downtown Las Vegas, in den ursprünglichen Innenstadtbereich, der bis zur Eröffnung der großen Hotels das eigentliche glitzernde Las Vegas war unternommen. Nachdem wir den Fehler gemacht haben unserem Navi zu vertrauen ohne vorher auf die Karte zu schauen, hatten wir zunächst einen abenteuerlichen Umweg über die Autobahn gemacht, der uns durch einige nette Baustellen geführt hat. Hätten wir unseren Instinkt vertraut, dann wären wir einfach zunächst den Strip weiter gefolgt um dann weit hinter dem Stratosphere erst abzubiegen. Nun ja, selbst schuld, wenn man zu sehr der Technik vertraut. 🙂

  Wir schafften es dann letztendlich doch und fanden auch auf Anhieb ein Parkhaus. Da wir nicht so genau wussten wo wir uns jetzt befinden, machte ich noch schnell ein paar Bilder der Straßenschilder und wir gingen los. Eine Ecke weiter war es schon: Die berühmte Fremont Street. Vor vielen Jahren DAS Las Vegas und dann vor einigen Jahren schon fast dem Untergang geweiht. Aber nachdem die Hoteleigentümer der alten Innenstadt auf die Idee kamen einen großen Teil der Straße zu überdachen und dieses Dach mit einer LCD-Videoshow zu bestücken ist auch dieser alte Teil der Stadt wieder für viele Touristen interessant geworden. Bei Tageslicht betrachtet sah die Straße aber relativ langweilig aus, so dass wir uns bald in das berühmte Golden Nugget begaben. Dieses Casino war eines der ersten, das seinen Gästen nicht nur Glücksspiel und Übernachtung angeboten hatte. Es hatte als besondere Attraktion einen großen Goldklumpen ausgestellt, der Gäste anlocken sollte.

IMG_0851IMG_0852Das Hotel selbst war sehr hübsch altmodisch und da wir beide seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten suchten wir das Buffet, von dem ich schon im Internet gelesen hatte, dass es recht gut sein soll. Wir hatten uns zwar erst ein wenig geärgert nachdem eine große Gruppe erst die „Überholspur“ der Kasse genommen hatte und doch jeder einzeln zahlte, aber nachdem eine zweite Kasse geöffnet wurde bekamen wir dann bald einen Platz in dem recht hübsch altmodisch  aussehenden  Restaurant.

Das Essen selbst war wirklich gut und unser Kellner sorgte sich unaufdringlich und gut um uns und drängte auch nicht, wie wir es von anderen Gelegenheiten der Reise erlebt hatten zu einem schnellen Beendigen unserer Mahlzeit. Satt und zufrieden machten wir uns wieder auf den Weg nach draußen.

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Im Dunklen sah die Fremont Street ganz anders aus. Überall herrliche alte Glühbirnen und Neon-Beleuchtung. Viele Menschen, die meisten etwas älteren Semesters unterwegs, Straßenkünstler und ein mit Werbung beleuchtetes Dach. Wir schlenderten die Straße bis zum Ende der Bedachung und trauten uns dann auch ganz mutig noch ein wenig weiter in den nicht ganz so belebten Teil ohne schützendes buntes Dach. Hier machte ich noch einige Fotos und dann ging es zurück zum lebhaften Teil.  Jutta erfüllte mir dann auch endlich meinen Wunsch mich zwischen zwei leicht (sehr leicht) bekleideten Showgirls zu fotografieren. 🙂

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Wir lauschen noch einem Straßenmusikanten bis dieser meinte, dass er gleich aufhören muss, weil die Show gleich los geht. Wir eilten an das Ende der Fremont Street und schon ging es los. Zu Musik der Flowerpower-Zeit wurde eine wahnsinnig gute Ilumation auf dem gewölbten Dach gezeigt. Ich fotografierte und filmte erst was das Zeug hielt, hörte aber recht bald auf um mich ganz der Vorführung zu widmen. Als die Vorführung zu Ende war wollten wir dann eigentlich schon Richtung Heimathotel um uns noch 1-2 Longdrinks zu gönnen, blieben dann aber an einer Showbühne hängen in der eine Band von 4 Jungs und 4 (mit Bikini bekleideten) Mädels eine wirklich gute Show mit live gespielter Musik der 80er vorführten.

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Wir feierten mit unzähligen anderen Menschen mit und wenn man sich umsah, sah man fast überall strahlende Gesichter und tanzende Menschen. Eine ganz andere Stimmung als auf dem Strip mit den großen Hotels in denen sich die Menschenmassen immer nur in kleinen geschlossenen Gruppen von Hotelkomplex zu Hotelkomplex bewegen. Hier war Party pur angesagt und Jutta und ich feierten noch eine Stunde mit und sahen uns dann auch noch die zweite Lichtshow an, diesmal zur Musik von den Doors.

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Eines ist sicher, wenn wir in einigen Jahren mal wieder in Las Vegas landen sollten ist mindestens eine Nacht in Downtown Pflicht. Am besten mit einer Übernachtung im Golden Nugget, so wie wir es ursprünglich mal angedacht hatten.

Klüger geworden verliesen wir uns diesmal nicht mehr auf das Navi und fuhren den Las Vegas Boulevard direkt herunter und stellten unser Auto im Hotel ab. Dann ging es noch ein letztes Mal auf den Strip. Wir organsierten uns zwei Drinks und schlenderten zum Mirage um dort einen künstlichen Vulkanausbruch zu bewundern. Dann ging es zurück zur Bill Gambling Hall and Casino um dort wie geplant noch mal zu versuchen Millionär zu werden. Jutta verprasste ganze 6 Dollar im Automaten aber ich schaffte es mit einem Einsatz von 5 Dollar doch ganz 10 Dollar und 40 Cent aus dem Automaten zu holen.

Nach diesem Abenteuer ging es ins Bett. Immerhin war es schon fast Mitternacht um 5:00 sollte unser Wecker wieder gehen.

Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es dann zum Flughafen. Wieder mal versuchte unser Navi uns auf die Autobahn zu führen, aber wir wollten ihm nicht gehorchen und fuhren den Strip Richtung Süden, bis wir das erste Schild zum Airport fanden. Das Auto war dann schnell und problemlos abgegeben und nach einem Blitzfrühstück bei Starbucks und der Sicherheitskontrolle suchten wir uns am Terminal zwei Spielautomaten, die einen Jackpot von über einer Million versprachen. Die 10 Dollar von gestern wurden in den Automaten gesteckt und währen Jutta mal wieder von einer Pechsträhne verfolgt wurde und recht bald keinen Credit mehr hatte, schaffte ich es sogar mal kurzfristig auf über 50 Dollar. Aber nachdem unser Ziel „Unter einer Million geben wir uns nicht zufrieden“ war, spielten wir weiter um dann am Ende das Casino um 10 Dollar reicher gemacht zu haben.

Viel Zeit hatten wir ja auch nicht mehr, denn wir mussten schon bald zum Boarding. So konnten wir jetzt doch nicht auf First-class upgraden und sitzen jetzt in Reihe 14 in engen Sitzen um in das regnerische Philadelphia und dann von dort aus ins sonnige München zu fliegen.

„Nur noch“ 12 Stunden Flug und wir landen dann morgen früh in München. Glücklich und zufrieden ob der vielen schönen Erlebnisse.

Nachtrag Inzwischen sind wir heil gelandet. Auch der Anschlussflug ging ohne größere Zwischenfälle weiter. Da ich aber in Philadelphia auf die Schnelle keinen Internetanschluss bekommen habe, gibt es den Bericht leider erst jetzt.

18. bis 20. Tag Las Vegas

Wir sind fertig: 3 Tage Las Vegas – oder soll ich besser schreiben: 3 Tage und 2 Nächte? Egal diese Stadt ist und bleibt der Wahnsinn. Hier zeigt sich Amerika von seiner verückten und seiner gigantischen Seite, die einen einfach gefangennimmt. Etwas über 2 1/2 Wochen waren wir in der großartigen Natur unterwegs und jetzt sind wir in einem der modernen Weltwunder: Einer gigantischen künstlichen Welt mitten in einer öden, lebensfeindlichen Wüste. Aber hier in der Stadt, ist davon, außer der Hitze von 38 – 40 Grad im Schatten, nichts davon zu merken.

Wir wandern durch riesige Hotels wie den Caesars Palace, der von seiner Grundfläche her größer ist als unser Dorf in dem wir wohnen. Ein paar hundert Meter weiter schlendert man durch ein nachgebautes Paris mit künstlicheM Himmel, schräg gegenüber das luxuriöse Bellagio mit seinen riesigen Wasserspielen. In den Hotels selbst riesige Spielcasinos mit tausenden und abertausenden klimpernden, blinkenden, piepsenden Automaten, hunderten Roulette- und Würfeltischen. Dazu abertausende Menschen aller Nationen, Altersklassen und sozialen Schichten die hier sind um sich zu amüsieren, durch die Gegend wuseln, Drinks und Zigaretten in der Hand halten, schlendern, spielen, Spaß haben oder einfach nur noch müde sind ob der vielen Eindrücke – so wie momentan Jutta und ich.

Es ist faszinierend zu sehen, wie diese Glitzerwelt funktioniert. Heute waren wir sehr früh unterwegs um in Paris zu frühstücken (dem Hotel) und überall waren fleißige Hände dabei, zu schrubben, zu reparieren, Dinge herbei zu bringen um dafür zu sorgen, dass diese gigantische Scheinwelt funktioniert. Dazu gibt es aber auch die Gegensätze, die reale Armut, die sich durch Bettler und Straßenkünstler, die sich für einen Dollar Trinkgeld fotografieren lassen und dafür den ganzen heißen Tag in dicken Kostümen verschiedener Comic- und Computerspielhelden stecken. Dazwischen wieder herausgeputze Schönheiten und eine Unmenge typischer Touristen, die aussehen wie ich. (Shorts, Hemd, Kamera vor dem Bauch 🙂 )

Aber genug der langen Einleitung, was haben wir beiden die letzten Tage angestellt? Zunächst haben wir ein ruhige Nacht in unserem urigen Motel im gemütlichen Kanab verbracht. Während ich duschte holte Jutta den wohl scheußlichsten Kaffee unserer ganzen Reise aus der verwaisten Motellobby, der uns überzeugt möglichst schnell richtig zu frühstücken. Direkt neben unserem Motel war ein richtiges Restaurant, in dem wir uns nichts böses ahnend Pancakes und Ei bestellt haben. Eigentlich unser Standard-Frühstück in den Staaten. Als die Bestellung kam gingen uns die Augen auf: 3 riesige, fluffige Pfannkuchen bedeckt mit einer riesigen Menge Rührei. Dazu eine große Portion Bacon bei mir und ein riesiges, dickes Stück Ham bei Jutta. Dazu einen super leckeren Kaffee. Ja! Das war genau das worauf wir die ganze Zeit gewartet haben. (Anmerkung von Jutta: Die Portion habe ich tatsächlich NICHT geschafft, sondern nach etwa der Hälfte kapituliert.)

Das Lokal selbst war geschmückt mit lauter Souvenirs und Autogrammen verschiedener Filmstars, die in dem verträumten Kanab Western gedreht haben. Nicht umsonst hat dieser Ort den Namen Little Hollywood bekommen. Denn hier wurden neben den Rauchenden Colts auch noch zig andere Western gedreht. So machten wir uns dann nach dem Frühstück auch noch auf den Weg, das nette kleine Filmmuseum des Ortes zu besichtigen, in dem einige der Filmkulissen gerettet wurden.

DSC_2141 DSC_2113 DSC_2118 DSC_2136 DSC_2128Dann ging es in einer unspektakulären Reise von ca. 2 1/2 bis 3 Stunden nach Las Vegas. Schon aus der Ferne waren die ersten Hochhäuser der Hotels zu sehen und ehe wir es uns versahen waren wir im Großstadtrummel. Jutta schaffte es trotz meiner Navigationshilfe auf Anhieb in unser kleines Hotel mitten am Strip und wir bekamen auch das von mir bestellte Zimmer mit Stripview. Ein erster Blick aus dem Fenster ließ unsere Begeisterung wachsen: Blick auf die Wasserspiele des Bellagios und den Eifelturm vom Hotel Paris. Das Hotel selbst wirkt ansonsten so wie der Name „Bills Gambling Hall and Casino“ es andeutet. Es ist ein kleines Hotel mit nur 4 Etagen einem überschaubaren Casino und ohne große weitere Besonderheiten. Dafür ist es trotz seiner zentralen Lage preiswert und sauber. Das Zimmer selbst ist groß geraten und auf alten Stil getrimmt.DSC_2143 DSC_2151

DSC_2184 DSC_2189Nachdem wir die nähere Umgebung zu Fuß erobert haben und uns einen Frozen Magarita aus einem großem Plastikglas in Form eine Vase gegönnt haben (so wie wir es uns vor 4 Jahren gewünscht aber nicht getraut hatten) ging es dann müde ins Bett. Aber hier stellte sich der Nachteil des Stripviews heraus. Bis ca 2 Uhr ging es draußen heiß her. Es hupte ohne Unterlass, die Menschen riefen und lachten laut und es dauerte recht lang, bis wir Schlaf fanden. Montag früh machten wir uns dann auf in das hoffnungslos überfüllte Restaurant des Hotels, hatten aber Glück ganz vorne in der immer länger werdenden Warteschlange zu sein und bekamen trotz des Chaos von einer sichtlich überfordeten Serviererin dann ein schmackhaftes Frühstück serviert.

