Archiv der Kategorie: 2016 – Irland

8.5.2016: Cork

Heute war es so weit, die letzte Station unserer Reise steht an. Aber zunächst einmal hieß es in Killarney noch ein letztes mal Frühstücken gehen, also machten wir uns durch die fast leeren Straßen auf die Suche. Leider war unser Lieblingscafé noch geschlossen, so dass wir uns bei dem einzigen geöffneten Café der Innenstadt mit je einem Scone und ich mit einer Waffel und Jutta mit Müsli begnügten. Dann ging es ein letzes mal voller Wehmut zurück in unsere Ferienwohnung und wir machten uns auf den Weg nach Cork.

Die Fahrt selbst war schnell und ereignislos hinter uns gebracht. Aber in Cork selbst zeigte dann unser altes Navigationssystem, dass es sein besten Zeiten hinter sich hat. Wieder einmal erkannte sie eine Umgehungsstraße nicht und wollte uns durch Kreisverkehre schicken, die es auf dem Weg nicht (mehr) gab.

Trotzdem schafften wir (Jutta als Fahrerin am Ende der Nerven) dann trotzdem trotz laufenden Gemecker unserer Navitante , die nicht einsehen wollte, dass wir uns weigerten durch gsperrte Straßen zu fahren, ein Parkhaus in dem wir uns in eine enge Parklücke zwängten.

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Dann hieß es auf in das quirlige Leben Corks. Die Iren scheinen übrigens nicht die Reiseführer gelesen zu haben, in denen beschrieben steht, dass man dringende Erledigungen am Samstag erledigt haben sollte, da die gläubigen Iren am Sonntag die Geschäfte geschlossen halten. Über 2/3 der Geschäfte waren offen und so war ein reges Treiben auf den Einkaufsstraßen.

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Wir ließen uns treiben und fanden eine kurze Wegbeschreibung für Touristen mit roten, blauen und gelben Wegen, die durch verschiedene Wegweiser in der Stadt ausgeschildert sind. Wir folgten bei leichtem Regen zunächst der roten Route, die uns durch verschiedene Ecken führte. Zurückgekommen am Ausgangspunkt entschieden wir uns dann für die blaue Route, die aber aufgrund des immer stärker werdenden Regens nach gut der Hälfte keinen Spaß mehr machte. Zusätzlich hatten wir die Orientierung verloren und rätselten, wo wir unseren Wagen finden werden.

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Außerdem meldete sich bei mir inzwischen ein kleiner Hunger, so dass wir uns auf die Suche nach einem kleinen Snack machten.  Auf der Suche fanden wir dann auch das Ufer unseres Parkhauses, so dass wir erleichtert in einem Bagel-Café einkehrten.

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So gestärkt schlenderten wir zurück zu unserem Wagen (wobei ich mit meinem unübertrefflichen Orientierungssinn uns in die falsche Richtung führen wollte, aber Jutta kennt mich inzwischen gut genug und vertraute lieber ihrem Gefühl)

Trotz Navi fanden wir dann den Weg zum Flughafen, tankten unseren Wagen noch einmal voll. (Wobei die Tankstelle sinnigerweise nach der Mietwagenstation liegt, und das in einer Einbahnstraße). Nachdem der Wagen abgegeben und dabei erstmalig in meiner langjährigen Erfahrung mit Mietwagen genauestens auf Schäden untersucht wurde, brachte uns das Shuttle zum Flughafen.

Dort gaben wir unser Gepäck beim Vorabend-Checkin ab und machten uns auf dem Weg zu unsrem letztem Hotel, das nur wenig Schritte vom Flughafen entfernt liegt. Hier heißt es dann morgen früh um 4:00 aufstehen, damit wir uns dann leider wieder auf den Heimweg machen werden.

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Eines steht auf jeden Fall fest, es wird nicht unser letzter Irlandbesuch gewesen sein. Die Insel hat uns trotz niedriger Temperaturen und Regentagen sehr gefallen. Die Landschaften sind einfach überwältigend, die vielen historischen Stätten begeistern und die Menschen sind von einer herzlichen Gastfreundschaft. Ein Besuch Irlands ist auf jeden Fall eine Reise wert.

7.5.2016: Muckross Abbey und Muckross House

Heute war Regen angesagt, also hatten wir vor einen gemütlichen Tag zu verbringen. Als wir aufwachten schien zwar noch die Sonne und auch den Weg zu unserem Frühstück in unserem „Stammlokal“ dem Revive Cafe erreichten wir trockenen Fußes. Dort gönnten wir uns wieder ein Full Irish Breakfast und schlenderten anschließend durch die Straßen Killarneys bis ein leichter Sprühregen anfing.

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Also begaben wir uns wieder in unsere Ferienwohnung um uns von dort aus für den geplanten Ausflug ins Muckross House zu wappnen. Einer unserer Reiseführer empfahl einen Parkplatz vor dem Hauptparkplatz zu halten und ca. 2000 Meter durch den Park zu gehen und sich die Muckross Abbey – ein altes verfallenes Kloster – anzusehen. Kaum am Parkplatz angekommen wurden wir schon von den in Killarney allzeit präsenten Kutschern angesprochen, ob wir nicht eine Fahrt machen wollten. Wir verneinten und machten uns, trotz des leichten Regens, zu Fuß auf den Weg.

