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30.4.2016 Tag: Titanic Experience Cobh

Heute startete mein Tag nicht ganz so üppig, denn ich hatte in unserem B&B “nur” die Pancakes mit Früchten gewählt, die wirklich lecker und sogar nicht einmal so süß wie waren, wie ich sie von den USA her kannte, denn sie wurden ohne Maple Sirup serviert. Ralf hingegen hatte sich für das Full Irish Breakfast entschieden, das ihm gut schmeckte, aber noch Stunden schwer im Magen lagen. Mal sehen, für welches Frühstück er sich morgen entscheidet.

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Dies wird wieder im gleichen B&B sein, denn unsere Internetrecherche gestern Abend hatte uns zu dem Entschluss bewogen, aufgrund des langen Feiertagswochenendes in Irland, vor dem uns unsere Wirtin gewarnt hatte, noch eine Nacht länger in dieser netten Unterkunft zu bleiben. Zwar wird die Fahrt morgen ziemlich lang werden, aber die Alternativen waren entweder sauteuer, mit schlechten Rezensionen oder mitten in der Pampa ohne Infrastuktur gelegen. Also eine weiter Nacht in Tramore.

Wir wollten uns heute die Titanic Experience in Cobh anschauen und uns auf dem Weg dorthin oder auf dem Rückweg – je nach Wetter- ein bisschen treiben lassen. Eigentlich hatte uns der Wetterbericht gestern Abend für den Vormittag Regen angekündigt, der am Nachmittag nachlassen sollte, aber da die Sonne schon morgens schien, wählten wir den Weg über die Küstenstraße.

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Ein gute Wahl, denn schon kurz nach Tramore lockte ein großer Parkplatz zu einem kurzen Spaziergang über die Felsküste mit großartigen Ausblicken. Leider hatte ich heute erstmals nicht meine guten Wanderschuhe an, denn ich war davon ausgegangen, dass ich heute durch eine Stadt  und ein Museum spazieren werde, so dass wir den Spaziergang etwas abkürzten. Trotzdem war er wunderschön – die Sonne, das Meer, die Felsen, Möwen, die sich mit dem Wind tragen lassen – einfach Seelenbalsam.

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Auf dem weiteren Weg machten wir Halt in Dungarvan, wo am Hafen unter den wichtigen Männern der Dorfgemeinschaft helle Aufregung herrschte, da sie einige Yachten zu Wasser ließen. Ein ganz nettes Städtchen, in dem wir uns die Beine vertraten und zu Mittag in einem urigen Pub eine Tasse Suppe verspeisten.

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Obwohl mich schon im Pub eine wohlige Müdigkeit packte und ich eigentlich nicht mehr weiterfahren wollte, machten wir uns auf das letzte Stück unserer heutigen Tagesetappe nach Cobh.

Von dort starteten viele Auswanderer von Irland in die “neue Welt” ihre abenteuerliche Reise und auch die Titanic nahm in diesem Hafen noch einmal 120 Personen an Bord, bevor sie sich auf ihre erste und letzte Fahrt machte. Deshalb gibt es in diesem Ort ein Auswanderermuseum und eine “Titanic Experience”. Wir entschieden uns für letzteres, was letztendlich eine Enttäuschung war. Nicht nur, weil ich für einige Minuten eine fürchterliche Hustenattacke hatte (blöde Erkältung!), war die Führung etwas lustlos und nicht besonders informativ. Vermutlich wäre das Museum die bessere Wahl gewesen.

IMG_3972 IMG_3980 IMG_3994 Anschließend waren Ralf und ich immer noch müde und so entschieden wir uns, einen Kaffee trinken zu gehen. Dazu wählten wir vermutlich das schlechteste Café des ganzen Ortes. Während unseres Aufenthaltes dort ließ ein Gast ihr Sandwich zurückgehen, da sie es ungetoastet bestellt hatte, es aber getoastet kam, ein anderer Gast gab ihren Scone zurück, die er nicht frisch sei und bei unserem Apple Crumble schmeckte der Klecks Sahne so, dass ich Ralf dringend davon abriet, ihn zu probieren. Der Crumble war auch nicht sonderlich lecker, aber wenigstens weckte der Kaffee wieder unsere Lebensgeister.

Wir bummelten noch ein bisschen durch die Stadt, stiegen zur Kathedrale empor und bewunderten auf dem Rückweg zum Auto noch ein Kreuzfahrtschiff – wie wir meinten. Vermutlich war es aber nur eine Fähre, zumindest stand “Brittany Ferry” drauf – wir kennen uns damit ja nicht aus.

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Zurück in Tramore ging es ein bisschen wuselig zu und unser Parkplatz vor dem Haus war besetzt. Auch auf dem großen Parkplatz unterhalb der Straße waren sehr viele Plätze belegt, wohl wegen eines “Road Race”, wie viele Schilder aussagten. Wir hofften nur, dass uns dieses morgen keinen Strich durch unsere Reisepläne macht.

Essen waren wir heute im “Victorian House”, einem urigen Pub, den die Wirtin gestern ebenfalls empfohlen hatte. Eine gute Wahl, denn wir tranken sehr gutes lokales Bier “Metalman” und aßen einen leckeren Burger und ein gutes Steak und ließen es uns in dieser tollen Atmosphäre so richtig gut gehen. Es ist fast ein bisschen schade, dass wir morgen schon wieder weiter müssen, aber von Killarney, unserem nächsten Ziel haben wir bisher hier vor Ort nur gutes gehört.

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29.4.2016: Dublin – Tramore

Obwohl ich gestern Abend wohl ab etwa 19 Uhr fast durchgehend geschlafen hatte, war die Nacht ruhig und wir konnten beide gut schlafen. Da wir das Full Irish Breakfast mitgebucht hatten, ließen wir es uns als erstes im Hotelrestaurant gut gehen. Natürlich mussten wir von fast jedem etwas probieren und so wanderten auch die “Irish Country Puddings” auf den Teller, welche mitnichten deutschen Puddings entsprechen, sondern fast so etwas wie Blut- und Leberwurst sind. Also nach unserem Geschmack durchaus lecker, auch wenn ich das nicht jeden Morgen essen müsste.

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Anschließend packten wir unsere Sachen zum ersten Mal wieder zusammen und machten uns auf den Weg um unser Mietauto abzuholen. Wir hatten das Glück, dass der Shuttlebus zum Flughafen gerade abfuhr und so sparten wir uns den Kilometer Fußmarsch mit unseren schweren Taschen.

Die Abholung des Wagens stellte sich dann als etwas “Zankerei” seitens Hertz dar. Angeblich sollte unser Wagen, ein funkelnagelneuer Volvo irgendwas, in Bay 13 stehen. Kein Problem,, dachten wir, das finden wir. Allerdings gingen die Nummern bei den Hertz-Parkplätzen nur bis 11 und fingen dann wieder bei 21 an. Nach ein paar vergeblichen Runden schnappte Ralf sich dann einen Mitarbeiter von Hertz, der ihm sagte, der Wagen stünde nicht in einer Hertz- sondern einer Thrifty-Bay. Aaaaah, klar, dann finden wir ihn ganz bestimmt…. dachten wir. Nein, auch hier war weit und breit keine 13 zu sehen. Also wieder zurück zum Office (nicht, dass die Wege im Parkhaus doch etwas länger wäre…) und noch einmal den Mitarbeiter geschnappt, der sich dann bereit erklärte, den Wagen vorzufahren. Dieser hatte auf Parkplatz Nummer 88 gestanden!

OK, Gepäck eingeladen und sich kurz mit dem Wagen vertraut gemacht und schon ging es los. Ja, Linksfahren ist ein Abenteuer! Es ist einfach “falsch herum”. Alles in mir schrie dagegen an, es war einfach nicht richtig. Auf jeden Fall war ich froh, dass wir ein Automatikgetriebe gebucht hatten, so dass ich mich wenigstens die meiste Zeit nicht auch noch mit dem Schalthebel auf der falschen Seite rumplagen musste. Auf der Autobahn wird man ständig rechts überholt. Linksabbiegen ist total easy, aber beim rechtsabbiegen muss man höllisch aufpassen. Der Innenspiegel ist völlig falsch, nämlich auf der linken Seite angebracht…

Trotzdem hat alles gut geklappt. Die Fahrt nach Kilkenny ging schnell vorüber, ich schlug mich tapfer im Stop-and-Go-Verkehr in den engen mittelalterlichen Gässchen und schaffte es sogar, ohne Parkrempler in einem Parkhaus einzuparken. ich bin ein Held!

