21. Tag: 20.5. Las Vegas

Heute ist der letzte wirkliche Urlaubstag unserer Reise. Morgen früh heißt es gegen 4:00 morgens auf den Beinen zu sein, damit wir rechtzeitig um 7:00 unseren Flieger nach Atlanta bekommen, von wo aus es dann nach München zurück geht.

Schade eigentlich – aber irgendwie freuen wir uns auch wieder auf zu Hause mit dem gewohnten Bett, der gewohnten Sprache und unserem Umfeld, dass zu uns gehört.

Aber heute haben wir erst einmal noch den Trubel von Las Vegas auf uns einwirken lassen. Wobei – zuerst einmal haben wir so richtig schön gemütlich ausgeschlafen. Wir hatten ja von gestern noch den Buffet-Gutschein und haben beschlossen heute nach Paris zu gehen und dort entspannt das Frühstücksbüffet zu plündern. Also ab in das Nachbarhotel „Paris“ und dort zum Eingang des Buffets. Nach einem kurzem Anstehen am Eingang bekamen wir einen netten Platz mitten in einem Pariser Innenhof zugewiesen an dem wir es uns dann mit einem gemischten amerikanisch-französischen Frühstück haben gut gehen lassen.

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Anschließend bummelten wir noch kurz durch die künstliche Welt von Paris und holten kurz auf unserem Zimmer noch ein wenig Luft bevor es wieder raus ging in die Welt.

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Diesmal schauten wir uns nochmal das Bellagio an, das Hotel in dem wir bei unserer ersten USA-Reise Las Vegas kennengelernt haben. Der sonst so liebevoll hergerichtete Garten war diesmal leider wegen Umbau gesperrt und so zogen wir bald weiter in das berühmte Cesars, eines der bekanntesten Themenhotels Las Vegas. Dort schnupperten wir ein wenig die Luft des künstlichen Roms bis wir den Strip weiter in Richtung Norden erbummelten.

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Beim Venetian bummelten wir durch den Markusplatz, schauten den Gondolieren bei ihrer Arbeit zu und lauschten einer italienischen Oper mitten auf dem von einem künstlichen Himmel bedeckten Platz bis wir wieder langsam Richtung unserem Hotel zurück schlenderten. Vorher kauften wir noch bei Wallgreens Taschentücher für Jutta und Bier für mich ein. (Warum haben eigentlich unsere Apotheken kein Bier im Angebot?)

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Nach dem ich die ersten Fotos sortiert hatte und Jutta in der Zwischenzeit die Beine hoch gelegen hatte ging es weiter. Wir wollten unseren 24-Stunden-Gutschein mit einem vorzeitigen Abendessen um 16:00 nutzen und beschlossen aufgrund der guten Erfahrungen des Morgens, wieder in Paris zu speisen.

Wir wurden nicht enttäuscht. Die Auswahl war wieder hervorragend und satt und zufrieden machten wir uns auf zur letzten Runde durch Las Vegas.

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Über New York New York ging es zum mittelalterlichen Excalibur, von wo aus wir die Tram nach Luxor namen. (Klingt klasse – eine Weltreise an einem Nachmittag – das hat man nicht täglich 🙂 )

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Dort ließen wir uns noch ein wenig treiben um dann wieder zurück in unser Hotel zu spazieren. Unterwegs stellten wir fest, dass es wohl eine gute Geschäftsidee wäre, in Las Vegas Räume der Stille zu vermieten. Überall wo man hingeht klimpern entweder die Glücksspielautomaten oder es ist lautes Stimmengewirr oder es spielt (wenn man Glück hat nur eine) Musik. Immer und überall ist etwas los. Zum einen macht es zwar die Atmosphäre dieser Stadt aus aber andererseits ist es auf Dauer doch ziemlich anstrengend.

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Zum Abschluss ging es noch in das Casino unseres Hotels in der Hoffnung die Reisekosten zurück zu gewinnen. Ganz hat es diesmal nicht geklappt, aber es gab zumindest 2 kostenlose Margarita und ich habe aus meinem Automaten 43 Dollar rausgeholt. Man soll ja auch mit kleinen Dingen dankbar sein.

Etwas ist uns bei diesem Las Vegas Aufenthalt übrigens besonders aufgefallen: halb Las Vegas scheint diesmal in Wartungs- und Umbauarbeiten zu sein. Erstaunlich viele Rolltreppen gingen nicht, viele Hotelteile sind von Planen bedeckt und auch viele Läden in den Hotels sind momentan geschlossen. Ob Las Vegas sich gerade anfängt aufzulösen oder ob es die Vorbereitungen auf die Ende Mai startende Ferienzeit in den USA sind, bleibt für uns leider offen. Aber auffällig war es schon.

So, jetzt noch ein wenig entspannen und die Taschen für morgen früh vorbereiten und dann heißt es wieder zurück nach good old germany.

