Archiv der Kategorie: 2007 – Unsere Anfängertour durch den Südwesten

Unsere erste Reise in 2007

4. Tag: Montery – Ventura

Die Nacht in dem Motel Howard Johnson in Monterey war überraschend ruhig und erholsam. Nachdem ich gestern Abend meinen Schlafsackinlett in Betrieb genommen hatte (nein, die Bettwäsche sah nicht schmuddelig aus, sondern es war soo saukalt in dem Zimmer), bin ich schnell eingeschlafen und habe bis 6.30 Uhr durchgeschlafen. Ralf ging es genauso und somit erkläre ich den Jetlag für überwunden.

Das im Preis inbegriffene Frühstück war überraschend gut. Kaffee, Saft, Toast, gesalzene Butter, Marmelade, Cornflakes und Muffins haben gereicht, die Fahrt gut gesättigt zu beginnen.

Fast gleich nach dem Losfahren bekommen wir einen Hinweis auf den 17-Miles-Drive. Diese mautpflichtige Privatstraße vorbei an den schönsten Anwesen der Gegend wollte ich eigentlich unbedingt sehen. Hm, einige Zeit später geht mir auf, dass wir die Zufahrt zu dieser Straße wohl verpasst hatten, denn es kam kein weiteres Schild mehr. Na egal, zurück will ich dann auch nicht mehr.

Dafür beginnt die Straße gleich ihr schönstes Gesicht zu zeigen. Die Ausblicke sind einfach grandios und wir sind versucht, an jeder Haltebucht anzuhalten um Fotos zu machen. OK, anfangs tun wir das ja auch…

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Highway 1
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Highway 1

Nach einiger Zeit beschließe ich, dass wir auch mal runter zum Strand gehen müssen. Gesagt, getan, wir halten an und gehen den Pfad durch die Dünen zum Strand. Es ist so wunderschön und beeindruckend! Unten sieht man, dass die Wellen wirklich ganz schön gehen, aber es ist toll. Der Strand ist ziemlich steil und man sieht, dass das Wasser bei Flut wohl ziemlich hoch kommt.

Tja, und dann kommt mir die seltsame Idee, dass ich doch unbedingt mal fühlen muss, wie kalt das Wasser ist. Ich gehe also zum Wasser hin, bleibe in gehörigem Sicherheitsabstand stehen und warte, dass eine Welle so hoch schlägt, dass ich meinen Finger reinstrecken kann. Irgendwie wird mir aber jetzt schon mulmig. Es ist schließlich ganz schön kalt, ich habe Turnschuhe an. Was, wenn ich nass werde? Der Strand ist, wie gesagt, ziemlich steil, es könnte knapp werden, wenn ich flüchten muss. Und kaum gedacht, passiert es schon. Eine Welle kommt und damit das Wasser. Ich drehe mich um und will fliehen und gerate vor lauter Hektik ins straucheln. Ein paar Schritte schaffe ich noch auf der Flucht vor dem gefährlichen Meer und dann haut`s mich hin. *grummel* Ralf hat das Ganze natürlich von oben gefilmt. Die Aufnahme wird von mir gesichtet werden und wahrscheinlich gelöscht, so dass die Öffentlichkeit nicht mit diesem Anblick konfrontiert werden wird.

Als wir am Auto wieder ankommen, sehen wir, dass inzwischen eine Gruppe Surfer angekommen ist. Schade, das wäre toll gewesen, ihnen zuzuschauen.

Stand am Highway 1
Stand am Highway 1
Strand am Highway 1
Strand am Highway 1

Und weiter geht`s. Die Landschaft ist einfach unbeschreiblich und Ralf kann nicht aufhören zu fotografieren.

Was mich irritiert ist, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht aufgehoben werden. So schleiche ich immer weiter und stelle mich als rollendes Verkehrshindernis für Nachfolgende dar. Es wird allerdings nicht gedrängelt oder gar gehupt, das Fahren ist einfach angenehm. Ich halte auch immer an einer der zahlreichen Haltebuchten an, so dass jeder Auffahrende immer nur ganz kurz von mir gestresst wird.

