8. Tag: Vom Grand Canyon nach Page

Heute nehmen wir Abschied vom Grand Canyon, was uns nicht so besonders schwer fällt, denn wie gestern schon geschrieben, haben wir uns jetzt endlich satt gesehen. Unser Weg nach Page führt uns aber noch einmal durch den östlichen Teil des Nationalparks bis zum Desert Tower. Dort halten wir noch einmal kurz an, besteigen zusammen mit vielen anderen Touristen den Turm, schauen uns um und beschließen, dass es wirklich OK ist, jetzt weiter zufahren. Irgendwie ist ein Wiedersehen mit dieser gigantischen Schlucht doch etwas anderes als ein erstes Zusammentreffen. Man ist nicht mehr so überwältigt, sondern hat eher das Gefühl, ja, ist ok, Du bist da, bist gewaltig groß und beeindruckend und das ist OK.

Die letzte Station bevor wir den Grand Canyon verlassen
Die letzte Station bevor wir den Grand Canyon verlassen
Gefährliche Gegend der Grand Canyon
Gefährliche Gegend der Grand Canyon

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Die Weiterfahrt nach Page ist angefüllt mit alten Erinnerungen an unsere letzte Tour, die uns über die gleiche Strecke geführt hatte. Ja, hier haben wir angehalten. Schau, diese vielen Verkaufsstände mit Indianerschmuck und -kunsthandwerk. Wie schlimm, diese vielen heruntergekommenen Indianersiedlungen. Was hat sich der „weiße Mann“ nur dabei gedacht und wieviel Arroganz ist nötig, den amerikanischen Ureinwohnern dieses zwar wunderschöne aber absolut lebensfeindliche, öde Land als Heimat anzubieten? Wie würden wir uns fühlen, wenn wir plötzlich aus unserer gewohnten Umgebung herausgerissen würden und dorthin verpflanzt würden? So nach dem Motto, schaut, wieviel neues Land ihr da bekommt. Seid also brav und freut euch darüber …

Verkaufsstand der Navajos
Verkaufsstand der Navajos

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Kleiner Canyon im Navajo-Reservat
Kleiner Canyon im Navajo-Reservat

Ansonsten verläuft die Fahrt unspektakulär. Einmal kommen wir zu einer größeren Straßenbaustelle. Es wird schon mit Schildern darauf hingewiesen, dass die Straße nur noch einspurig verlaufen wird, das Tempo wird gedrosselt und dann steht da ein Mann mit Flagge und stoppt den Verkehr. Tja, und dann steht man da mitten in der Landschaft. Weit und breit nichts zu sehen. Irgendwann kommt dann eine gewaltige Autoschlange entgegen und irgendwann fahren die vor einem stehenden an und man selbst fährt einfach der Kolonne nach – über eine eigentlich komplett fertige Straße, es ist also nichts von einer Baustelle zu sehen. Ach ja, doch, da vorne fährt ja ein Baufahrzeug. Das macht gerade noch die Fahrbahnmarkierung fertig. Damit das alles gut funktioniert, wird jede Kolonne von einem „Pilot Car – Follow me“ angeführt. Den Job stell ich mir ja – genauso wie den des Mannes mit der Flagge – sehr spannend vor. Den ganzen Tag einen Treck von Autos über eine Strecke von etwa 5 km führen, wenden und mit dem nächsten Treck zurück. 🙂

Landschaft :-)
Landschaft 🙂

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Baustelle auf amerikanisch
Baustelle auf amerikanisch

In Page angekommen sind wir gleich wieder fasziniert von der Landschaft. Diese Gesteinsformationen sind einfach fantastisch. Aber als erstes fahren wir einen Denny’s an, den ersten für diese Reise. Wir stärken uns mit einem Salat mit Hähnchenbrust (und einem klitzekleinen Nachtisch…) für den Rest des Tages, bevor wir einen Viewing Point ansteuern, von dem aus man einen perfekten Blick auf die Staumauer des Glen Canyon Dam hat. Zusammen mit diesen großartigen Felsen ringsherum ein echtes Highlight.

Der Lake Powell - Ein Stausee mitten in der Wüste - ist schon zu sehen
Der Lake Powell – Ein Stausee mitten in der Wüste – ist schon zu sehen

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Der Colorado. An dieser Stelle wollen wir morgen früh los
Der Colorado. An dieser Stelle wollen wir morgen früh los

DSC_0104 DSC_0111Danach fahren wir zu unserem Motel „Lulu’s Sleep Ezze„. Dieses kleine, altmodische Motel haben wir im Internet gefunden und aufgrund der dortigen Berichte gleich für 3 Nächte gebucht. Das Motel ist wirklich ganz entzückend und hat eine super nette und herzliche Gastgeberin. Unser Zimmer hat die Nummer 8. „The door is open, the key is inside“ – ja, so ist das hier tatsächlich noch. Das Zimmer ist zwar nicht so perfekt eingerichtet wie in den meisten Kettenmotels, hat dafür aber echten Charme und ist blitzsauber. Es hat einen Kühlschrank, eine Mikrowelle und eine Kaffeemaschine MIT ECHTEN PORZELLANBECHERN. Juchhu, wir müssen also morgen früh keinen Kaffee aus Pappbechern trinken!

Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte
Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte

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Echte Tassen! Eine Rarität in amerikanischen Motelzimmern
Echte Tassen! Eine Rarität in amerikanischen Motelzimmern
Schnell noch ein paar Bilder sichern
Schnell noch ein paar Bilder sichern

Nach dem Ausräumen des Autos macht Ralf erst einmal ein paar Fotos von diesem Kleinod und muss es natürlich gleich der Welt mitteilen. ;-)) Danach machen wir uns auf zum Einkaufen ins Safeway. Bei Lulu gibt es nämlich jeden Abend Barbecue für die Gäste. Dafür muss man natürlich selbst einkaufen, aber sie gibt uns ihre Rabattkarte mit und man bekommt 10% Rabatt auf alles. Wir kaufen Ribeye-Steaks, Brot, Makkaronisalat, Steaksauce und natürlich Bier. Zusammengerechnet kommt der Spaß dann wahrscheinlich kaum billiger als Essen gehen, aber dafür sitzen wir abends dann hinter dem Motel und essen die von Lulu frisch gegrillten Steaks (köstlich!) unter einem Strohschirm mit bunten Lämpchen. Sehr romantisch. Da es hier sehr familiär zugeht, müssen wir natürlich unser Geschirr auch selbst spülen (Lulu hat mir vorher genau ihre Küche erklärt) und dann gerät sie ins Erzählen. Ihre Geschichte ist sehr spannend und interessant, aber irgendwann treibt es mich ins Zimmer, denn es blitzt und donnert ganz gewaltig.

Unser erstes amerikanisches BBQ
Unser erstes amerikanisches BBQ

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Hoffentlich gewittert es morgen nicht, denn eigentlich haben wir vor, eine Schlauchbootfahrt auf dem Colorado River mitzumachen. Um 7 Uhr ist Treffpunkt.

Unsere heutige Route:


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