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Diesmal wollten wir den Strip nicht ganz zu Fuß erobern und kauften uns als erfahrene Las Vegas Touristen (immerhin unser dritter Besuch) erstmalig eine Tageskarte für die Monorail, die den gesamten Strip abfährt. Nach einem schier endlos langen Fußweg durch das Nachbarhotel Ballys gelangten wir dann auch zur Station und ließen uns dann den halben Tag lang durch Las Vegas fahren und besuchten die wichtigsten großen Hotels um festzustellen, dass sich in den letzten 4 Jahren nicht allzuviel verändert hat.

DSC_2273DSC_2206DSC_2154DSC_2448Da wir für abends schon eine Zaubershow vorbestellt hatten, holten wir dann im Hilton unsere reservierten Karten um dann zum Bellagio zu eilen um am dortigen Buffet unsere Mittags/abendration Kalorien abzuholen. Das Bellagio hat DAS Buffet Las Vegas und es gibt unter Eingeweihten den Trick kurz vor 16:00 Uhr den ermäßigten Lunch-Preis zu zahlen um dann ab 16:00 aus dem vollen Dinner-Programm auswählen zu können. Dumm nur, dass auch viele andere den Trick kannten und so waren wir zwar schon um 15:00 im Bellagio, schafften es aber aufgrund der langen Schlange gerade  noch um 15:50 Uhr zu bezahlen um so in den Genuß des preiswerten Essens zu kommen. Das Essen selbst war unschlagbar gut und ich kann es wirklich nur empfehlen. (Im Gegensatz zu dem Dinnerbuffet des Flamingos, das wir den Tag vorher hatten: Das machte satt aber war bei fast dem selben Preis von der Auswahl und insbesonders der Qualität her kein Vergleich)

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So gestärkt machten wir uns dann schick für den Abend und fuhren ins Hilton. Ab 18:30 Uhr sollte Einlass zur Zaubershow sein und wir waren gegen 18:40 Uhr da. Wurden aber nicht eingelassen ohne dass uns ein weiterer Grund genannt wurde. Wir sollten uns noch mal umsehen und dann gegen 19:00 Uhr wieder kommen. Wir schlenderten zur Bar und gönnnten uns mal wieder 2 Magaritas (unseren neuen Lieblingslongdrink) um dann endlich zur Show zu kommen.

Während wir auf unseren Plätzen auf den Begin der Show warteten kam auf einmal ein Mann auf den Platz hinter uns, fragte uns wie es uns so geht, wie wir heißen und wo wir denn herkämen um dann Jutta zu fragen ob sie bereit wäre bei der Show mitzuhelfen. Nachdem er versprach, dass sie nicht auf die Bühne muss erklärte sie sich bereit und bekam konspirativ per Händerdruck einen Ring überreicht, den sie sich anziehen soll. Der Rest käme dann während der Show.

Jutta wurde ganz aufgeregt, genoss aber sichtlich die vielen tollen Zauberkunststücke mit großen Augen. Steve Wyrick zersägte seine Assistentin, bezog immer wieder das Publikum mit in seine Show ein und verzauberte uns mit seinen Zauberreien. Irgendwann war dann Jutta dran. Nachdem Steve endlich verstanden hatte wie Jutta auszusprechen ist, musste sie ihren Ring wieder hergeben, der dann in einer Vase verschwand und dann an dem Finger einer Assistentin steckte, die aus dem Nichts heraus nur mit einem Bikini bekleidet in einem Aquarium auftauchte. Jutta bekam den Ring dann wieder zurück und wir hatten schon die Hoffnung, dass sie ihn behalten darf. Aber nachdem die Show dann mit einem spektakulären Trick, bei dem ein richtiger Düsenjet auf der Bühne auftauchte, zu Ende war, kam dann der Manager vom Anfang und wollte den Ring wieder zurück haben. Schade eigentlich. Das wäre ein nettes Souvenier gewesen, auch wenn der Ring vermutlich nichts Wert war. 🙂

Nach einem weiteren Abendspaziergang durch den mittleren Strip bei dem wir mit einem Magarita in der Hand noch die Wasserspiele des Bellagios betrachteten ging es dann müde aber glücklich wieder ins Hotel. Diesmal verlief die Nacht ruhiger und wir begannen den Tag mit dem oben erwähnten Frühstück mit echten Croissant in einem Straßencafé in Paris um dann im Anschluß durch Rom zu schlendern und uns in Mirage die weißen Tiger und Löwen von Siegfried und Roy anzusehen und zwei Delfinbabys bei seinen lustigen Spielen im Wasser zu beobachten.

DSC_2309IMG_0844DSC_2262 DSC_2343 DSC_2233 DSC_2239Jetzt sind wir im Hotel, erholen uns noch ein wenig. Packen dann für morgen zusammen und werden am Abend noch die Lichtspiele in der Fremont Street in Downtown Las Vegas ansehen.

Morgen heißt es dann um 6:00 das Hotel verlassen und zurück nach Hause. Und ganz ehrlich, so schön die letzten drei Wochen waren: Wir freuen uns auch wieder einen normalen Lebenstrott zu haben und nicht mehr aus dem Koffer zu leben. Das ist eigentlich immer das schöne am Urlaub: Man erlebt viel neues, kann unbekannte Eindrücke sammeln, merkt aber auch immer wieder, wie schön es ist ein Zuhause zu haben. 🙂

Anmerkung von Jutta: Und außerdem muss ich DRINGEND zum Frisör;-)

Unsere letzte Route:


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17. Tag: Von Bryce Canyon nach Kanab

Die Nacht in Rubys Inn war nicht so besonders ruhig. Wir hatten ein Zimmer im Erdgeschoss, d.h. oben trampelten die anderen Gäste auf unseren Köpfen herum und außerdem war der Kühlschrank, den wir zudem nicht ausschalten konnten, sooo laut. Nervig. Nachdem ich am Vorabend schon um 22 Uhr meine Augen nicht mehr aufhalten konnte, war ich dann ab 24 Uhr eigentlich halbstündlich wach und habe den Morgen herbeigesehnt.

Aber auch eine solche Nacht geht vorbei. Ich gehe ins Bad und nutze hinterher die Zeit, die Ralf dort mit seiner Schönheitspflege verbringt um im General Store etwas zum Frühstück einzukaufen. Das Restaurant wollen wir heute morgen lieber nicht noch einmal beglücken, dazu hat es uns gestern einfach nicht genügend überzeugt. Außerdem geht ein kleines Frühstück auf dem Zimmer einfach schneller und schnell wollen wir heute mal wieder sein.

Wir wollen nämlich heute noch einmal wandern gehen und ab Mittags sind – wer hätte das gedacht? – Schauer und Gewitter angesagt. In der Früh sieht der Himmel noch ganz gut aus. Nach einem Gewitter und kräftigem Regen in der Nacht scheint die Sonne zwischen einigen Wolken hervor. Aber frisch ist es geworden! Nachdem wir ja gestern im eisigen Wind schon gezittert hatten, sind es heute früh 56 Grad Fahrenheit – 13 Grad. Da zieht man sich schon mal ein Jäckchen über …

Wir machen uns auf den Weg in den Park. Am Sunrise Point wollen wir die Wanderung zum Queens Garden verbunden mit dem Navajo Loop starten. Diese Wanderung sind wir bei unserem ersten Aufenthalt im Park im Jahr 2007 bereits gegangen und wir wissen, dass sie wunderschön ist und nicht zu anstrengend. (Ein wichtiger Punkt, denn wir sind inzwischen doch ein bisschen „müde“) Nachdem wir einen Parkplatz gefunden haben, steigen wir in den Canyon hinein.

Sofort nimmt uns die Natur mit ihren unglaublichen Farben und Formen gefangen. Wir sind zwar beileibe nicht allein auf dem Trail, es sind sehr viele andere Menschen, hauptsächlich Franzosen, unterwegs, aber es ist trotzdem grandios. Diese roten Felstürmchen mit ihren grünen Flecken von Büschen und Bäumen unter dem blauen Himmel – phantastisch! Naja, der blaue Himmel könnte ruhig noch ein bisschen blauer werden, die Sonne tut sich mit all den Wolken doch etwas schwer heute.

DSC_1877 DSC_1885Nach einem steilen Abstieg, den wir mit vielen, vielen Fotopausen zurücklegen, erreichen wir Queens Garden und gehen gleich den Weg zum Navajo Loop. Hier ist der Weg flach und führt durch lichten Wald. An einer Stelle haben unsere Vorgänger oder jemand, dem es furchtbar langweilig gewesen sein muss, hunderte von kleinen Steinmännchen gebaut. Lustig sieht das aus.

DSC_1895 DSC_1900 Mittlerweile ist es auch warm geworden und wir können unsere Jacken in die Rucksäcke stecken. Ja, so kann es weitergehen.

Tut es aber im Moment nur bedingt. Die Sonne versteckt sich immer wieder hinter dickeren Wolken, so dass die Sonnenbrille auf der Nase eher nicht so passend ist. Also wird sie mal eben in die Kappe gesteckt und weiter gehts.

Kurz vor Beginn des Aufstiegs kommen wir an den Two Bridges vorbei, wo die Felsen in einer engen Schlucht zwei hintereinanderliegende „Brücken“ gebildet haben. Auch hier macht Ralf natürlich wieder die obligatorischen Fotos – nicht, dass wir das alles vor 4 Jahren nicht schon einmal fotografiert hätten und sooo schnell schreitet die Erosion dann doch nicht voran. 😉 Ich mache auch ein paar Bilder von ihm und muss dazu die Kappe vom Kopf nehmen, weil sie mich dabei stört.

DSC_1922Danach beginnt der Aufstieg, der ganz schön steil ist. Nein, der ist nicht nur ganz schön steil, sondern verdammt steil. Wir sehen einen älteren Herren, der aus dem Stand, einfach so ausrutscht und sich auf die Nase legt, weil ihm die Füsse wegrutschen. Es ist also richtig steil und richtig anstrengend. Als wir ein Stück über uns schon die Rimkante sehen, fällt mir plötzlich meine Sonnenbrille wieder ein. Wo ist die eigentlich? Die hatte ich doch auf die Kappe gesteckt als es vorhin schattig war. Und wo ist sie jetzt? Auf der Kappe jedenfalls nicht. Mir fällt ein, dass ich vorhin, unten, beim Fotografieren die Kappe vom Kopf genommen und dabei muss sie mir runtergefallen sein. Das heißt, umkehren und wieder runter um die Brille zu suchen. Mist!

DSC_1931Unten angekommen ist sie natürlich nicht zu sehen. Ganz großer Mist, wo ist die Brille? Dann werden wir wohl den gleichen Weg wieder zurückgehen müssen und hoffen, sie dort zu finden. Aus einer Eingebung heraus frage ich Ralf, ob die Brille vielleicht irgendwo an mir herumhängt. Und tatsächlich, ja, sie liegt hinten auf meinem Rucksack drauf! Juchhu! Zwar dürfen wir den Aufstieg jetzt noch ein zweites Mal machen, aber wozu gehen wir auch ständig ins Studio? Wozu sind wir schließlich sportlich? Boah, anstrengend ist es trotzdem und wir geraten ganz schön ins Schwitzen.

DSC_1972Wieder am Parkplatz, wo unser Auto steht wieder angekommen, genehmigen wir uns zur Belohnung noch einen Kaffee und eine „Pretzel“. Ich bin begeistert, die Pretzel schmeckt tatsächlich fast genauso wie eine echte bayrische Breze. Ein bisschen vermisse ich unser Zuhause inzwischen ja schon…

Dann schauen wir noch kurz bei der Bryce View Lodge, der Unterkunft direkt im Nationalpark vorbei. Urig sieht es dort aus mit vielen kleinen einzeln stehenden „Cabins“. Außerdem ist man nach 5 Minuten Fußmarsch direkt am Rim. Sollten wir irgendwann noch einmal in diesen Nationalpark zurückkommen, was wir uns gut vorstellen können, wollen wir genau dort unterkommen.