Nach ein paar Metern schon sah man die Ruine der Muckross Abbey, ein wirklich schönes Gebäude mit einem morbiden Charme, der durch den alten Friedhof direkt am Kloster noch unterstrichen wird. Mich persönlich beeindruckte vor allem auch ein alter Baum, der mitten im Innenhof des Klosters wuchs. Sofort kamen Erinnerungen an diverse heilige Bäume aus diversen Fantasie-Romanen in mir hoch und ich versuchte diesen Baum fotografisch einzufangen, was aber leider aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse nicht ganz so gelang.

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Der Regen wurde ein wenig stärker aber wir machten uns trotzdem auf in Richtung Muckross House. An eine Weggabelung konnte man sich entscheiden eine Teil des Kerry Ways (einen Weitwanderweg quer durch die Grafschaft Kerry) zu gehen oder die „normale“ Straße zu wählen. Wir entschieden uns für den Wanderweg, der an dem uns inzwischen wohlbekannten See entlang führte.

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Das Muckross House erschien dann nach einiger Zeit. Ein Gebäude bei dem ich gleich an die Romane von Ken Follett denken musste. Der Regen war inzwischen ausdauernd geworden und wir wollten uns eigentlich auch die Ausstellung ansehen. Aber es gab nur geführte Touren für 9 Euro pro Person und wir hatten keine Lust uns eine Stunde lang führen zu lassen und gefühlt nur die Hälfte dessen zu verstehen, was der Guide uns erzählt. Also verließen wir wieder das Haus, wehrten wieder einige Kutscher ab und machten uns bei immer stärker werdenden Regen zurück zum Auto.

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Dort versuchten wir noch zum Torc Waterfall  zu kommen, aber nachdem der dazugehörige Parkplatz überfüllt war, fassten wir den Entschluss heute einen ruhigen Gammeltag einzulegen.

In der französischen Bäckerei ein paar Häuser weiter, gönnten wir uns noch 2 Croissants und 2 Kuchenstücke und machten es uns in der Wohnung gemütlich um anschließend noch ein paar Kleidungsstücke zu waschen (damit daheim nicht so viel Arbeit wartet) und die Taschen zu packen. Denn leider ist morgen unser letzter Tag in Irland und wir werden am Nachmittag gleich unser Gepäck aufgeben, damit wir Montag früh nur noch zum Gate müssen.

6.5.2016: Gap of Dunloe

Heute war wandern angesagt. Auf den Gängen unseres Ferienappartement-Hauses hängen viele Bilder des „Gap of Dunloe“ und überall in Killnarney findet sich Werbung für eine Tour dahin. Da das ganze etwas außerhalb des Ortes liegt und es sich um eine Einwegwanderung handelt buchten wir gestern Abend noch eine kombinierte Tour bestehend aus einem Transfer zum Ausgangspunkt und einer anschließenden Bootsfahrt zurück nach Killnarny.

Um ja nicht zu spät zu sein, standen wir extra früh auf und frühstückten auch ordentlich damit wir genug Kraft für die 10 km-Strecke haben. Beim Veranstalter angekommen spürten wir zum ersten mal die in verschiedenen Erfahrungsberichten berüchtigte Irische Pünktlichkeit. Es hieß, die Fahrt geht um 10 los im Büro sagte man uns 20 nach 10 und der Bus kam dann irgendwann so um 10:40. Soweit so gut. Im Bus selbst wurde uns dann die Tour erklärt – und siehe da – aus uns unerfindlichen Gründen wurden wir zuerst zu den Booten gebracht um dann von dort aus zum anderen Ende des Gap of Dunloes zu fahren. Jutta war schon ein klein wenig grummelig, weil diese Idee hatte sie auch schon ohne teure organisierte Fahrt. Egal – wir warteten am Steg und wir warteten und warteten und warteten – nach einer gefühlten Ewigkeit nach der vereinbarten Zeit ging es dann los. Todesmutig kletterten wir in das klein, schwankende Boot, bekamen Schwimmwesten um und dann ging es los.

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Ich muss zugeben, die Fahrt auf dem kleinen Schiffchen war um einiges beeindruckender als am Montag auf dem großen Schiff. Vor allen als wir die erste Engstelle überwanden eröffnete sich eine neue Landschaft, die man so nur von den Booten aus sehen kann.

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Aufeinmal fragte mich unser Bootsführer nach meinem Namen und gab bekannt, dass ich nun für die folgende Stromschnelle sein Volunteer bin. Meine Erste Aufgabe bestand darin, ein Seil zu schnappen und das Boot an einer Anlegestelle festzuhalten, damit alle anderen aussteigen können. Diese sollten zu Fuß um die Stromschnelle herum, während ich wieder ins Boot einsteigen sollte. An der Stromschnelle angekommen, „durfte“ ich dann auch aussteigen und unter kräftigen „Pull! Pull“- Rufen sollte ich das Boot zusammen mit der Motorkraft die Stromschnelle heraufziehen. Leider klappte es nicht wie gedacht, so dass ich noch Hilfe aus einem anderen Boot bekam. Mit vereinten Kräften bekamen wir das Boot dann die Schnelle herauf und es konnte weiter gehen.

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Nach einiger Zeit erreichten wir dann den Ausgangspunkt unserer Wanderung „Lord Brandons Cottage“ – hier bekamen wir dann erklärt, dass wir ca. 3 Stunden Zeit haben die etwas über 10 km lange Strecke zu gehen. Laut Reiseberichten schafft man es gut in 2 1/2 Stunden mit normaler Kondition. Der Bootsführer gab uns noch ein gut gemeintes „Don’t dawdle“ mit auf den Weg. Am Anfang des Weges warteten Kutscher auf uns – aber da uns a) die armen Tiere leid taten und b) wir auf jeden Fall wandern wollten machten wir uns auf den Weg, der aufgrund der vielen Pferdeäpfel leicht zu finden war.