 

20. Tag: 19.5. Fahrt nach Las Vegas

Heute ist es mal wieder soweit: Die letzte Station wurde angefahren. Und wie es bei uns inzwischen bei einer Südwestreise Tradition ist, ist es das verrückte und liebenswerte Las Vegas, das von allen nur das Beste will: Nämlich unser Geld. 🙂
Aber ich fange wohl besser von vorne an. Die Nacht war relativ ruhig, da unser Nachbarzimmer diesmal leer war. Wir wachten ausgeruht aus und beschlossen diesmal auf das Motelfrühstück zu verzichten und in St. Georg (die nächste richtige Stadt) noch ein letztes mal bei Denny’s einzukehren. Die Koffer hatten wir schon am Abend vorher für den Flug gewichtsmäßig gepackt, so dass der Aufbruch direkt nach dem Bad erfolgen konnte.

Knapp 20 km weiter war St. Georg erreicht. Bisher kannten wir die Stadt nur vom Vorbeifahren auf der I15 in Richtung Las Vegas. Diesmal machten wir dort das erste Mal einen Stop. Das Denny’s war ziemlich voll und wir mussten ein wenig auf unser Essen warten. Aber es war noch einmal ein klassisches amerikanisches Frühstück mit allem was dazu gehört: Rührei, Hashbrowns (eine Art Bratkartoffeln), Toast und natürlich Pancakes mit Sirup.

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So gestärkt machten wir uns auf den weiteren Weg. Da in Nevada die Uhr eine Stunde um die Utah-Zeit zurück gestgellt wird und da wir so früh unterwegs waren und das Check In im Hotel in Las Vegas erst gegen späten Mittag funktioniert, beschlossen wir, dass wir noch einen Abstecher in den Valley of Fire Statepark machen. Nach einigen (relativ langweiligen, da die Strecke schon ein paar mal gefahren) Meilen kam die Abfahrt zum Statepark. Zunächst ging es durch einige kleinere Städtchen und dann kam die Abfahrt. Welche Freude: Die Straße war als Scenic Byway ausgeschildert. Das bedeutet in den Staaten immer eine besonders eindrucksvolle Landschaft.

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Die Einfahrt zum Statepark bewies dann auch, dass es so war. Aber zunächst mussten wir uns selbst eine Eintrittskarte ausstellen. Das funktioniert recht einfach: Man packt 10 Dollar in einen Umschlag, schreibt auf diesen und auch auf den angehängten Quittungszettel das Autokennzeichen und das Datum, trennt den Quittungszettel ab, wirft den Umschlag in einen Schlitz und legt die Quittung ins Auto.

Dann ging es los. Das wir die Wanderschuhe, die auf den Trails dort auf jeden Fall sinnvoll sind, nicht dabei hatten, war nicht weiter schlimm, da Jutta und ich immer noch erkältungsmäßig angeschlagen waren und es in der Mittagshitze auch keinen wirklichen Spaß macht in der Wüste unterwegs zu sein. So fuhren wir ein paar wirklich schöne Fotostopps ab und waren auch damit sehr zufrieden.

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Für denn Fall, das wir irgendwann mal dem Winter entfliehen wollen und ein Discounter Angebot „Las Vegas für 10 Tage“ in Anspruch nehmen, wissen wir aber, dass wir dann auf jeden Fall einen größeren Abstecher in diesen schönen Park machen werden.
Weiter gings Richtung „Sin City“ aber vorher meldete sich noch meine Blase, so dass wir an einem Casino mit angeschlossenen Feuerwerksverkauf in einem Indianerreservat Stop machten. Spannend so ein Little-Las-Vegas zu sehen. Die Automatenfläche war viel kleiner als in den großen Casinos in Las Vegas, aber auch hier saßen einige Spieler und starten auf die blinkenden Lichter.

Nach ca. einer weiteren Stunde Wüstenlandschaft wurde der Verkehr im stärker und dann tauchten die dunstigen Umrisse der großen Stadt auf. Es ist für mich immer wieder ein unglaublicher Anblick. Da fährt man Kilometer für Kilometer durch das Nichts und dann ist da auf einmal diese Stadt mit ihren vielen Hochhäusern und jedes dieser Hochhäuser ist ein Megahotel mit über 1000 Betten. Alleine das Wissen, dass diese riesige Stadt in spätestens 100 Jahren aufgrund des Wassermangels nicht mehr existieren kann und eine Geisterstadt sein wird, macht mir jedes mal eine neue Gänsehaut.

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Aber noch steht sie und wir waren bald mitten drin. Das Navigationsgerät führte uns – oh Wunder! – auf Anhieb in das richtige Parkhaus – und nachdem wir das Labyrinth durch die Spielautomaten überstanden hatten konnten wir tatsächlich schon einbuchen, obwohl wir 2 Stunden vor der offiziellen Zeit da waren.
Das Zimmer ist – für Motelverhältnisse – riesig und Jutta probierte gleich den überdimensionierten Sessel aus. 🙂

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Nach einer kurzen Ruhepause machten wir uns gleich auf den Strip um die erste Prise quirlige Las-Vegas-Atmosphäre zu gönnen. Einfach immer wieder aufregend – vor allen weil wir jedes mal, wenn wir nach vier Jahren Pause hier angelangt sind, wieder so viel geändert hat. Diesmal ist eine neue Fußgängerzone mit einem neuem Hotel und einen Riesenrad, das wir von unserem Fenster aus sehen können, entstanden.

Unser Hotel, das Balleys, wird auch gerade umgebaut und gegenüber stehen auch ein paar Baukräne. Diese Stadt erfindet sich immer wieder von neuen – einfach faszinierend.