Auf unserem weiteren Weg nach Kanab wollen wir noch kurz die touristischen Gimmicks des Rubys Inn, ein paar Geschäfte im Westernstil, besuchen. Ein paar Tropfen Regen fallen vom Himmel, aber die stören uns nicht weiter. Wir gehen ja nur schnell über die Straße, gucken uns um, gehen ins Auto zurück und fahren los.

Wir kaufen ein paar Andenken, Ralf macht noch ein paar Fotos. Die versteinerten Baumstämme, die wirklich toll aussehen, lasse ich schweren Herzens dort. Naja, 7500 Dollar und einige hundert Kilo Gewicht sind dann vielleicht doch etwas zu viel…

DSC_2004 DSC_2000 DSC_2009 DSC_1992 DSC_1999Und um alles komplett zu machen und gut gerüstet für die Reise zu sein, möchte Ralf noch die Restrooms des Rubys Inn aufsuchen. Gute Idee. Wird erledigt, dann müssen wir uns noch die ausgestellten Bilder anschauen. Dauert alles ja nicht so lange und wir haben ja Zeit, sind ja schließlich im Urlaub.

DSC_1990Als wir dann nach draußen kommen, glauben wir unseren Augen nicht zu trauen: es schüttet wie aus Eimern, donnert und blitzt. Na klasse, wie kommen wir jetzt zum Auto? Einigermaßen trocken gar nicht und deshalb müssen wir nochmal in den General Store. Wir wollen aber weg und daher flitzen wir nach ein paar Minuten unter Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender Deckung zum Auto. Ein bisschen nass sind wir geworden, aber nicht so schlimm. Aber gut, dass es, sobald wir im Auto sitzen, aufhört zu regnen…

Unser Weg führt uns über die US 12, also weiterhin die beruhmte Scenic Byway durch wunderschöne Landschaften. Am Red Canyon halten wir noch einmal kurz an. Dieses relativ unbekannte Gebiet zeichnet sich durch viele Wanderwege an fast so schönen Hoodoos wie Bryce Canyon aus. Wir gehen ein kleines Stück, aber da die dunklen Wolken auch hier mir Regen drohen, versorgen wir uns im Visitor Center mit Infomaterial (für unsere nächste Reise) und fahren weiter.

DSC_2034 DSC_2022 DSC_2032 DSC_2023Der Weg führt uns Richtung Zion Nationalpark und die Felsen verändern auch schon ihr Aussehen. Sie sind jetzt nicht mehr rot, sondern eher weiß oder gelb. Dazu schlängelt sich ein Fluss entlang der Straße. Es gibt also genügend Wasser und dementsprechend ist alles üppig grün. Viele Kuhherden sieht man grasen, heute sind sie aber im Gegensatz zu gestern sicher hinter Zäunen versperrt.

Kurz vor Kanab weist uns ein Schild auf die Coral Pink Sand Dunes, einen Statepark, hin. Diesen Park möchte Ralf gerne besuchen und so biege ich in die kleine Straße. Diese führt uns über 10 Meilen entlang von Weiden und auf der anderen Seite sieht man schon die roten Sanddünen (ach nein, nicht rot, sondern Pink;-)) Die Straße wird auch hier, wie an sehr vielen Stellen in dieser Region, von Viehgittern „Cattle Guards“ unterbrochen und ab und zu sieht man auch Kühe direkt an der Straße stehen. Dieser Anblick fasziniert mich immer wieder.

Die Sanddünen sind dann schließlich wieder ganz toll. Das besondere an diesem Statepark mit seinen Dünen ist, dass er auch von Buggys und sonstigen Allradfahrzeugen befahren werden darf. Am Parkplatz des Stateparks ist sogar eine Tribüne aufgebaut, von der aus man den Fahrzeugen zuschauen kann. Heute ist aber keins zu sehen. Wir hören nur irgendwo in der Ferne das Geknattere der Motoren. Daher trauen wir uns auch, ein Stück in die Sandwüste hineinzulaufen. Ganz schön anstrengend ist das, besonders bergauf. Ich finde es seltsam, dass dieses Stück Natur von motorisierten Gefährten just for fun benutzt werden darf, aber auch das ist ein Stück Amerika.

DSC_2075 DSC_2070 DSC_2055 DSC_2050 DSC_2039Auf dem Rückweg sehen wir in der Ferne dann irgendetwas auf der Straße, was dort nicht hingehört. Beim Näherkommen sehen wir, dass das doch tatsächlich echte Cowboys bei der Arbeit sind. Zwei Cowboys auf Pferden treiben unter Mithilfe von zwei Hunden (das gabs früher in den Western aber nicht!) einige ausgebrochene Rinder zusammen um sie wohl zu der in einiger Entfernung liegenden Farm zu bringen. Ganz schön aufregend ist das, ich bin begeistert und Ralf muss natürlich Fotos schießen.

DSC_2089Bald erreichen wir nun Kanab. Hier haben wir ein Zimmer im Red Rock Country Inn gebucht. Bei Tripadvisor ist das Motel gut bewertet, ist aber auch sehr preisgünstig und wieder bewahrheitet sich die Devise „you get what you pay for“. Die Einrichtung ist ziemlich alt, aber wenigstens scheint alles sauber zu sein. Für eine Nacht geht das schon, insbesondere, weil es hier wohl auch wesentlich ruhiger ist.

DSC_2091Wir gehen noch in einem Lokal im Stil eines Diner der 50er Jahre sehr gut essen, schlendern noch ein bisschen durch das Städtchen. Ganz nett ist es hier. Es scheint soweit alles zu geben, sogar ein Kino, in dem man jeden Montag um 7 Uhr abends für 2 Dollar einen Westernklassiker ansehen kann. Ansonsten läuft derzeit „Spykids“, sonst nix.

Im Zimmer fangen wir schon einmal an, unser Gepäck etwas zu sortieren. Morgen geht es ja nach Las Vegas und da steht das Auto ja sehr weit weg vom Zimmer und daher wollen wir heute schon eine grobe Vorsortierung vornehmen um uns das Packen am Dienstagabend zu erleichtern. Wahnsinn, wir sind jetzt nur noch 3 volle Tage hier, dann geht es schon wieder nach Hause.

Aber ein bisschen freuen wir uns dann aber doch schon darauf. 🙂

Die heutige Route:


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16. Tag: Von Torrey nach Bryce Canyon

Nachdem wir eine sehr ruhige Nacht verbracht haben drängte ich dazu recht früh zum Frühstück zu gehen. In den amerikanischen Motels gibt es zwar hin und wieder ein sogenanntes „complimentary continental breakfast“ Sprich ein (Mini-)Buffet mit einem Toaster, ein paar Donuts und/oder Muffins und wenn man Glück hat, wie im Days Inn fast Standard – auch ein Waffeleisen zum selber Waffel backen. Ich bin da immer etwas ängstlich, dass ich keinen Sitzplatz bekomme (für ca. 100 Gäste gibt es ca. 10 Tische) und was noch schlimmer wäre – nichts mehr für mich übrig bleibt.

Das kleine Frühstück war dann schnell beendet und wir suchten dann nach einigen Irrwegen die versteckte Einfahrt zum berühmten Highway 12. Nach vielen Berichten soll dies eine der schönsten Aussichtsstraßen der USA sein und wir wollten sie unbeding befahren. Unser Navi wollte uns zwar unbedingt über eine schnellere Route führen, aber ein Blick in die Landkarte zeigte uns, dass die vorgeschlagene Route nicht die war, die wir wollten.

Und es hat sich gelohnt. Der Highway 12 führte uns erst durch ein recht locker bewachsenes Waldgebiet – den Dixie National Forest – der erst von Ponderosa Pinien beherscht wurde und später dann von seltsam aussehenden Birken mit einem langen weißen Stamm und einer kleinen grünen Krone durchmischt wurden. Immer wieder sah man Spuren von Waldbränden, die in den Nationalwäldern zum Teil bewußt gelegt werden um den natürlichen Ablauf der Wälder zu gewährleisten. Die Zapfen einiger Bäume öffnen sich z.B. erst bei sehr hohen Temperaturen und man hat festgestellt, dass ohne die Waldbrände, sich diese Bäume nicht mehr weiter fortpflanzen.

Auch wenn die Fahrt durch das bewaltete Gebirge manchmal sehr stark an eine Fahrt durch die Heimat erinnerte war es doch was besonderes. Vor allen weil immer wieder ein paar rote Felsen durchschimmerten und – man glaubt es als Deutscher nicht (vor allen nach der Geschichte mit der Kuh Yvonne) – durch die Wälder Viehherden stromerten, die auch ab und an gemütlich am Straßenrand standen und die Autos mit großen Augen anschauten. Natürlich war hier mein Jagdinstinkt sofort geweckt und ich versuchte einige der Exemplare mit meiner Kamera zu schießen. Leider sind auf den Bildern die Kühe in den Bäumen nicht zu erkennen, aber was solls. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß.

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Im Anschluß von einigen Meilen National Forest tauchten auf einmal die von uns so geliebten besonderen Felsformationen des amerikanischen Südwestens auf. Zunächst die hellbraunen bis weißen versteinerten Sanddünen und millionenalte Meeressedimente, die die Kräfte der Natur in vielen Millionen Jahren zu den aktuellen Gebilden geformt haben, später dann auch die Sandsteinfelsen, die in der Sonne immer wieder ein einem klaren deutlichen rot leuchteten. Mein Fotografenherz hüpfte vor Aufregung und die arme Jutta musste immer wieder an allen möglichen Scenic-Views anhalten, damit ich fotografieren konnte.

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An einem der Scenic Views lernten wir durch eine Hinweistafel, dass Präsident Rosewelt während der große Wirtschaftsdepression in den 1930er Jahren den Bau des Highway 12 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für junge undverheiratete Männer angeordnet hatte. Ziel war es Sahne aus den Landwirtschaftlichen Betrieben Torreys zum Bryce zu bringen. So ganz nebenbei entstand eine der landschaftlichsten abwechslungsreichsten und schönsten Straßen, die wir je befahren haben.

Da das Frühstück doch recht mager war, meldete sich nach einiger Zeit meldete sich bei uns der Hunger und wir hatten die Hoffnung in einer der kleinen Orte auf den Weg einen Mc Donalds oder ähnliches für einen kleinen Imbiss zu finden. Aber in den wenigen Ortschaften auf dem Weg gab es zwar eine Menge Motels und auch immer wieder einen Grocery Store (in Boulder sogar einen mit deutschem Willkommensgruß) – aber nichts für einen kleinen Imbiss zwischendurch. Also beschlossen wir einfach während der Fahrt noch ein paar Nüsse und Trockenobst zu vernichten und erst einmal weiter zu fahren.

Straßenszene in Boulder
Straßenszene in Boulder

DSC_1668Kurz nach Escalante überredete ich Jutta noch einen Abstecher in den Kodakchrome Statepark zu machen. Der Name verrät schon, was mein Ziel war. 🙂 Lustigerweise hatte die Firma Kodak anfänglich einige Bauchschmerzen mit dem Namen des Parks. der so getauft wurde, weil die vielen verschiedenen leuchtenden Farben dort angeblich nur mit Kodakchrome Diafilmen richtig zu sehen wären und in der guten, alten analogen Zeit in diesem Park unmengen dieser Filme verbraucht wurden. Nach einiger Zeit haben die Manager von Kodak sich mit dem Namen des Stateparks abgefunden und jetzt hat der Park immer noch den Namen weg obwohl die meisten Fotos dort digital geschossen werden.

Der Park selbst ist sehr übersichtlich hat aber in der Tat einige sehr schöne Farbkontraste zu bieten. Nur mit dem Auto ist er recht langweilig (rote Felsen und Bäume), aber er hat einige schöne Wanderstrecken, die wir aber aufgrund eines heran nahenden Gewitters nur ganz kurz geniesen konnten. Einige Gräben in den sandigen Boden zeigten die Gewalten des Wassers sehr deutlich und wir konnten uns gut ausmalen was hier vor ein paar Tagen los war.

