30.4.2016 Tag: Titanic Experience Cobh

Heute startete mein Tag nicht ganz so üppig, denn ich hatte in unserem B&B „nur“ die Pancakes mit Früchten gewählt, die wirklich lecker und sogar nicht einmal so süß wie waren, wie ich sie von den USA her kannte, denn sie wurden ohne Maple Sirup serviert. Ralf hingegen hatte sich für das Full Irish Breakfast entschieden, das ihm gut schmeckte, aber noch Stunden schwer im Magen lagen. Mal sehen, für welches Frühstück er sich morgen entscheidet.

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Dies wird wieder im gleichen B&B sein, denn unsere Internetrecherche gestern Abend hatte uns zu dem Entschluss bewogen, aufgrund des langen Feiertagswochenendes in Irland, vor dem uns unsere Wirtin gewarnt hatte, noch eine Nacht länger in dieser netten Unterkunft zu bleiben. Zwar wird die Fahrt morgen ziemlich lang werden, aber die Alternativen waren entweder sauteuer, mit schlechten Rezensionen oder mitten in der Pampa ohne Infrastuktur gelegen. Also eine weiter Nacht in Tramore.

Wir wollten uns heute die Titanic Experience in Cobh anschauen und uns auf dem Weg dorthin oder auf dem Rückweg – je nach Wetter- ein bisschen treiben lassen. Eigentlich hatte uns der Wetterbericht gestern Abend für den Vormittag Regen angekündigt, der am Nachmittag nachlassen sollte, aber da die Sonne schon morgens schien, wählten wir den Weg über die Küstenstraße.

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Ein gute Wahl, denn schon kurz nach Tramore lockte ein großer Parkplatz zu einem kurzen Spaziergang über die Felsküste mit großartigen Ausblicken. Leider hatte ich heute erstmals nicht meine guten Wanderschuhe an, denn ich war davon ausgegangen, dass ich heute durch eine Stadt  und ein Museum spazieren werde, so dass wir den Spaziergang etwas abkürzten. Trotzdem war er wunderschön – die Sonne, das Meer, die Felsen, Möwen, die sich mit dem Wind tragen lassen – einfach Seelenbalsam.

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Auf dem weiteren Weg machten wir Halt in Dungarvan, wo am Hafen unter den wichtigen Männern der Dorfgemeinschaft helle Aufregung herrschte, da sie einige Yachten zu Wasser ließen. Ein ganz nettes Städtchen, in dem wir uns die Beine vertraten und zu Mittag in einem urigen Pub eine Tasse Suppe verspeisten.

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Obwohl mich schon im Pub eine wohlige Müdigkeit packte und ich eigentlich nicht mehr weiterfahren wollte, machten wir uns auf das letzte Stück unserer heutigen Tagesetappe nach Cobh.

Von dort starteten viele Auswanderer von Irland in die „neue Welt“ ihre abenteuerliche Reise und auch die Titanic nahm in diesem Hafen noch einmal 120 Personen an Bord, bevor sie sich auf ihre erste und letzte Fahrt machte. Deshalb gibt es in diesem Ort ein Auswanderermuseum und eine „Titanic Experience“. Wir entschieden uns für letzteres, was letztendlich eine Enttäuschung war. Nicht nur, weil ich für einige Minuten eine fürchterliche Hustenattacke hatte (blöde Erkältung!), war die Führung etwas lustlos und nicht besonders informativ. Vermutlich wäre das Museum die bessere Wahl gewesen.

IMG_3972 IMG_3980 IMG_3994 Anschließend waren Ralf und ich immer noch müde und so entschieden wir uns, einen Kaffee trinken zu gehen. Dazu wählten wir vermutlich das schlechteste Café des ganzen Ortes. Während unseres Aufenthaltes dort ließ ein Gast ihr Sandwich zurückgehen, da sie es ungetoastet bestellt hatte, es aber getoastet kam, ein anderer Gast gab ihren Scone zurück, die er nicht frisch sei und bei unserem Apple Crumble schmeckte der Klecks Sahne so, dass ich Ralf dringend davon abriet, ihn zu probieren. Der Crumble war auch nicht sonderlich lecker, aber wenigstens weckte der Kaffee wieder unsere Lebensgeister.