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Danach gingen wir in das große Themenhotel „Planet Hollywood“. Jutta hatte im Internet heraus gefunden, dass man bei den dem „Cesar Palace“ angeschlossenen Hotels, für 59 Doller ein 24-Stunden Zugang zu den jeweiligen Buffets kaufen kann. Bei drei – vier Mahlzeiten hat man das Geld schnell wieder drinnen und so bekamen wir auch ein entsprechendes „All Inclusive Armband“, dass uns bereichtigt uns noch einmal so richtig schön (und lecker, da immer frisch zubereitet), den Bauch voll zu schlagen.

Gesättigt gönnten wir uns an der Bar noch eine Magaritha. Immerhin stand auf unseren Beleg, dass wir dort für den Preis von einem Cocktail, zwei bestellen können. Der Barkeeper fragte mich woher ich komme, und als ich meinte aus „Germany“ sprach er gleich auf Deutsch: „Wie geht’s“ und wir plauderten noch eine Runde.

Danach ging es zurück ins Hotel, wo Jutta noch einmal ein wenig Kraft tanken will, bevor wir uns nachher noch einmal zu einer Runde auf den nächtlichen Strip machen.

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Was wir dort erlebt haben, gibt es dann entweder morgen oder spätestens nach unserem Rückflug zum nachlesen. 🙂

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19. Tag: 18.5. Zion Nationalpark

Nachdem wir gestern festgestellt haben, dass die Parkplätze beim Zion Overlook sehr begrenzt sind und auch die Wettervorhersage für heute sehr bescheiden ist (Regenwahrscheinlichkeit über 40 Prozent und ab Nachmittag Gewitter), haben wir uns den Wecker auf 6:00 gestellt um möglichst viel aus dem Tag zu machen. Geduscht hatten wir schon am Abend vorher, so dass wir uns morgens nur noch schnell frisch machen mussten und nach einem schnellen (mehr nahrhaften als schmackhaften) Frühstück im Motel waren wir tatsächlich schon um 7:15 auf der Straße in Richtung Zion Nationalpark.

Der Weg dahin war diesmal weniger voll als gestern und auch am Parkeingang waren wir ohne große Schlange durch. Wir beschlossen gleich durch den großen Tunnel zum Zion Overlook zu fahren um eine gute Chance auf einen Parkplatz zu bekommen.

Unser Plan ging auf. Nachdem wir den Tunnel, der diesmal durch die Parkranger nur für den wechselseitigen Einbahnstraßenverkehr geregelt wurde, fanden wir direkt nach der Durchfahrt einen der ca. 10 möglichen Parkplätze. Direkt mit uns hielt ein Motorrad, das uns schon am Parkeingang aufgefallen war.

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Schnell über die Straße und schon gingen wir die ersten Schritte auf den ca. einen Meilen langen Trail. Im Gegensatz zum ersten Eindruck, den wir 2007 hatten, zeigte sich Zion diesmal mit der von uns so geliebten „roten Felsen-Sonnenseite (gut die Sonne fehlte, aber wir waren ja schon dankbar, dass es trocken war. 🙂 ), Eine große Schlucht lag neben uns und wir fühlten uns sofort wohl. Es zeigte sich sogar ein ganz kleines Stückchen blauer Himmel.

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Nach ein paar Schritten stand das Motoradpärchen vom Parkplatz und fotografierte. Ich meinte noch launisch „Oh, you got the blue sky“, als der Mann des Pärchen meinte „No! Look! Sheeps!“. Und tatsächlich, er zeigte auf ein Bighorn Sheep, dass direkt über den Wanderweg sein Frühstück zu sich nahm.

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Seine Partnerin zeigte in eine andere Richtung rechts davon und meinte „And there are the babys“. Und dort waren zwei ungehörnte, kleinere Schafe beim fressen. Ich hatte zwar nur meine kleine Wanderkamera dabei, aber da auch sie über ein gutes Tele verfügt, konnte ich diese wunderbare Naturbegegnung mit einfangen.

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Doch es folgte gleich zwei große Wandergruppen. Jutta drängte zum weitergehen, damit wir den Aussichtspunkt wenigstens eine kurze Zeit ohne Gedrängel haben. Ich zeigte der Gruppe noch schnell die Schafe, damit sie abgelenkt waren  (Die Gruppe – nicht die Schafe 🙂 ) und wir machten uns ohne weitere Fotostopps auf den Weg um einen Vorsprung zu haben.

Das Pärchen schien den selben Gedanken zu haben, denn kaum waren wir am atemberaubenden Aussichtspunkt angelangt, kamen die zwei auch schon an. Die Gipfel am anderen Enden des Canyons strahlten im Morgenlicht der gerade noch so scheinenden Sonne und es war einfach schön. Als Jutta und ich uns darüber austauschten sprach uns gleich die Frau auf Deutsch an und bestätigte unsere Meinung. Ich ordnete sie den Akzent nach als Niederländerin ein aber als sich sie fragte von woher sie kommt, meinte sie aus „Washington DC“ und sie sei wohl eine der wenigen Amerikaner, die deutsch gelernt hätten. Wir plauderten noch ein wenig, aber da die große Gruppe gerade ankam, machten Jutta und ich uns wieder auf den Rückweg mit ein paar mehr Fotostopps.