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Kilkenny hat uns sehr gut gefallen. Wir aßen ein Sandwich und tranken Tee. Vor dem Kaffee wurden wir in diversen Reiseführern gewarnt und deshalb und um möglichst authentisch zu leben, wollten wir auf dieser Reise unsere Koffeindosis hauptsächlich aus Tee decken. Dann ließen wir uns durch die engen, lebhaften Gässchen treiben und besichtigten die Burg, die ursprünglich im 13. Jahrhundert gebaut wurde, aber im letzten Jahrhundert mehr oder weniger originalgetreu wieder aufgebaut wurde.

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Wir hatten an diesem Tag bis auf ein paar Regentropfen recht schönes, wenn auch kühles Wetter. Ich hatte mir die leise Hoffnung zurechtgelegt, dass ich auf dieser Reise irgendwann vielleicht nur eine Jacke tragen könnte, denn bis jetzt hatte ich immer eine Softshelljacke unter meiner normalen Outdoorjacke getragen.

Als wir den Kurzbesuch in Kilkenny beendet hatten, wollten wir zur Burg von Cashel fahren, die auch sehr beeindruckend sein soll. Unsere dumme Navitante ärgerte uns auf dieser Reise ziemlich, indem sie bei Namensgleichheiten von Ortsnamen keine Differenzierung anbot, sondern man raten musste. So hatte man in diesem Fall etwa 20 mal Cashel, Ireland stehen. Und prompt wählten wir den falschen Ort aus. (Ja, ich weiß, dass man sich nicht ausschließlich aufs Navi verlassen sollte!)

Die Route führte auf immer abenteuerlichen Straßen mitten in die Wildnis hinein. Obwohl wir diese engen irischen Straßen, die links und rechts von Hecken oder Mauern begrenzt sind, eigentlich heute, am Eingewöhnungstag nicht fahren wollten, landeten wir schließlich dort hier. Spannend wird es halt, wenn dann plötzlich ein entgegenkommendes Auto vor einem steht und man dem Impuls, nach rechts auszuweichen, entgegensteuern muss. Und zur Krönung des Ganzen ging ein heftiger Graupelschauer, der binnen Minuten alles weiß machte, nieder. Tja, unser eigentliches Ziel war dann ein ödes Mini-Dörfchen, das wir natürlich schleunigst wieder verließen auf der Suche nach etwas zivilisierten Straßen.

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Da der Tag schon etwas vorangeschritten war, entschlossen wir uns, ab sofort nach einem B&B Ausschau zu halten. Dazu fuhren wir wieder Richtung Kilkenny, bogen aber Richtung Waterford ab. Hier gefiel es uns aber auch nicht und nach einem kurzen Blick auf die Karte und in den Reiseführer entschieden wir uns für Tramore, ein kleines Seebad mit recht guter Infrastruktur.

Hier ergatterten wir ein Zimmer im Killerig  Bed&Breakfast, vorerst für eine Nacht. Die Wirtin machte uns darauf aufmerksam, dass am Wochenende ein “Bank Holiday”-Wochenende ist. In Irland ist es nämlich so, dass Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, am darauf folgenden Montag nachgeholt werden. Am Sonntag ist 1. Mai und somit haben viele Iren ein langes Wochenende vor sich, an dem sie gerne einen Kurzurlaub am Meer machen. Deshalb könnte es morgen mit Übernachtungsmöglichkeiten eng werden und eventuell bleiben wir noch eine Nacht länger.

Gegessen haben wir im “The Vee”, einem von der Wirtin empfohlenen Bistro, War echt lecker, auch wenn es kein Guiness gab, sondern italienische Peroni (oder so ähnlich) vom Fass.

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Als wir gegen 21 Uhr  aus dem Lokal kamen, hatten wir einen herrlichen Blick aufs Meer. Die Sonne war gerade untergegangen und färbte die restlichen Wolken, die am ansonsten blauen Himmel standen, in verschiedenen Rosatönen. Wunderschön! Und vielleicht würde es ja doch während unseres Aufenthaltes hier noch etwas wärmer werden, denn, wie sagte unsere Wirtin heute: “It’s unusually cold this year for this time”.  Liegt das vielleicht doch daran, dass dieses Jahr eben WIR im Lande sind?

18. Tag: 17.5. Fahrt nach Zion Nationalpark

Die Nacht im Cowboy Country Inn war angenehm ruhig, aber ich bin trotzdem völlig zerschlagen aufgewacht. Blöde Erkältung! Aber egal, wir mussten weiter, wollten heute den Zion Nationalpark erreichen, der uns vor 7 Jahren bei unserer ersten USA-Reise nicht so besonders gut gefallen hatte.

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Auf dem Weg dorthin machten wir kurz nachdem wir Escalante verlassen hatten, schon den ersten Stopp im Petrified Forest Statepark. Die Rangerin am Eingang klärte uns auf, dass sie ein “Hiking Park” wären. Aufgrund meiner gesundheitlichen Lage wollte ich heute keinesfalls längere Wanderungen machen, weswegen uns die Rangerin ein paar ganz kurze Spaziergänge empfahl und wir nur die Hälfte des Eintrittspreises zahlen mussten. Fand ich sehr nett. Im Park schauten wir uns ein paar versteinerte Baumstämme an und gingen ein paar Meter auf einem Wanderweg, der eigentlich ganz interessant aussah. Schade, dass es mir nicht gut ging und wir deshalb schon bald wieder umkehren mussten.

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Wir fuhren weiter den HW 12 entlang und machten natürlich wieder einige Fotostopps entlang dieser wunderschönen Strecke.

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Recht bald kamen dann auch schon die Hinweisschilder auf den Bryce Nationalpark. Dieser stand in diesem Jahr jedoch nicht auf unserer Liste, weil wir dort ja schon zweimal waren. Eigentlich stand er nicht auf der Liste. Andererseits gehört er ja schon zu unseren absoluten Lieblingsparks. Also warum daran vorbeifahren, wenn man eh “in der Gegend” ist und es wirklich nur wenige Meilen Umweg sind? Deshalb bogen wir dann kurz entschlossen doch Richtung Bryce ab.

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Ein seltsames Gefühl – es kommt einem schon fast vertraut vor. Die Kreuzung mit seinenn Gebäuden, dann “Ruby’s Inn” und die Parkeinfahrt. Neu war in diesem Jahr der Hinweis auf die Shuttlebusse, die aufgrund begrenzter Parkplatzkapazitäten im Park von Mai bis Oktober fahren. Die gab es vor 4 Jahren noch nicht. Aber offensichtlich hat der Besucherverkehr tatsächlich sehr stark zugenommen, denn schon am ersten Aussichtspunkt, den wir anfuhren, dem “Bryce Point”, hatten wir kein Glück und mussten unverrichteter Dinge weiterfahren. Wir fuhren dann zum Paria Point, schauten in den Canyon, machten ein paar Fotos und freuten uns. Dann versuchten wir unser Glück noch einmal am Bryce Point, aber die Verkehrslage dort war inzwischen noch chaotischer. Man stand sozusagen schon vor dem Parkplatz im Stau, denn die Autos hielten zu Beginn des Parkplatzes an, um einen frei werdenden Platz zu warten. Das funktionierte eigentlich sogar ganz gut. Als wir dann aber an der ersten Warteposition standen, kam von hinten ein Auto mit einem Ranger gefahren und forderte uns auf weiterzufahren. Man dürfe nur bei einem sichtlich gleich frei werdenden Parkplatz warten. Na toll.

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Wir hatten dann keine Lust mehr und verabschiedeten uns vom Park. War ja eh nur als kurze, ungeplante Stippvisite eingeschoben worden. Beim Ruby’s Inn, das seit unserem letzten Besuch noch rummeliger und quirliger geworden ist, kauften wir uns noch einen Kaffee und ein Sandwich im General Store und setzten uns ein Weilchen in die Sonne, dann ging es weiter Richtung Zion.

