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12. Tag 11.5. Canyonsland Nationalpark South

Die Nacht im Blue Mountain Horsehead Inn war wunderbar ruhig. Keine lauten Zimmernachbarn, kein Straßenverkehr zu hören, einfach Ruhe. Nach der lauten Nacht in der belebten Innenstadt von Durango eine wahre Wohltat.

Wir beschlossen im Peace Tree Juice Café auch zu Frühstücken (in der Hinsicht heute lieber keine Experimente 🙂 ) und bereuten auch diese Wahl nicht. Auch das Frühstück war wie das gestrige Abendessen hervorragend und in (für die USA nach unseren Erfahrungen eher ungewöhnlich) gemütlicher Stimmung.

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So gestärkt machten wir uns zurück ins Motel packten unsere Taschen und machten uns ohne Zeitdruck auf der Suche nach einen Waschsalon, denn aufgrund der Gepäckberstimmungen reicht der Platz im Koffer leider nicht für 3 Wochen, so dass wir eigentlich eine Waschpause in Moab eingeplant hatten. Nach einer kleinen Irrfahrt (wer hätte gedacht, dass Monticello doch so groß ist) fanden wir dann den örtlichen Waschsalon.

Als wir die Örtlichkeit betragen verließ gerade eine Frau freundlich grüßend den Laden und wir standen alleine in dem Salon und bestaunten die verschiedenen Möglichkeiten seine Wäsche sauber zu bekommen. Dank unsren Erfahrungen in Page vor 4 Jahren wussten wir aber, dass wir am Automaten das Waschmittel ziehen können und die Temperaturen nur in cold, hot und very hot anzugeben sind. Nachdem wir versehentlich erst die Duftblätter für den Wäschetrockner gezogen hatten, fanden wir dann auch das Waschmittel und nur einen Stunde später, die dank dem offenen WLANs, des Restaurants gegenüber schnell verging, war unsere Wäsche sauber und wir suchten im benachtbarten General Dollar noch nach ein paar Snacks für die Mittagspause.  Hier stellten wir fest, dass es sich bei der Kette eher um eine Art Schleckermarkt mit einer geringen Auswahl an Tiefkühlkost handelt, aber wir fanden ein paar leckere Peanutbutter-Cracker, Müsliriegel und Nüsse. Das sollte uns reichen.

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Noch ein Tankstopp, bei dem ich natürlich die einzig defekte Zapfsäule erwischte, bei der man erst bei der Kasse seine Kreditkarte hinterlegen muss, und schon ging es los in Richtung Moab.

In unsrem Reiseführer waren der Newspaper Rock State Historic Monument und der Canyonsland National Park South als kleiner Kurztripp auf dem Weg zwischen Moab und weiteren Zielen im Süden beschrieben.

Wie sehr sich der Reiseführer irrte, zeigte sich dann, als wir den Highway in Richtung Canyonsland befuhren. Kurz nach einer sehr widerlich riechenden toten Kuh, die am Straßenrand lag, fing die Landschaft an sich immer mehr mit roten Felsen zu füllen. WIr machten mehre Zwischenstopps bis wir den Nationalparkeingang fanden. Im Visitorcenter erkundigten wir uns nach ein paar (aufgrund meines Hustens eher kurzen) Hikes im Park und machten uns auf den Weg den Scenic Drive entlang. Nach einem ersten kurzen Spaziergang am ersten Stop beschlossen wir bis zum Ende durch zufahren und auf dem Rückweg noch ein paar Abstecher zu machen.

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Am Ende der Straße suchten wir erst mal die direkt am Straßenrand gelegenen Fotomotive auf. Direkt an diesem Haltepunkt war auch ein ca. vier km langer Wanderweg beschrieben, den wir dann sofort angingen. Die Landschaft eröffnete immer öfter einen „Wow“-Moment und nach dem 2. ausgeschilderten Aussichtspunkt stellten wir fest, dass wir mit unserer Zeitschätzung ziemlich daneben lagen und uns die berühmten Needles später ansehen werden müssen, wenn wir nicht viel zu spät in Moab ankommen wollten.