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An unserem Jeep angelangt fuhren wir noch ein Stückchen zum Parkausgang und wendeten. Wir erreichten gerade noch das Ende der Schlange vor dem Tunnel und als die Parkrangerin mit einem Stab winkte, stoppte ich nach kurzem Zögern (und nachdem mich Jutta darauf hinwies 😉 ). Die Rangerin überreichte uns den Stab mit der Bitte ihn am anderen Ende ihn dem dortigen Kollegen zu geben. So funktioniert das also mit dem Einbahnstraßenverkehr. Cool – und wir waren in dieser Runde der „Staffelläufer“. 🙂

Weiter ging es zum Visitorcenter um mit den Shuttlebus ein paar leichte Wanderwege anzufahren. Jutta ging es erkältungsmäßig immer noch nicht besser, so dass wir beschlossen hatten heute keine anstrengende Tour mehr zu machen.

Die Luft im Bus war nicht gut und roch zwischen Schülerturnhallenumkleide und Abgasen, so dass Jutta im Bus eine üble Hustenattacke bekam, die bis zur Zion Lodge, den Startpunkt unserer geplanten Wanderung zu den Emerald Pools, anhielt.

Wir stiegen aus und warteten erst einmal bis Jutta wieder normal Luft bekam. Da es bei der Lodge auch einen kleinen Imbis gab holten wir uns dort erst einmal was warmes zu trinken und setzten uns draußen hin und bewunderten eine etwas behäbige Angestellte dabei, wie sie mit ein und dem selben Lappen erst die Stühle (inkl. Stuhlbeinen, die Tische und anschließend auch die Mülltonnen mehr schlecht als recht abwischte. Der Eimer in dem sie den Lappen immer wieder neu benässte war dick mit „sanitizer“ beschriftet und ich hoffe, das auch so wie bei vielen anderen Dingen in den USA, auch hier die Wirkung größer ist, als wir es von Deutschland her kennen. Auf jeden Fall war ich früh, dass unsere Getränke nicht mit den Tisch in Berührung kommen mussten. 🙂

Da es jetzt zu Regnen anfing und die Pools gerade dafür berühmt sind, dass sie besonders schön sind, wenn das Wasser dort ganz glatt ist, nahmen wir den nächsten Bus und machten uns auf den Weg zu den „Weeping Rock“, den weinenden Felsen, von dem es als besonderes Naturschauspiel auch bei größter Hitze und Trockenheit tröpfelt. Gut gegen den Regen geschützt erreichten wir den Felsen, aber dummerweise ist der Effekt bei Regenwetter nicht so groß wie wir es bei Trockenheit kennengelernt hatten, so dass wir nach 2 Fotos wieder zurück gingen.

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Jutta ging es weiterhin nicht gut, so dass wir beschlossen nur noch einen kleinen Spaziergang den „Riverside Walk“ zu machen. Der Regen hatte gerade eine kleine Pause eingelegt, so dass wir einen schönen Gang bis zu den berühmten „Narrows“ hatten, eine enge Vertiefung des Canyons, bei der der Wanderweg immer wieder nur durch den kalten Virgin River, führt. Sicherlich ein nettes Abenteuer, aber nicht diesmal für uns, da wir a) die falsche Ausrüstung dafür hatten und b) und das war der wichtigere Grund, wir beide derzeit körperlich einfach nicht fit genug dafür waren.

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Wir beobachten noch ein paar wagemutige, die den Weg gingen und dann machten wir uns auf den Rückweg. Im Shuttlebus, den wir gerade noch so erreichten, pauderte diesmal der Fahrer persönlich mit den Fahrgästen und es lief nicht wie bei den Bussen vorher ein Band. Als er gerade bei der Haltestelle zum „Big Bend“ darauf hinwies, dass man hier besonders schöne Fotos schießen kann, meinte die Dame neben mir zu der Dame neben Jutta auf dem Sitzplatz gegenüber, dass sie gerne noch mal raus würde. Die Angesprochene entgegnete, dass dafür keine Zeit ist, denn sie müssen gleich zurück zur Reisegruppe, da sie heute ja auch noch den Bryce besuchen wollten.

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Meine Meinung gegenüber organisierten Busreisen wurde hierdurch mal wieder bestätigt. Ich stellte mir vor, dass wir mit unseren Erkältungen in so einer Gruppe gefangen sind und nicht, so wie heute, spontan umplanen können. Ich weiß nicht – auch wenn wir auf dieser Reise mal wieder viele Programmpunkte hatten – das wäre mir einfach zu stressig.

Schade nur, dass es heute so regnerisch war und unsere Gesundheit nicht ganz so mitspielte. Aber Zion hat sich trotz dieser Umstände diesmal von einer wesentlich besseren Seite gezeigt. Sollten es uns mal wieder hierher verschlagen, dann wird dieser Nationalpark auf jeden Fall von uns richtig erobert werden. Und zwar als erste Station von Las Vegas aus und nie, niemals nicht an einem Wochenende!

Nun denn – wir machten uns zurück auf den Weg zu unserem Motel. Auf dem Rückweg fotografierte Jutta noch die „Sims-Häuser“ in Rockville, die wirklich so aussehen wie im Computerspiel. Nur das der Spieler hier wohl eine Vorliebe für viel zu große Zypressen für die kleinen Häuser machten.