Gegen Mittag halten wir an einem Lokal an, essen und trinken etwas und besuchen die restrooms. Das Lokal ist sehr urtümlich eingerichtet (halt so, wie Touristen sich das so vorstellen) und es gibt sogar einen fast originalen „Luke“. Ich bin begeistert.

Ausflugslokal mit Meeresblick
Ausflugslokal mit Meeresblick

Das irgendwann an der Strecke liegende Hearst Castle, das ich eigentlich auch sehen wollte, finden wir dann auch nicht. Als die Tante Navi und führen soll und behauptet, es läge in 240 km Entfernung, beschließe ich, dass ich auch diese Attraktion nicht sehen muss.

Irgendwann wird die CA 1 dann zum HW 101, führt aber noch am Pazifik entlang. Die Küste ist jetzt aber nicht mehr so steil. Nach einiger Zeit wird ein Vista Point angezeigt und ich fahre ihn an. Ich bin gleich erstaunt, wie riesig der Parkplatz ist und dann sehen wir auch den Grund hierfür. Am Strand entlang dieses Parkplatzes liegen hunderte von „Elefantenrobben“ in der Sonne. Es ist ein unglaubliches Schauspiel. Schautafeln informieren über diese Tiere und warnen auch davor, dass sie gar nicht so harmlos sind wie sie aussehen. Ich halte also respektvoll Abstand und finde es sehr beeindruckend, diese wilden Tiere aus der Nähe zu erleben. Irgendwie konnte ich mir nie vorstellen, dass es diese Tiere, die man bei uns nur aus dem Zoo und dem Fernsehen kennt, auch noch in Freiheit gibt. Es ist so schön!

Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon
Seeelefanten direkt am Highway 1, unweit von San Simeon

Irgendwann verändert sich die Richtung der 101 und sie führt durch die Berge. Es ist faszinierend, wie sich die Landschaft ständig verändert. Nach längerer Zeit führt die Straße wieder nach unten und nach einem spektakulären Felsdurchbruch sind wir wieder am Meer. Und dann passiert das Drama des Tages!

Ein weiterer Vista Point wird angezeigt und weil Ralf ein paar Schiffe, die sich am Horizont gezeigt hatten fotografieren möchte (und weil wir schon so lange ohne Pause gefahren waren), halte ich an. Wir machen ein paar Fotos und ich hole das Fernglas raus um die Schiffe anzuschauen (die sich dann als Bohrinseln herausstellen). Ralf geht ein bisschen herum und fotografiert weiter. Als wir zum Auto zurückkommen, will ich ihm die Bohrinseln zeigen. Ralf nimmt das Fernglas in die Hand und legt die Digicam auf den Kofferraum des Autos ab. Dann werden wir noch von Leuten angesprochen, weil sie im Wasser etwas gesehen haben, was sie evtl als Wal identifiziert haben, Ralf plaudert ein paar Worte mit ihnen und leiht ihnen das Fernglas. Nein, es ist kein Wal, es sind in Formation schwimmende Wasservögel. Nun, Ralf schaut sich noch die Bohrinsel an, wir steigen ins Auto und fahren weiter. Gerade als ich auf die Freeway auffahre, meint Ralf plötzlich wo denn die Kamera wäre und gleich darauf fällt ihm ein: „Die habe ich auf dem Kofferraum liegen lassen!“

Das letzte Bild der alten Kamera
Das letzte Bild der alten Kamera

Große Hektik bricht aus. Was tun? Gottseidank kommt gleich eine Linksabbiegespur (ja, in den USA gibt’s auf der Autobahn Linksabbiegespuren!), auf der wir wenden können und wir fahren so schnell es geht zurück. Ralf ist hektisch. Ich fahre den Parkplatz langsam entlang. Nichts zu sehen. Am Parkplatzende steht, fast schon auf der Freeway, ein Auto. Ich bin ratlos, weil ja keine Spur von der heruntergefallenen Kamera zu sehen war und halte auch an. Ralf steigt aus, um noch einmal zu Fuß nach der Cam zu suchen. Da wird er von der Dame aus dem hinter uns haltenden Auto angehalten. Sie hat die Kamera gefunden und hat gewartet, da sie davon ausging, dass der Verlierer den Verlust bemerken und zurückkehren würde. Wahnsinn!