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Also beschleunigten wir unseren Schritt und machten uns dann bald auf den Weg Richtung Norden nach Moab. Unterwegs bedauerten wir noch ein Radfahrepärrchen, das die tote Kuh noch vor sich hatten und erreichten ca, 1 1/2 Stunden später Moab.

Nach den guten Erfahrungen vor 4 Jahren hatten wir wieder im Inka Inn reserviert. Das Zimmer ist wie damals geräumig und gemütlich und während ich diesen Bericht schreibe ist auch von der Umgebung nichts zu hören.

Noch ein Abendessen im berühmten ZAX mit einem „Hefeweizenbier“ – Ja dass heißt hier so! – aus dem Pincher haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

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Morgen sind zwar Wolken angesagt aber wir lassen uns dadurch nicht die Stimmung nicht vermiesen und werden die Nationalparks der Umgebung unsicher machen.

14. Tag: Ein Regentag um und in Moab

Entgegen unserer Befürchtungen wegen des schnarchenden Zimmernachbarn können wir gut schlafen und werden erst gegen 7.30 Uhr wach – gerade noch rechtzeitig, um NICHT vom Türknallen unseres Nachbarn geweckt zu werden. Das Wetter sieht heute nicht so toll aus, es ist wolkig und wir sind froh, unsere große Wanderung gestern gemacht zu haben.

Wir beginnen den Tag wieder im benachbarten „Eclectica“-Café und starten Richtung Dead Horse State Park und NP Canyonlands. Schon bald nach unserer Abfahrt stellen wir jedoch fest, dass wir beide heute nicht so fit sind. Ob es jetzt die Anstrengung gestern war, die Hitze oder die kurze Nacht? Keine Ahnung, jedenfalls sind wir beide irgendwie verkatert, obwohl wir gesten außer einem kleinen Bier nichts getrunken haben.

Sonnenblumen an einem Regentag hinter unserem Frühstücksrestaurant
Sonnenblumen an einem Regentag hinter unserem Frühstücksrestaurant

Den Dead Horse State Park absolvieren wir noch pflichtbewusst, machen einige Fotostopps und Ralf knipst seine obligatorischen Fotos von der wirklich schönen Gegend. Aber selbst die kurzen 1,5-km-„Hikes“ fallen uns heute schwer. Selbst auf den geplanten Kaffee am Visitor Center habe ich heute keine Lust. Fast zum ersten Mal drücke ich Ralf die Autoschlüssel in die Hand und lasse ihn fahren.

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Dead Horse Point Statepark
Dead Horse Point Statepark

Canyonslands Nationalpark - mal sehen wie lange es noch trocken bleibWir legen die kurze Strecke zum Canyonlands Nationalpark zurück und fahren ein kleines Stück hinein. Die Wolken am Himmel verheißen ziemlich viel Regen, aber noch ist es trocken. Daher ziehen wir unsere Regenjacken an und wagen einen kurzen Hike zum Mesa Arch. Dieser Steinbogen liegt wirklich wieder schön in der Landschaft und Ralf macht wieder seine Fotos, obwohl sehr viele Menschen dort herumturnen. Bald jedoch fallen die ersten Regentropfen vom Himmel und wir machen uns auf den Rückweg zum Auto.

Canyonslands Nationalpark - mal sehen wie lange es noch trocken bleib
Canyonslands Nationalpark – mal sehen wie lange es noch trocken bleib

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Dann hört man erstes Donnergrollen und ich werde etwa sschneller, bin aber nicht panisch (was Ralf mir hinterher unterstellen wollte…). Es donnert noch einige Male (ich schaue vorsichtshalber gar nicht erst zum Himmel) und ich bedauere die vor uns gehenden Motorradfahrer, weil die im Gegensatz zu uns nicht gleich am sicheren, trockenen Auto sind. Gerade noch rechtzeitig, bevor es richtig zu regnen beginnt schaffen wir es ins Auto.