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Als das erste Donnergrollen kam, machten wir uns dann auch sehr schnell auf den Weg ins Auto. Der Himmel klarte nochmal kurz auf und wir nutzten die Zeit um im Camperladen des Parkes noch kurz ein Vanileeis in Schokoladenwaffeln auf der Bank zu geniesen bevor wir uns auf zur Weiterfahrt machten. Trotz dunkler Wolken musste ich natürlich noch ein paar Fotos von 2-3 Haltepunkten aus machen, aber als es dann richtig rummste machten wir uns umgehend und ohne Proteste meinerseits auf den Weg. (Obwohl da noch soooooo viele schöne Motive waren …)

DSC_1722Der Himmel klarte auf der Fahrt dann wieder schnell auf und nur im Rückspiegel konnte man das Unwetter sehen. Puuuuh – Glück gehabt. Nach einigen weiteren Meilen erreichten wir dann die Zufahrt zum Bryce National Park, unser heutiges Etapenziel. Wir hatten den Bryce schon bei unserer ersten USA-Reise sofort als einen der schönsten Nationalparks ins Herz geschlossen und wollten ihn auch diese mal unbedingt wieder erwandern. Da der Wetterbericht für heute nichts gutes sagte, checkten wir uns ersteinmal im Rubys Inn ein um dann im dort angeschlossenen Fastfood-Laden endlich unseren Magen mit ungesunden fettigen (aber leckeren) Zeugs zu füllen.

Ich wagte mich auch an eine kulinarische neue Herausforderung und gönnte mir Vanila Coke. Lecker war es. Jutta hatte weniger Glück. Ihr Limonade schmeckte nach ihrem Bekunden so wie Kloreiniger riecht. Und sie vernichtete den Geschmack dann bei einem Refill mit Vanila Coke.

So gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zu unserem Zimmer. Das Rubys Inn ist ein riesiger Komplex mit einem großen Zentralgebäute, einigen klassischen Motel-Häusern, zwei Gasthäusern, einer Rodeo-Arena, einen Campingplatz, einer Wäscherrei einer Tankstelle und eines wunderbaren und für ein Touristenziel erstaunlich preiswerten Ladens. Wenn man bedenkt, dass das ganze anfang letzten Jahrhunderts als kleine Farm angefangen hat, die für einige Menschen, die die Schönheit des Bryce-Canyons erleben wollten Gästezimmer angeboten hat. Inzwischen ist es ein richtiges großes Wirtschaftsunternehmen, dass immer noch im Familienbesitz ist.

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Unser Zimmer hat diesmal sogar einen Blick auf einen kleinen See und nicht auf einen anderen Motelkomplex wie im letzten Jahr. Zwei große Betten stehen zur Verfügung und wie in jedem amerikanichen Motel steht auch eine Kaffeemaschine mit kostenlosen Kaffee bereit (Warum bieten deutsche Hotels sowas nicht an? Wird da zu oft die Maschine geklaut?)

Dann war es soweit – wir machten wir uns wieder auf zum Bryce Canyon. Diesmal so wie es die Reiseratgeber empfehlen. Wir fuhren erst 18 Meilen bis zum anderen Ende um dann Viewpoint für Viewpoint die immer größer werdenden Schönheit der Felsnadeln (Hoodoos genannt) zu erleben. Der Bryce Canyon ist in dieser Hinsicht was ganz besonderes. Nirgens sonst gibt es soviele Nadelfelsen auf so engen Raum und wir freuen uns schon darauf morgen wieder einmal darin zu wandern.

In so einer gefährlichen Gegend befinden wir uns!
In so einer gefährlichen Gegend befinden wir uns!

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Nachdem es dann doch immer unangenehmer kälter wurde (so ca. 8-10 Grad am Schluß) machten wir uns dann schnell auf um im Rubys Inn vor dem großen Massenansturm ins Restaurant zum Bufett zu kommen. Wir schafften es ohne Wartezeit einen Tisch zu bekommen und schlugen uns den Magen mit kulinarisch zwar nicht erstklassigen, aber gut sättigenden Essen, stöberten noch kurz im Laden um uns zwei Budweiser für den Abend zu holen und lassen den Abend jetzt gemütlich ausklingen um morgen mal wieder richtig was für unsere Körperertüchtigung zu tun.

So wie es aussieht wird es unsere letzte Wanderung in diesen Urlaub. Morgen machen wir uns auf nach Kanab, das wir als Zwischenziel erwählt haben um die Fahrt nach Las Vegas nicht zu lang werden zu lassen. In Kanab wurden die „Rauchenden Colts“ und einige Western gedreht und ich bin nach den vielen roten Felsen auch neugierig auf die dortigen Pink Sanddunes.

Unserer heutige Strecke:


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15. Tag: Von Moab nach Torrey (Goblin Valley und Capitol Reef Nationalpark)

Auch unsere letzte Nacht im Inca Inn verläuft ruhig, nachdem es am späteren Abend vorher noch etwas Aufregung gegeben hatte. Nach mehreren kurzen Stromausfällen waren offenbar diverse Sicherungen kaputt und es gab im kompletten Motel in einigen Zimmern kein Licht . Bei uns war gottseidank nur das Bad davon betroffen, aber nach mehreren Versuchen, den Schaden zu beheben, standen irgendwann die Angestellten des Motels mit brennenden Kerzen in der Hand vor der Tür. So konnten wir unsere Zähne bei romantischem Kerzenschein putzen. 🙂

Nach einem Frühstück im Motel selbst (es gibt dort selbstgebackenes Brot als Spezialität) machen wir uns auf den Weg Richtung Torrey. Da es ab Mittag wieder zu Gewittern kommen kann, beeilen wir uns ein wenig um noch möglichst viel im Trockenen sehen zu können.

Blick aus dem Motel nach dem großem Regen
Blick aus dem Motel nach dem großem Regen

Erste Station auf unserem heutigen Weg ist der Goblin Valley State Park. In diesem Park sind in einem großen Tal tausende von „Steinkobolden“ zu finden. Da sieht sehr putzig aus. Das Schöne daran ist, dass man zwischen diesen wunderlichen Gestalten herumlaufen kann wie man möchte und nicht an offizielle Trails gebunden ist. Man darf sogar auf die Figuren draufklettern, obwohl davon aufgrund der Brüchigkeit des Materials abgeraten wird. Es macht einen Riesenspaß, durchzuspazieren und die Phanatasie spielen zu lassen. Was könnte das wohl sein? Ein Drache, ein Hund, eine Ente? Außer uns sind auch einige Familien mit Kindern dort unterwegs, für die das Tal ebenfalls ein Paradies sein muss. Endlich einmal kann man die Kinder einfach laufenlassen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie in den nächsten Canyon stürzen.

Goblin Valley Statepark
Goblin Valley Statepark

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Faszinierend finde ich auch die vielen Kanäle, durch die sich bei Regenwetter das Wasser seinen Weg sucht. Und Regen hatten wir ja gestern wirklich zur Genüge…

Apropos Regen: Die Sonne brennt heiß vom Himmel, aber es baut sich eine riesige schwarze Wolkenwand auf. Ich befürchte, dass es bald wieder gewalig krachen wird und dränge zum Aufbruch Richtung Auto, das ja auch erst einmal gefunden werden muss. Gottseidank ist das Dach der Besucherterrasse hoch oben an der Kante des Tals gut zu sehen, sonst könnte man sich leicht in diesem Wald aus Steinmännchen verlaufen.

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Wir fahren weiter Richtung Nationalpark Capitol Reef. Ich finde ja immer das Leben auf den Straßen hier sehr interessant, beobachte auf unseren Fahrten insbesondere durch die Ortschaften gerne die dort Ansässigen. Und insbesondere fällt mein Blick als Hundefreundin natürlich immer auf die Hunde. Gerade hier draußen auf dem Land gibt es viele Hunde und meistens sind diese mit den Männern unterwegs. Hunde scheinen hier wirklich Männersache zu sein, echte Kumpelverhältnisse also. Transportiert werden sie gerne auf der offenen Ladefläche von Pickups. Und genau so einem „Hundetransporter“ fahren wir heute eine Zeitlang hinterher. (Mir wäre das ja viel zu gefährlich für den Hund, aber ich bin ja auch eine Frau.) Dieser Hund ist auch die ganze Zeit ganz aufgeregt, läuft auf der Ladefläche hin und her und bellt alle entgegenkommenden Fahrzeuge an. Lustig sieht das aus: Hund schaut nach vorne, ob ein Auto kommt. Auto kommt, aufgeregtes WAUWAUWAU, eine Drehung des Tieres und dann wieder auf Beobachtungsposten. Auf die Weise schafft er es bei drei hintereinander fahrenden Autos leider nicht, das mittlere Fahrzeug anzubellen, da er da noch mit der Drehung beschäftigt war… Natürlich muss Ralf das Spektakel fotografieren. Irgendwann lässt uns der Fahrer überholen und wir stellen fest, dass wir von dem Schauspiel zu fasziniert waren, dass uns ein evt. Wegweiserschild mit Sicherheit entgangen wäre.

Unser Weg
Unser Weg
Der aufgeregte Hund kurz bevor er wieder ein Auto verjagt
Der aufgeregte Hund kurz bevor er wieder ein Auto verjagt

Ist es aber nicht und so erreichen wir nach etwa einer Stunde den Capitol Reef. Am Parkeingang, an dem es seltsamerweise kein Kassenhäuschen gibt, orientieren wir uns erst einmal anhand der großen Karte. Allzu viele Straßen können wir hier nicht fahren, da ein Großteil der Straßen hier in diesem noch relativ jungen Park noch unbefestigt sind und damit für uns nicht in Frage kommen. Nächstes Mal mieten wir vielleicht doch einmal einen SUV.

Impressionen: Capitol Reef Nationalpark
Impressionen: Capitol Reef Nationalpark

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Der Park selbst gefällt uns sehr gut. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich mit Felsen und Steinen in verschiedenen Farben und aufgrund der Flüsse, die durchfließen auch mit vielen Pflanzen bewachsen. Einmal ganz was anderes. Ein Schild weist uns auf den „Great Wash“ hin und wir halten natürlich an, um ihn uns anzuschauen. Ein Wash ist sozusagen ein Bach- oder Flussbett, das normalerweise trocken ist, aber bei Regenfällen geflutet wird. Auch hier weisen Schilder auf die Gefahr von Flashfloods aufgrund des „Narrow Canyon“ hin und man kann sich lebhaft vorstellen, wie hier wahrscheinlich gestern die Wassermassen durchgerauscht sind. Alles ist mit rotem Schlamm, kleinen und größeren Steinen und Astwerk bedeckt. Der Wash führt zu einem Fluss, an dem wir schon die ganze Zeit entlangefahren sind und der vollgefüllt ist mit sehr schnell fließendem rotem Wasser. Ich glaube, gestern war es hier nicht so besonders lustig.

Ein dicker Wash in dem wir uns matschige Schuhe geholt haben. Gestern muss hier die Hölle getobt haben ...
Ein dicker Wash in dem wir uns matschige Schuhe geholt haben.
Gestern muss hier die Hölle getobt haben …
Das rote, das da fließt, das ist Wasser!
Das rote, das da fließt, das ist Wasser!

Auf unserem weiteren Weg werden wir auf einen Trail zu einer Natural Bridge hingewiesen, den wir auch gehen. Eine wunderschöne kleine Wanderung! Wir schwitzen zwar wie die S…, da wir aufgund der Wettervorhersage und unseres Plans, keine Wanderung zu machen zu warm angezogen sind, aber die Mühe lohnt sich. Sowohl der Weg dorthin als auch das Ziel, eine riesige natürliche steinerne „Brücke“ sind ganz toll und wir sind begeistert.

DSC_1437Danach wollen wir eigentlich zu unserem Motel, dem Days Inn in Torrey, entdecken aber noch die Zufahrt zum Scenic Drive, den wir natürlich noch fahren. Hier wird dann jetzt auch kassiert. Allerdings gibt es kein Kassenhäuschen, sondern die Autofahrer müssen ihren Obulus in ein Kuvert stecken und in ein Kistchen werfen. Wir müssen natürlich nichts zahlen, weil wir ja den Annual Pass, die Jahreskarte für alle Nationalparks, haben und fahren an der Schlange vorbei.

Wir kommen an den Obstgärten vorbei, die von frühen Siedlern des Parks angelegt wurden und wo sich auch heute noch Reisende gegen ein geringes Entgelt selbst Obst von den Bäumen pflücken dürfen. Leider sind alle Bäume schon abgeerntet. Daneben gibt es noch Campgrounds, einen Picknickplatz und ein Museum, alles richtig nett angelegt. Schön ist das.