Die Kamera sah noch ziemlich gut aus, dafür, dass sie bei ungefähr 30 Meilen pro Stunde vom Auto runtergesaust ist. Leider fehlte der Auslöserknopf und Ralf konnte ihn auch nicht mehr finden. Trotzdem haben wir uns sehr gefreut.

In Santa Barbara hat uns die Tante Navi dann zur Einkaufsstraße geführt und Ralf hat bei Radio Shack (dem amerikanischen Mediamarkt, wie er natürlich gleich wusste) eine neue Canon gekauft. Die Verständigung klappte ausgezeichnet, denn irgendwie ist die Techniksprache ja sowieso Englisch. Megapixel, Gigabyte, SD-Karte – hört sich in englisch genauso an.

Danach wollten wir nur noch ins Motel nach Ventura. Die Tante führte ins brav zum Holiday Inn Express, wo wir eine angenehme Überraschung erlebten. „Hey guys, I have upgraded you to a suite. Right?“ Klar doch, eine Suite zum normalen Zimmerpreis nehmen wir gerne!

Das “Zimmer” ist Wahnsinn. Eine eingerichtete Küchenzeile, Essecke, Sofa und Schreibtisch im abgetrennten Bereich und ein super tolles Kingsize-Bett. Das Bad ist genauso riesig mit Jacuzzi-Badewanne, separater Dusche und diskret verstecktem Klo. Der Blick durch die riesigen, ungefähr 4 Meter hohen Fenster fällt direkt auf den Hafen mit den in der Abendsonne glänzenden Segelbooten. Einfach ein Traum!

Unsere Suite in Ventura
Unsere Suite in Ventura

Essenstechnisch war es ein bisschen schwierig. Wir wollten zu McDonald`s, aber zuerst habe ich eine Richtungsanzeige der Tante missverstanden, dann führte sie uns zu einem Platz, von dem sie behauptete, hier sei ein Mäcki. Nö, war aber keiner und deswegen überfielen wir auf dem Rückweg ein anderes Fastfoodrestaurant (Carrow`s), das aber sehr nett war. Sehr amerikanisch, wie man es sich so vorstellt.

Die Mitarbeiterin an der Kasse war begeistert, als wir erzählten, wir seien aus Deutschland und zeigte uns andere Gäste, die auch aus Deutschland waren. „Hey, you`re really cool!“

Auch der Mitarbeiter an der Kasse des Supermarktes freute sich über die Deutschen. Er erzählte, dass er noch nie am Grand Canyon gewesen sei, fand es aber klasse, dass wir extra so weit gereist seien um ihn zu sehen.

Ich war froh, als wir dann wieder im Motel waren. Morgen geht es durch Los Angeles, das gar nicht weit von Ventura weg ist, Richtung Joshua Tree. Ich freu mich schon, auch wenn der Motelstandard morgen wohl wieder schlechter sein wird.

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3. Tag: San Francisco – Monterey

Jutta ist ein wenig schlaff – also ist es diesmal an Ralf die Tagesereignisse festzuhalten.

Diese Nacht ging es schon ein wenig besser mit dem Schlafen. Wir wurden zwar in der Nacht noch ein paar mal wach, aber der Morgen hat sich fast schon wie ein Morgen angefühlt. Die Angewohnheit der Amerikaner, in den Hotelbadezimmern eine kleine Kaffeemaschine mit Kaffee stehen zu haben erweist sich als segensreich. So kann schon direkt nach dem Bad der erste Kaffee getrunken werden. Danach ging es kurz zur Rezeption und der Dialog, den ich im Bad geübt hatte von wegen, auschecken, Mietwagen abholen und ob wir das Gepäck (Baggage – Ralf – nicht Garbage – gut merken!!!) da lassen dürfen wurde mit einem „Selbstverständlich“ bejaht. Dann ging es zum Frühstück. Jutta wollte in eine amerikanische Fastfoodkette „Dennys“ zum Frühstück, aber Ralf weigerte sich, kaum waren wir drinnen, weil ich a ) das Prinzip nicht verstand (scheinbar musste man vorher zahlen) und b) war eine große Schulklasse auf Ausflug vor uns dran. So blieb es dann beim gewohnten Starbucks. Danach zurück zum Hotel und auschecken. Daraufhin zwei Blocks um die Ecke zu Avis und den Mietwagen geholt. Der Clerk zeigte auf einen richtig schön großen Wagen (Same price of course!) und als wir in der Tiefgarage ankamen hatte Jutta schon Angst, dass wir jetzt den großen Jeep fahren müssen. Es erwies sich dann aber dank der Funkfernbedienung, dass es sich um den Saturn (Amerikas Antwort auf Opel) nebenan handelt. Ungefähr Vectra-Klasse nur ein wenig größer mit Cruise Control und CD-Player. Schnell das Navi angeklemmt und dann ab zum Hotel wo schon das Gepäck auf uns wartete.