"Bleiben wir noch lange?"
„Bleiben wir noch lange?“
Kurz vor dem ersten Blitz
Kurz vor dem ersten Blitz

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Wir sind beide fertig. Müde einfach. Und daher beschließen wir, jetzt gleich zum Motel zurück zu fahren und uns einen faulen Tag zu gönnen. Das Wetter unterstützt uns bei dieser Entscheidung, indem Regen und Gewitter jetzt so richtig zeigen, was sie drauf haben.

Obwohl der Regen anfangs noch gar nicht so kräftig ist, zeigt sich jetzt aber schon die Wirkung von Regenfällen in dieser sandigen, felsigen Gegend. Stichwort flashflood, die wir uns als Mitteleuropäer ja gar nicht so richtig vorstellen können, insbesondere nicht, dass diese so plötzlich kommen. Aber wir sehen jetzt schon, dass von vielen Felsen das Wasser richtig herunter stürzt, regelrechte Wasserfälle bildet. Ich hätte nie gedacht, dass das mit diesen „paar Regentropfen“ möglich sein kann!

Davon abgesehen wird der Regen immer kräftiger. Zeitweise ist die Sicht während der Fahrt wirklich schlecht. Wir sehen Motorradfahrer, die anhalten und sich unter große Felsen flüchten. Was sind wir über unser Dach über Kopf froh!

In Moab angekommen stellen wir erfreut fest, dass unser Zimmer schon gemacht ist. Wir platzieren uns auf unserem großen Kingsize-Bett und beschließen, heute nichts mehr zu tun. Draußen plätschert der Regen und  verbringen den Tag mit lesen, schlafen, essen, trinken und natürlich im Internet surfen. Zwischendurch muss das einfach auch mal sein und wir genießen auch diesen Tag so richtig.

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Regenimpressionen vor unserem Motel
Regenimpressionen vor unserem Motel
Das beste was man am Tag nach einem anstrengenden Wandertag tun kann, wenn es regnet: Abhängen. :-) Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht diese leckeren Erdnussbutter m&m's?
Das beste was man am Tag nach einem anstrengenden Wandertag tun kann, wenn es regnet: Abhängen. 🙂 Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht diese leckeren Erdnussbutter m&m’s?

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Und nachdem wir heute so faul sind, gehen wir natürlich zum essen auch nicht in die Stadt (soooo weit laufen?), sondern besuchen den benachbarten Mexikaner. Zwar weiß ich immer noch nicht, was ich mir dort bestelle, weil ich mit den Namen der Gerichte nichts anfangen kann, aber es schmeckt lecker. Und die Margaritas, die ja angeblich in Page die besten der Welt sein sollten, schmecken und hier noch besser.

Den Rest des Abends vergammeln wir jetzt wieder und sind morgen wieder frisch gestärkt für neue Erlebnisse (falls der Schnarch-Nachbar uns schlafen lässt;-))

 

13. Tag: Moab – Arches Nationalpark

Erstaunlicherweise haben wir eine ruhige Nacht hinter uns gebracht. Wir hatten mit mehr Unruhe gerechnet, da das Motel direkt an der Durchgangsstraße Moabs liegt und außerdem einen sehr hellhörigen Eindruck macht. Geweckt werde ich dann vom Wecker im Nachbarzimmer, der auf 6.20 Uhr eingestellt ist – offenbar wollen die Nachbarn den Sonnenaufgang erleben.

Nachdem ich dann aber noch einmal eingeschlafen bin, sind wir heute erst relativ spät in den Tag gestartet. Unser erster Weg führte uns in benachbarte Café zum Frühstücken, wo wir gemütlich draußen in einem schönen Garten mit künstlichem Bachlauf und schönen Blumen sitzen können. Urlaubsgefühl pur.

Danach starten wir Richtung Arches Nationalpark, wo wir heute einige Wanderungen auf dem Programm stehen haben. Zuerst spazieren wir zu den „Windows“, die im Morgenlicht besonders schön sein sollen – zusammen mit sehr vielen anderen Touristen. Um die Windows führt jedoch ein kleiner „Primitive Loop“, ein kleiner Trail, der unbefestigt über Felsen und Sand führt. Auch wenn der Weg wirklich nicht lang ist, sind wir ganz allein und fühlen uns weit weg vom Trubel. Schön.