DSC_1567 DSC_1538 DSC_1508Wir fahren aber weiter, da wir die Straße noch im Trockenen abfahren wollen, denn es drohen immer noch Gewitterwolken am Himmel. Etwas irritiert bin ich von den Schildern, die darauf hinweisen, dass man nicht in den Washes parken soll. Hä? Der Sinn dieser Schilder wird mir schnell klar, denn alle paar hundert Meter quert ein Wash die Straße. Ich finde das ziemlich unheimlich, denn man diesen an, dass vor nicht allzulanger Zeit (gestern?) einiges an Wasser geflossen sein muss. An einer Stelle ist sogar deutlich sichtbar, dass das Wasser hier etwa 50 Meter über die Straße fließt, bevor es dann wieder in seinen Wash am Straßenrand abfließt. Wenn jetzt das Gewitter in der Intensität wie gestern losbricht, kommen wir hier definitiv nicht mehr zurück! Ja, ich bin ein Angsthase.

Eine der "Washs" in der man nicht parken sollte ...
Eine der „Washs“ in der man nicht parken sollte …

Deshalb bin ich auch ganz froh, dass diese Straße nicht allzu lang ist, bevor sie sich dann in zwei unbefestigte Straßen gabelt. Hier wenden wir und fahren zurück.

Wir fahren noch einen wunderbaren Viewpoint an und genießen die Landschaft, die im Sonnenschein strahlt, auch wenn immer noch viele Wolken am Himmel zu sehen sind und machen uns dann auf den Weg nach Torrey. Hier ist das Days Inn schnell gefunden und wir fahren noch durch den Ort selbst. Ein süßes Örtchen ist das, sehr ländlich, typisch amerikanisch wie man es aus alten Filmen kennt. Es gibt außer den Motels einige Tankstellen, einen Subway, zwei Burgerbuden, einen kleinen Supermarkt und einen Coffeeshop. Ich glaube, das wars. Nein, hier möchte ich nicht leben!

Nach dem Einchecken und Auspacken machen wir uns auf den Weg zum Abendessen. Wir essen in der einen Burgerbude einen vorzüglichen Hamburger. Ich werde es wohl niemals lernen, wie man diesen unfallfrei isst, obwohl ich mir große Mühe gebe. Trotzdem ist rings um meinen Platz und sogar auf meinem Sitzplatz großflächig Salat verteilt. Gut, dass mich hier niemand kennt.

Eine besondere Aufmerksamkeit unseres heutigen Hotels: Eine kleine Quietscheente. :-)
Eine besondere Aufmerksamkeit unseres heutigen Hotels: Eine kleine Quietscheente. 🙂
Blick aus dem Motelzimmer
Blick aus dem Motelzimmer

Vorher hatten wir uns im Supermarkt noch zwei Dosen Bier und ein Packung Chips gekauft und werden jetzt den Rest des Abends abhängen. Urlaub!

Unsere heutige Strecke:


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14. Tag: Ein Regentag um und in Moab

Entgegen unserer Befürchtungen wegen des schnarchenden Zimmernachbarn können wir gut schlafen und werden erst gegen 7.30 Uhr wach – gerade noch rechtzeitig, um NICHT vom Türknallen unseres Nachbarn geweckt zu werden. Das Wetter sieht heute nicht so toll aus, es ist wolkig und wir sind froh, unsere große Wanderung gestern gemacht zu haben.

Wir beginnen den Tag wieder im benachbarten „Eclectica“-Café und starten Richtung Dead Horse State Park und NP Canyonlands. Schon bald nach unserer Abfahrt stellen wir jedoch fest, dass wir beide heute nicht so fit sind. Ob es jetzt die Anstrengung gestern war, die Hitze oder die kurze Nacht? Keine Ahnung, jedenfalls sind wir beide irgendwie verkatert, obwohl wir gesten außer einem kleinen Bier nichts getrunken haben.

Sonnenblumen an einem Regentag hinter unserem Frühstücksrestaurant
Sonnenblumen an einem Regentag hinter unserem Frühstücksrestaurant

Den Dead Horse State Park absolvieren wir noch pflichtbewusst, machen einige Fotostopps und Ralf knipst seine obligatorischen Fotos von der wirklich schönen Gegend. Aber selbst die kurzen 1,5-km-„Hikes“ fallen uns heute schwer. Selbst auf den geplanten Kaffee am Visitor Center habe ich heute keine Lust. Fast zum ersten Mal drücke ich Ralf die Autoschlüssel in die Hand und lasse ihn fahren.

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Dead Horse Point Statepark
Dead Horse Point Statepark

Canyonslands Nationalpark - mal sehen wie lange es noch trocken bleibWir legen die kurze Strecke zum Canyonlands Nationalpark zurück und fahren ein kleines Stück hinein. Die Wolken am Himmel verheißen ziemlich viel Regen, aber noch ist es trocken. Daher ziehen wir unsere Regenjacken an und wagen einen kurzen Hike zum Mesa Arch. Dieser Steinbogen liegt wirklich wieder schön in der Landschaft und Ralf macht wieder seine Fotos, obwohl sehr viele Menschen dort herumturnen. Bald jedoch fallen die ersten Regentropfen vom Himmel und wir machen uns auf den Rückweg zum Auto.

Canyonslands Nationalpark - mal sehen wie lange es noch trocken bleib
Canyonslands Nationalpark – mal sehen wie lange es noch trocken bleib

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Dann hört man erstes Donnergrollen und ich werde etwa sschneller, bin aber nicht panisch (was Ralf mir hinterher unterstellen wollte…). Es donnert noch einige Male (ich schaue vorsichtshalber gar nicht erst zum Himmel) und ich bedauere die vor uns gehenden Motorradfahrer, weil die im Gegensatz zu uns nicht gleich am sicheren, trockenen Auto sind. Gerade noch rechtzeitig, bevor es richtig zu regnen beginnt schaffen wir es ins Auto.

"Bleiben wir noch lange?"
„Bleiben wir noch lange?“
Kurz vor dem ersten Blitz
Kurz vor dem ersten Blitz

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Wir sind beide fertig. Müde einfach. Und daher beschließen wir, jetzt gleich zum Motel zurück zu fahren und uns einen faulen Tag zu gönnen. Das Wetter unterstützt uns bei dieser Entscheidung, indem Regen und Gewitter jetzt so richtig zeigen, was sie drauf haben.

Obwohl der Regen anfangs noch gar nicht so kräftig ist, zeigt sich jetzt aber schon die Wirkung von Regenfällen in dieser sandigen, felsigen Gegend. Stichwort flashflood, die wir uns als Mitteleuropäer ja gar nicht so richtig vorstellen können, insbesondere nicht, dass diese so plötzlich kommen. Aber wir sehen jetzt schon, dass von vielen Felsen das Wasser richtig herunter stürzt, regelrechte Wasserfälle bildet. Ich hätte nie gedacht, dass das mit diesen „paar Regentropfen“ möglich sein kann!

Davon abgesehen wird der Regen immer kräftiger. Zeitweise ist die Sicht während der Fahrt wirklich schlecht. Wir sehen Motorradfahrer, die anhalten und sich unter große Felsen flüchten. Was sind wir über unser Dach über Kopf froh!

In Moab angekommen stellen wir erfreut fest, dass unser Zimmer schon gemacht ist. Wir platzieren uns auf unserem großen Kingsize-Bett und beschließen, heute nichts mehr zu tun. Draußen plätschert der Regen und  verbringen den Tag mit lesen, schlafen, essen, trinken und natürlich im Internet surfen. Zwischendurch muss das einfach auch mal sein und wir genießen auch diesen Tag so richtig.

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Regenimpressionen vor unserem Motel
Regenimpressionen vor unserem Motel
Das beste was man am Tag nach einem anstrengenden Wandertag tun kann, wenn es regnet: Abhängen. :-) Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht diese leckeren Erdnussbutter m&m's?
Das beste was man am Tag nach einem anstrengenden Wandertag tun kann, wenn es regnet: Abhängen. 🙂 Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht diese leckeren Erdnussbutter m&m’s?

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Und nachdem wir heute so faul sind, gehen wir natürlich zum essen auch nicht in die Stadt (soooo weit laufen?), sondern besuchen den benachbarten Mexikaner. Zwar weiß ich immer noch nicht, was ich mir dort bestelle, weil ich mit den Namen der Gerichte nichts anfangen kann, aber es schmeckt lecker. Und die Margaritas, die ja angeblich in Page die besten der Welt sein sollten, schmecken und hier noch besser.

Den Rest des Abends vergammeln wir jetzt wieder und sind morgen wieder frisch gestärkt für neue Erlebnisse (falls der Schnarch-Nachbar uns schlafen lässt;-))

 

13. Tag: Moab – Arches Nationalpark

Erstaunlicherweise haben wir eine ruhige Nacht hinter uns gebracht. Wir hatten mit mehr Unruhe gerechnet, da das Motel direkt an der Durchgangsstraße Moabs liegt und außerdem einen sehr hellhörigen Eindruck macht. Geweckt werde ich dann vom Wecker im Nachbarzimmer, der auf 6.20 Uhr eingestellt ist – offenbar wollen die Nachbarn den Sonnenaufgang erleben.

Nachdem ich dann aber noch einmal eingeschlafen bin, sind wir heute erst relativ spät in den Tag gestartet. Unser erster Weg führte uns in benachbarte Café zum Frühstücken, wo wir gemütlich draußen in einem schönen Garten mit künstlichem Bachlauf und schönen Blumen sitzen können. Urlaubsgefühl pur.

Danach starten wir Richtung Arches Nationalpark, wo wir heute einige Wanderungen auf dem Programm stehen haben. Zuerst spazieren wir zu den „Windows“, die im Morgenlicht besonders schön sein sollen – zusammen mit sehr vielen anderen Touristen. Um die Windows führt jedoch ein kleiner „Primitive Loop“, ein kleiner Trail, der unbefestigt über Felsen und Sand führt. Auch wenn der Weg wirklich nicht lang ist, sind wir ganz allein und fühlen uns weit weg vom Trubel. Schön.

Eines der "Windows"
Eines der „Windows“

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Ein Wandersmann
Ein Wandersmann

DSC_0973Auf einem kleinen Sandweg sehen wir dann unsere erste Schlange in den USA. Zwar keine Klapperschlange – aber immerhin eine lebende Schlange, wenn auch winzig klein. Ich schätze, vielleicht 30 cm lang.

Unsere erste Schlange in den USA
Unsere erste Schlange in den USA

Auf dem Weg zu unserem nächsten Wanderziel, „Devils Garden“, ärgere ich mich über viele Autos auf der Straße. Der Park scheint mir heute voller als gestern. Der Parkplatz am Trailhead zu unserem Weg, der uns erst zum Landscape Arch und danach zum Double-O-Arch führen soll, ist dann auch komplett voll. Mist! Bei unserer zweiten Rundfahrt haben wir Glück und ergattern einen Parkplatz.

Der erste Teil des Weges zum Landscape Arch ist 2,6 km lang, der Weg ist gut und noch sehr stark begangen. Der Arch selbst, der sehr nur noch sehr dünn ist, ist aufgrund Einsturzgefahr abgesperrt und sehr beeindruckend. Wir wollen danach noch den Weg zum Double-O-Arch nehmen, der laut Wegbeschreibung als „Moderate terrain“ beschrieben ist. Der Rückweg soll uns über den „Primitive Loop“ führen, der als „Difficult terrain“ bezeichnet wird. Insgesamt sollen es 9,5 km werden. Nun denn, packen wir es an!

Am Landscape Arch vorbei führt der Weg noch leicht bergan über Felsen und Sand. Dann stehen wir vor unserer ersten Herausforderung. Ein sehr steiler, hoher Felsenanstieg ist zu bewältigen. Eine zeitlang stehen wir davor und beobachten die anderen Wanderer, die sich mühsam hoch- und insbesondere runter quälen. Ralf meint noch zu mir „Sei froh, dass wir da nur hoch und nicht runter müssen“. Wer mich kennt, weiß, dass ich in den Bergen nur sehr ungern bergab gehe und mich dabei nicht sonderlich wohlfühle. Den Anstieg schaffen wir bravourös und denken, dass wir damit die größte Herausforderung schon bestanden haben. Jaja.

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Diesen "moderaten" Weg müssen wir erklimmen
Diesen „moderaten“ Weg müssen wir erklimmen
Die Belohnung für die Mühe
Die Belohnung für die Mühe

Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum Partition Arch, in dessen Schatten wir eine Mittagspause einlegen. Der weitere Weg führt uns anspruchsvoll, aber leicht machbar über Slickrock-Passagen und Sandwege durch wunderschöne Landschaften. Herrlich – das Wandern macht richtig Spaß.