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Ein weiterer Fotostopp bei einem kitschigen Touristenfort mit billiger Touristenabfütterung, so wie man es überall in der Welt findet (das aber geschlossen hatte) und wir beschlossen noch kurz einen Abstecher zum ausgeschilderten „Virgin Overlook“ bei dem unser SUV nochmal zeigen durfte, dass ihm unbefestigte Straßen auch Spaß machen.

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Bei dem Ausblick über das Örtlein „La Verkin“, stellten wi r auch hier eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Computerspiel, diesmal „Sim City“ fest. Uns wurde klar warum, wenn wir das Spiel spielten, die künstlichen Bewohner immer so unzufrieden waren: Wir planten die Städte zu deutsch und zu eng. Wir beschlossen, wenn wir mal wieder eine Runde spielen sollten, dass wir diesmal mehr Grünflächen einplanen müssen und vor allen auch keine Scheu haben dürfen in das Wohngebiet auch das eine oder andere Gewerbe, vor allen an den Ausfallstraßen, zu planen. 🙂

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Dann noch ein schneller Einkaufsstop beim örtlichen Supermarkt um uns mit etwas Kuchen für das Motel einzudecken und dann ging es „heim“.

Draußen hat es sich jetzt nach einem Gewitter eingeregnet und während ich hier schreibe und Fotos sortiere, hält Jutta gerade einen kleinen Genesungsschlaf.

Es ist schon spannend, inzwischen zeigt sich ein gewisser Sättigungsgrad. Wesentlich mehr an neuen Eindrücken können wir nicht mehr aufnehmen und ich persönlich bin froh, dass wir morgen mit Las Vegas (und evtl. einen kurzen Zwischenstop in einen der Stateparks auf dem Weg) die letzte Station erreicht haben.

Aber trotz aller Sättigung freue ich mich auch schon wieder auf diese quirlige, verrückte Stadt mit all seiner Künstlichkeit. Es ist immer ein netter Abschluss nach all den vielen Naturerlebnissen, der einen zurück in die Zivilisation führt.

Also keine Angst, wenn es morgen keine Bilder oder keinen Bericht gibt: Uns wird es gut gehen und wir versumpfen gerade mit ein, zwei oder vielen Margaritas auf dem Strip. 🙂

Der Bericht kommt dann spätestens zum Rückflug. Versprochen!

18. Tag: 17.5. Fahrt nach Zion Nationalpark

Die Nacht im Cowboy Country Inn war angenehm ruhig, aber ich bin trotzdem völlig zerschlagen aufgewacht. Blöde Erkältung! Aber egal, wir mussten weiter, wollten heute den Zion Nationalpark erreichen, der uns vor 7 Jahren bei unserer ersten USA-Reise nicht so besonders gut gefallen hatte.

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Auf dem Weg dorthin machten wir kurz nachdem wir Escalante verlassen hatten, schon den ersten Stopp im Petrified Forest Statepark. Die Rangerin am Eingang klärte uns auf, dass sie ein „Hiking Park“ wären. Aufgrund meiner gesundheitlichen Lage wollte ich heute keinesfalls längere Wanderungen machen, weswegen uns die Rangerin ein paar ganz kurze Spaziergänge empfahl und wir nur die Hälfte des Eintrittspreises zahlen mussten. Fand ich sehr nett. Im Park schauten wir uns ein paar versteinerte Baumstämme an und gingen ein paar Meter auf einem Wanderweg, der eigentlich ganz interessant aussah. Schade, dass es mir nicht gut ging und wir deshalb schon bald wieder umkehren mussten.

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Wir fuhren weiter den HW 12 entlang und machten natürlich wieder einige Fotostopps entlang dieser wunderschönen Strecke.

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Recht bald kamen dann auch schon die Hinweisschilder auf den Bryce Nationalpark. Dieser stand in diesem Jahr jedoch nicht auf unserer Liste, weil wir dort ja schon zweimal waren. Eigentlich stand er nicht auf der Liste. Andererseits gehört er ja schon zu unseren absoluten Lieblingsparks. Also warum daran vorbeifahren, wenn man eh „in der Gegend“ ist und es wirklich nur wenige Meilen Umweg sind? Deshalb bogen wir dann kurz entschlossen doch Richtung Bryce ab.

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Ein seltsames Gefühl – es kommt einem schon fast vertraut vor. Die Kreuzung mit seinenn Gebäuden, dann „Ruby’s Inn“ und die Parkeinfahrt. Neu war in diesem Jahr der Hinweis auf die Shuttlebusse, die aufgrund begrenzter Parkplatzkapazitäten im Park von Mai bis Oktober fahren. Die gab es vor 4 Jahren noch nicht. Aber offensichtlich hat der Besucherverkehr tatsächlich sehr stark zugenommen, denn schon am ersten Aussichtspunkt, den wir anfuhren, dem „Bryce Point“, hatten wir kein Glück und mussten unverrichteter Dinge weiterfahren. Wir fuhren dann zum Paria Point, schauten in den Canyon, machten ein paar Fotos und freuten uns. Dann versuchten wir unser Glück noch einmal am Bryce Point, aber die Verkehrslage dort war inzwischen noch chaotischer. Man stand sozusagen schon vor dem Parkplatz im Stau, denn die Autos hielten zu Beginn des Parkplatzes an, um einen frei werdenden Platz zu warten. Das funktionierte eigentlich sogar ganz gut. Als wir dann aber an der ersten Warteposition standen, kam von hinten ein Auto mit einem Ranger gefahren und forderte uns auf weiterzufahren. Man dürfe nur bei einem sichtlich gleich frei werdenden Parkplatz warten. Na toll.