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Puuuh – normale Kondition – leichte Steigungen  – so hieß es in verschiedenen Reiseberichteten. Gut – Kondition hatten wir, aber es ging am Anfang laufend ziemlich hart bergauf. Dafür wurden wir mit einer wunderbaren Landschaft belohnt und als es dann bergab ging eröffnete das Tal seine volle Schönheit. Trotzdem merkten wir bald unsere Füße, da es sich bei dem Weg um die normale Fahrstraße handelt, die auch für Fuhrwerke und Autos gedacht ist. So mussten wir auch immer wieder mal zur Seite gehen, wenn mal wieder ein Wagen an uns vorbei wollte.

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Wir waren froh, dass wir in der Nebensaison unterwegs waren. Insgesamt waren wenige Menschen unterwegs und auch die Autos hielten sich in Grenzen. Zur Hauptsaison muss es hier nicht mehr so schön zu laufen sein, auch wenn die Aussichten den Weg auf jeden Fall lohnen. Ich denke weder auf der Kutsche noch im Auto kommt man der Schönheit des Gaps so nahe, wie zu Fuß.

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Nach fast genau 2 1/2 Stunden und fast 200% Tagesleistung von Juttas Fitness-Uhr war es dann geschafft. Wir erreichten Kate Keaney’s Cottage auf dem schon der Shuttlebus auf uns wartete. Nach einiger Verwirrung (ob wir den Bus nochmal zahlen müssen oder nicht) ging es dann mit einem sichtlich gut gelaunten Busfahrer wieder zurück in das Zentrum von Killnary. Wo wir unsere Beine ausruhetn um uns dann Abends in einem Pub so richtig verwöhnen zu lassen.

Zunächst besuchten wir den The Danny Mann Pub – ein Lokal, das uns empfohlen wurde, aber das uns doch recht enttäuschte. Die Atmosphäre war eindeutig auf Massentourismus ausgelegt, was sich bestätigte, da die Hälfte des Saales für Bus-Touristen reserviert war. Die Bedienung war langsam und unaufmerksam und ließ uns – auch für irische Verhältnisse – sehr lange warten, und obwohl das Essen nicht schlecht war, gab ich das erste mal seit sehr langer Zeit kein Trinkgeld.

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Also machten wir uns auf den Weg ins O’Connors Traditional Pub, wo wir am morgen unsere Buskarten geholt hatten. Hier war dann richtige Atmosphäre angesagt und wir gönnten uns dort ein weltmännisch an den Tresen bestelltes (Man lernt ja durch die Reiseführer 🙂 ) Guinness bis es zurück in die Ferienwohnung ging.

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5.5.2016 Dingle Peninsula

Heute war die Dingle Halbinsel unser Ziel. Seit der Reisemesse f.r.e.e. in München. bei der uns auf dem Irlandstand ein freundlicher Ire die Insel angepriesen hat, waren wir neugierig auf dieses Stück Irland. Zusätzlich hatten wir in einer Reisedoku etwas über den Delfin Fungi erfahren, der vor 30 Jahren in der Bucht ankam, dort blieb und seitdem Jung und Alt erfreut in dem er Booten nachjagt.

Der Wetterbericht war auch auf unserer Seite und versprach „mostly cloudy“ aber keinen Regen. Nach dem unser Navi uns unbedingt auf die normale Landstraße verfrachten wollte, schalteten wir sie aus und folgten den braunen Schildern der Küstenstraße. Nach einiger Zeit kamen wir zum Inch Beach, eine riesige Sanddüne mit einem bei Ebbe sehr breiten Strand. Dort vertraten wir uns zu ersten mal die Füße.

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Danach ging es weiter in Richtung der Ortschaft Dingle. Ein landschaftlicher Höhepunkt nach dem anderen erschien und die arme Jutta musste immer wieder links heranfahren, damit ich Fotos schießen konnte.

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Dingle selbst erwies sich als hübsches Küstenstädtchen, das direkt aus einem Irlandspielfilm entsprungen sein könnte, wenn nicht die vielen Touris gewesen wären. 🙂 Wir schlenderten den Hafen entlang und kauften kurzentschlossen Tickets für einen „Fungi Boat Trip“ – Da noch etwas Zeit war gönnten wir uns noch einen Scone zur Stärkung und dann ging es los.

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Wir fuhren ziemlich weit raus bis zu einer Stelle auf der schon einige andere Boote warteten. Jetzt war die Aufregung – gerade bei den Kindern an Bord – sehr groß. „Where ist Fungi?“ war die dauernd gestellte Frage. Und auf einmal tauchte er auf. Mehrmals schwamm er direkt zwischen den Booten und als das Boot Fahrt aufnahm schwamm er im selben hohen Tempo mit.

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Aber auch diese Fahrt ging zu Ende und wir beide gönnten uns zur Stärkung einmal Fish and Chips direkt aus einem Imbiswagen, die wir am Hafen zu uns nahmen.

