Tag 7: Nach Mackinow City

Der heutige Tag beginnt nicht so toll.

Obwohl gestern gegen Mitternacht irgendwo draußen ein gewaltiger Lärm losging (irgend so ein dumpfes Stampfen wie von irgendwelchen Maschinen) konnten wir doch noch recht gut schlafen. Das Frühstück war normaler Motelstandard und wir machen uns bald auf den Weg. Wir wollen einmal quer durch Michigan an die Ostküste des Lake Michigan, dort die Sleeping Bears Dunes anschauen und ein bisschen wandern gehen und danach nach Mackinaw City, wo wir zwei Nächte bleiben wollen.

Nachdem die Fahrt gestern doch lang und anstrengend war, will heute zum ersten Mal Ralf hinters Steuer unseres Luxus-Toyotas. Gestern Abend auf dem Weg zum Restaurant und wieder zurück zum Hotel hatte die Kontrollleuchte für zu niedrigen Reifendruck geleuchtet und wir wollen als erstes eine Tankstelle suchen und den Luftdruck kontrollieren. Wir fahren los und gleich nach den ersten Metern bemerke ich ein überaus seltsames Geräusch. Zuerst denke ich, es läge am Fahrbahnbelag, aber sehr schnell wird uns die Sache unheimlich, Ralf fährt rechts ran und schaut nach. Na super, ein Plattfuß hinten links!!! Was tun? Wir fahren gleich zum Hotel zurück und Ralf übernimmt heldenhaft das Telefonat mit Hertz. Gar nicht so einfach, aber er hat das prima hin gekriegt, auch wenn er nach eigener Aussage nur die Hälfte verstanden hat. Offensichtlich aber die richtige Hälfte.

Nach etwa einer halben Stunde fährt der Pannendienst vor. Wir haben inzwischen schon die nächste Hertz-Station ausfindig gemacht, um den Wagen wechseln zu können. Wir müssen wieder zurück nach Bay City – ganz toll! 🙁 Merke: Beim nächsten USA-Urlaub wird ein Auto bei Alamo gebucht. Diese Verleihfirma hat einfach das dichteste Netz an Vertretungen.

Zuerst aber schaut der Mann vom AAA nach unserem Reifen. Er macht das Rad runter und zieht uns das Ersatzrad (ein Notrad) auf. Das Unglück wird sofort sichtbar: Wir haben uns eine Schraube in den Reifen gefahren. Der AAA-Mann empfiehlt uns, zur Reifenreparatur in eine Werkstatt ein paar hundert Meter weit weg zu fahren, was uns sinnvoller erscheint als einen ganzen Urlaubstag damit zu vergeuden, das Auto umzutauschen. Nach dem Zeigen der ADAC-Karte ist die Pannenhilfe bisher für uns kostenlos. Ohne ADAC hätte sie uns 67 Dollar gekostet.

In der Werkstatt erleben wir als erstes wieder einmal den amerikanischen Servicegedanken. Wir haben das Auto kaum auf dem Parkplatz abgestellt kommt schon eine Frau aus dem Büro und fragt, wie sie uns helfen kann. Ruckzuck fährt sie den Wagen in die Werkstatt und schaut sich den Schaden an. Sie bietet uns an, einen Plug von außen einzukleben, was 7 Dollar kostet. Die teurere, bessere Lösung ist die Reparatur mittels eines Plugs von innen. Das kostet 12 Dollar, aber die soll es uns wert sein. Wir warten 15 Minuten und dürfen danach erleichtert unseren Kofferraum wieder voll packen.

Unsere nette Werkstatt mit der schnellen Hilfe
Unsere nette Werkstatt mit der schnellen Hilfe

Mit einiger Verspätung machen wir uns dann auf den Weg nach Traverse City. Dort angekommen sind wir wieder erst einmal überwältigt von der wunderbaren Aussicht auf den See, der dort eine Bucht bildet. Wir machen mehrere Stops zum Schauen und Fotografieren, bevor wir uns auf den Weg zur Sleeping Bears Dune machen.