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Wir hatten dann keine Lust mehr und verabschiedeten uns vom Park. War ja eh nur als kurze, ungeplante Stippvisite eingeschoben worden. Beim Ruby’s Inn, das seit unserem letzten Besuch noch rummeliger und quirliger geworden ist, kauften wir uns noch einen Kaffee und ein Sandwich im General Store und setzten uns ein Weilchen in die Sonne, dann ging es weiter Richtung Zion.

Bald tauchten jedoch schon die roten Felsen des Red Canyon, der kleinen Bruders des Bryce Canyons auf. Auch dieses Stückchen Erde ist uns von unseren letzten Reisen gut bekannt, aber wir sind bisher immer nur dran vorbeigefahren und haben ein paar Fotos aus dem fahrenden Auto geschossen. Insbesondere von dem Felsbogen, der über die Straße verläuft. Ralf meinte noch „Nein, wir werden den Bogen dieses Mal nicht fotografieren“, aber als er dann in Sicht kam, musste er einfach anhalten und doch ein paar Fotos schießen. Während Ralf fotografierte, sah ich, dass neben dem Parkplatz ein großer roter Fels stand.

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Als ich ihn mir näher anschaute, fiel mir ein Schild mit ein paar Wandervorschlägen auf. Die kürzeste Rund maß nur 0,3 Meilen, das sollte selbst ich Invalidin doch schaffen. Wir machten uns auf und der Weg war wunderschön, deshalb zweigten wir noch auf einen etwas längeren Weg ab, der sich den Berg hinaufschlängelte und immer wieder neue Ausblicke auf atemberaubende rote Felsen freigab. Toll! Und vor allem: keine Parkplatznot, keine Menschenmassen. Nur ein Pärchen Schweizer und ein Gruppe gut gelaunter Amerikaner kamen uns entgegen. Das war für heute wirklich die bessere Wahl gegenüber dem Bryce. (Was hätten wir uns geärgert, wenn wir für diesen 25 Dollar Eintritt gezahlt hätten für den heute dort herrschenden Trubel. Aber da wir ja gleich zu Beginn unserer Reise den Annual Pass für die Nationalparks gekauft hatten, hatten wir durch unseren Kurzbesuch zumindest kein Loch in unsere Reisekasse gerissen.)

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Auf der Weiterfahrt veränderte sich die Landschaft dann schnell, wurde sanfter uns grüner. Auch sehr schön. Aber ich war doch schon wieder müde und mir fielen immer wieder die Augen zu. Wie gut, dass heute Ralf gefahren ist.

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Kurz vor dem Zion Nationalpark wuchsen dann doch wieder Felsen in den Himmel. Wir waren beim Weiterfahren beide beigeistert von den sich bietenden Anblicken mit beeindruckenden Felsmassiven, gesprenkelt von grünen Bäumen. So schön hatten wir ihn beide nicht in Erinnerung. Aber wir wollten diese Mal unbedingt den kurzen Wanderweg zum Zion Overlook gehen. Der Parkplatz hierzu befindet sich vor dem zweiten (langen, dunklen) Tunnel. Schon beim letzten Mal war der Platz vollgeparkt gewesen und dieses Mal sah es leider nicht besser aus. Auch der Parkplatz auf der anderen Straßenseite war voll und so fuhren wir schweren Herzens weiter durch den Tunnel, Zunächst wollten wir nach dem Tunnel gleich umkehren und unser Glück ein zweites Mal versuchen, aber nach der heutigen Erfahrung im Bryce ließen wir es lieber bleiben. Unser neuer Plan: wir versuchen es morgen noch einmal und hoffen, dass die Situation an einem Montagmorgen besser aussieht als an einem Sonntagnachmittag.

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Am Museum des Visitorcenters war kein Parkplatz zu bekommen und am eigentlichen Visitorcenter auch nur in der letzten Ecke des Ausweichparkplatztes. Puh, was für Menschenmengen. Ja, die waren vor 7 Jahren ja auch der Grund, weswegen uns der Zion so verschreckt hatte und besser geworden ist der Andrang seither ganz gewiss nicht. Bin gespannt, wie es morgen aussieht.

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Wir streiften nur noch ein wenig am Visitorcenter vorbei und holten uns ein paar Infos über Wandermöglichkeiten, die Wetteraussichten für morgen (ja, es soll mal wieder bewölkt werden mit einem 40prozentigen Regenrisiko…) und entschlossen uns dann, gleich Richtung Motel, dem Days Inn in Hurricane, zu fahren. Der Hunger plagte uns inzwischen nämlich spürbar und außerdem waren wir beide ziemlich geschlaucht. Ralf, der heute gefahren ist, ist ja auch noch nicht wieder hunderprozentig fit nach seiner Erkältung.