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Weiter ging es auf den Slea Head Drive – eine 30 km lange Küstenstraße, die in vielen engen Kurven an der Atlantikküste entlang führt. Meiner Meinung nach ist diese Straße schöner als der berühmte Ring of Kerry. So viele schöne Ausblicke und ein prähistorischer Ort folgt dem nächsten. Wir verbrachten dort mehr Zeit als gedacht und Unterwegs merkte ich, dass ich mir auf dem Boot einen ziemlichen Sonnenbrand auf meinem Kopf zugezogenen hatte. (Von wegen mostly cloudy – es war mostly sunny )

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Müde beschlossen wir nach der Rundfahrt zurück in Richtung Killnarny zu fahren. Dummerweise erwies sich die „schnellste Strecke“ unseres Navis als Reinfall. Da die Karte eine neue Umgehungsstraße nicht kannte, ging es einige Kilometer die falsche Richtung, bis wir die Kiste einfach ausschalteten und den Schildern folgten. (Was man außerhalb der Städte eh am vernünftigsten machen sollte)

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Daheim orderten wir uns eine Pizza und organisierten noch frisches Guinness um gemütlich vor dem Fernseher einen der schönsten Irlandtage ausklingen zu lassen.

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4.5.2016: Regentag in Kenmare

Für heute hatte der Wetterbericht ab etwa 11 Uhr leichten Regen vorhergesagt. Beim Aufstehen präsentierte sich die St. Mary Cathedral mit den dahinterliegenden Bergen dementsprechend schon in dramatischem Licht mit Wolken, blauem Himmel und einem glänzenden Regenbogen.

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Nach dem gestrigen anstrengenden Tag mit weiten Fahrstrecken wollten wir es sowieso heute langsam angehen lassen und so gab es erst einmal ein gemütliches Frühstück im Appartement. Anschließend suchten wir noch einen Briefkasten, dem ich meine Ansichtskarte anvertrauen konnte und dann machten wir uns auf den Weg Richtung Kenmare.

Dort wollten wir uns „den größten Steinkreis im ganzen Südwesten“ anschauen. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen kurzen Fotostopp an einer alten Kirche und einer romantischen Brücke mit kleinem Wasserfall, verpassten aber aufgrund hohen Andrangs und „weil wir das ja gestern schon gesehen hatten und was soll man in den Wolken und dem Dunst schon groß sehen?“ den Haltepunkt Ladies View. Im Vorbeifahren sah ich dann kurz, was wir verpasst hatten. Dramatisches, mystisches Licht mit einem Regenbogen über den Seen… Wäre toll gewesen.

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Kenmare, ein nettes, lebhaftes Städtchen, begrüßte uns mit seinem Wochenmarkt. Dort hatte der Regen, der zwischenzeitlich eingesetzt hatte, auch noch einmal eine Pause eingelegt und so bummelten wir durch den Ort und genehmigten uns ein Sandwich zum Mittagessen. Anschließend begutachteten wir den Steinkreis Kenmares, der uns aber nicht so gut gefallen hat wie der Kreis, den wir am Sonntag gesehen hatte.

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Inzwischen regnete es auch in Kenmare wieder, ganz fein, aber durchdringend. Trotzdem fuhren wir noch einmal zu Molly Ganavan’s Cottage, einem nett hergerichteten alten Anwesen direkt an der N 71, das wir schon auf der Hinfahrt nach Killarney gesehen hatten. Hier wird die Geschichte von Molly, die Anfang des letzten Jahrhunderts dort lebte und einen illegalen Pub mit selbstgebranntem Whiskey betrieb, aber auch allgemein das harte Leben der Landbevölkerung der Gegend mit der Hungersnot in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts beschrieben und dargestellt. Wunderschön, mit äußerst kontaktfreudigem Schweinchen, zwei süßen Eseln und zwei Enten, die schnell angewatschelt kamen als wir das Gelände betraten. Faszinierend zwei steinzeitliche Steinlinien, mit denen schon damals die Menschen den Jahreslauf berechneten. Leider war es richtig, richtig nass, windig und kalt.

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Um uns wieder aufzuwärmen, genehmigten wir uns im Tearoom des Cottage danach heißen Tee mit Milch und, typisch irisch, Scones mit gesalzener Butter und Marmelade. Urgemütlich und lecker – da vergisst man jede Kälte und die Nässe.

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Anschließend ging es auf dem gleichen Weg wieder nach Hause. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einer Sheep Farm, wo es unter anderem auch Vorführungen mit Border Collies gibt. Falls es die Zeit erlaubt, wollen wir uns das vielleicht noch anschauen. Falls nicht, dann ein anderes Mal. 🙂

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Auch Killarney regnete es noch, als wir nach Hause kamen. Erst gegen 20 Uhr ließ der Regen nach uns wir konnten von unserem Appartement aus zuschauen, wie schnell sich die Wolken und der Dunst verzogen und sich die Berge wieder klar zeigten.

Auch das ist Irland!

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3.5.2016: Ring of Kerry

Heute stand die Quasi-Pflicht-Tour „Ring of Kerry“ auf dem Plan. Diese traumhaft schöne Ringstraße ist angeblich während der Sommermonate völlig überlaufen, angeblich schieben sich Reisebusse Stoßstange an Stoßstange über die Insel und es gibt aus diesem Grund viele, viele Ratschläge, in welcher Richtung der Ring befahren werden soll. Möchte man gerne hinter den Bussen herfahren, oder riskiert man nervenaufreibende Begegnungen? Empfohlen wird ersteres und so wollten wir auch kein Risiko eingehen.

Auf jeden Fall soll man früh losfahren, heißt es außerdem. Die meisten Busse starten um 9.30 Uhr in Killarney und so wollten wir vor dieser Armada auf dem Weg sein. Dies hat erstaunlicherweise sogar funktioniert und so saßen wir frohgemut um 8.30 Uhr im Auto.