Und weiter geht es ...
Und weiter geht es …

Dann steht plötzlich der Aufstieg zu einem hohen, steilen Felsengrat vor uns. Ups, gar nicht so einfach. Wir klettern hoch und ich gehe mutig voran. Immer höher geht es hinauf. Der Weg ist stellenweise vielleicht 2 m breit, dafür klaffen links und rechts Abgründe von bis zu 20 Metern. Solange uns der Weg noch bergauf führt, ist das noch machbar, aber irgendwann geht es ja auch wieder bergab. Dabei hat es ganz schöne feuchte Hände und flatternde Nerven gegeben, insbesondere als einmal ein Schritt über einen Abgrund zu machen war. Kein großer Schritt, aber es ist ein ABGRUND darunter! Ich bin sehr froh, als ich wieder festen Boden erkenne, den wir mit ein bisschen Kletterei dann auch erreichen.

Es wird nicht leichter ...
Es wird nicht leichter …
Dafür bekommen wir aber diese Aussicht, die auch nicht jeder sieht ...
Dafür bekommen wir aber diese Aussicht, die auch nicht jeder sieht …
Jutta versucht ein Hinderniss zu beseitigen
Jutta versucht ein Hinderniss zu beseitigen

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Weder Stock noch Stein noch unwegsames Gelände hält uns auf.
Weder Stock noch Stein noch unwegsames Gelände hält uns auf.

Noch einmal steht uns eine ähnliche Kletteraktion in luftiger Höhe bevor, bevor wir den Double-O-Arch erreichen. Schon vorher ist mir jedoch klar geworden, dass ich keinesfalls den Primitve Loop zurückgehen möchte. Mag sein, dass ich mich anstelle, aber ich mag mir nicht vorstellen, welche Herausforderungen auf diesem „schwierigen“ Weg vor mir liegen, wenn mich der „moderate“ Weg schon so gefordert hat.

DSC_1054Und noch ein Arche - wenn das keinen Schluck Wasser wert ist

Und noch ein Arche – wenn das keinen Schluck Wasser wert ist

DSC_1067 DSC_1079Geschafft! Jetzt "nur noch" den selben Weg zurück ...

Geschafft! Jetzt „nur noch“ den selben Weg zurück …

Wir gehen den Weg noch bis zum Ende, fotografieren uns da natürlich noch gegenseitig – Juchhu, geschafft! – und machen uns dann auf den Rückweg. Dieser geht zwar schneller, da Ralf die Kamera in den Rucksack gesteckt hat und nicht mehr fotografiert, ist dafür aber noch einen Tick schlimmer, da wir hauptsächlich bergab müssen. Insbesondere der letzte Abstieg (der, von dem Ralf zuvor gemeint hatte „Sei froh, dass Du den nicht runter musst..“) war nicht leicht zu meistern. Aber wir haben es unfallfrei geschafft und sind SEHR stolz auf uns. Höhenangst erfolgreich besiegt!

Am Auto angekommen gönnen wir uns keine Pause. Es ist schon 15.45 Uhr vorbei und wir wollen noch zum Delicate Arch. Dieser bekannteste Arch des Parks wird vor allem nachmittags, insbesondere zum Sonnenuntergang, von sehr vielen Menschen besucht. Gestern schon hatten wir gesehen, dass die Parksituation am Trailhead nicht besonders berauschend ist und daher wollten wir eine geraume Zeit vor Sonnenuntergang dort sein. Also schnell hin. Wir bekommen dann auch problemlos einen Parkplatz. Ich pflastere noch meine Zehen ab, die von der letzten Wanderung etwas schmerzen und dann machen wir uns wieder mit leichter Ausrüstung auf den Weg.

Der Weg soll hin und zurück knapp 5 km lang sein. Der Hinweg führt eigentlich nur bergauf, das Ziel ist bis zum Schluss nicht zu sehen. Und der Weg zieht sich! Wir sind doch schon etwas erschöpft und stellen fest, dass wir nicht gedacht hatten, dass zweieinhalb Kilometer so lang und anstrengend sind. Insbesondere ein langes, steiles Stück über Slickrock schlaucht ordentlich. Die vom Himmel brennende Sonne tut ihr übriges dazu.

Der Arch selbst entschädigt aber sofort für die Strapazen des Aufstiegs. Wunderschön steht er mitten der Landschaft. Ein perfektes Fotomotiv. Es stellt sich allerdings als ziemlich schwierig heraus, Fotos ohne Menschen, die meinen, mitten im Arch stehen zu müssen, zu machen. Ich setze mich daher in den Schatten und überlasse Ralf die Arbeit. Nach einiger Zeit gelingen ihm die Fotos und er kommt auch zu mir. Wir machen noch eine letzte Rast, essen die letzten Nüsse und Salzbrezeln und lassen uns dann von einem penetranten Deutschen, der allen Anwesenden erklärt, dass es ja ganz einfach sei, das perfekte Foto des Delicate Arch zu machen, da ja alles im Internet stehe, vertreiben. Langsam will ich auch nach Hause, da es schon nach 17 Uhr ist und ich müde bin.

Der berühnte Delicate Arch - Jetzt auch endlich einmal von mir fotografiert (in so ca. 40-80 Variationen)
Der berühnte Delicate Arch – Jetzt auch endlich einmal von mir fotografiert (in so ca. 40-80 Variationen)
Die ersten Sonnenuntergangsfotografen stellen sich ein - wir gehen schon vorher :-)
Die ersten Sonnenuntergangsfotografen stellen sich ein – wir gehen schon vorher 🙂

Unten am Parkplatz angekommen erkennen wir, dass die Parksituation jetzt wieder prekär ist, da ja alle zum Sonnenuntergang oben sein wollen. Wir überlassen also unseren Parkplatz einem glüclichen Gewinner und machen uns auf den Rückweg.

Nach der wohlverdienten Dusche haben wir jedoch immer noch nciht genug: Zu Fuß machen wir uns auf den Weg in die Stadt, um essen zu gehen. Was sind wir froh, als wir hinterher den Rückweg geschafft haben!

Morgen werden wir wohl eher wenig zu Fuß erledigen …

12. Tag: Vom Monument Valley nach Moab

Nach einer kurzen Nacht (aufgrund der Zeitverschiebung von Arizona nach Utah um 1 Stunde haben wir schon wieder einen Mini-Jetlag) werden wir beide pünktlich kurz vor Sonnenaufgang wach. Von unserem Balkon aus können wir gut sehen, wie es hinter den Felsen des Tales langsam rot wird. Schön sieht das aus. Ich mache uns einen Kaffee und Ralf bringt die Kamera in Position. Während ich es mir auf einem Stuhl gemütlich mache, warm eingepackt in Jeans und Fleecejacke mit heißem Kaffee in der Hand, werkelt Ralf mit der Kamera und schießt viele, viele Fotos. Ich beobachte die wechselnden Lichtverhältnisse und die Menschen, die sich auf der Hotelterrasse drängen. Mann, was haben wir es gut hier auf unserem Balkon! Unten im Tal sieht man schon wieder die ersten Autos fahren, die auch auf der Suche nach dem besten Foto des Sonnenaufgangs sind. Da es in der Nacht ja heftig geregnet hatte, muss die Straße dort jetzt eine einzige rote Schlammmasse sein. Eine riesige Pfütze ist auch zu erkennen, die die gesamte Straßenbreite einnimmt und die von allen Autos vorsichtig umfahren wird. Das wird heute tagsüber bestimmt „lustig“ dort!

DSC_0783 DSC_0761 DSC_0760Nachdem die Sonne schließlich als helle Scheibe am Himmel steht (es ist heute übrigens wieder ein fast wolkenloser Tag), machen wir uns fertig zum Frühstücken. Im Zimmerpreis inbegriffen ist ein Gutschein über 5 $ pro Person als Ermäßigung auf den regulären Preis des Frühstücksbuffet. Diesen lösen wir jetzt ein und stärken uns für den Tag. Danach noch kurz im an das Hotel angeschlossenen Laden ein paar Reiseandenken einkaufen, danach können wir unsere Sachen ins Auto packen, auschecken und losfahren.

DSC_0794Der Abschied von hier fällt mir nicht besonders schwer, denn für mich hat sich Monument Valley nicht unbedingt von seiner besten Seite gezeigt. Die Gewitterangst gestern bei der Rundfahrt auf dem offenen Jeep, verbunden mit meiner Angst, sich bei diesem tchechischen Vater angesteckt zu haben, haben verhindert, dass ich mich ganz dieser zweifellosen schönen Landschaft öffnen konnte.

DSC_0801Die etwa 250 km lange Fahrt nach Moab führt uns, anders als gestern, durch wirklich schöne und abwechslungsreiche Landstriche. Immer wieder fahren wir auch durch nette Örtchen. Eines dieser Örtchen heißt Bluff, das mit einem Hinweisschild auf eine „Historical Site“ aufmerksam macht. Das hört sich interessant an und so fahre ich von der Straße ab. Im Visitor Center werden wir gleich von einer aufgeregten älteren Dame in Empfang genommen, die uns herzlich begrüßt, uns bittet, uns ins Gästebuch einzutragen und uns einen Film über das ansässige Fort startet. Das Örtchen wurde 1890 von Mormonen gegründet, die auszogen, um eine bessere Zukunft zu haben. Sie waren ein halbes Jahr unterwegs, haben viele Hindernisse, u.A. auch den Colorado River überwunden und sich dort niedergelassen. Wir sind beeindruckt, auch von der Hingabe, mit der die Nachfahren dieser Siedler seit 2006 dieses Gelände erstellt und aufbereitet haben. U.a. sind auch die Original-Häuser (cabins) mit Einrichtung der dort lebenden Familien zu sehen, viele Fotos und Geschichten. Die Damen wollen uns fast gar nicht mehr gehen lassen, versorgen uns mit Infomaterial über die Gegend und wir müssen versprechen, uns das alles beim nächsten Mal anzuschauen …

DSC_0802 DSC_0809 DSC_0820Unser weiterer Weg führt uns wieder durch eine Baustelle mit Pilot Car, die wir dieses Mal schon wie Profis meistern und bald schon erreichen wir Moab. Um zu unserm Motel Inca Inn zu kommen, müssen wir einmal durch den ganzen Ort fahren und wir sind sehr angetan von der Lebendigkeit des Städtchens, das ganz auf Touristen, insbesondere junge Outdoor-Fans aus der ganzen Welt, ausgerichtet ist. Endlich mal eine amerikanische Stadt, in der man als Fußgänger bummeln kann. Zuerst aber mal wollen wir im Motel einchecken, was uns aber nicht gelingt, da wir noch zu früh sind.

Also fahren wir eben gleich mal in den Arches Nationalpark. Mit unserem Annual Pass, der sich inzwischen schon bezahlt gemacht hat, passieren wir zügig die Einlasskontrolle, informieren uns kurz im Visitor Center und starten dann Richtung Park.

Schon bald erscheint der erste Anhaltpunkt. Wir wechseln die Schuhe, damit wir gerüstet sind für unsere erste kurze Wanderung und erwandern uns die „Park Avenue“. Diese heißt so, weil die Entdecker dieser sich erinnert fühlten an einen amerikanischen Straßenzug mit (Hoch-)jhäusern. Wir wandern über Sand uns Felsen durch einen Canyon, bewundern Felsen und ihre Strukturen, einfach klasse. So ist eine Wanderung nach meinem Geschmack! Noch dazu sind kaum Wolken am Himmel zu sehen, also keine Gewittergefahr. 🙂 So legen wir unsere erste 3 km-Wanderung hin und sind stolz und glücklich.

DSC_0848 DSC_0847 DSC_0844 DSC_0838Bis etwa 17 Uhr klappern wir einige markante Punkte des Parkes ab, ohne jedoch größere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Das wollen wir erst morgen tun. Aber wir sehen den Balanced Rock und vor allem auch den Delicate Arch aus der Ferne. Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang wimmelt es dort schon vor Leuten, die alle DAS Sonnenuntergangsfoto schießen wollen. Wahnsinn! Ralf schießt ein paar Fotos aus der Ferne, dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Auf der Fahrt zurück nach Moab kommen wir auch an dem Parkplatz, von dem aus der Trail zum Delicate Arch geht. Dieser ist gerammelt voll, viele Autos kreisen noch auf der Suche nach einem freien Platz. Na, das wird heute wohl nichts mehr für diese.

DSC_0869 DSC_0882 DSC_0881 DSC_0892 DSC_0904 DSC_0914Im Inca Inn können wir jetzt endlich einchecken. Wir beziehen unser Zimmer, das nicht das allerbeste ist, aber voll in Ordnung. Es gilt halt nach wie vor: You get what you pay for – und das Inca Inn ist für Moab-Verhältnisse sehr günstig. Wir werden es auf jeden Fall die nächsten drei Tage dort gut aushalten können.