Unser Mietwagen
Unser Mietwagen

Jetzt wurde es spannend. Die ersten Versuche mit dem amerikanischen Straßensystem klar zu kommen. Jutta kennt mich zu gut und meint ich würde zu hektisch werden und übernahm deswegen die Rolle der Fahrerin. Der Berufsverkehr von San Francisco erwies sich als überraschend gut zu bewältigen. Nur ganz am Anfang waren sich Tante Navi und wir uns nicht so einig wann wir nun rechts zum nächsten Freeway abbiegen sollen. Was solls – wir haben Urlaub und unser Motto ist diesmal „Der Weg ist das Ziel“ – so sahen wir noch ein paar nette Stadtteile von SF bis wir dann die berühmte Küstenstraße CA 1 erreicht hatten. Am Anfang noch langweilige Autobahn entpuppte sich die Straße dann als ein wunderbarer Aussichtspunkt für einen ersten Blick auf den Pazifik. Da die Wettervorhersage – wie schon die Tage vorher – schlechter war als die Wirklichkeit , erlebten wir große und kleine Wellen bei blauem Himmel. Klar, dass wir da nicht nur einmal Pause machten.

Highway 1
Highway 1 Jutta am Pazifikstrand

Ein paar Meilen weiter gab es dann die nächste große Herausforderung. Jutta und Ralf in einem großen (Okay – für Amis eher gemütlich kleinen) Supermarkt. Kaum schaute man sich mal ein wenig um kam dann sofort jemand vom Verkauf und fragte, ob wir Hilfe bräuchten. Apropos Hilfe – Jutta wurde kaum dass wir im Markt waren schon von einer älteren Dame gefragt, ob sie ihr eine Packung von ganz oben reichen könnte.

Wir erledigten unsere Einkäufe (Umweltunfreundliche Großpackung mit Sprite-Dosen, Sandwiches (mit späterem „durchschlagendem“ Erfolg) und etwas Kosmetik ging es dann zurück zur CA1. Ich geriet beim ersten Sonnenstrahl in Panik, weil ich die Sonnenbrille nicht mehr fand und das geplante Picknick fiel aus, weil die CA1 sich zwischenzeitlich als Autobahn ohne Meeresblick verwandelt hatte. Also ging es so weiter bis Monterey wo wir dann auf dem Parkplatz vor dem Aquarium schnell einen Teil der Sandwiches aßen. Das Aquarium war wirklich nett (Jutta hat besonders „der Schwarm“ gefallen). Und trotz Kinderlärm war es fast entspannend. Dann noch ein kurzer Spaziergang in den umliegenden Touristenfallen und den obligatorischen Starbucks und es ging zurück zum Wagen.

Monterey Aquarium
Monterey Aquarium
Monterey Aquarium
Monterey Aquarium

Hier dann die Entscheidung das Motel anzufahren. Es war nicht weit und endlich hat sich nach dem Luxus der ersten Nächte dann das wahre Amerika mit seinem ungeschminkten Gesicht gezeigt. Nicht dass das Motel schlecht war – aber leicht muffig und hellhörig und so ganz anders als das Luxushotel vorher ist es schon …