Wir bummelten noch ein bisschen durch die Stadt, stiegen zur Kathedrale empor und bewunderten auf dem Rückweg zum Auto noch ein Kreuzfahrtschiff – wie wir meinten. Vermutlich war es aber nur eine Fähre, zumindest stand „Brittany Ferry“ drauf – wir kennen uns damit ja nicht aus.

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Zurück in Tramore ging es ein bisschen wuselig zu und unser Parkplatz vor dem Haus war besetzt. Auch auf dem großen Parkplatz unterhalb der Straße waren sehr viele Plätze belegt, wohl wegen eines „Road Race“, wie viele Schilder aussagten. Wir hofften nur, dass uns dieses morgen keinen Strich durch unsere Reisepläne macht.

Essen waren wir heute im „Victorian House“, einem urigen Pub, den die Wirtin gestern ebenfalls empfohlen hatte. Eine gute Wahl, denn wir tranken sehr gutes lokales Bier „Metalman“ und aßen einen leckeren Burger und ein gutes Steak und ließen es uns in dieser tollen Atmosphäre so richtig gut gehen. Es ist fast ein bisschen schade, dass wir morgen schon wieder weiter müssen, aber von Killarney, unserem nächsten Ziel haben wir bisher hier vor Ort nur gutes gehört.

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29.4.2016: Dublin – Tramore

Obwohl ich gestern Abend wohl ab etwa 19 Uhr fast durchgehend geschlafen hatte, war die Nacht ruhig und wir konnten beide gut schlafen. Da wir das Full Irish Breakfast mitgebucht hatten, ließen wir es uns als erstes im Hotelrestaurant gut gehen. Natürlich mussten wir von fast jedem etwas probieren und so wanderten auch die „Irish Country Puddings“ auf den Teller, welche mitnichten deutschen Puddings entsprechen, sondern fast so etwas wie Blut- und Leberwurst sind. Also nach unserem Geschmack durchaus lecker, auch wenn ich das nicht jeden Morgen essen müsste.

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Anschließend packten wir unsere Sachen zum ersten Mal wieder zusammen und machten uns auf den Weg um unser Mietauto abzuholen. Wir hatten das Glück, dass der Shuttlebus zum Flughafen gerade abfuhr und so sparten wir uns den Kilometer Fußmarsch mit unseren schweren Taschen.

Die Abholung des Wagens stellte sich dann als etwas „Zankerei“ seitens Hertz dar. Angeblich sollte unser Wagen, ein funkelnagelneuer Volvo irgendwas, in Bay 13 stehen. Kein Problem,, dachten wir, das finden wir. Allerdings gingen die Nummern bei den Hertz-Parkplätzen nur bis 11 und fingen dann wieder bei 21 an. Nach ein paar vergeblichen Runden schnappte Ralf sich dann einen Mitarbeiter von Hertz, der ihm sagte, der Wagen stünde nicht in einer Hertz- sondern einer Thrifty-Bay. Aaaaah, klar, dann finden wir ihn ganz bestimmt…. dachten wir. Nein, auch hier war weit und breit keine 13 zu sehen. Also wieder zurück zum Office (nicht, dass die Wege im Parkhaus doch etwas länger wäre…) und noch einmal den Mitarbeiter geschnappt, der sich dann bereit erklärte, den Wagen vorzufahren. Dieser hatte auf Parkplatz Nummer 88 gestanden!

OK, Gepäck eingeladen und sich kurz mit dem Wagen vertraut gemacht und schon ging es los. Ja, Linksfahren ist ein Abenteuer! Es ist einfach „falsch herum“. Alles in mir schrie dagegen an, es war einfach nicht richtig. Auf jeden Fall war ich froh, dass wir ein Automatikgetriebe gebucht hatten, so dass ich mich wenigstens die meiste Zeit nicht auch noch mit dem Schalthebel auf der falschen Seite rumplagen musste. Auf der Autobahn wird man ständig rechts überholt. Linksabbiegen ist total easy, aber beim rechtsabbiegen muss man höllisch aufpassen. Der Innenspiegel ist völlig falsch, nämlich auf der linken Seite angebracht…

Trotzdem hat alles gut geklappt. Die Fahrt nach Kilkenny ging schnell vorüber, ich schlug mich tapfer im Stop-and-Go-Verkehr in den engen mittelalterlichen Gässchen und schaffte es sogar, ohne Parkrempler in einem Parkhaus einzuparken. ich bin ein Held!