Skegemog Lake - einer der vielen kleinen Seen Nord Michigans
Skegemog Lake – einer der vielen kleinen Seen Nord Michigans

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Ralf bei seiner Hauptbeschäftigung des Urlaubes
Ralf bei seiner Hauptbeschäftigung des Urlaubes

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Leider ist die Zeit schon weit fortgeschritten, die Reifenpanne hat unseren heutigen Zeitplan total durcheinander gebracht. Deshalb können wir nur den Scenic Drive fahren und keinen Trail laufen. Selbst den Dune Climb, wo man Gelegenheit hat, eine Düne raufzuklettern, können wir aus Zeitgründen nicht machen. Schade!

Trotzdem genießen wir absolut traumhafte Ausblicke über dieses Dünengebiet auf einen tiefblauen See. Vom Lake Michigan Overlook sehen wir, wie hoch diese Dünen tatsächlich sind. Sie fallen steil ab und reichen direkt bis ans Wasser ran. Da das tatsächlich nicht ganz ungefährlich ist und natürlich auch aus Naturschutzgründen ist es verboten, die Düne an dieser Stelle runter zu klettern. Ganz sicher mussten in der Vergangenheit viele Menschen, die sich überschätzt hatten, aus unangenehmen Situationen gerettet werden.

Unser Wanderweg durch die Dünen
Unser Wanderweg durch die Dünen
Jutta und Ralf beim Dünenbesuch
Jutta und Ralf beim Dünenbesuch
Sleeping Bear Dunes im Sonnenlicht
Sleeping Bear Dunes im Sonnenlicht
Noch mehr Dünen - die ganze Halbinsel besteht übrigens aus Sanddünen!
Noch mehr Dünen – die ganze Halbinsel besteht übrigens aus Sanddünen!

Nach viel zu kurzer Zeit machen wir uns auf den Weg nach Mackinaw City. Der Weg führt uns überwiegend am See entlang. Eigentlich müsste ich sagen, an DEN SEEN entlang, denn kurz nach dem Ufer sind in dieser Gegend eine ganze Reihe von kleineren Seen, die alle wunderschön anzusehen sind. Die Landschaft ist so, wie ich mir den Norden vorgestellt habe. Weite Wälder, die abgelöst werden durch Heidelandschaften, Felder und Obstplantagen. Zwischendrin diese schnuckeligen Farmen, die alle ihre Produkte zum Verkauf anbieten. Einfach schön.

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Ein kleiner "Farm Market" auf dem Weg
Ein kleiner „Farm Market“ auf dem Weg
Highway Leider erkennt man nicht so schön die 3 Wellen
Highway Leider erkennt man nicht so schön die 3 Wellen
Ein erster Blick auf den Lake Michigan
Ein erster Blick auf den Lake Michigan

Es ist schon 19.30 Uhr als wir endlich am Best Western in Mackinaw City ankommen. Dort erleben wir eine angenehme Überraschung, als in dem ausgebuchten Motel nur noch Räume mit Kingsize-Bett und Jacuzzi zu haben sind. Wir hatten allerdings ein Standardzimmer reserviert und so bekommen wir das Luxuszimmer als kostenloses Upgrade.

Unsere Suite
Unsere Suite

Nachdem wir unser Gepäck ausgeräumt haben, machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Am Seeufer, wo auch die Anlegestellen für die Fähren auf die Mackinac-Insel sind, befinden sich unzählige Motels und auch einige Restaurants. Ich plädiere für ein Restaurant mit Büffet, in das wir schließlich auch gehen, nachdem wir uns noch ein wenig umgeschaut haben. Leider war diese Wahl nicht die Bestmögliche. Es ist eine lieblose Massenabfütterung von arglosen Touristen. Die Atmosphäre ist furchtbar und das Essen ziemlich grausig. Wenigstens hatten wir am Eingang einen Rabattcoupon über 10 % in die Hand gedrückt bekommen, so dass unsere Rechnung einschließlich Trinkgeld etwa 37 Dollar beträgt.

Und jetzt freuen wir uns darauf, dass wir morgen nicht Auto fahren müssen, sondern uns von der Fähre auf die autofreie Mackinac-Insel fahren lassen.

Unsere heutige Route:


Chicago und die großen Seen auf einer größeren Karte anzeigen