Bald tauchten jedoch schon die roten Felsen des Red Canyon, der kleinen Bruders des Bryce Canyons auf. Auch dieses Stückchen Erde ist uns von unseren letzten Reisen gut bekannt, aber wir sind bisher immer nur dran vorbeigefahren und haben ein paar Fotos aus dem fahrenden Auto geschossen. Insbesondere von dem Felsbogen, der über die Straße verläuft. Ralf meinte noch “Nein, wir werden den Bogen dieses Mal nicht fotografieren”, aber als er dann in Sicht kam, musste er einfach anhalten und doch ein paar Fotos schießen. Während Ralf fotografierte, sah ich, dass neben dem Parkplatz ein großer roter Fels stand.

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Als ich ihn mir näher anschaute, fiel mir ein Schild mit ein paar Wandervorschlägen auf. Die kürzeste Rund maß nur 0,3 Meilen, das sollte selbst ich Invalidin doch schaffen. Wir machten uns auf und der Weg war wunderschön, deshalb zweigten wir noch auf einen etwas längeren Weg ab, der sich den Berg hinaufschlängelte und immer wieder neue Ausblicke auf atemberaubende rote Felsen freigab. Toll! Und vor allem: keine Parkplatznot, keine Menschenmassen. Nur ein Pärchen Schweizer und ein Gruppe gut gelaunter Amerikaner kamen uns entgegen. Das war für heute wirklich die bessere Wahl gegenüber dem Bryce. (Was hätten wir uns geärgert, wenn wir für diesen 25 Dollar Eintritt gezahlt hätten für den heute dort herrschenden Trubel. Aber da wir ja gleich zu Beginn unserer Reise den Annual Pass für die Nationalparks gekauft hatten, hatten wir durch unseren Kurzbesuch zumindest kein Loch in unsere Reisekasse gerissen.)

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Auf der Weiterfahrt veränderte sich die Landschaft dann schnell, wurde sanfter uns grüner. Auch sehr schön. Aber ich war doch schon wieder müde und mir fielen immer wieder die Augen zu. Wie gut, dass heute Ralf gefahren ist.

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Kurz vor dem Zion Nationalpark wuchsen dann doch wieder Felsen in den Himmel. Wir waren beim Weiterfahren beide beigeistert von den sich bietenden Anblicken mit beeindruckenden Felsmassiven, gesprenkelt von grünen Bäumen. So schön hatten wir ihn beide nicht in Erinnerung. Aber wir wollten diese Mal unbedingt den kurzen Wanderweg zum Zion Overlook gehen. Der Parkplatz hierzu befindet sich vor dem zweiten (langen, dunklen) Tunnel. Schon beim letzten Mal war der Platz vollgeparkt gewesen und dieses Mal sah es leider nicht besser aus. Auch der Parkplatz auf der anderen Straßenseite war voll und so fuhren wir schweren Herzens weiter durch den Tunnel, Zunächst wollten wir nach dem Tunnel gleich umkehren und unser Glück ein zweites Mal versuchen, aber nach der heutigen Erfahrung im Bryce ließen wir es lieber bleiben. Unser neuer Plan: wir versuchen es morgen noch einmal und hoffen, dass die Situation an einem Montagmorgen besser aussieht als an einem Sonntagnachmittag.

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Am Museum des Visitorcenters war kein Parkplatz zu bekommen und am eigentlichen Visitorcenter auch nur in der letzten Ecke des Ausweichparkplatztes. Puh, was für Menschenmengen. Ja, die waren vor 7 Jahren ja auch der Grund, weswegen uns der Zion so verschreckt hatte und besser geworden ist der Andrang seither ganz gewiss nicht. Bin gespannt, wie es morgen aussieht.

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Wir streiften nur noch ein wenig am Visitorcenter vorbei und holten uns ein paar Infos über Wandermöglichkeiten, die Wetteraussichten für morgen (ja, es soll mal wieder bewölkt werden mit einem 40prozentigen Regenrisiko…) und entschlossen uns dann, gleich Richtung Motel, dem Days Inn in Hurricane, zu fahren. Der Hunger plagte uns inzwischen nämlich spürbar und außerdem waren wir beide ziemlich geschlaucht. Ralf, der heute gefahren ist, ist ja auch noch nicht wieder hunderprozentig fit nach seiner Erkältung.

In Hurricane suchten wir deshalb nach einem Restaurant, was sich als ziemlich schwierig darstellte. Beim erstmaligen Durchfahren und auch bei einer zweiten Inspektion fanden wir nämlich nur Selbstbedienungsfastfoodläden à la Burger King und Mexikaner. Erst beim dritten Hinsehen fiel uns ein “normales” Familienrestaurant auf, dem wir dann einen Besuch abstatteten und in dem ich den zweiten Burger und die ersten French Fries dieser Reise aß. War ganz ok, brauch ich aber nicht so schnell wieder. (Pssst, irgendwie freuen wir beide uns inzwischen doch schon wieder auf unser gewohntes, selbst zubereitetes Essen…)

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17. Tag: 16.5. Grand Staircase Escalante National Monument

Die Nacht im Capitol Reef Inn & Café war wunderbar ruhig. Nachdem wir gestern Abend noch den Schalter für die elektrische Heizung gefunden hatten, war es auch angenehm warm im Zimmer (ich glaube, Ralf war es zu warm, aber da musste er eben durch). Leider hatte ich auch mit der amerikanischen Wundermedizin Coldeeze nicht verhindern können, dass sich meine Erkältung weiter ausgewachsen hat, und so war das Erwachen nicht so toll. Aber egal, Schwäche gilt nicht, der Grand Staircase-Escalante Nationalmonument sollte eine zweite, ausführlichere Betrachtung erfahren, nachdem wir vor 4 Jahren nur durchgerauscht waren.

Der Himmel war strahlend blau, ohne eine einzige Wolke am Himmel aber mit knackigen 2 Grad C war es doch recht knackig kalt. Im Café nahmen wir noch ein kräftiges Frühstück zu uns und amüsierten uns über die Bedienung, die im ärmellosen Top und kurzem Sommerröckchen mit Flipflops an den Füssen bediente. Hui, sehr tapfer! Anschließend checkten wir aus, zogen unser persönliches Resümee der Unterkunft (sehr nette Zimmer, aber das Bad war doch recht vergammelt und an der Herzlichkeit der Mitarbeiter kann man noch viel arbeiten) und machten uns auf den Weg.

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Im General Store kauften wir noch eine Kleinigkeit zum Mittagessen und ein paar Medikamente ein und machten anschließend noch einmal bei der Tankstelle Halt. Dort trafen wir auf eine große Gruppe Motorradfahrer, die sich auch gerade startklar machte. Brrr, ich weiß schon, warum Motorradfahren nichts für mich – bei diesen Temperaturen. Die Gruppe trafen wir dann übrigens den halben Tag immer mal wieder bei Aussichtspunkten an.

Der Highway 12, der zweitschönste Byway der Welt, wie Ralf mir sagte, war wirklich toll. Aus unserer Richtung kommend, führt die Straße zunächst durch rote Felsen durch und schraubt sich ziemlich schnell höher. Was für den heutigen Tag bedeutete, dass wir ziemlich schnell in den Wolken waren (von unten hatte man schon gesehen, dass die Berggipfel in den Wolken waren) und die Sicht nach unten dementsprechend nicht so toll. Dann fing es auch noch an zu schneien bzw. graupeln. Bitte nicht schon wieder Schnee! In diesem Bereich lag ja auf den Flächen neben der Straße sowieso noch Schnee, aber auf der Straße braucht ich ihn nicht mehr.

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Gottseidank war das jedoch nur ein kurzes, unerfreuliches Gastspiel. Schon bald stiegen die Temperaturen und die Sonne zeigte sich wieder. Auch die Landschaft veränderte sich und zeigte die typischen gelben Felsen, die uns bei der ersten Durchfahrt schon so gefallen hatten.

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Wir fuhren durch Boulder, von wo aus der Burr-Trail abzweigt, der herrliche Anblicke bieten soll, aber einen ganzen Tag Zeit benötigt. Dieses National-Monument ist eben unglaublich groß und kaum erschlossen. Also weiter.

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Geplant war eine Wanderung zu den Lower Calf Creek Falls. Diese Wanderung ist eine der leichtesten im Grand Staircase und ist zugleich auch noch sehr gut zugänglich, man braucht also keine Ewigkeit mit dem Auto bzw. dem ATV bis man am Anfang des Trails angekommen ist. Mit etwas Geduld und Glück fanden wir einen Parkplatz, machten uns mit den Sicherheitshinweisen vertraut (Wie reagiere ich bei der Begegnung mit einem Puma?) und machten uns auf den 6 Meilen langen Weg.