In Hurricane suchten wir deshalb nach einem Restaurant, was sich als ziemlich schwierig darstellte. Beim erstmaligen Durchfahren und auch bei einer zweiten Inspektion fanden wir nämlich nur Selbstbedienungsfastfoodläden à la Burger King und Mexikaner. Erst beim dritten Hinsehen fiel uns ein „normales“ Familienrestaurant auf, dem wir dann einen Besuch abstatteten und in dem ich den zweiten Burger und die ersten French Fries dieser Reise aß. War ganz ok, brauch ich aber nicht so schnell wieder. (Pssst, irgendwie freuen wir beide uns inzwischen doch schon wieder auf unser gewohntes, selbst zubereitetes Essen…)

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17. Tag: 16.5. Grand Staircase Escalante National Monument

Die Nacht im Capitol Reef Inn & Café war wunderbar ruhig. Nachdem wir gestern Abend noch den Schalter für die elektrische Heizung gefunden hatten, war es auch angenehm warm im Zimmer (ich glaube, Ralf war es zu warm, aber da musste er eben durch). Leider hatte ich auch mit der amerikanischen Wundermedizin Coldeeze nicht verhindern können, dass sich meine Erkältung weiter ausgewachsen hat, und so war das Erwachen nicht so toll. Aber egal, Schwäche gilt nicht, der Grand Staircase-Escalante Nationalmonument sollte eine zweite, ausführlichere Betrachtung erfahren, nachdem wir vor 4 Jahren nur durchgerauscht waren.

Der Himmel war strahlend blau, ohne eine einzige Wolke am Himmel aber mit knackigen 2 Grad C war es doch recht knackig kalt. Im Café nahmen wir noch ein kräftiges Frühstück zu uns und amüsierten uns über die Bedienung, die im ärmellosen Top und kurzem Sommerröckchen mit Flipflops an den Füssen bediente. Hui, sehr tapfer! Anschließend checkten wir aus, zogen unser persönliches Resümee der Unterkunft (sehr nette Zimmer, aber das Bad war doch recht vergammelt und an der Herzlichkeit der Mitarbeiter kann man noch viel arbeiten) und machten uns auf den Weg.

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Im General Store kauften wir noch eine Kleinigkeit zum Mittagessen und ein paar Medikamente ein und machten anschließend noch einmal bei der Tankstelle Halt. Dort trafen wir auf eine große Gruppe Motorradfahrer, die sich auch gerade startklar machte. Brrr, ich weiß schon, warum Motorradfahren nichts für mich – bei diesen Temperaturen. Die Gruppe trafen wir dann übrigens den halben Tag immer mal wieder bei Aussichtspunkten an.

Der Highway 12, der zweitschönste Byway der Welt, wie Ralf mir sagte, war wirklich toll. Aus unserer Richtung kommend, führt die Straße zunächst durch rote Felsen durch und schraubt sich ziemlich schnell höher. Was für den heutigen Tag bedeutete, dass wir ziemlich schnell in den Wolken waren (von unten hatte man schon gesehen, dass die Berggipfel in den Wolken waren) und die Sicht nach unten dementsprechend nicht so toll. Dann fing es auch noch an zu schneien bzw. graupeln. Bitte nicht schon wieder Schnee! In diesem Bereich lag ja auf den Flächen neben der Straße sowieso noch Schnee, aber auf der Straße braucht ich ihn nicht mehr.

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Gottseidank war das jedoch nur ein kurzes, unerfreuliches Gastspiel. Schon bald stiegen die Temperaturen und die Sonne zeigte sich wieder. Auch die Landschaft veränderte sich und zeigte die typischen gelben Felsen, die uns bei der ersten Durchfahrt schon so gefallen hatten.

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Wir fuhren durch Boulder, von wo aus der Burr-Trail abzweigt, der herrliche Anblicke bieten soll, aber einen ganzen Tag Zeit benötigt. Dieses National-Monument ist eben unglaublich groß und kaum erschlossen. Also weiter.

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Geplant war eine Wanderung zu den Lower Calf Creek Falls. Diese Wanderung ist eine der leichtesten im Grand Staircase und ist zugleich auch noch sehr gut zugänglich, man braucht also keine Ewigkeit mit dem Auto bzw. dem ATV bis man am Anfang des Trails angekommen ist. Mit etwas Geduld und Glück fanden wir einen Parkplatz, machten uns mit den Sicherheitshinweisen vertraut (Wie reagiere ich bei der Begegnung mit einem Puma?) und machten uns auf den 6 Meilen langen Weg.

Der Weg ist wirklich toll. Einfach zu finden und zu gehen, wenn auch durch tiefen Sandboden teilweise sehr anstrengend. Er ist abwechslungsreich, mal durch Eichenwäldchen, mal an Felswänden vorbei, mal direkt am Bach entlang, führt mal bergauf und dann wieder bergab. Die Landschaft ringsum ist atemberaubend schön und das Wetter perfekt. Sonnig, aber durch einen leichten, kühlen Wind nicht zu heiß. Super!

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Nach etwa eineinhalb Stunden sind wir an dem Wasserfall angelangt, der ebenfalls sehr sehenswert ist. Wohl bedingt durch die Regenfälle der vergangenen Tag führt er sogar ziemlich viel Wasser.

