5. Tag 4.5. Fahrt zu den White Sand Dunes

Die Nacht in unserem schönen Hotel in Silver City war ruhig und angenehm und aufgrunddessen, dass in New Mexico im Gegensatz zu Arizona Sommerzeit herrscht, hatten wir sogar mal etwas länger geschlafen 😉
Als erstes machten wir uns danach auf den Weg, ein Lokal mit Frühstücksangebot zu suchen. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellte. Die historische Altstadt von Silver City wirkte noch ziemlich verschlafen und einige Lokale hatten montags leider geschlossen. So entschieden wir, im Hotel lediglich einen Kaffee zu trinken und uns danach gleich auf den Weg Richtung White Sand Dunes und Alamagordo zu machen. Wir würden schon nicht verhungern…

Am Ortsausgang von Silver City reihten sich natürlich, wie fast in jeder amerikanischen Kleinstadt, die Motelketten, Fast-Food.Restaurants, Tankstellen und Supermärkte auf. Aber wir brauchten ja nichts, wollten ja nichts essen und tanken, ach tanken können wir ja noch im nächsten Ort. Der Tank war ja schließlich auch noch zu einem Viertel voll.

Ralf hatte einen netten Byway ausgesucht, den wir fahren wollten. Statt gleich Richtung Interstate sollte dieser uns durch den Gila National Forest führen und landschaftlich sehr schön sein. Die Strecke ließ sich auch wirklich schön an. Wir fuhren in die Berge und es eröffneten sich immer wieder tolle Ausblicke.

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Irgendwann stellte sich dann aber doch die Frage nach einer Tankstelle. Weil, wie ich feststellte, die Orte in dieser Gegend ja doch ziemlich dünn gesäht sind. Die befrage Navitante meinte dann, dass die nächste Tankstelle in 20 km Entfernung läge. Juchhu, das ist ja gar nicht so weit! Die Navigation dorthin begann aber mit der Ansage „bei nächster Gelegenheit bitte wenden“. Das war allerdings so gar nicht nach unserem Geschmack. Aber was blieb uns anderes übrig? Die 107 km bis zur nächsten Tankstelle in der richtigen Richtung schienen uns dann doch zu waghalsig. Deshalb fuhren wir wohl oder übel den Weg zurück.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer verfallenen Location mit windschiefem Schild und ein paar alten, klapprigen Tanksäulen vorbei. Das schien uns nicht so recht geheuer, außerdem würdigte die „Tante“ den Ort keines Blickes und führte uns daran vorbei. Leider stellte sich dann am eigentlichen Ziel heraus, dass von der angekündigten Tankstelle jede Spur fehlte und sich dort ein Postamt befand. Tja, das System ist halt leider nicht ganz aktuell…

Deshalb wollten wir dann doch an der vorhin verschmähten Tankstelle ein paar Gallonen Benzin tanken. Ralf ging hinein, denn man wurde mittels handschriftlichem Zettel aufgefordert, vorher Cash zu bezahlen. Vor dem Eingang fiel mir ein Schild auf „Today Chicken and Beef Fajita“. Hm, klingt gar nicht schlecht und außerdem war es schon fast 12 Uhr und das fehlende Frühstück machte sich jetzt doch bemerkbar. Ralf meinte, dass das Lokal recht gemütlich ausgesehen hatte und so beschlossen wir, das Abenteuer einzugehen.

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Das Lokal war tatsächlich urig und gemütlich eingerichtet, einige Tische waren mit einheimischen Arbeitern besetzt und die Bedienung, eine ältere Damen war sehr freundlich. Wir entschieden uns beide für Chicken Fajita. Vorher gab es natürlich Nachochips mit scharfer Salsa und wir freuten uns auf das Essen. Man muss dazu vorausschicken, dass wir beide keine geübten „Mexikanisches-Essen-Esser“ sind. So wirklich wissen wir vorhin nicht, was uns erwartet.