Der Weg ist wirklich toll. Einfach zu finden und zu gehen, wenn auch durch tiefen Sandboden teilweise sehr anstrengend. Er ist abwechslungsreich, mal durch Eichenwäldchen, mal an Felswänden vorbei, mal direkt am Bach entlang, führt mal bergauf und dann wieder bergab. Die Landschaft ringsum ist atemberaubend schön und das Wetter perfekt. Sonnig, aber durch einen leichten, kühlen Wind nicht zu heiß. Super!

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Nach etwa eineinhalb Stunden sind wir an dem Wasserfall angelangt, der ebenfalls sehr sehenswert ist. Wohl bedingt durch die Regenfälle der vergangenen Tag führt er sogar ziemlich viel Wasser.

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Nach einer kurzen Pause, in der wir unsere mitgebrachten Bananen und Riegel verzehren, machen wir uns auf den Rückweg. Bedingt durch ein dringendes menschliches Bedürfnis von Ralf legten wir ein ordentliches Tempo vor, so dass wir nach einer Stunde und 10 Minuten wieder am Auto waren. Und fix und fertig, wahrscheinlich bedingt durch meine Erkältung.

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Deshalb fuhren wir nach Erledigung oben genannter Geschäfte auch gleich nach Escalante, wo wir ein Zimmer im Cowboy Country Inn reserviert hatten. Das war damals schon gar nicht so einfach, weil fast alles im Ort ausgebucht war und man sah tatsächlich beim Durchfahren überall die “No vacancy”-Schilder. Das Motel stellte sich als richtig urig heraus, die Zimmer sind super toll ausgestattet und dekoriert.

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Ich musste mich trotzdem erst mal aufs Bett legen und ein kurzes Nickerchen machen. Danach war ich bereits fürs Abendessen, das uns ins Cowboy Blues Inn führte, das uns von der Motelbesitzerin empfohlen worden war. Steaks, Kartoffeln, Gemüse und Salat waren sehr gut, aber als die angekündigte Busgruppe eingetroffen war, machten wir uns schleunigst aus dem Staub.

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Jetzt müssen wir uns nur noch entscheiden, in welchem unserer beiden Zimmer wir heute Nacht schlafen. 🙂

15. Tag: 14.5. Ein Regentag in Moab

Die Wetteraussichten für den heutigen Tag waren nicht berauschend und so hatten wir auch nichts besonderes geplant, sondern wollten spontan aufgrund der Wetterbedingungen entscheiden. Ein Punkt stand jedoch schon fest: wir mussten ein zweites Mal in diesem Urlaub Wäsche waschen, da bestimmte Kleidungsstücke etwas angeschmuddelt waren.

Der Morgen hat uns gemäß der Wettervorhersage schon grau begrüßt. Wir packten unseren Rucksack mit der Wäsche voll, zogen unsere Regenjacken an und machten uns auf den Weg  nach Downtown. Quasi direkt neben der Wäscherei liegt das “Jailhouse Café”, ein reines Frühstückslokal, , in dem wir heute frühstücken wollten. Diese Idee hatten jedoch andere auch schon und so mussten wir eine Zeit lang auf einen freien Tisch warten. Zwischendurch blitzte es schon mal… (schon klar, dass es ausgerechnet dann, wenn ICH hier weile, es in dieser Jahreszeit hier Gewitter gibt, oder?)

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Unser Frühstück (Vollkornwaffeln mit “Real Maple Syrup” und frischen Früchten) war ausgezeichnet und im Waschsalon konnten wir die Maschinen schon wie die Profis bedienen. Alles kein Thema. Was mich als Hausfrau in diesem Zusammenhang übrigens wirklich fasziniert: mit diesen Maschinen (Waschmaschine und Trockner) hat man seine Wäsche innerhalb von 1 Stunde gewaschen und getrocknet! Wenn ich bedenke, dass allein meine Waschmaschine zuhause zweieinhalb Stunden braucht, finde ich das schon eine tolle Sache. Aber ich schweife ab…

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Während wir auf unsere Wäsche warteten, entwickelte sich der Regen draußen zum Sturzbach. Super. Aber wir hatten ja unsere Regenjacken an und es kam zum ersten Mal bei meinem Rucksack die Regenhülle zum Einsatz. So stapften wir los Richtung Motel. Auf dem Weg dorthin machten wir noch Halt beim Tiergeschäft und Ralf kaufte noch sein Schild “Cat Xing”. Unsere Miezen sollen ja schließlich auch was davon haben, dass wir sie so lange allein gelassen haben. Das Spielzeug mit den beigefügten Röhrchen mit Catnip ließen wir lieber liegen, da wir Irritationen beim Zoll befürchteten.

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Nachdem es danach immer noch regnete und es auch nicht nach einer Wetterbesserung aussah, fuhren wir noch zum örtlichen Supermarkt, wo wir unter anderem einen Großeinkauf an Peanut Butter M&Ms tätigten. Die Kassiererin war begeistert und gestand, das seien auch ihre Favoriten.

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Beim “Eklectica”, wo wir einen schnellen Lunch einnahmen, mussten wir uns leider wieder einmal für zwei unserer Landsleute fremdschämen. In diesem Lokal bestellt man sein Essen nämlich an der Theke, bekommt dort eine Holzfrucht als Kennzeichen und sucht sich anschließend einen Tisch, an den man dann sein Essen serviert bekommt. Das Eklectica ist immer gut besucht und dieses System funktioniert nur, wenn man sich erst nach der Bestellung an einen Tisch setzt. Dieses bestimmte Pärchen machte sich darüber aber keine Gedanken, sondern kam rein, setzte sich gleich an einen frei werdenden Tisch und studierte von dort über längere Zeit das Essenangebot über der Theke. Währenddessen rätselte ich schon, welche Nationalität die beiden wohl hätten. Hm, ja, ich hatte schon so eine Ahnung und als “er” dann schließlich zum Bestellen ging, war es klar: Deutsche! Die Jack-Wolfskin-Hose, neben dem seltsamen Benehmen, verriet ihn. Ich war froh, dass wir schon fast fertig mit dem Essen waren, als die beiden ihres erst bekamen, denn er sezierte seinen Wrap mit Avocado (den ich übrigens auch gegessen hatten und der mir sehr gut geschmeckt hatte) mit der Gabel um seiner Begleitung dann (Ralf hörte es noch als wir rausgingen) mitzuteilen “Schmeckt furchtbar, aber reicht zum Sattwerden”. Naja …

Dann richteten wir uns im Motelzimmer gemütlich ein, um den Regentag zu vergammeln, obwohl es gerade aufgehört hatte zu regnen und der Himmel heller wurde. Aber egal “wir machen heute nichts mehr” war die Devise.

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Ich ärgerte mich seit einiger Zeit schon über mein Nexus 7-Tablet und seit Beginn dieser Reise wurde dieser Ärger noch größer. Da ich mich über eine Neuanschaffung eines Tablets informieren wollte, drückte Ralf mir sein 10-Zoll-Lenovo in die Hand. “Da guck mal. Ich bin damit sehr zufrieden”. Und so las ich ein bisschen im Reiseführer, den er als E-Book auf dem Gerät gespeichert hat und stieß auf den Tipp des HW 128, eines Scenic Byway entlang des Colorado Rivers. Hörte sich interessant an und es war draußen ja gerade nicht am regnen. Ganz kurz entschlossen stiegen wir ins Auto und fuhren los.

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Ein weiteres Highlight offenbarte sich uns damit. Die Straße führt weitestgehend direkt (wirklich direkt!) am Colorado, der nach den starken Regenfällen heute sehr viel Wasser führt, entlang und an den Seiten türmen sich hochhaushohe Steinwände auf. Wow! An einer Stelle zweigt eine unbefestigte Straße ab mit dem Hinweisschild “Fisher Towers” und da wir unseren Jeep bisher ja noch immer auf zahmen asphaltierten Straßen bewegt hatten, biege ich kurz entschlossen dort ab. Die Straße ist in einem gut Zustand, eigentlich eine ordinäre Kiesstraße, führt aber ordentlich bergauf. Am Ende standen, wie wir beim Näherkommen sahen, einige Autos und es gibt einen einfachen Campingplatz.