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Kilkenny hat uns sehr gut gefallen. Wir aßen ein Sandwich und tranken Tee. Vor dem Kaffee wurden wir in diversen Reiseführern gewarnt und deshalb und um möglichst authentisch zu leben, wollten wir auf dieser Reise unsere Koffeindosis hauptsächlich aus Tee decken. Dann ließen wir uns durch die engen, lebhaften Gässchen treiben und besichtigten die Burg, die ursprünglich im 13. Jahrhundert gebaut wurde, aber im letzten Jahrhundert mehr oder weniger originalgetreu wieder aufgebaut wurde.

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Wir hatten an diesem Tag bis auf ein paar Regentropfen recht schönes, wenn auch kühles Wetter. Ich hatte mir die leise Hoffnung zurechtgelegt, dass ich auf dieser Reise irgendwann vielleicht nur eine Jacke tragen könnte, denn bis jetzt hatte ich immer eine Softshelljacke unter meiner normalen Outdoorjacke getragen.

Als wir den Kurzbesuch in Kilkenny beendet hatten, wollten wir zur Burg von Cashel fahren, die auch sehr beeindruckend sein soll. Unsere dumme Navitante ärgerte uns auf dieser Reise ziemlich, indem sie bei Namensgleichheiten von Ortsnamen keine Differenzierung anbot, sondern man raten musste. So hatte man in diesem Fall etwa 20 mal Cashel, Ireland stehen. Und prompt wählten wir den falschen Ort aus. (Ja, ich weiß, dass man sich nicht ausschließlich aufs Navi verlassen sollte!)

Die Route führte auf immer abenteuerlichen Straßen mitten in die Wildnis hinein. Obwohl wir diese engen irischen Straßen, die links und rechts von Hecken oder Mauern begrenzt sind, eigentlich heute, am Eingewöhnungstag nicht fahren wollten, landeten wir schließlich dort hier. Spannend wird es halt, wenn dann plötzlich ein entgegenkommendes Auto vor einem steht und man dem Impuls, nach rechts auszuweichen, entgegensteuern muss. Und zur Krönung des Ganzen ging ein heftiger Graupelschauer, der binnen Minuten alles weiß machte, nieder. Tja, unser eigentliches Ziel war dann ein ödes Mini-Dörfchen, das wir natürlich schleunigst wieder verließen auf der Suche nach etwas zivilisierten Straßen.

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Da der Tag schon etwas vorangeschritten war, entschlossen wir uns, ab sofort nach einem B&B Ausschau zu halten. Dazu fuhren wir wieder Richtung Kilkenny, bogen aber Richtung Waterford ab. Hier gefiel es uns aber auch nicht und nach einem kurzen Blick auf die Karte und in den Reiseführer entschieden wir uns für Tramore, ein kleines Seebad mit recht guter Infrastruktur.

Hier ergatterten wir ein Zimmer im Killerig  Bed&Breakfast, vorerst für eine Nacht. Die Wirtin machte uns darauf aufmerksam, dass am Wochenende ein „Bank Holiday“-Wochenende ist. In Irland ist es nämlich so, dass Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, am darauf folgenden Montag nachgeholt werden. Am Sonntag ist 1. Mai und somit haben viele Iren ein langes Wochenende vor sich, an dem sie gerne einen Kurzurlaub am Meer machen. Deshalb könnte es morgen mit Übernachtungsmöglichkeiten eng werden und eventuell bleiben wir noch eine Nacht länger.

Gegessen haben wir im „The Vee“, einem von der Wirtin empfohlenen Bistro, War echt lecker, auch wenn es kein Guiness gab, sondern italienische Peroni (oder so ähnlich) vom Fass.

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Als wir gegen 21 Uhr  aus dem Lokal kamen, hatten wir einen herrlichen Blick aufs Meer. Die Sonne war gerade untergegangen und färbte die restlichen Wolken, die am ansonsten blauen Himmel standen, in verschiedenen Rosatönen. Wunderschön! Und vielleicht würde es ja doch während unseres Aufenthaltes hier noch etwas wärmer werden, denn, wie sagte unsere Wirtin heute: „It’s unusually cold this year for this time“.  Liegt das vielleicht doch daran, dass dieses Jahr eben WIR im Lande sind?