Mal sehen was die nächsten Motels zu bieten haben 🙂

Nach dem ersten Entspannen ging es dann noch mal zurück in die Stadt. Der historische Pfad, den wir laufen wollten war nicht sofort zu erkennen und so ging es dann nach einiger Suche in ein nettes amerikanisches Lokal mit übereifrigem Kellner (Der aber mit den Begriffen Grand Canyon und Las Vegas nicht so richtig was anfangen konnte – egal – er fand es trotzdem super toll uns bedienen zu dürfen und ist regelmäßig vor lauter Höflichkeit ausgeflippt wenn er bei uns vorbeikam – bis wir dann fertig waren – dann zeigte sich die amerikanische Philosophie von „time is cash“. Teller weg – bezahlen und – Bye – have a nice day …)

Egal zurück zum Motel erwarten wir jetzt gespannt wann unsere lauten Nachbarn uns schlafen lassen. Morgen sehen wir weiter.

 

2. Tag: San Francisco

Ich schlafe nicht so besonders gut. Um 24 Uhr bin ich das erste Mal wach, dann gegen 3 Uhr und um 4.30 Uhr meint mein Körper, jetzt sei es aber wirklich Zeit aufzustehen. Ich bin allerdings anderer Meinung, gehe kurz aufs Klo und lege mich noch mal hin. Ralf, der bisher selig geschlafen hat, wird kurz wach, ist aber noch zu keiner anständigen Konversation bereit. Also versuche ich auch noch einmal zu schlafen, was tatsächlich gelingt. Um 7.20 Uhr stehe ich allerdings endgültig auf. Schließlich haben wir nur diesen einen Tag in San Francisco und den will ich nicht verschlafen.

Gegen 8.30 Uhr verlassen wir dann zum ersten Mal das Hotel und machen uns auf die Suche nach einem Frühstück. Auf der Straße ist alles leer und es sieht ziemlich verlassen aus. In einer Querstraße stoßen wir auf einen Starbucks, wo wir einen Cappuccino trinken und einen Donut essen.

Dann machen wir uns auf die Suche nach den Sehenswürdigkeiten von SFO und finden tatsächlich das Meer. Und schon strahlt die Golden Gate Bridge im Morgenlicht. Gleich werden die ersten Fotos gemacht. Ein paar Schritte weiter öffnet sich der Blick auf Alcatraz, das natürlich auch fotografiert wird. Eigentlich wollten wir zur Golden Gate Bridge gehen. Dieses Vorhaben geben wir nach einem Spaziergang auf, da der Weg dorthin wohl doch sehr weit ist.

Stattdessen laufen wir ein bisschen am Strand herum und treffen schließlich auf den Wendeplatz der Cable Car neben unserem Hotel. Der Ticketverkauf ist allerdings noch geschlossen.

Da wir etwas planlos sind, gehen wir zunächst noch einmal ins Hotelzimmer zurück. Dort fassen wir den Plan, einen im Marco Polo Reiseführer vorgeschlagenen Spaziergang zu gehen.

Treppe zum Coit Tower

Dieser Spaziergang führt uns zunächst zum Telegraph Hill mit dem Coit Tower. Unterwegs eröffnen sich immer wieder herrliche Ausblicke, die man alle aus den zahlreichen in SFO spielenden Filmen zu kennen scheint. Am Coit Tower hat man auch wieder einen tollen Ausblick. Dort klappt die Übergabe der Digicam von Ralf an mich nicht und sie knallt voll auf die Erde. Gott sei dank funktioniert sie hinterher aber noch.

Vom Coit Tower geht es dann nach China Town und danach bin ich eigentlich schon fertig. Diese Stadt besteht ja nur aus Hügeln und schrecklich steilen Straßen.

San Francisco China Town
San Francisco China Town
San Francisco China Town
San Francisco China Town

Trotzdem geht es weiter. Irgendwie kreuz und quer oder besser gesagt rauf und runter. Ich laufe wie in Trance Ralf hinterher. Wir kommen durch Nob Hill und stehen plötzlich vor dem Cable Car Museum. Dort orientieren wir uns noch einmal und machen uns auf den Weg zu Lombard Street. Ein Teil dieser Straße kurvt in ganz engen Kehren abwärts, was man auch schon in vielen Filmen gesehen hat. Sehr beeindruckend.