Killarney liegt ja praktischerweise direkt am Ring of Kerry und so mussten wir nur los. Die ersten Kilometer waren nett, aber noch wenig spektakulär. Das Wetter war wie meistens, heißt also wechselnd bewölkt. Als wir das erste mal zum Meer kamen, wuchs natürlich unsere Begeisterung und wir legten den ein oder anderen Fotostopp ein. Bisher keine Spur von Reisebussen oder übermäßigem Verkehr.

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Bei Cahersiveen setzen wir mit der Fähre über zur Valentia Island, eine wunderbare kleine Insel. Hier fuhren wir über winzige Sträßchen (gottseidank war wirklich wenig Verkehr) zu spektakulären Küstenabschnitten und zu einem Leuchttum, den wir aber nicht besichtigten, da weit und breit niemand zu sehen war, an den wir uns wenden konnten.

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Auf dem weiteren Weg über die Insel kamen wir zum Bray Head Loop Trail, der uns zu einem alten Wachturm auf einem Berg führte, von dem aus man herrliche Ausblicke genießen konnte. Inzwischen hatten wir tolle Wetterverhältnisse und wir konnten die Skellig Islands mit den von dort zurückkommenden Ausflugsbooten erkennen.

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Der weitere Weg führte uns über Portmagee und Waterville, wo einst Charlie Chaplin seine Urlaube verbracht hatte zu dem spektakulärsten Abschnitt an der Westküste der Halbinsel. Hier konnten wir uns an den Bildern, die sich uns boten kaum sattsehen, aber nachdem der Tag doch schon recht weit vorangeschritten war und wir von der knapp zweistündigen Wanderung müde waren,  zog es uns langsam wieder „nach Hause“.

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Wir trafen wieder auf den Teil der Straße, über den wir am Sonntag nach Killarney gekommen waren, freuten uns aber über fast leere Straßen im Gegensatz zu Sonntag. Am Ladies View und anderen Haltepunkten machten wir noch ein paar schöne Fotos, aber die heimatliche Couch zog doch schon gewaltig.

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Vorher statteten wir aber noch dem örtlichen Lidl einen Besuch ab. Viele Produkte kennt man auch von Deutschland, aber das Angebot ist weit größer. Wir lieben es ja sehr, im Ausland Supermärkte zu besuchen. So wanderten noch ein paar Zutaten fürs Abendessen, das ich heute im Appartement zubereiten wollte, in den Einkaufskorb und bald waren wir müde, aber zufrieden und glücklich zuhause.

Ach ja: auf der ganzen Tour hatten wir keinen einzigen Reisebus gesehen. 🙂

2.5.2016 Killarney Ross Castle und Nationalpark

Nachdem wir die letzten Tage viel mit dem Auto unterwegs waren, haben wir für heute einen ruhigen Tag vor Ort geplant. Also schliefen wir erst einmal in Ruhe aus und machten uns dann auf den Weg in den Ort um eine Frühstücksmöglichkeit zu finden. So quirlig und laut es gestern Abend aufgrund der Rally of the Lakes war – so ruhig und verschlafen wirkte Killarney heute früh. Kaum Menschen auf der Straße und fast alles zu. Aber wir fanden ein Lokal, das uns schon gestern aufgefallen war, in dem wir uns erst einmal stärkten. Mein deutsch geprägtes Englisch kollidierte mit dem irisch geprägten Englisch und so bekam ich anstatt des geplanten Bagles mit Egg ein Full Irisch Breakfast. Aber auch dies war lecker und diesmal waren auch die Würstchen nach meinem Geschmack (oder ich gewöhne mich daran 🙂 )

So gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum Killarney National Park, der nur wenige Meter von unserer Unterkunft entfernt ist. Dort begrüßte uns gegenüber St Mary’s Cathedral ein wunderschönes Parkgelände. Wohlgemut machten wir uns im Sonnenschein auf den Weg um nach gut 2/3 des 1,4 km langen Weges von einem kräftigen Regenschauer erwischt zu werden. Da wir aber vorgewarnt waren,  machte uns das nichts aus. Schnell alles wichtige in den wasserdichten Rucksack verstaut und die Regenjacken zu und schon ging es weiter zum Ross Castle, in dem wir uns erst einmal unterstellten, bis nach einigen Minuten der Spuk schon wieder vorbei war.

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Auf eine Besichtigung hatten wir keine Lust, so dass wir uns auf zum Bootsteg machten um eine der stündlichen Seerundfahrten zu machen. Es war eine schöne Tour mit nur einem kurzen Regenschauer und einen netten Bootssteuermann (Kapitän?), der viel über die Dinge rund um den See erklärte. (Spannend war für uns, dass er sich beschwerte, dass die irische Regierung demnächst will, dass für das Trinkwasser bezahlt wird – etwas was für uns in Deutschland ja schon lange eine Selbstverständlichkeit ist. So unterscheiden sich doch immer wieder die Länder)

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Nach gut einer Stunde war die Tour zu Ende und Jutta und ich marschierten vom Ross Castle weiter zum Library Point.

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Hier zeigte sich die Insel von ihrer magischen Seite. Überall mit Moos überwachsene umgefallene Bäume, kleine Seen, Sumpflandschaften, Licherspiele in Grün, Ein Meer von Bärlauch mitten im Wald. Wer das gesehen hat, versteht, dass es hier auf der Insel soviele Sagen und Legenden gibt.