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Die landschaftliche Szenerie ist wieder einfach der Wahnsinn. Die Fisher Towers sind eine beeidruckende Felsformation, die Umgebung und die Szenerie traumhaft. Auch der Himmel war dieses Mal auf unserer Seite, es schien die Sonne vom blauen Himmel. Leider waren wir so gar nicht auf das alles vorbereitet, hatten keine Wandersachen dabei, kein Wasser und vor allem: Ralf hatte nur die kleine Kamera und keine Ersatzakkus dabei! So machten wir nur eine Minirunde (nennt sich “Foto Trail”) und fuhren danach weiter.

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Nach einiger Zeit verlässt die Straße den Colorado und führt Richtung I 70. Dorthin wollten wir aber nicht und so wendeten wir und fuhren den gleichen Weg zurück. Wie es immer ist, boten sich natürlich in umgekehrter Richtung wieder völlig neue Ausblicke und so mussten wir auch auf dem Rückweg immer wieder zu Fotostopps anhalten. Leider hatte sich der Himmel aber inzwischen wieder verdüstert und so wollten wir dann doch schnell zurück “nach Hause”.

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Dort machten wir es uns mit einem Kaffee vor unserem Zimmer gemütlich, bis es anfing zu donnern. Klar, dass ich gleich ins Zimmer musste. Wir wurden dann mit dem zweiten Supergewitter für diesen Tag beschenkt. Ja, ich weiß, die Menschen, die hier leben, sind froh um jeden Tropfen Wasser, der vom Himmel fällt, aber…

Zum Abendessen gingen wir heute wieder ins benachbarte “La Hazienda”, da wir keine Lust hatten, wieder eine längere Strecke zu laufen mit der Gefahr, dass wir wieder einen Regenguss abbekommen. War wieder lecker, wie schon vor 4 Jahren.

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Jetzt hoffe ich, dass die heute Morgen im Supermarkt gekauften “Cold-Eeze” ihre Wirkung zeigen und meine beginnende Erkältung verjagen. Ralf ist nämlich gerade auf dem Weg der Besserung und es wäre doch schön, wenn wir die letzten Tage unserer Reise gesund verbringen könnten, oder?

13. Tag: 12.5. Arches Nationalpark

Unsere erste Nacht im Inca Inn war leider nicht besonders gut, was aber nicht am Motel gelegen hat, sondern daran, dass Ralf einige Hustenattacken erleben musste. So ein blöde Erkältung!

 

Trotzdem wollten wir uns den Urlaub nicht allzu sehr verderben lassen und wollten ein Wiedersehen mit dem Arches Nationalpark feiern, der uns bei unserem ersten Besuch vor 4 Jahren schon so gut gefallen hatte. Aber da wir ja luxuriöse drei ganze Tage hier in Moab Station machen, mussten wir nichts überstürzen, sondern konnten den Tag langsam angehen lassen. Dazu gehörte natürlich der obligatorische Kaffee in der Früh, den es hier im Inca Inn in der Lobby gibt und nicht selbst im Zimmer gebrüht wird. In der Lobby, zu der wir es nicht weit haben, gibt es auch das inkludierte Frühstück, das wir aber nicht in Anspruch nehmen wollten. Der Kaffee, “Starbuck’s All Day” war ausgezeichnet.

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Anschließend machten wir uns zum “Eklectic Cafè” auf, das wir noch von unserem letzten Aufenthalt hier kannten und wo man ausgezeichnete, frisch hergestellte Produkte bekommt, die man in einem wunderschönen Garten verzehren kann. Wir waren auch dieses Mal nicht enttäuscht, alles war schmackhaft und der Kaffee gut und stark. Beim Verlassen des Lokals wurden wir noch von einem Mann am Nachbartisch angesprochen, der uns in guten Deutsch fragte, aus welcher Gegend Deutschlands wir kämen. Er erzählte uns freudig, dass seine Großmutter in Pasing lebe und er selbst vor 30 Jahren in die Staaten gezogen sei. Als wir im Verlauf der Unterhaltung die Massen an Schnee erwähnten, mit denen wir uns in Colorado konfrontiert gesehen hatten, meinte er, der Schneefall würde für die Menschen vor Ort eine Woche weniger Waldbrandgefahr bedeuten. Das Wetter mit schneearmen Wintern sei ein echtes Problem. “Der Westen trocknet aus!” Schön, dass an diesem Problem immer dann “gearbeitet” wird, wenn wir in einer Region Urlaub machen. Vielleicht sollten wir uns doch mal als Regenmacher verdingen? 🙂

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Anschließend fuhren wir endlich Richtung Arches N.P., wo wir auch gleich die berüchtigte Autoschlange an den Kassenhäuschen kennen lernten. Klar, es war ja auch schon fast 10 Uhr und damit hatte die besucherreichste Zeit gerade begonnen. Aber wir hatten ja Zeit.

Im Park selbst kamen gleich die Erinnerungen an unseren letzten Besuch hoch. Landschaftlich ist der Park einfach unglaublich schön und vielseitig. Da mich bei unserem ersten Besuch die “Park Avenue” mit ihren turmhohen Steinriesen an der Seite so sehr fasziniert hatte, wollte ich den Weg auch dieses Mal gehen. Da aber am Beginn des Weges alle Parkplätze belegt waren, fuhren wir zum Ende und gingen den Weg in die andere Richtung. Ist ja kein Problem, da man die Strecke sowieso hin und wieder zurück laufen muss. Ich war auch dieses Mal wieder begeistert.

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Danach fuhren wir die Scenic Route weiter durch, hielten aber an vielen Stellen nicht mehr an. Andere Plätze entdeckten wir dagegen erstmals, die wir offensichtlich beim ersten Besuch entweder übersehen hatten oder uns gleich “fürs nächste Mal” aufheben wollten. Das Wetter war auch sehr angenehm, obwohl die Vorhersage uns wolkig mit starkem Wind prognostiziert hatte. Windig war es nur zeitweise (dafür aber ganz schön heftig) und die Sonne konnte sich gegen die Wolken eigentlich immer durchsetzen. Eigentlich perfekt – nur unser Picknick mussten wir zeitig beenden, da wir befürchten mussten, dass uns das Essen aus dem Mund geweht wird.

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Deshalb fuhren wir nachmittags wieder Richtung Hotel. Im Visitor Center kaufte sich Ralf noch eine Trinkflasche und ein T-Shirt und wir trafen an der Kasse eine “alte Bekannte” wieder. Die Dame, der wir als Deutsche zugewiesen wurden, da sie ebenfalls Deutsche ist, hatte uns bereits vor 4 Jahren abkassiert. Damals war sie noch ganz neu in den Staaten (ich erinnerte mich daran), da sie uns erzählte, sie sei jetzt seit 4 Jahren in diesem Job. Wir verabschiedeten uns “bis in 4 Jahren” und fuhren nach Moab. Dort kauften wir uns noch zwei Stück Kuchen, bzw. eine Cinamon Roll und ein Stück Erdbeertorte und setzen uns mit einer guten Tasse Kaffee vor unser Hotelzimmer in die Sonne. Dort kamen wir dann noch mit dem Motelbesitzer ins Gespräch, der sich über uns als Wiederholungstäter freute.

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Am frühen Abend machten wir uns wieder zu Fuß auf ins Städtchen, das wir bis an Ende von “Downtown” durchbummelten und dann zurückkehrten, um in einem Lokal, bei dem gestern Abend die Wartezeit zu lange gewesen war, zu Abend zu essen. Da der Abend schön lau war, wollten wir draußen sitzen, was das Essen zu einer spaßigen Angelegenheit machte. Denn sobald wir saßen, begann wieder der Wind zu wehen. Er wehte so stark, dass die Tischdecken, trotz Beschwerung mit Salz- und Pfefferstreuer, später mit Salatschüssel und Ketchupflasche, fast wegflogen und mir (echt wahr!) ein Salatblatt vom Teller wehte. Die Burger waren aber sehr lecker und die Sweet Potato Fries, die wir beide zum ersten Mal aßen, eine ganz neue geschmackliche Erfahrung. Lecker!