Geliefert wurden uns je eine gefaltete Tortilla und ein Teller mit frisch gebratenen Hühnchenstreifen, Paprika und Zwiebeln, außerdem ein Schälchen mit Sauerrahm und scharfer Guacomale. Dazu Reis und Bohnen. Wie isst man das nun? Eigentlich hatte ich erwartet, dass uns fertiges Essen serviert wird, aber das hier sah nach Do-It-Yourself aus. Die Bedienung bemerkte unsere Not, kam an den Tisch und baute mir aus den Zutaten einen leckeren Fajita (natürlich nach Rückfrage, ob sie dürfe – ihre Hände seien sauber!). Wir waren begeistert und mit dieser Hilfe gelang es uns, das Essen anständig zu verspeisen. Es war sehr, sehr gut und zusammen mit der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bedienung und dem Ambiente bin ich sicher, dass der Besuch im Restaurant „El Sol“ ein Highlight unseres Urlaubes wird und uns in guter Erinnerung bleiben wird.

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Danach konnten wir uns frisch gestärkt auf den Weg machen und die bereits bekannte Strecke nachmals zurücklegen, um uns dann auf unbekanntes Gebiet zu wagen.

Die Strecke über den Byway mit seiner landschaftlichen Schönheit hatte sich wirklich gelohnt. Auch wenn es zwischendurch immer mal wieder regnete haben wir die Fahrt sehr genossen und sogar einige Tiere sichten können.

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Nachmittags kamen wir dann am White Sands National Monument an. Die Gegend ist ja nicht nur eine landschaftliche Besonderheit mit seinen strahlend weißen Dünen aus feinstem Gips, sondern auch militärisches Sperrgebiet und Raketentestgelände des US-Militärs. Das merkt man auch dadurch, dass einige Meilen vor dem eigentlichen National Monument eine Kontrollstelle auf dem Highway eingerichtet ist. Dort werden alle Autos, wie früher in Europa an den Außengrenzen, durch eine Kontrolle geleitet, an der ein Officer steht und in jedes Auto, das bei ihm anhalten muss, einen genauen Blick wirft. Ja, die mexikanische Grenze mit ihrer Flüchtlingsproblematik ist nicht weit weg von hier. Wir mussten anhalten, ein paar Fragen beantworten und unsere Pässe vorzeigen und durften dann weiterfahren.

An den Dünen angekommen machten wir nur einen kurzen Abstecher ins Visitor Center und fuhren dann gleich hinein. Die Landschaft ist wirklich sehr besonders. Besonders schön und wieder einmal fremdartig an dieser Stelle. Es führt eine Straße hindurch, an der an einigen Stellen Parkplätze mit Picknickstellen samt Grill angelegt sind und man darf an allen Stellen in die Dünen hineinwandern, was wir auch taten. Ralf fotografierte natürlich wie immer fleißig. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit. Es war unglaublich windig und ringsum formierten sich immer wieder neue Wolken, auch wenn immer wieder die Sonne schien. In jedem Moment zeigte der Himmel ein anderes Bild, was einerseits ja auch schön ist, aber mit einem strahlend blauen Himmel wäre das Erlebnis dort sicher noch beeindruckender gewesen.

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Wir machten uns daher auf den Weg nach Alamogordo, in dem ich ein Zimmer im Super 8- Motel gebucht hatte. Das Motel war ganz am Ende des langgezogenen Ortes gelegen und gegenüber befindet sich zu meiner Freude eine große Mall. Der freundliche indische Inhaber empfahl uns zum Abendessen das nebenan gelegene Lokal und wir inspizierten das überraschend schön eingerichtete Zimmer in diesem günstigen Budget-Motel. Das Essen nebenan hat uns auch gut geschmeckt, auch wenn es nicht an unser „Frühstück“ heran kam.

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Beim Herauskommen, um die paar Meter zu Fuß ins Motel zurückzulegen, leuchteten die ersten Blitze am Himmel auf. Aber erst nachdem wir im Zimmer angekommen waren, legte das Gewitter so richtig los. Der Tag war also wieder einmal rundherum gelungen.

(Und morgen früh fahren wir dann noch über die Straße in die Mall zum Einkaufen. Das wollte ich nämlich bei diesem Wetter und einer Margarita im Bauch dann doch heute nicht mehr tun…)

Ein Gedanke zu „5. Tag 4.5. Fahrt zu den White Sand Dunes“

  1. Hallo ihr zwei,

    Ihr versüßt mir wieder meinen Feierabend. Vielen Dank dafür!
    Eure Berichte sind wieder total super. Ich sitze gefühlt auf der Rücksitzbank und fahre mit. Ralf, deine Bilder sind toll!

    Euch noch einen wunderschönen Urlaub!

    Lg Steffi

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