DSC_0928 DSC_0929Danach machen wir uns aufgrund unserer knurrenden Mägen gleich auf, ein Restaurant zu finden. Wir landen bei ZAX, wo ich für 12,99 $ ein All-you-can-eat Salat-, Suppe- und Pizzabuffet plündere. Ich bin von amerikanischer Pizza, die mich ja bei unserem ersten Amerika-Urlaub vor 4 Jahren in San Francisco voll traumatisiert hatte, auf jeden Fall wieder überzeugt. Satt und zufrieden bummeln wir hinterher zurück ins Motel, wo uns hoffentlich eine einigermaßen ruhige Nacht erwartet.

Unsere heutige Strecke:


USA September 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

11. Tag: Von Page nach Monument Valley

Heute ist mal Ralf dran mit dem Schreiben. Also nicht wundern, wenn der Stil heute etwas anders ist.

Nachdem wir wieder tief und fest geschlafen haben (ob da die Magaritas dran Schuld waren?) haben wir den Morgen erst mal gemütlich angegangen. Der Plan sah vor: Gemütliches Aufstehen, dann in Ruhe zusammenpacken, bei Lulu auschecken, dann zu Dennys frühstücken, unseren trationellen Page-Walmart-Besuch absolvieren, noch einmal den Lake ansehen und danach ab zum Monument Valley. Einen Traum, den ich mir schon lange erfüllen wollte.

Es ist uns nicht ganz leicht gefallen, Page schon zu verlassen, denn es gab noch so vieles, was wir noch hätten unternehmen können, freuten wir uns aber auch mal wieder was anders zu sehen. Und so schön es mit der familären Atmosphäre bei Lulu war, wir freuten uns auch schon wieder auf ein anonymes reguläres Hotel, bei dem man morgens die Rezeption nicht erst im Haus suchen muss. 🙂

Nachdem wir das Auto voll geladen und Lulu gefunden hatten startete Jutta wohlgemut das Auto. Und … diese blöde Reifenanzeige leuchtete wieder. TOLL! Wir planen 250 km Fahrt durchs Niemandsland und dann das. Die Idee, schnell zu Alamo zu fahren und nachsehen zu lassen was der Wagen hat mussten wir schnell verwerfen, nachdem wir feststellten, dass es in Page zwar Hertz gibt, der nächste Alamo aber 150 km entfernt in Williams ist (Na, kommt uns das nicht bekannt vor? 🙂 ) Also beschlossen wir, erst einmal den ersten Teil des Planes, das gemütliche Frühstück, zu erledigen.

Bei Dennys war die Hölle los und die Managerin brauchte eine Zeit um uns unsere Plätze z zu zuweisen. In den USA setzt man sich ja nicht einfach irgendwo hin, sondern wird an seinen Platz geführt, damit jede Serviererin eine gleichmäßige Anzahl von Gästen bekommt. Die arme Managerin war total aufgedreht und erklärte uns, dass sie erst ihre Teenager-Bediensteten babysitten musste. Wir bestellten dann bald ein ordentliches amerikanisches Frühstück und wohlgenährt gingen wir das Reifenproblem an. Ich erinnerte mich, dass es in den Staaten üblich ist, ein Reifendruckmesser im Auto mitzuführen, da es an den Luftspendern an den Tankstellen nur selten angezeigt wird, wieviel Luft man in die Reifen füllt. Da Walmart eh auf unserer Liste stand fuhren wir also erst einmal dort hin.

Nach einem kleinen Umweg über die Pharmaecke dort (der Alptraum der deutschen Apotheker!) bei dem sich Jutta mit billigem Ibuprophen aus der Sonderangebotsecke eindeckte, landeten wir dann bei den Autoteilen. Bei den Reifendruckmessgeräten gab es auch eine Sammlung verschiedener Reifenreparaturdosen – und nachdem wir ja kein Reserverrad haben, beschlossen wir uns dort ein besseres Gefühl zu kaufen. Ein netter Mexikaner, der unsere fragenden Gesichter sah, erklärte uns dann, welche Dose für unser Vorhaben die beste wäre. Noch schnell ein paar Peanut- und
Pretzels-m&ms, dann war der Einkauf erledigt.

Beim Tanken testeten wir dann gleich den Reifendruck mit unserer neuen Errungenschaft: Einem kuligroßen Stift, der den Druck mit einer Stange anzeigt, die je nach Druck aus dem Stift geschoben wird. Der Übeltäter war dann bald gefunden. Der hintere linke Reifen hatte gut 1/3 weniger Druck als die anderen drei. Er wurde also kräftig gefüllt und wir beschlossen ihn genau im Auge zu behalten. Ich habe das Ventil in Verdacht und habe es dann auch mit einer Schutzkappe versehen. (Die unser Wagen auch nicht hat – das nächste mal also kein Alamo mehr! Da wird uns zu viel gespart: Kein Ersatzrad, keine Ventilkappen, keine Niederlassung dort, wohin wir fahren …)

Endlich ging es weiter und wir sahen uns noch kurz den Antelope-Point an. Das ist eine weitere Zufahrt zum Lake Powell, die angeblich sehr schön sein soll. Wir fanden sie nicht so berauschend und so fiel uns der Abschied von Page nicht mehr ganz so schwer. (Auch wenn wir definitiv wieder dort hin kommen werden, wenn wir mal wieder in die USA fahren sollten – im Gegensatz zum Grand Canyon haben wir dort noch einiges zu entdecken)

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Wir bogen bald auf die I89 ab, die als Scenic-Road bezeichnet wurde. Es gab dort ein paar schöne rote Felsen und auch ein Rudel freilaufender Hunde, die einfach auf die Straße liefen, aber ansonsten war die Strecke weitestgehend gleichförmiges flaches Grasland, das uns zu der Bezeichnung „Laaaangweeeiiiiliiiig“ hinreißen ließ. Wenn die Hunde nicht gewesen wären, die zu einem kleinen Adrenalinstoß geführt hätten, wäre die Gefahr des Einschlafens doch sehr groß gewesen.

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Während der Strecke fiel mir ein: „Wir sind ja jetzt im Navajo-Reservat. Hier gilt doch nicht mehr die Arizonazeit, sondern die Mountain-Time mit Sommerzeit“ Also die Uhr um eine Stunde vorgestellt und schon war die geplante Ankunftszeit beim Momument-Valley nicht mehr 14:00 Uhr sondern 15:00 Uhr. Das wird aber ganz schön knapp mit der Planung.

Nach einer recht ereignislosen Zeit erreichten wir dann die Kreuzung, an der es zum Monument Valley geht. Wir fuhren durch die relativ trostlose kleinere Ortschaft Kayenta. Hier merkt man sehr deutlich, dass es der Navajo-Nation an Geld fehlt. Trotzdem wirkte die Ortschaft nicht heruntergekommen – aber man sieht deutlich den Unterschied zu den Siedlungen der weißen Bevölkerung.

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Kurz vor dem Eingang zum Monument Valley Visitor Center war dann ein Kassenhäusschen zu sehen, an dem wir brav unsere 2 mal 5$ Eintritt zahlten. Da unser Hotel „The View“ gleich zu sehen war, testen wir, ob wir uns auch eine Stunde vor der Check In Time einchecken können und bekamen auch gleich ein Zimmer zugewiesen. Das Zimmer ist echt die Wucht: Groß – wie das gesamte Hotel – sehr geschmackvoll eingerichtet – und das beste: Vom Balkon aus eine tolle Aussicht auf das Valley. Wir waren begeistert und haben uns gleich ein kleines Mittagessen fertig gemacht, das wir dann gemütlich auf dem Balkon gegessen haben.DSC_0659 DSC_0661"The View" vom Valley aus betrachtet.

„The View“ vom Valley aus betrachtet.

Ehe wir es uns versahen war es 16:00 Uhr und da wir ja noch eine geführte Fahrt durch das Monument Valley machen wollten (Wir trauten uns mit dem seltsamen Reifen nicht über die unbefestigten Straßen), eilten wir zum Informationsschalter für die Tours. Im Gegensatz zu einigen Reiseberichten wurden wir auf dem Weg dorthin nicht laufend bedrängt etwas zu kaufen oder eine Tour zu machen. Der Mann am Schalter erklärte einer jungen amerikanischen Touristin und uns die verschiedenen Touren und wir entschlossen uns zu einer 2 1/2 Stunden-Tour, die auch in Gebiete führt, die man ohne Führer nicht betreten darf.

Das einzige Problem: Am Himmel zeichneten sich die ersten dunklen Wolken ab und Jutta war nicht mehr so begeistert von der Idee. Ich hatte aber fest vor die Sunset-Tour am Nachmittag zu machen, weil die Sonne dann ein besonderes Rot auf die Felsen zaubert und überzeugte Jutta so einigermaßen, dass die Wolke noch weit weg sind und uns nichts passieren wird. (Wer Jutta kennt, weiß, dass sie Gewitter fürchtet – zurecht, nachdem einmal bei einem Openair-Konzert ein Blitz nur wenige Meter von uns in die Bühne einschlug)

Wir wollten mit Kreditkarte bezahlen, aber das Satelliten-Modem des Kartenlesers wollte aufgrund der Wolken keine Verbindung aufbauen, so dass unsere Mitreisenden und wir von dem Navajo im Schalter das Angebot bekamen erst die Tour zu machen und anschließend im Head-Quarter zu zahlen. Dort gäbe es eine Internetverbindung mit Standleitung. Wir ließen uns auf den Deal ein und zusammen mit einem älteren Paar aus Ohio und einer 4 1/2 köpfigen (lauten) Familie mit stark erkältetem Vater aus Tschechien machten wir uns auf den Weg.

Wir saßen auf einer offenen Pritsche eines Geländewagens und nach den ersten Metern war uns schon klar: Gut, dass wir nicht unseren PKW genommen haben. Klar wäre es auch gegangen (und hätte uns kein Gebühren gekostet) – aber die „Straße“ war derart holperig und sandig, dass wir mit unserem Reifen tausende Ängste gehabt hätten. Kaum waren wir unterwegs, sind übrigens schon ein paar Tropfen gefallen und ich erntete einen bösen Blick von Jutta. Die Sonne zeigte sich aber immer wieder zwischen den Wolken und auch unser Fahrer meinte, dass wir es vor dem großen Regen noch schaffen werden.

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Wir fuhren durch einige sehr schöne Gegenden und gerade die Ecken, in die man ohne Führer nicht darf, hatten einige Besonderheiten, die ihr Geld wert waren. Der Führer gab sich auch sehr viel Mühe und erklärte uns nicht nur die Landschaft sondern auch sehr viel über die Kultur der Navajos und die Probleme der Leute, die im Tal leben. So gibt es dort z.B. keinen Wasseranschluss und keine Stromleitungen, so dass die Menschen gezwungen sind 12 Meilen zur nächsten Wasserstelle zu fahren. Strom wird aus Generatoren bezogen. Wir sahen dann auch einen Pickup mit einem riesigen Wassertank auf der Ladefläche.

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Während wir unterwegs waren, wuchs die Anzahl der schwarzen Wolken und Jutta wurde es immer mulmiger zumute. Wir verloren an den einzelnen Stops auch recht viel Zeit weil unsere lauten tschechischen „Freunde“ immer wieder zu spät zum Wagen kamen.

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Auf einmal wurde unser Fahrer hektisch und meinte, er macht jetzt nur noch einen Halt und dann will er schnell zurück bevor der Regen losgeht. Der letzte Halt war dann auch recht kurz und er fuhr dann ziemlich rasant über die holprigen Wege. Wir kamen uns bei dem Geschaukel ein wenig vor wie in einer Postkutsche, die von Banditen oder Indianern verfolgt wird.

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Wir schafften es dann gerade noch zum Visitor-Center und der Fahrer bot uns an, dass wir ihm mit unseren Wagen bis zum Headquarter folgen sollen. Wir stimmten zu und folgten ihm dann eine ewig lange Strecke bis er vor einem einfachen Haus anhielt. Auf der Veranda saßen einige Natives, die uns freundlich begrüßten. Da die Wolken immer dicker und bedrohlicher wurden, holte Jutta unsere Regenjacken aus dem Auto und der Mann hinter den Tresen im Headquarter erklärte uns, dass nur seine Frau die Kreditkartenmaschine bedienen kann, er aber gerne unsere Kreditkarten annimmt und sie uns später per Post zu senden wird. Als er unsere verdutzten Gesichter sah, grinste er breit und uns wurde klar, dass es nur ein Scherz war. 🙂

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Seine Frau kam dann auch bald und rechnete uns dann ab. Der ältere Navajo hinter dem Tresen fragte dann woher wir kamen und als er hörte, dass wir aus Deutschland kamen, war er ganz aufgeregt. Er war mit seinem Stamm schon ein paar mal in Germany um dort zu tanzen und besonders Heidelberg und die großen Biergläser haben es ihm angetan. Er ist auch öfter mit seinen Leuten im Winter in Miami um dort Touristen zu unterhalten und ihm gefällt es sehr gut, dass er reisen darf und dafür auch noch Geld bekommt. Am Schluß suchte er noch aufgeregt eine Zettel, den er uns zeigen wollte. Es handelte sich um eine Buchbeschreibung eines Erfurters Professors, der ihn mehrere Wochen über das Leben der Navjos interviewt hatte und darüber ein Buch schrieb.