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Aber auch diese Tour ging zu Ende und langsam wurden auch die Beine schwer und wir beendeten den Ausflug noch mit einem großem Stück Kuchen in dem Lokal von heute früh. Jetzt heißt es erst einmal ein wenig Ausruhen und heute Abend werden wir uns dann bei 2-3 Bier in einem der vielen Pubs vor Ort erholen.

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1.5.2016 Fahrt nach Killarney

Noch einmal ließen wir uns das Frühstück in unserem B&B schmecken, bevor wir uns auf die lange Fahrt nach Killarney machten. Der Blick aus dem Fenster zeigte, dass das heute wohl wettermäßig nicht so toll werden wird, aber zumindest saßen wir meistens im Trockenen.

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Wir wählten nicht die kürzeste Strecke, weil ich jetzt doch endlich einen alten Steinkreis sehen wollte. So schlugen wir den Weg zum  Dunmanway Stone Circle ein. Dieser präsentierte sich friedlich in wunderbarer Natur gelegen, nur ziemlich diesig und nass. Wir trafen dort auch eine deutsche Familie mit drei Teenie-Töchtern, die den langatmigen Erklärungen ihres Vaters so überhaupt keine Beachtung schenkten. Verständlich. 🙂

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Ansonsten war die Fahrt wenig ereignisreich, aber lang. Auf jeden Fall fühlte sich inzwischen das Linksfahren nicht mehr ganz so falsch an und auch Ralf als mein Beifahrer kann sich inzwischen wieder etwas entspannen. Nur noch beim Wenden und wenn ich von Parkplätzen losfahre, erinnert er mich noch daran, die linke Straßenseite zu wählen.

IMG_4015 Dafür hatten wir mal wieder unsere obligatorische Reifengeschichte, als das Auto plötzlich meldete, dass der Reifendruck an allen 4 Rädern niedrig sei und wir doch bitte mal Luft nachfüllen und anschließend alles kalibrieren sollen. Na gut, fahren wir mal die nächste Tankstelle an. Luftdruck war zwar unserer Meinung nach ok, aber wenn der Gute unbedingt möchte, kriegt er halt noch ein bisschen Luft nachgefüllt. Danach lagen wir richtig knallhart auf der Straße, aber das Display meckerte immer noch. Handbuch gabs natürlich nicht im Wagen, aber Internet sei Dank, konnte Ralf schließlich die Bedienungsanleitung unseres Volvo V 40 finden und nach einiger Zeit das Problem lösen. Juhu!

Etwa 20 km vor Killarney häuften sich die Hinweise für die an diesem Wochenende hier stattgefundene Rallye. Mitten auf der Passstraße an einem Platz, an dem sich die Straße wegen Parkmöglichkeiten rechts und links etwas weitete, zeigten viele, viele junge Männer, was sie so drauf haben, indem sie ihre Reifen zum qualmen brachten und ihre Autos sich im Kreis drehen ließen. Hm, naja, junge, potente Menschenmännchen eben. 😉

Kurz danach, die Sonne ließ sich jetzt doch noch blicken, wurde die Landschaft immer schöner und der Verkehr immer dichter. Wir hatten tatsächlich mitten im Gebirge teilweise Stop and Go-Verkehr.  Die Gegend ist halt wirklich sehr beliebt und aufgrund des langen Wochenendes und dieser doofen Rallye momentan ganz besonders.

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Aber auch diese Fahrt ging irgendwann zu Ende. Mithilfe der guten Beschreibung auf der Webseite fanden wir die enge Einfahrt zu unserer Unterkunft direkt an der belebtesten Straße Killarneys, auf Anhieb. Die Wohnung ist ein Traum und wir freuen uns auf die nächsten Tage hier vor Ort.

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30.4.2016 Tag: Titanic Experience Cobh

Heute startete mein Tag nicht ganz so üppig, denn ich hatte in unserem B&B „nur“ die Pancakes mit Früchten gewählt, die wirklich lecker und sogar nicht einmal so süß wie waren, wie ich sie von den USA her kannte, denn sie wurden ohne Maple Sirup serviert. Ralf hingegen hatte sich für das Full Irish Breakfast entschieden, das ihm gut schmeckte, aber noch Stunden schwer im Magen lagen. Mal sehen, für welches Frühstück er sich morgen entscheidet.

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Dies wird wieder im gleichen B&B sein, denn unsere Internetrecherche gestern Abend hatte uns zu dem Entschluss bewogen, aufgrund des langen Feiertagswochenendes in Irland, vor dem uns unsere Wirtin gewarnt hatte, noch eine Nacht länger in dieser netten Unterkunft zu bleiben. Zwar wird die Fahrt morgen ziemlich lang werden, aber die Alternativen waren entweder sauteuer, mit schlechten Rezensionen oder mitten in der Pampa ohne Infrastuktur gelegen. Also eine weiter Nacht in Tramore.

Wir wollten uns heute die Titanic Experience in Cobh anschauen und uns auf dem Weg dorthin oder auf dem Rückweg – je nach Wetter- ein bisschen treiben lassen. Eigentlich hatte uns der Wetterbericht gestern Abend für den Vormittag Regen angekündigt, der am Nachmittag nachlassen sollte, aber da die Sonne schon morgens schien, wählten wir den Weg über die Küstenstraße.