28.4.2016 Flug nach Dublin

Nachdem uns der große Streik gestern einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und wir anstatt nach Cork erst einmal nach Dublin umgebucht hatten, nutzten wir den gestrigen Tag um in Ruhe alles für die Reise fertig zu machen. Getrübt wurde die Vorfreude dadurch, dass Juttas schon lange vor sich hin dümpelnde Erkältung meinte, dass so ein Urlaub der ideale Zeitpunkt ist um jetzt loszulegen.

Entsprechend unruhig war Ihre Nacht und mit schweren Kopf ging es dann ziemlich früh (wir haben bei Flügen ja immer Angst zu spät zu sein) auf den Weg zum Flughafen.

Die Fahrt verlief reibungslos – klar wir hatten ja Puffer eingeplant. Das Gepäck war schnell am Check In abgegeben, die Bundespolizei lies uns problemlos in das internationale Gate und bei dem Sicherheitscheck musste Jutta ihren guten Vorsatz, heute mal nicht freundlich zu dem Sicherheitspersonal zu sein, fallen lassen, da sie noch nie so zuvorkommend auf Sicherheit geprüft wurde.

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Der Flug hatte eine Dreiviertelstunde Verspätung, aber da wir ausnahmsweise mal ganz vorne in der Schlange waren, konnten wir in Ruhe unseren Sitz aufsuchen und das Handgepäck verstauen.  Der Flug verlief technisch komplikationslos aber Jutta hatte durch die verstopfte Nase unangenehme Ohrenschmerzen. Nachdem wir uns nur ein ganz klein wenig verlaufen haben, fanden wir auch unser Hotel am Flughafen von dem es morgen früh dann raus in die Natur Irland gehen soll.

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Aber zunächst ging es mit einem Shuttlebus in die City von Dublin. Meine Güte ist dieser Linksverkehr verwirrend. Die Orientierung war immer wieder mal weg, weil vor lauter „In welche Richtung muss man jetzt schauen, wenn man über die Straße geht“ wussten wir nicht mehr wo links und rechts ist.

Die Dubliner scheinen aber mit uns Festlandeuropäern so ihre Erfahrungen zu haben, denn überall auf der Straße war „Look left“ und „Look right“ mit Richtungspfeil aufgemalt. Dublin selbst machte eine sehr quirligen ersten Eindruck und die Busse – noch nie in meinem Leben habe ich so viele Busse auf einen Haufen gesehen.

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Nach dem wir ein wenig die O’Connell Street entlang gelaufen sind, mal nach rechts, dann nach links abgebogen sind, landeten wir im berühmten Sceneviertel Temple Bar. Wirklich nett mit den vielen Pubs und Restaurants und nachdem wir den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen hatten, nahmen wir einfach eines der vielen „Original Irish Restaurants“ und bestellten uns todesmutig ein Irisches Menü. Und siehe da – es war lecker und so eine frisch gezapftes Guinness passte hervorragend dazu.

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Während wir aßen gab es ein kräftigen Schneeregen, der aber so schnell vorbei war, wie er kam. Wir waren trotzdem froh, dass wir drinnen sitzen durften.

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Da es Jutta nicht so gut ging, brachen wir an der Stelle dann auch unsere erste Irlanderoberung ab und suchten die Bushaltestelle unseres Shuttle-Services. Bei so vielen Bushaltestellen von so vielen Gesellschaften gar nicht so einfach.  Der Himmel war auch (mal wieder) klar nur der kalten Wind war unangenehm.

Auf der Rückfahrt dann das mulmige Gefühl – und morgen fahren wir ohne Chauffeur auf der falschen Seite – Ohoh! Aber egal – das schaffen wir – andere schaffen das ja auch. 🙂

Auf dem Fußweg zum Hotel überraschte uns mal wieder einer der vielen Regenschauer, der pünktlich, als wir das Hotel erreichten, wieder aufhörte und uns noch einen wunderbaren Regenbogen bescherte.

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Jetzt sehen wir zu, dass Jutta ihre Erkältung ein wenig auschläft und werden den Abend noch in der Hotelbar bei 1-2 Bier ausklingen lassen.

Morgen ist ja auch noch ein Tag und wir freuen uns schon auf die neuen Abenteuer.