Auf dem Heimweg, nach dieser spannenden Begegnung, fing dann auch ein sehr kräftiges Gewitter an und wir schafften es gerade noch so trocken ins Hotel zu kommen. Links und rechts – vorne und hinten – blitzte und donnerte es schon wie verrückt und als wir später auf dem Weg zum Restaurant waren, ging auch ein sehr heftiger Monsunregen runter. Aber da waren wir schon in Sicherheit und Jutta ging es schon wieder erheblich besser als vorher im offenen Wagen.

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Auch das Restaurant ist sehr geschmackvoll eingerichtet und ich gönnte mir einen indianischen Chilie-Eintopf währende Jutta mit einem riesigen Salat kämpfte. Als Beilage gab es fritiertes Maisbrot, das so lecker war, dass wir noch nach einem Nachschlag verlangten.

Wenn das Wetter morgen früh mitspielt, hoffen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang vom Balkon aus und planen noch eine kleine Wanderung durch das Valley. Danach geht es ab zur nächsten Station: Das Canyon-Wunderland rund um Moab.

Unsere heutige Strecke:


USA September 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

10. Tag: Page: Antelope Canyon – Marble Canyon und Lake Powell

*hicks* Heute Abend waren wir beim Fiesta Mexicana essen. Laut Tripadvisor gibt es dort die besten Margaritas der Welt. Unsere Gastgeberin Lulu, die gestern Besuch ihres Stiefsohnes bekommen hatte und gestern in dem Lokal war, war heute Morgen etwas blass um die Nase. Der Stiefsohn meinte zu uns „Take care…“, nachdem er heute früh als Zombie ums Haus schlich. DAS mussten wir natürlich auch testen. Und JA, die Margaritas sind gut. Groß vor allem. So groß, dass mir einer reichte und ich jetzt mit lockerer Hand und leicht lallend den Bericht schreiben kann.

Heute morgen konnten wir erstmals etwas länger schlafen und sind erst kurz vor sieben Uhr wach. Ab 7.30 Uhr wollte Lulu im Büro sein und uns unsere Ermäßigungscoupons für die Tour in den Antelope Canyon geben. Um 7.45 Uhr ist dann aber noch nichts von ihr zu sehen… s.o.!

So setzen wir uns mit einem Kaffee und etwas zu lesen in die Sonne und warten darauf, dass Lulu wieder in der Lage ist, mit uns zu kommunizieren. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel – ein perfekter Tag für den Antelope Canyon also. Dieser Canyon, ein sogenannter Slot-Canyon, verzaubert Fotografen vor allem durch seine „Beams“, also Lichtstrahlen, die sichtbar durch enge Felsspalten scheinen und die sind halt nur bei wolkenlosem Himmel zu sehen, da nur dann die Sonneneinstrahlung intensiv genug ist.

Lulu kommt und kommt nicht in die Gänge und so gehen wir erst einmal ein Frühstück jagen. Dies gelingt uns in einem Schnellrestaurant, in dem wir günstig und sogar relativ gut ein Scrambled Eggs und Kaffee bekommen. Um 9.30 Uhr ist dann tatsächlich so weit. Lulu empfängt uns in ihrem Büro und zeichnet uns den Coupon auf einen Post-it-Zettel, den wir bei dem Anbieter abgeben sollen und damit unsere Ermäßigung kriegen. Das funktioniert zu unserem Erstaunen auch und um 10 Uhr starten wir Richtung Upper Antelope Canyon.

Gefahren werden wir von einem jungen, sehr sprachinteressierten Mann, der uns sogar auf deutsch begrüßt und mit uns ein paar Brocken deutsch sprechen kann – genauso wie er mit dem holländischen Paar, das bei uns dabei ist, holländisch spricht. Er erzählt uns, dass er sehr sprachinteressiert ist und gerade spanisch und Navajao lernt. Nächstes Jahr will er eine Europareise machen, um mal mit eigenen Augen zu sehen, wo die ganzen Leute, die er tagtäglich durch den Antelope Canyon führt, herkommen. Wir erfahren, dass der Antelope Canyon erstaunlicherweise hauptsächlich von Europäern und Japanern besucht wird. Amerikaner wissen wohl eher nicht so gut über die Naturwunder ihres eigenen Kontinents Bescheid. Ein ähnlichen Kommentar hatten wir gestern schon von einer Mitarbeiterin im der Agentur für die Canyonraftings gehört: „The Germans know all the magic places round Page“. Tja, der gründliche Deutsche bereitet sich halt ordentlich auf seine Reisen vor…

Nach kurzer Zeit kommen wir an einem Platz mitten im Nichts an, an dem es von Autos und Menschen wimmelt. An der Schranke, an dem zu zahlen ist, können wir natürlich durchfahren, da wir ja bereits unser Entgelt entrichtet haben. Ich will mich schon losschnallen, als unser Fahrer meint, es gäbe jetzt noch einen kleinen „4-Wheel-Drive“. Die kommenden 10 Minuten werden wir ordentlich durchgeschüttelt, denn es geht über eine absolut unbefestigte Sandpiste. Holla, eine Herausforderung für den Gleichgewichtssinn! Insbesondere nach der Rückfahrt hatte Ralf etwas mit Schwindelgefühlen zu kämpfen… Wir sind vor allem froh, mit diesem Anbieter fahren zu können, denn wir sitzen „bequem“ in einem geschlossenen Jeep. Die meisten anderen Touristen fahren mit offenen Jeeps, auf denen sie auf der offenen Ladefläche auf einfachen Bänken sitzen und sich festhalten müssen um nicht runterzufallen. Da geht es uns doch besser.

Unsere "Straße" zum Antelope Canyon
Unsere „Straße“ zum Antelope Canyon

Am Eingang des Canyons gibt uns der Führer noch Tipps für die Kameraeeinstellung und einige Verhaltensmaßregeln und dann geht es mit vielen, vielen anderen Menschen in die schmale Felsspalte hinein. Der aus Sandstein bestehende Canyon ist geformt durch Flash Floods, die sehr regelmäßig und mit großer Gewalt durch ihn hindurchfließen. Der Boden ist bedeckt mit feinem Sand, dessen Höhe nach Angaben des Führers um bis zu zwei Metern differiert. Derzeit ist er relativ tief, das kann sich aber schon nach der nächsten Flash Flood, bei der das Wasser im Canyon bis zu 20 m hochsteigen kann, ändern. Ein etwas mulmiges Gefühl habe ich ja schon,als wir durch den Canyon hindurchgeschleust werden. Es sind wirklich hunderte Menschen dort drin und ich möchte mir nicht eine evt. schnelle Räumung bei drohendem Wassereinbruch vorstellen. Ja, ich weiß, ich bin dieser Hinsicht etwas paranoid. Auf jeden Fall bin ich froh, dass die Sonne scheint.

Antelope Canyon
Antelope Canyon

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Wir werden also durch den Canyon geführt, der Führer macht uns auf besondere Plätze aufmerksam, gibt Tipps für gute Fotos, macht sogar ein paar besondere für jeden einzelnen mit dessen Kamera selbst. Ich fotografiere ja nicht selbst, laufe nur mit offenen Augen rum und schaue und bin damit ein absoluter Exot. ALLE anderen laufen nur mit Kameras vorm Gesicht durch den Canyon, es wird fotografiert wie verrückt. Wahnsinn!

Vor derm Antelope Canyon
Vor derm Antelope Canyon

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Nach etwa einer Stunde sind wir am Ende des Canyons angelangt. Im Freien stehend spielt uns der Guide noch etwas auf seiner Indianerflöte vor, bevor es zurückgeht. Er möchte uns jetzt relativ schnell bis in den vorderen Teil zurückführen, da es dort jetzt zu den Beams kommen soll.

Unser Führer
Unser Führer

Dort angekommen herrscht natürlich ein ordentliches Gedränge. Was aber nicht so schlimm wäre, da ja eh jeder nur „in die Luft“, also senkrecht nach oben fotografiert. Blöder ist aber nur, dass sich ausgerechnet jetzt eine dicke Wolke vor die Sonne geschoben hat. Und bei bewölktem Wetter gibts leider keine Beams. Wir warten ein paar Minuten, dann müssen wir leider wieder raus. Die nächsten Gruppen warten schließlich schon. Schade, aber der Canyon war trotzdem super schön. Wobei ich zugeben muss, dass in diesem Fall gute Fotos tatsächlich weitaus wirkungsvoller als die Wirklichkeit sind. Hier ist es also genau anders herum als beim Grand Canyon, wo kein Foto auch nur annäherend die Größe und Schönheit der Landschaft beschreiben kann.

Wir hoppeln über die Sandpiste zurück und unser Guide fährt uns wieder nach Page, wo wir uns von ihm verabschieden. Schön wars!

Danach fahren wir zum Horseshoe Bend. Hier sieht man eine 270-Grad-Kehre des Colorado River, die wir gestern direkt auf dem Fluss zurückgelegt haben und wo wir den oben stehenden Touristen zugewunken haben, von oben, von einer über 300 m hohen Klippe. Als wir hier vor 4 Jahren das erste Mal waren, hatten wir den Platz fast für uns allein. Dieses Mal wimmelt es von Touristen. Der Blick nach unten ist wunderschön, aber der Weg nach unten auch verdammt weit. Mein Magen findet das gerade nicht so toll, insbesondere wenn Ralf sich zu weit nach vorne wagt um Fotos zu schießen. Außerdem drohen schwarze Wolken am Himmel mit Gewitter und so gehen wir bald zum Auto zurück.

Horseshoe Bend
Horseshoe Bend

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Unser weiteres Ziel ist der Marbles Canyon, den wir gestern auf dem Weg von Lee’s Ferry zurück nach Page gesehen hatten und den wir in Ruhe anschauen wollten. Schon der Weg dorthin ist von der Landschaft her einfach wieder der Hammer. Immer wieder tun sich neue Ausblicke auf und insbesondere in Zusammenspiel mit den dunklen Wolken am Himmel, die aber bis auf ein paar Tropfen sich niemals öffnen, sind wir wie verzaubert von diesen Bildern.

Fahrt zum Marble Canyon und Lees Ferry
Fahrt zum Marble Canyon und Lees Ferry

DSC_0522Eine der vielen "Murmeln"

Eine der vielen „Murmeln“

Navajo Bridge am Marble Canyon
Navajo Bridge am Marble Canyon

DSC_0425Wir fahren an den Vermillion Cliffs vorbei bis nach Lee’s Ferry, wo wir die ersten Stromschnellen des Colorado auf dem Weg durch den Grand Canyon aus der Nähe sehen können. Laut Beschreibung auf einer Tafel am Ufer sind diese noch zu klein und harmlos um sie überhaupt Stromschnellen nennen zu dürfen, aber uns reicht der Anblick um uns klarzumachen, dass eine Raftingtour durch den Grand Canyon defintiv nicht auf unserer To-Do-Liste steht.

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Lees Ferry
Lees Ferry
Hier werden gerade die Boote fertig gemacht für 20 Tage auf dem Colorado
Hier werden gerade die Boote fertig gemacht für 20 Tage auf dem Colorado

Wir fahren zurück nach Page, wo wir noch über die Brücke beim Glen-Canyon-Dam zur Wahweap-Marina am Lake Powell fahren. Zumindest einmal möchte ich doch zum See, wenn schon dieses Mal keine Bootstour auf dem See auf unserem Plan stand. Wir entdecken ganz neue Aussichtspunkte und genießen den Anblick dieses blauen Sees mitten in den Felsen der Wüste. Wunderschön! Nach einem kurzen Bummel durch die Marina selbst fahren wir zum Motel zurück, da uns inzwischen der Hunger plagt.

Zur Erinnerung: Wir sind hier mitten in der Wüste
Zur Erinnerung: Wir sind hier mitten in der Wüste

DSC_0574 DSC_0614 DSC_0593 DSC_0591Tja, und dann gehen wir ins Fiesta Mexicana zum Essen. Leckeres Essen und vor allem leckere Margaritas gibt’s da …

DSC_0620Die Straße der kleinen alten Motels in Page

Die Straße der kleinen alten Motels in Page

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