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11. Tag: 10.5. Mit dem Zug nach Silverton

Heute stand die bereits lange gebuchte Fahrt mit dem Westernzug mit Dampflokomotive auf dem Plan. Die Fahrt hatte sich Ralf gewünscht und nachdem ich im Internet bei Tripadvisor begeisterte Stimmen gelesen hatte, hatte ich dem zugestimmt.

Abfahrt des Zuges sollte um 8.45 Uhr sein. Nachdem wir aber noch im Hotel auschecken mussten und vorher noch ein Kleinigkeit zum Frühstück zu uns nehmen mussten, hatten wir gestern Abend tatsächlich im Urlaub den Wecker gestellt. In der Nacht hatten wir beide nicht besonders gut geschlafen, da das Hotel aufgrund seiner Lage mitten in der Stadt nicht besonders leise ist. Außerdem plagte sich Ralf immer noch mit seiner Erkältung, was sich nicht besonders hilfreich auf meinen Schlaf auswirkt. Aber zumindest hatte es nicht gespukt… So fiel uns das Aufstehen etwas schwer, aber was sein muss, muss halt eben sein.

Wir waren ja sowieso froh, dass die Fahrt stattfinden konnte. Am letzten Mittwoch hatte die Bahngesellschaft nämlich bekanntgegeben, dass die Strecke aufgrund eines Felssturzes gesperrt sei und man nicht wisse, bis wann der Schaden behoben wäre. Gottseidank haben die Arbeiter aber fix gearbeitet, so dass schon am Freitag Entwarnung gegeben werden konnte. So konnten wir pünktlich die reservierten Plätze in der Bahn, vor der die Lokomotive bereits vor sich hindampfte, einnehmen. Die Fahrt von Durango ins alte Minenstädtchen Silverton sollte dreieinhalb Stunden dauern. Da mir bereits bei der Buchung klar war, dass ich nicht ohne Not 7 Stunden am Tag in einer Eisenbahn sitzen möchte, haben wir die Rückfahrt im Bus gebucht.

Die Bahn ist, wie es sich für ein amerikanisches Unternehmen gehört, perfekt inszeniert. Alle Mitarbeiter sind in “authentische” Kostüme gekleidet und in unserer gebuchten Klasse fuhr ein gewandteter “Marshall” mit, der uns mit Erklärungen und Geschichten versorgte. Auf diese Unterhaltung hätten wir gerne verzichtet, aber in der Klasse ohne Unterhaltung war zum Zeitpunkt der Buchung bereits kein Platz mehr frei. Und im offenen Wagen wollten wir dann doch nicht sitzen …

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Die Abfahrt erfolgte püntklich und mit der Abfahrt begann der Marshall zu erzählen. Und hörte bis nach Silverton eigentlich nicht mehr auf damit. Ansonsten war die Fahrt ganz nett. Da die Bahn wirklich langsam fährt, zog sich Strecke sehr in die Länge. Es gab ein paar spektakuläre Ausblicke, aber im großen und ganzen war es etwas langweilig. Ich hätte sooo gerne mal Gas gegeben! Kaum vorstellbar, dass die Eisenbahn damals eine Revolution des Transportwesens war. Die Strecke, für die wir heute etwa dreidreiviertel Stunden gebraucht hatten (wir hatten neben zwei Stopps zum Nachfüllen des Wassertanks noch einen ungeplanten Stopp, weil jemand versehentlich die Notbremse betätigt hatte), wurde vor dem Bau der Eisenbahn in drei ganzen Tagen zurückgelegt.

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Silverton selbst ist ein wirklich authentisches Minenstädtchen mitten im Hochgebirge. Wir hatten zwar das Glück, dass die angekündigten Schneefälle nicht stattfanden und stattdessen die Sonne schien, aber es war trotzdem ziemlich kalt. Wir hatten beide unsere Fleecepullover plus Fleecejacke plus normaler Funktionsjacke an und haben nicht geschwitzt. Gestaunt habe ich hier über manchen amerikanischen Mitreisenden, der in kurzen Hosen oder mit Rock und Sandalen ohne Socken unterwegs war. *schauder* Wir bummelten über die beiden Hauptstraßen, von denen nur eine befestigt ist und die andere, wie auch alle Nebenstraßen unbefestigt und damit matschig ist und bewunderten die Gebäude und Geschäfte, von denen viele erst Mitte Mai öffnen, wenn 2 Züge täglich Station in der Stadt machen.

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Um 14.30 Uhr sollte der Bus Richtung Durango abfahren, direkt nachdem der Zug wieder gestartet war. Leider stellte sich heraus, dass ein Paar fehlte. Der Busfahrer führte einige Gespräche mit seiner Zentrale, wartete dann noch eine halbe Stunde, danach fuhren wir noch einmal die Hauptstraßen ab und fuhren dann endlich los. Sollen die beiden doch sehen, wie sie nach Hause kommen (wenn sie nicht vielleicht doch mit dem Zug gefahren sind).

Die Busfahrt dauerte nur knapp eineinhalb Stunden. Wenn auch der Busfahrer, genauso wie der Marshall auf der Hinfahrt, die ganze Zeit plauderte, fanden wir beide sie um einiges interessanter und “erträglicher”. Während die Bahnlinie direkt am Fluss entlang führt, fuhren wir mit dem Bus durch das Gebirge, was natürlich wieder spektakuläre Ausblicke in ein schneebedecktes Winderwunderland ermöglichte. Leider bin ich zwischendurch eingeschlafen – die schlaflose Nacht forderte doch ihren Tribut.

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In Durango angekommen, machten wir uns bald auf den Weg nach Monticello in Utah. Auch wenn uns die bisherigen Stationen auf der diesjährigen Reise sehr gut gefallen haben, hat Ralf jetzt seinen alten Kindheitstraum von Wildweststädten zur Genüge ausgelebt und wir freuen uns jetzt auf unsere geliebten roten Felsen und Canyons.

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In Monticello übernachteten wir im Blue Mountain Horsehead Inn. So urig der Name schon klingt, so urig sieht es auch aus. Zunächst bin ich etwas erschrocken, das Anwesen ist nämlich schon etwas in die Jahre gekommen. Der Empfang durch den super freundlichen Inhaber macht das aber gleich wieder wett. Man fühlt sich gleich willkommen. Auch das Zimmer ist eine absolut angenehme Überraschung, in dem sogar die Klimaanlage auf “Heizung” gestellt ist. Das vom Motelinhaber empfohlene Restaurant “Peace Tree Juice Café” stellte sich als absoluter Volltreffer heraus, in dem wir frisch zubereitete köstliche Steaks und Salate aßen.

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Auf dem Heimweg präsentierte sich uns noch ein faszinierender Sonnenuntergang und so endete der Tag absolut perfekt.

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9. Tag: 8.5. Taos und Great Sand Dunes

Heute verließen wir das schöne New Mexico um einen Abstecher nach “Colourful Colorado” zu machen. Aber zunächst stand noch eine wunderbare Fahrt über die “High Road to Taos” auf dem Programm. Diese Straße führte uns durch spektakuläre Landschaften zunächst nach Chimayo, wo wir uns die Wallfahrtsstätte ansehen. Auch hier beeindruckt das Zusammenspiel von indianischer und christlicher Religion und es gibt sogar ein Standbild einer Vietnamesin, die angeblich als Mutter Maria mit dem Jesuskind erschienen sein soll. Überall hängen Rosenkränze und von Pilgern mitgebrachte Kreuze mit Bitten und Danksagungen. Als besonderer “Knüller” soll es hier durch den Verzehr einer heiligen Erde zu Wunderheilungen kommen. Ralf wollte die Erde aber trotz seiner Erkältung nicht essen und so sind wir weitergefahren, ohne dass er geheilt war.

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Auf dem weiteren Weg wartete die Landschaft immer wieder mit spektakulären Aussichten auf, bis wir schließlich Taos erreichten. Bis dahin waren wir uns noch uneins, ob wir das Taos Pueblo noch besichtigen sollten. Da wir aber in einen ausgewachsenen Verkehrsstau hineingerieten, entschieden wir uns, nur eine Kleinigkeit zu essen und weiterzufahren. Vorher aber entdeckte ich ein Sportgeschäft, das ich spontan ansteuerte, um mir endlich meine halb hohen Wanderschuhe zu kaufen, die ich schon seit Tuscon (als ich mir den schlimmen Sonnenbrand auf den Füßen geholt hatte) zulegen wollte. Mit Hilfe eines halbwegs bemühten Verkäufers fand ich ein Paar Schuhe von Coleman und besitze somit Wanderschuhe vom Hersteller unserer ausgezeichneten Kühlbox. Der Preis stimmte auch, also alles gut.

