9. Tag: 8.5. Taos und Great Sand Dunes

Heute verließen wir das schöne New Mexico um einen Abstecher nach „Colourful Colorado“ zu machen. Aber zunächst stand noch eine wunderbare Fahrt über die „High Road to Taos“ auf dem Programm. Diese Straße führte uns durch spektakuläre Landschaften zunächst nach Chimayo, wo wir uns die Wallfahrtsstätte ansehen. Auch hier beeindruckt das Zusammenspiel von indianischer und christlicher Religion und es gibt sogar ein Standbild einer Vietnamesin, die angeblich als Mutter Maria mit dem Jesuskind erschienen sein soll. Überall hängen Rosenkränze und von Pilgern mitgebrachte Kreuze mit Bitten und Danksagungen. Als besonderer „Knüller“ soll es hier durch den Verzehr einer heiligen Erde zu Wunderheilungen kommen. Ralf wollte die Erde aber trotz seiner Erkältung nicht essen und so sind wir weitergefahren, ohne dass er geheilt war.

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Auf dem weiteren Weg wartete die Landschaft immer wieder mit spektakulären Aussichten auf, bis wir schließlich Taos erreichten. Bis dahin waren wir uns noch uneins, ob wir das Taos Pueblo noch besichtigen sollten. Da wir aber in einen ausgewachsenen Verkehrsstau hineingerieten, entschieden wir uns, nur eine Kleinigkeit zu essen und weiterzufahren. Vorher aber entdeckte ich ein Sportgeschäft, das ich spontan ansteuerte, um mir endlich meine halb hohen Wanderschuhe zu kaufen, die ich schon seit Tuscon (als ich mir den schlimmen Sonnenbrand auf den Füßen geholt hatte) zulegen wollte. Mit Hilfe eines halbwegs bemühten Verkäufers fand ich ein Paar Schuhe von Coleman und besitze somit Wanderschuhe vom Hersteller unserer ausgezeichneten Kühlbox. Der Preis stimmte auch, also alles gut.

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An der „Taos Plaza“ fanden wir einen Parkplatz direkt an einer kleinen Fußgängerzone, in der wir auch ein nettes Lokal fanden, in dem wir ein Sandwich verspeisten. Anschließend bummelten wir noch durch einen Teil des Städtchens, das mir ausnehmend gut gefiel. Besser sogar als Santa Fe. Ich stehe halt doch eher auf die kleineren Städtchen als auf Großstädte. Landei bleibt Landei.

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Dann war bald die Landesgrenze von New Mexico erreicht. In der Ferne sah man schon die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains aufragen, als wir nach Colorado fuhren. Und wieder weite Landschaften mit der Warnung vor kreuzenden „Elks“ und Pferden, wegen „Open Range“. Aber nicht mal ein Hase ließ sich blicken, als wir wieder einmal Meile für Meile geradeaus fuhren.

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Kurz nachdem wir zum „Great Sand Dunes Nationalpark“ abgebogen waren, konnte man sie schon in der Ferne sehen. Dieser Nationalpark ist für mich ein echtes Naturwunder. Bedingt durch starke Winde haben sich direkt vor den schneebedeckten Bergen, die sich auf über 4000 Metern Höhe erheben, über ein riesiges Gebiet sehr große Sanddünen gebildet. Der Kontrast zwischen diesen alpinen Bergen und den wüstenhaften Sanddünen ist unbeschreiblich und gehört für mich jetzt schon zu den Highlights dieser Reise.

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Der Zutritt zu diesen Dünen ist im vorderen Bereich des Parks uneingeschränkt möglich. Von einem Parkplatz aus führt der Weg zu einem Creek, der einiges Wasser führte, aber leicht zu durchwaten war. Also Schuhe aus, Hosenbeine hochkrempeln und los gehts. Ein kleines bisschen Mut gehörte für mich schon dazu, aber es machte riesigen Spaß, durch das kalte Wasser zu gehen. Hinterher wanderten wir noch durch die Dünen und genossen diese fremdartige Landschaft vor den Bergen. Da der Wind aber doch unangenehm und sich trotz Sonnenscheins schon einige dunkle Wolken am Himmel zeigten, machten wir uns bald auf den Rückweg zum Auto.

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Vom Parkplatz aus führte uns die Navitante über wieder einmal meilenweite, geradeaus führende Straßen zu unserem Motel, das auch ein Highlight unsere Reise ist. Das Best Western Movie Manor in Monte Vista steht mitten im Nichts. Angeschlossen ist jedoch ein Autokino. Von jedem Zimmer aus hat man einen Panoramablick auf die Leinwand, der Ton wird mittels Lautsprecher ins Zimmer übertragen. Alle Zimmer sind mit Bildern von Filmstars verziert und jedes Zimmer nach einem Star benannt. Wir schlafen im Zimmer „Robert de Niro“ und konnten uns den neuen „Avengers“ anschauen. Leider entspricht das nicht so ganz unserem Filmgeschmack und so verspeisten wir lediglich unseren Hamburger mit Pommes, die wir uns an der Snackbar besorgt hatten, vor der Leinwand und zogen dann die Vorhänge zu. Trotzdem eine tolle Sache, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Morgen wird es dann noch weiter in die Berge gehen. Auch hier, auf etwa 2600 Metern Höhe, war es heute Abend schon recht frisch, der Wind blies stark und es regnete ein paar Tropfen. In Silverton, wo uns eine Bahnfahrt übermorgen hinführen wird, schneit es derzeit. Ich hoffe, wir bleiben von solchen Wetterkapriolen verschont.