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Nach einer kurzen Pause, in der wir unsere mitgebrachten Bananen und Riegel verzehren, machen wir uns auf den Rückweg. Bedingt durch ein dringendes menschliches Bedürfnis von Ralf legten wir ein ordentliches Tempo vor, so dass wir nach einer Stunde und 10 Minuten wieder am Auto waren. Und fix und fertig, wahrscheinlich bedingt durch meine Erkältung.

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Deshalb fuhren wir nach Erledigung oben genannter Geschäfte auch gleich nach Escalante, wo wir ein Zimmer im Cowboy Country Inn reserviert hatten. Das war damals schon gar nicht so einfach, weil fast alles im Ort ausgebucht war und man sah tatsächlich beim Durchfahren überall die „No vacancy“-Schilder. Das Motel stellte sich als richtig urig heraus, die Zimmer sind super toll ausgestattet und dekoriert.

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Ich musste mich trotzdem erst mal aufs Bett legen und ein kurzes Nickerchen machen. Danach war ich bereits fürs Abendessen, das uns ins Cowboy Blues Inn führte, das uns von der Motelbesitzerin empfohlen worden war. Steaks, Kartoffeln, Gemüse und Salat waren sehr gut, aber als die angekündigte Busgruppe eingetroffen war, machten wir uns schleunigst aus dem Staub.

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Jetzt müssen wir uns nur noch entscheiden, in welchem unserer beiden Zimmer wir heute Nacht schlafen. 🙂

16. Tag: 15.5. Goblin Valley und Capitol Reef

Viel Erwartungen hatten wir nicht an den Tag. Die Wettervorhersage hat für heute ab Mittag und morgen für den ganzen Dauerregen für die gesamte Region angesagt. Unsere Planung war ursprünglich vor die schönen Gegenden von Capitol Reef und Grand Staircase Escalante nochmal in Ruhe anzusehen und vor allen auch noch ein paar kleine Wanderungen zu unternehmen.

Meine Stimmung war entsprechend mehr Zweckoptimistisch nach dem Motto: „Machen wir halt irgendwie das beste draus“. Zumindest für den Vormittag rechneten wir unsere Chancen den Goblin Valley State Park trocken besuchen zu können und stellten uns den Wecker auf 7:00 um möglichst früh weg zu kommen.

Nach einer Umpackorgie und einem schnellen Frühstück um Motel schafften wir es wieder um unsere übliche Zeit (also 9:30 🙂 ) auf dem Weg zu sein. Etwas wehmütig fuhren wir an den Arches vorbei und erfreuten uns noch eine Zeitlang an den roten Felsen.

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Bald änderte sich die Landschaft und millionen Jahre alte versteinerte Sanddünen säumten den Weg. Gespannt schauten wir immer wieder in den Himmel und versuchten die dunklen Wolken Kraft unserer Gedanken zu vertreiben.

Schließlich erreichten wir den Goblin Valley State Park und wie schon vor vier Jahren faszinierten uns die vielfältigen Formen der von Mutter Natur in Lehm geformte Figuren. Hier sieht man einen Zwerg, dort einen Drachen und dahinten zwei Enten. Auch dieses Jahr waren wieder viele aufgeregte Kinder zwischen und auf den Figuren unterwegs und hatten noch viel mehr Spaß als wir Erwachsenen. Es war zwar etwas frisch, aber trocken – und was will man nach so einer Wettervorhersage mehr.

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Wir picknickten noch an einem schönen Aussichtspunkt und  gingen noch einen kleinen Trail den Rand entlang bevor es zurück ins Auto ging. Gerade als wir den Park verließen fielen ein paar Tropfen auf die Windschutzscheibe. Glück gehabt!

Weiter ging es. Zwischendurch regnete es mal ein wenig heftig. Aber das war bald vorbei. Nach ein paar Fotozwischenstops erreichten wir den Capitol Reef Nationalpark Eingang und machten trotz leichten Regen einen Stop um einige Petroglyphen zu bewundern. Aber schon auf dem Rückweg zum Wagen war es schon wieder trocken. Auf der Weiterfahrt sahen wir ein Reh über die Straße spazieren. Ich bremste ab und kurz danach kam der Rest der Familie auf die Straße. Nicht so hektisch wie bei uns zu Hause sondern Südwestamerikanisch cool ganz langsam.  Jutta schoss gleich einige Fotos und dann ging es weiter.

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Das Wetter bleibt immer noch besser als erwartet. Auch als wir den Eingang zum Scenic Byway erreichten blieb es trocken und nach einem kurzen Besuch im Visitorcenter ging es weiter. Nach ein paar „Aaaaahhhhh“ und „Oooooohs“ sowie einigen zig Fotos später erreichten wir die Einfahrt zum „Grand Wash“. Das letzte mal hatten wir uns die unbefestigte Straße nicht zugetraut. Aber diesmal hatten wir ja unseren Allrad-Jeep. Also nichts wie hoch. An der Einfahrt warteten wir noch, dass ein entgegenkommendes Auto vorbei kann. Der Fahrer kurbelte das Fenster herunter und meinte, netter Weg – aber sehr viele Leute. Uns war es egal. Noch war es trocken, das muss man ausnutzen.

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