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An der “Taos Plaza” fanden wir einen Parkplatz direkt an einer kleinen Fußgängerzone, in der wir auch ein nettes Lokal fanden, in dem wir ein Sandwich verspeisten. Anschließend bummelten wir noch durch einen Teil des Städtchens, das mir ausnehmend gut gefiel. Besser sogar als Santa Fe. Ich stehe halt doch eher auf die kleineren Städtchen als auf Großstädte. Landei bleibt Landei.

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Dann war bald die Landesgrenze von New Mexico erreicht. In der Ferne sah man schon die schneebedeckten Gipfel der Rocky Mountains aufragen, als wir nach Colorado fuhren. Und wieder weite Landschaften mit der Warnung vor kreuzenden “Elks” und Pferden, wegen “Open Range”. Aber nicht mal ein Hase ließ sich blicken, als wir wieder einmal Meile für Meile geradeaus fuhren.

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Kurz nachdem wir zum “Great Sand Dunes Nationalpark” abgebogen waren, konnte man sie schon in der Ferne sehen. Dieser Nationalpark ist für mich ein echtes Naturwunder. Bedingt durch starke Winde haben sich direkt vor den schneebedeckten Bergen, die sich auf über 4000 Metern Höhe erheben, über ein riesiges Gebiet sehr große Sanddünen gebildet. Der Kontrast zwischen diesen alpinen Bergen und den wüstenhaften Sanddünen ist unbeschreiblich und gehört für mich jetzt schon zu den Highlights dieser Reise.

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Der Zutritt zu diesen Dünen ist im vorderen Bereich des Parks uneingeschränkt möglich. Von einem Parkplatz aus führt der Weg zu einem Creek, der einiges Wasser führte, aber leicht zu durchwaten war. Also Schuhe aus, Hosenbeine hochkrempeln und los gehts. Ein kleines bisschen Mut gehörte für mich schon dazu, aber es machte riesigen Spaß, durch das kalte Wasser zu gehen. Hinterher wanderten wir noch durch die Dünen und genossen diese fremdartige Landschaft vor den Bergen. Da der Wind aber doch unangenehm und sich trotz Sonnenscheins schon einige dunkle Wolken am Himmel zeigten, machten wir uns bald auf den Rückweg zum Auto.

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Vom Parkplatz aus führte uns die Navitante über wieder einmal meilenweite, geradeaus führende Straßen zu unserem Motel, das auch ein Highlight unsere Reise ist. Das Best Western Movie Manor in Monte Vista steht mitten im Nichts. Angeschlossen ist jedoch ein Autokino. Von jedem Zimmer aus hat man einen Panoramablick auf die Leinwand, der Ton wird mittels Lautsprecher ins Zimmer übertragen. Alle Zimmer sind mit Bildern von Filmstars verziert und jedes Zimmer nach einem Star benannt. Wir schlafen im Zimmer “Robert de Niro” und konnten uns den neuen “Avengers” anschauen. Leider entspricht das nicht so ganz unserem Filmgeschmack und so verspeisten wir lediglich unseren Hamburger mit Pommes, die wir uns an der Snackbar besorgt hatten, vor der Leinwand und zogen dann die Vorhänge zu. Trotzdem eine tolle Sache, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Morgen wird es dann noch weiter in die Berge gehen. Auch hier, auf etwa 2600 Metern Höhe, war es heute Abend schon recht frisch, der Wind blies stark und es regnete ein paar Tropfen. In Silverton, wo uns eine Bahnfahrt übermorgen hinführen wird, schneit es derzeit. Ich hoffe, wir bleiben von solchen Wetterkapriolen verschont.

8. Tag: 7.5. Santa Fe

Die Kinder der Familie im Zimmer nebenan hatten letzte Nacht gut geschlafen. Schön, denn damit konnten auch wir recht gut schlafen. Leider war die Nacht ziemlich kalt, so dass ich etwas frieren musste. Die dünnen Decken in amerikanischen Motels sind halt nicht für kalte Frühlingsnächte gemacht. Allerdings sind wir dann nach dem Aufstehen auf die Idee gekommen, dass man ja mittels der Klimaanlage vielleicht auch heizen kann. Ja, man kann! Juchhu, die nächste Nacht wird weniger frostig.

Nach dem Duschen machen wir uns heute direkt auf den Weg in die Stadt. Santa Fe verspricht ja doch einige Sehenswürdigkeiten, die wir in Ruhe genießen wollen. Auch das Wetter verspricht einen schönen Tag, es ist sonnig und klar, wenn auch etwas kühl, Aber wenn man bedenkt, dass Santa Fe als höchstgelegene Hauptstadt eines US-Bundesstaates auf 2100 Metern Höhe liegt, verwundert das nicht weiter.

Wir finden nach nur kurzer Suche einen großen öffentlichen Parkplatz und stellen dort unser Auto ab. Mit einem Dollar pro halber Stunde ist das zwar ein teures Vergnügen, aber was will man machen? Unser Weg Richtung Plaza führt uns an der Kathedrale San Francesco vorbei. Als Schutzpatron der Stadt ist Franz von Assisi überall in der Stadt zu finden. Eine schöne katholische Kirche mit einem Taufbrunnen mit fließendem Wasser im Innenraum. Das Hauptschiff ist europäisch geprägt, eine kleine Seitenkapelle ist als ältester Teil der Kirche mexikanisch geprägt. Vor der Kirche ist neben einer Statue des heiligen Franziskus auch eine Statue einer Indianerin zu sehen. Ein schöner Berührungspunkt zweier Religionen.

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Anschließend schlendern wir durch die Straßen rund um die Plaza. Wir bewundern die vielen Geschäfte mit ihrem Schmuck, Kleidern, Lederwaren und natürlich Kunst. Kunst, Kunst und nochmals Kunst. Santa Fe ist inzwischen ja hauptsächlich als Künstlerstadt mit unzähligen Galerien bekannt, was wir wirklich bestätigen können.

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Dann schauen wir uns natürlich auch die berühmte Treppe in der Loretto-Kapelle an. Technische Meisterleistung oder doch ein Wunder? Für uns als Laien wirkt die Treppe wirklich, als könne sie eigentlich gar nicht stabil sein. Aber dass sie vom heiligen Josef persönlich gebaut wurde, nachdem die Schwestern 9 Tage lang gebetet hatten, weil sie beim Bau der Kapelle vergessen hatten, eine Treppe zu Empore zu bauen und die örtlichen Handwerker meinten, das wäre unmöglich, glaube ich dann doch eher nicht… Auch die Mission San Miguel schauen wir uns an, das älteste Haus der USA und die Canyon Road, in der sich ebenfalls viele Galerien angesiedelt haben.

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Zwischendurch müssen wir uns natürlich stärken mit Kaffee und Gebäck bei Starbucks, einem regionalen Imbiss von einem Stand, den wir auf einer Bank im Sonnenschein auf der Plaza verzehren und letztlich einem Crepe mit Erdbeeren. Trotzdem sind wir nach einigen Stunden platt. Dies umso mehr, als sich bei Ralf eine Erkältung immer mehr bemerkbar macht. Oh nein, hoffentlich kein Männerschnupfen, sondern nur eine Verkühlung wegen der allgegenwärtigen Klimaanlagen!

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Wir entschließen uns, den Turquoise Trail, der entlang einer alten Handelsstraße Richtung Albuquerque verläuft, und sich heute Scenic Byway nennt, nach Madrid zu fahren. Eine gute Entscheidung! Wunderschöne Landschaften und ein herzallerliebstes Künstlerstädtchen begeistern uns beide. Madrid war schon, wie so viele andere Ortschaften in dieser Gegend, verlassen, wurde dann aber von einer alternativen Künstlerszene wieder zum Leben erweckt und ist wirklich sehenswert mit seinen bunten Häuschen und seinen originellen Kunstobjekten.