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Ein gute Wahl, denn schon kurz nach Tramore lockte ein großer Parkplatz zu einem kurzen Spaziergang über die Felsküste mit großartigen Ausblicken. Leider hatte ich heute erstmals nicht meine guten Wanderschuhe an, denn ich war davon ausgegangen, dass ich heute durch eine Stadt  und ein Museum spazieren werde, so dass wir den Spaziergang etwas abkürzten. Trotzdem war er wunderschön – die Sonne, das Meer, die Felsen, Möwen, die sich mit dem Wind tragen lassen – einfach Seelenbalsam.

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Auf dem weiteren Weg machten wir Halt in Dungarvan, wo am Hafen unter den wichtigen Männern der Dorfgemeinschaft helle Aufregung herrschte, da sie einige Yachten zu Wasser ließen. Ein ganz nettes Städtchen, in dem wir uns die Beine vertraten und zu Mittag in einem urigen Pub eine Tasse Suppe verspeisten.

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Obwohl mich schon im Pub eine wohlige Müdigkeit packte und ich eigentlich nicht mehr weiterfahren wollte, machten wir uns auf das letzte Stück unserer heutigen Tagesetappe nach Cobh.

Von dort starteten viele Auswanderer von Irland in die „neue Welt“ ihre abenteuerliche Reise und auch die Titanic nahm in diesem Hafen noch einmal 120 Personen an Bord, bevor sie sich auf ihre erste und letzte Fahrt machte. Deshalb gibt es in diesem Ort ein Auswanderermuseum und eine „Titanic Experience“. Wir entschieden uns für letzteres, was letztendlich eine Enttäuschung war. Nicht nur, weil ich für einige Minuten eine fürchterliche Hustenattacke hatte (blöde Erkältung!), war die Führung etwas lustlos und nicht besonders informativ. Vermutlich wäre das Museum die bessere Wahl gewesen.

IMG_3972 IMG_3980 IMG_3994 Anschließend waren Ralf und ich immer noch müde und so entschieden wir uns, einen Kaffee trinken zu gehen. Dazu wählten wir vermutlich das schlechteste Café des ganzen Ortes. Während unseres Aufenthaltes dort ließ ein Gast ihr Sandwich zurückgehen, da sie es ungetoastet bestellt hatte, es aber getoastet kam, ein anderer Gast gab ihren Scone zurück, die er nicht frisch sei und bei unserem Apple Crumble schmeckte der Klecks Sahne so, dass ich Ralf dringend davon abriet, ihn zu probieren. Der Crumble war auch nicht sonderlich lecker, aber wenigstens weckte der Kaffee wieder unsere Lebensgeister.

Wir bummelten noch ein bisschen durch die Stadt, stiegen zur Kathedrale empor und bewunderten auf dem Rückweg zum Auto noch ein Kreuzfahrtschiff – wie wir meinten. Vermutlich war es aber nur eine Fähre, zumindest stand „Brittany Ferry“ drauf – wir kennen uns damit ja nicht aus.

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Zurück in Tramore ging es ein bisschen wuselig zu und unser Parkplatz vor dem Haus war besetzt. Auch auf dem großen Parkplatz unterhalb der Straße waren sehr viele Plätze belegt, wohl wegen eines „Road Race“, wie viele Schilder aussagten. Wir hofften nur, dass uns dieses morgen keinen Strich durch unsere Reisepläne macht.

Essen waren wir heute im „Victorian House“, einem urigen Pub, den die Wirtin gestern ebenfalls empfohlen hatte. Eine gute Wahl, denn wir tranken sehr gutes lokales Bier „Metalman“ und aßen einen leckeren Burger und ein gutes Steak und ließen es uns in dieser tollen Atmosphäre so richtig gut gehen. Es ist fast ein bisschen schade, dass wir morgen schon wieder weiter müssen, aber von Killarney, unserem nächsten Ziel haben wir bisher hier vor Ort nur gutes gehört.

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29.4.2016: Dublin – Tramore

Obwohl ich gestern Abend wohl ab etwa 19 Uhr fast durchgehend geschlafen hatte, war die Nacht ruhig und wir konnten beide gut schlafen. Da wir das Full Irish Breakfast mitgebucht hatten, ließen wir es uns als erstes im Hotelrestaurant gut gehen. Natürlich mussten wir von fast jedem etwas probieren und so wanderten auch die „Irish Country Puddings“ auf den Teller, welche mitnichten deutschen Puddings entsprechen, sondern fast so etwas wie Blut- und Leberwurst sind. Also nach unserem Geschmack durchaus lecker, auch wenn ich das nicht jeden Morgen essen müsste.

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Anschließend packten wir unsere Sachen zum ersten Mal wieder zusammen und machten uns auf den Weg um unser Mietauto abzuholen. Wir hatten das Glück, dass der Shuttlebus zum Flughafen gerade abfuhr und so sparten wir uns den Kilometer Fußmarsch mit unseren schweren Taschen.

Die Abholung des Wagens stellte sich dann als etwas „Zankerei“ seitens Hertz dar. Angeblich sollte unser Wagen, ein funkelnagelneuer Volvo irgendwas, in Bay 13 stehen. Kein Problem,, dachten wir, das finden wir. Allerdings gingen die Nummern bei den Hertz-Parkplätzen nur bis 11 und fingen dann wieder bei 21 an. Nach ein paar vergeblichen Runden schnappte Ralf sich dann einen Mitarbeiter von Hertz, der ihm sagte, der Wagen stünde nicht in einer Hertz- sondern einer Thrifty-Bay. Aaaaah, klar, dann finden wir ihn ganz bestimmt…. dachten wir. Nein, auch hier war weit und breit keine 13 zu sehen. Also wieder zurück zum Office (nicht, dass die Wege im Parkhaus doch etwas länger wäre…) und noch einmal den Mitarbeiter geschnappt, der sich dann bereit erklärte, den Wagen vorzufahren. Dieser hatte auf Parkplatz Nummer 88 gestanden!