Cable Car Museum
Cable Car Museum
Lombard Street
Lombard Street

Dann sind wir irgendwann wieder im Fishermans Wharf. Dort finden wir ein Coffeehouse, wo es das wohlverdiente Mittagessen gibt. Sandwich für Ralf und Stir fried Noodles für mich. Danach sieht die Welt wieder anders aus.

Den Nachmittag verbringen wir in Fishermans Wharf. Geschäfte anschauen und Pier 39 mit seinen Seelöwen und seinen Touristenattraktionen.

Fisherman's Wharf Pier 39 mit seinen Seelöwen
Fisherman’s Wharf Pier 39 mit seinen Seelöwen
Fishermans Wharf
Fishermans Wharf

Nach einer kurzen Pause mit Beine hochlegen im Hotelzimmer geht es zu unserem ersten Dinner in Amerika. Dieses Dinner ist sehr lehrreich für mich: Amerikanische Pizza ist nix für mich. So viel Käse *schüttel*.

Auf dem Heimweg regnet es. Der schon für 13 Uhr angekündigte Regen ist endlich da. Vielleicht regnet es sich ja über Nacht aus, so dass es morgen wieder schön ist. Morgen wird ja wieder aufregend. Wir bekommen den Mietwagen und müssen den Weg aus SFO Richtung Monterey finden. Aber das wird schon!

Ralf in den Fishermans Wharf

 

In San Francisco gibt es keinen TÜV :-)
In San Francisco gibt es keinen TÜV 🙂
Cable Car
Cable Car
Straßenszene in San Francisco
Straßenszene in San Francisco
Ausblick vom Coit Tower: San Francisco Downtown
Ausblick vom Coit Tower: San Francisco Downtown
Ausblick vom Coit Tower: Die Golden Gate Bridge
Ausblick vom Coit Tower: Die Golden Gate Bridge

 

Cable Car
Cable Car

1. Tag: München – San Francisco

Nachdem wir zuhause die letzten Vorbereitungen getroffen haben, insbesondere die To-Do-Liste für die Kinder vervollständigt haben, fahren wir endlich los. Unser Ziel ist das Landhotel Schweiger`s, wo wir das Auto parken. Ein Shuttlebus bringt uns zum Flughafen.

Eigentlich wollten wir im Hotel noch eine Kleinigkeit essen, weil wir ja nicht wussten, wann es im Flugzeug wieder etwas gibt, aber das Hotel ist wirklich *sehr* ländlich und hat mittags das Restaurant geschlossen. Glücklicherweise kommt aber die Fahrerin des Shuttlebusses früher als angekündigt, so dass wir zeitig zum Flughafen starten. Während der Fahrt erklärt sie uns, wir sollten unbedingt im „Airbräu“ essen. „Geht`s bloß nirgendwo anders hin“.

Bei so einer strengen Anordnung schauen wir tatsächlich mal beim Airbräu vorbei, allerdings sagt uns die Speisekarte nicht zu, so dass wir doch nur schnell bei der Nordsee einen Fisch essen.

Ralf ist dann auch unruhig, so dass wir bald Richtung Sicherheitskontrolle aufbrechen. Eingecheckt hatten wir schon am Vorabend, so dass wir unsere Bordkarten schon in der Tasche hatten.

Als erste Station steht der erste Sicherheitscheck an. Ich gehe durch, ohne dass es piepst, so dass ich auch nicht abgetastet werde. Braves Mädchen eben. Nur meine Handtasche wird gründlich durchsucht und dann bin ich schon fertig.

Bei Ralf ist es etwas aufwendiger. Zunächst muss das Laptop überprüft werden und dann piepst es beim Durchgehen auch. Der Angestellte fährt Ralf mit dem Metallsuchgerät ab und die Reißverschlüsse werden natürlich angezeigt. Aber das ist es noch nicht. Ach ja, das Handy. Hm, es piepst immer noch. Schließlich werden die einzeln verpackten Erfrischungstücher als Übeltäter identifiziert, da die Packungsinnenseiten metallbeschichtet sind. Also werden die Tücher noch mal durchs Röntgengerät geschickt und dann dürfen wir weiter.

Nächste Station ist die Passkontrolle. Ein tiefer Blick des Beamten in unsere Augen, ein Vergleich mit dem Pass und dann ist diese Kontrolle geschafft.