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Irgendwann machen wir uns dann aber doch auf den Heimweg. Um Ralfs Erkältung zu bekämpfen, besuchen wir noch einen riesigen Walmart mit seiner Apothekenecke, grübeln über der Auswahl der Medikamente und entscheiden uns dann für eine kleine Auswahl. Hoffentlich bekommt er damit die Symptome in den Griff. Es wäre ja doch zu schade, wenn er die nächsten Tage durch Husten und Schnupfen eingeschränkt wäre.

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Das Abendessen nehmen wir im mexikanischen Lokal “Jalapeno” ein, das direkt vor unserer Moteltür liegt. Es ist noch neu an diesem Ort und deshalb recht leer. Wir entscheiden uns für All you can eat-Tacos. Nachdem wir keine so geübten TexMex-Esser sind, berät uns der Kellner sehr bemüht und erklärt uns, welche Auswahl es gibt und was wir beachten müssen. Wir sind unübersehbar eine Attraktion und es macht Spaß, dort zu essen (auch wenn wir natürlich ein bisschen übers Ohr gehauen werden und die Softdrinks, die “zum dem Essen dazugehören”, natürlich nicht im Preis inbegriffen sind…).

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7. Tag 6.5. Fahrt über Valley of Fires nach Santa Fe

Obwohl ich gestern Abend befürchtet hatte, dass ich nicht gut schlafen konnte, da unser Zimmer direkt am Treppenaufgang zum 1. Stock und am Getränkeautomaten lag, habe ich bestens geschlafen. Selbst die am Morgen abfahrenden LKWs, die Ralf frühzeitig geweckt hatten, habe ich nicht bemerkt. Wunderbar.

Trotzdem mussten wir natürlich los, denn heute stand eine lange Fahrt bis nach Santa Fe auf dem Programm. Um sie ein bisschen interessanter zu machen, wollten wir einen Abstecher über das Valley of Fires machen. Also machten wir uns direkt nach dem Frühstück im Motel auf den Weg.

Leider mussten wir zunächst 70 km der Strecke von gestern wieder zurückfahren, um die Abzweigung über den Byway zu erreichen. Er führte durch das Lincoln-Gebiet, in dem 1878 der Lincoln-County-Krieg der Rinderbarone stattgefunden hatte. Auch zu diesem Thema , wie zu einigen anderen Wildwest-Themen, durfte ich vor diesem Urlaub mit Ralf einen Spielfilm anschauen, war also bestens vorbereitet 🙂 Weiter entwickelte sich die Straße zum “Billy-The-Kid-Trail”, wo ebenfalls Ende des 19. Jahrhunderts dieser berüchtigte Revolverheld sein Unwesen trieb. So kamen wir durch den Ort, in dem Billy das letzte Mal gefangen und inhaftiert wurde und aus dem er das letzte Mal geflohen war, bevor er schließlich erschossen wurde.

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Mit dem Örtchen Capitan stießen wir schließlich auf den Geburtsort von “Smokey, the Bear”. Dieser Bär symbolisiert die Bemühungen der USA, Waldbrände zu verhindern. Überall in Waldgebieten sieht man Bilder dieses Bären, der anzeigt, wie hoch zu aktuelle Waldbrandgefahr ist. Das diesbezüglich angelegte Museum sparten wir uns heute allerdings, da es uns nicht so interessant erschien. Stattdessen kehrten wir in einem Farmers Market ein, um uns für heute Mittag ein Picknick zu besorgen. Wir entschieden uns für Hummus, Cracker und Bananenbrot. Und zum ersten Mal in den Staaten hörte ich dort “99 Luftballons” von Nena als musikalische Hintergrunduntermalung.

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Schließlich erreichen wir das Valley of Fires. Es handelt sich hier um eine Recreation Area, die sich durch “Badlands oder “Malpais” auszeichnet, also eine durch Lavafluss entstandene Landschaft. Sieht ein bisschen wie auf den kanarischen Inseln aus, ist aber natürlich ganz und gar amerikanisch angelegt. Toll ist ein befestigter Rundweg, der sich mitten durch diese ganz besondere Landschaft schlängelt und mit Hinweistafeln versehen ist. Insbesondere die Tierwelt, die hier lebt, unterscheidet sich doch gewaltig von den Kanaren. Klapperschlangen, Taranteln und Koyoten haben hier ihre Heimat. Gesehen haben wir natürlich keins von den genannten Tieren, aber darauf kann ich auch gut verzichten.

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Anschließend suchten wir einen der vielen vorhandenen Picknicktische auf und legten eine ausgiebige Mittagspause mit toller Aussicht und bei Sonnenschein ein. Danach ging es auf den letzten Streckenabschnitt nach Santa Fe.

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Und der stellte sich als echte Herausforderung heraus. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, wenn man deutsche Straßenverhältnisse gewohnt ist: man biegt an einer Kreuzung auf eine Straße ein und die Navitante sagt “Bitte 120 km geradeaus fahren”. Und das heißt dann, wirklich geradeaus! Man ist weitgehend alleine auf der Straße, stellt den Tempomat auf 55 Meilen ein und muss dann nur noch das Lenkrad festhalten. Dazu hat man gerade ordentlich gespeist (=”Suppenkoma”) und wenn man nachrechnet, ist es zuhause etwa 23 Uhr (heißt für meinen Körper = Schlafenszeit). Ralf ging es ähnlich, die Gespräche verstummten. Dazu lief eine einschläfernde Musik und ich merkte, dass es mir sehr schwer fiel, wach zu bleiben. Irgendwann muss ich dann tatsächlich in einen Sekundenschlaf gefallen sein, denn Ralf stieß mich an, weil ich auf ein entgegenkommendes Auto zusteuerte. Auweia!!!

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Anhalten war leider nicht möglich, deshalb wurden andere Aktivitäten zum Wachwerden und -bleiben durchgeführt. Fenster auf, etwas trinken, quatschen, Rockmusik einlegen. Danach ging es etwas besser, aber ich war sehr froh, als irgendwann ein “Clean Rest 6 Miles” angekündigt wurde.

Dort, in einem absolut verschlafenen Nest, buchstäblich mitten im Nichts, fanden wir ein Café, in dem wir zwei Tassen Kaffee (frisch gebrüht!) tranken und “Pie ala Mode” (=Pie mit Eiscreme) aßen. Die Bedienung wollte natürlich wissen, woher wir kommen und wunderte sich, dass wir um diese Zeit hierher reisen. Erstens kommen sonst die Deutschen immer im August (wir sind wohl nicht die ersten, die hier gestrandet sind) und zweitens beginnt doch Ende Mai erst die Zeit, in der er hier immer regnet und in der es deshalb hier so viel schöner, weil grün, ist. Dass wir im Urlaub lieber keinen Regen möchten, konnte sie nicht wirklich verstehen.

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Nach der Pause setzte sich Ralf ans Steuer, was ich sehr angenehm fand, weil ich immer noch müde war. Die Straße veränderte sich nicht weiter. Wir hatten immer noch über 2 Stunden Fahrt vor uns und es ging weiter immer geradeaus. Ab und zu ein paar Häuser an der Straße, zum größten Teil verlassen, ein paar Ranches rechts und links, die Bahnstrecke mit endlos langen Güterzügen – das wars dann. So viel Landschaft, solch eine Weite – dieses Land ist einfach so riesig! Man stelle sich einfach vor man fährt von München nach Würzburg, die Straße ist fast nur geradeaus und dazwischen sind maximal 2 verschlafene Nester, die Landschaft besteht aus Büschen und Gras und wird nur selten von Hügeln unterbrochen. Dazu eine Geschwindkeitsbegrenzung von 100 km/h und kaum Verkehr, dann hat man ungefähr eine Vorstellung der Dimensionen hier.

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Endlich erreichten wir dann doch Santa Fe. Im Motel, dem American Value Inn, dann zunächst einige Schrecksekunden, weil die Mitarbeiterin unsere Reservierung nicht findet. Aber schließlich durften wir doch unser Zimmer für die beiden nächsten Nächte beziehen. Unser Abendessen war vorzüglich, Ralf hatte seine Skepsis gegenüber indischem Essen überwunden und wir kehrten im benachbarten House of India ein.

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Wenn jetzt noch die Kinder im Nachbarzimmer, die bis jetzt einen ziemlich Lärm verursachen, eingeschlafen sind, dürfte einer angenehmen Nacht nichts mehr im Wege stehen. Morgen bin ich dann hoffentlich wieder ein bisschen fitter.

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