OK, Gepäck eingeladen und sich kurz mit dem Wagen vertraut gemacht und schon ging es los. Ja, Linksfahren ist ein Abenteuer! Es ist einfach „falsch herum“. Alles in mir schrie dagegen an, es war einfach nicht richtig. Auf jeden Fall war ich froh, dass wir ein Automatikgetriebe gebucht hatten, so dass ich mich wenigstens die meiste Zeit nicht auch noch mit dem Schalthebel auf der falschen Seite rumplagen musste. Auf der Autobahn wird man ständig rechts überholt. Linksabbiegen ist total easy, aber beim rechtsabbiegen muss man höllisch aufpassen. Der Innenspiegel ist völlig falsch, nämlich auf der linken Seite angebracht…

Trotzdem hat alles gut geklappt. Die Fahrt nach Kilkenny ging schnell vorüber, ich schlug mich tapfer im Stop-and-Go-Verkehr in den engen mittelalterlichen Gässchen und schaffte es sogar, ohne Parkrempler in einem Parkhaus einzuparken. ich bin ein Held!

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Kilkenny hat uns sehr gut gefallen. Wir aßen ein Sandwich und tranken Tee. Vor dem Kaffee wurden wir in diversen Reiseführern gewarnt und deshalb und um möglichst authentisch zu leben, wollten wir auf dieser Reise unsere Koffeindosis hauptsächlich aus Tee decken. Dann ließen wir uns durch die engen, lebhaften Gässchen treiben und besichtigten die Burg, die ursprünglich im 13. Jahrhundert gebaut wurde, aber im letzten Jahrhundert mehr oder weniger originalgetreu wieder aufgebaut wurde.

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Wir hatten an diesem Tag bis auf ein paar Regentropfen recht schönes, wenn auch kühles Wetter. Ich hatte mir die leise Hoffnung zurechtgelegt, dass ich auf dieser Reise irgendwann vielleicht nur eine Jacke tragen könnte, denn bis jetzt hatte ich immer eine Softshelljacke unter meiner normalen Outdoorjacke getragen.

Als wir den Kurzbesuch in Kilkenny beendet hatten, wollten wir zur Burg von Cashel fahren, die auch sehr beeindruckend sein soll. Unsere dumme Navitante ärgerte uns auf dieser Reise ziemlich, indem sie bei Namensgleichheiten von Ortsnamen keine Differenzierung anbot, sondern man raten musste. So hatte man in diesem Fall etwa 20 mal Cashel, Ireland stehen. Und prompt wählten wir den falschen Ort aus. (Ja, ich weiß, dass man sich nicht ausschließlich aufs Navi verlassen sollte!)

Die Route führte auf immer abenteuerlichen Straßen mitten in die Wildnis hinein. Obwohl wir diese engen irischen Straßen, die links und rechts von Hecken oder Mauern begrenzt sind, eigentlich heute, am Eingewöhnungstag nicht fahren wollten, landeten wir schließlich dort hier. Spannend wird es halt, wenn dann plötzlich ein entgegenkommendes Auto vor einem steht und man dem Impuls, nach rechts auszuweichen, entgegensteuern muss. Und zur Krönung des Ganzen ging ein heftiger Graupelschauer, der binnen Minuten alles weiß machte, nieder. Tja, unser eigentliches Ziel war dann ein ödes Mini-Dörfchen, das wir natürlich schleunigst wieder verließen auf der Suche nach etwas zivilisierten Straßen.

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Da der Tag schon etwas vorangeschritten war, entschlossen wir uns, ab sofort nach einem B&B Ausschau zu halten. Dazu fuhren wir wieder Richtung Kilkenny, bogen aber Richtung Waterford ab. Hier gefiel es uns aber auch nicht und nach einem kurzen Blick auf die Karte und in den Reiseführer entschieden wir uns für Tramore, ein kleines Seebad mit recht guter Infrastruktur.

Hier ergatterten wir ein Zimmer im Killerig  Bed&Breakfast, vorerst für eine Nacht. Die Wirtin machte uns darauf aufmerksam, dass am Wochenende ein „Bank Holiday“-Wochenende ist. In Irland ist es nämlich so, dass Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, am darauf folgenden Montag nachgeholt werden. Am Sonntag ist 1. Mai und somit haben viele Iren ein langes Wochenende vor sich, an dem sie gerne einen Kurzurlaub am Meer machen. Deshalb könnte es morgen mit Übernachtungsmöglichkeiten eng werden und eventuell bleiben wir noch eine Nacht länger.

Gegessen haben wir im „The Vee“, einem von der Wirtin empfohlenen Bistro, War echt lecker, auch wenn es kein Guiness gab, sondern italienische Peroni (oder so ähnlich) vom Fass.

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Als wir gegen 21 Uhr  aus dem Lokal kamen, hatten wir einen herrlichen Blick aufs Meer. Die Sonne war gerade untergegangen und färbte die restlichen Wolken, die am ansonsten blauen Himmel standen, in verschiedenen Rosatönen. Wunderschön! Und vielleicht würde es ja doch während unseres Aufenthaltes hier noch etwas wärmer werden, denn, wie sagte unsere Wirtin heute: „It’s unusually cold this year for this time“.  Liegt das vielleicht doch daran, dass dieses Jahr eben WIR im Lande sind?