Weiter Richtung Gate H 02 bringt uns zur nächsten Kontrolle. Zwei strenge Damen überprüfen unsere Unterlagen und wollen von uns wissen, was der Zweck unserer USA-Reise ist. „Holidays“ stellt sie zufrieden und wir werden weiter geschickt.

Dann kommt eine weitere Sicherheitskontrolle, von der wir angenommen hatten, das sei die Strengste. Aber hier ging alles ruckzuck. Noch nicht einmal der wieder verschließbare Plastikbeutel mit dem Deo wurde angeschaut, obwohl ich diesen fälschlicherweise im Rucksack gelassen hatte (die Beutel müssen laut Vorschrift separat vorgezeigt werden).

Und schon waren wir in der Abflughalle. Bis zum angekündigten Beginn des Boardings um 15.05 Uhr war noch reichlich Zeit, aber egal.

Um 15.20 Uhr wurde der Flug endlich aufgerufen und kurze Zeit später saßen wir im Flugzeug. Unsere Plätze vor der Wand, an der normalerweise Babybetten aufgehängt werden, waren im Vergleich zu den normalen Holzklassenplätzen super, man konnte die Beine sogar fast ausstrecken und hatte wirklich angenehme Bewegungsfreiheit. Der einzige Nachteil war die Platzierung der Bildschirme. Aufgrund des Blickwinkels wirkte das Bild dunkel, fast wie im Negativ zu sehen (dunkelhaarige Schauspieler hatten z.B. weiße Haare).

Trotzdem war der Flug sehr viel angenehmer als befürchtet. Die Nachbarn waren unauffällig außer der Dame hinter Ralfs Sitz, das Essen war gut, die Toiletten erstaunlich sauber. Es gab kaum Turbulenzen, so dass der Adrenalinspiegel niedrig blieb.

Aufgrund dieser glücklichen Umstände war es sogar nicht weiter schlimm, dass sich die Flugzeit wegen dauernden kräftigen Gegenwinds um fast eine Stunde auf fast 13 Stunden verlängerte.

Die Immigration in SFO klappte ebenso reibungslos. Offensichtlich hatten wir die umfangreichen Formulare im Flugzeug zur Zufriedenheit des Officers ausgefüllt. Von jedem wurden zwei Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht und es wurden ein paar Fragen gestellt. Der Officer wollte z.B. wissen, wo wir wohnen, was Ralf beruflich macht und wie viel Geld wir dabei haben. Dann durften wir zum Gepäckband.

Nachdem wir unsere Koffer gefunden hatten, ging es zum Zoll. Die Frage, ob wir Lebensmittel einführen konnten wir wahrheitsgemäß mit „Just sweets“ beantworten und dann durften wir tatsächlich in die Freiheit der USA einreisen.

Das nächste Problem, einen Shuttlebus zu finden, konnten wir mit Hilfe eines hilfsbereiten Flughafenmitarbeiters auch schnell lösen und dann ging es in halsbrecherischer Fahrweise in die Stadt.

Das Argonaut Hotel war das letzte angefahrene Hotel. Ein diensteifriger Angestellter kümmerte sich um das Gepäck während wir das Einchecken erledigten und brachte uns zu unserem Zimmer Nr. 315. Ein wirklich schönes Zimmer mit „herrlichem“ Blick auf den Innenhof. Das von mir erhoffte Upgrade auf Bayblick hat also leider nicht geklappt, was uns aber egal war.

Kurz das Wichtigste ausgepackt, die Annehmlichkeiten des Zimmers begutachtet und das Laptop angeschlossen. WLAN funktioniert, aber der Stecker passt nicht in den Adapter. Ralf rettet aber mit einer waghalsigen Anpassung des Adapters mittels Schweizer Taschenmesser und Bartschneideschere die Situation und so kann die erste E-Mail an die Kinder versendet werden.

In Deutschland ist es jetzt etwa 6 Uhr morgens, hier in SFO 22 Uhr. Wir sind hundemüde und fallen deshalb ins Bett.

Unser Hotelzimmer bei den Fisherman’s Wharf

 

Unser Hotelzimmer bei den Fisherman’s Wharf