Eines der "Windows"
Eines der „Windows“

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Ein Wandersmann
Ein Wandersmann

DSC_0973Auf einem kleinen Sandweg sehen wir dann unsere erste Schlange in den USA. Zwar keine Klapperschlange – aber immerhin eine lebende Schlange, wenn auch winzig klein. Ich schätze, vielleicht 30 cm lang.

Unsere erste Schlange in den USA
Unsere erste Schlange in den USA

Auf dem Weg zu unserem nächsten Wanderziel, „Devils Garden“, ärgere ich mich über viele Autos auf der Straße. Der Park scheint mir heute voller als gestern. Der Parkplatz am Trailhead zu unserem Weg, der uns erst zum Landscape Arch und danach zum Double-O-Arch führen soll, ist dann auch komplett voll. Mist! Bei unserer zweiten Rundfahrt haben wir Glück und ergattern einen Parkplatz.

Der erste Teil des Weges zum Landscape Arch ist 2,6 km lang, der Weg ist gut und noch sehr stark begangen. Der Arch selbst, der sehr nur noch sehr dünn ist, ist aufgrund Einsturzgefahr abgesperrt und sehr beeindruckend. Wir wollen danach noch den Weg zum Double-O-Arch nehmen, der laut Wegbeschreibung als „Moderate terrain“ beschrieben ist. Der Rückweg soll uns über den „Primitive Loop“ führen, der als „Difficult terrain“ bezeichnet wird. Insgesamt sollen es 9,5 km werden. Nun denn, packen wir es an!

Am Landscape Arch vorbei führt der Weg noch leicht bergan über Felsen und Sand. Dann stehen wir vor unserer ersten Herausforderung. Ein sehr steiler, hoher Felsenanstieg ist zu bewältigen. Eine zeitlang stehen wir davor und beobachten die anderen Wanderer, die sich mühsam hoch- und insbesondere runter quälen. Ralf meint noch zu mir „Sei froh, dass wir da nur hoch und nicht runter müssen“. Wer mich kennt, weiß, dass ich in den Bergen nur sehr ungern bergab gehe und mich dabei nicht sonderlich wohlfühle. Den Anstieg schaffen wir bravourös und denken, dass wir damit die größte Herausforderung schon bestanden haben. Jaja.

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Diesen "moderaten" Weg müssen wir erklimmen
Diesen „moderaten“ Weg müssen wir erklimmen
Die Belohnung für die Mühe
Die Belohnung für die Mühe

Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum Partition Arch, in dessen Schatten wir eine Mittagspause einlegen. Der weitere Weg führt uns anspruchsvoll, aber leicht machbar über Slickrock-Passagen und Sandwege durch wunderschöne Landschaften. Herrlich – das Wandern macht richtig Spaß.

Und weiter geht es ...
Und weiter geht es …

Dann steht plötzlich der Aufstieg zu einem hohen, steilen Felsengrat vor uns. Ups, gar nicht so einfach. Wir klettern hoch und ich gehe mutig voran. Immer höher geht es hinauf. Der Weg ist stellenweise vielleicht 2 m breit, dafür klaffen links und rechts Abgründe von bis zu 20 Metern. Solange uns der Weg noch bergauf führt, ist das noch machbar, aber irgendwann geht es ja auch wieder bergab. Dabei hat es ganz schöne feuchte Hände und flatternde Nerven gegeben, insbesondere als einmal ein Schritt über einen Abgrund zu machen war. Kein großer Schritt, aber es ist ein ABGRUND darunter! Ich bin sehr froh, als ich wieder festen Boden erkenne, den wir mit ein bisschen Kletterei dann auch erreichen.

Es wird nicht leichter ...
Es wird nicht leichter …
Dafür bekommen wir aber diese Aussicht, die auch nicht jeder sieht ...
Dafür bekommen wir aber diese Aussicht, die auch nicht jeder sieht …
Jutta versucht ein Hinderniss zu beseitigen
Jutta versucht ein Hinderniss zu beseitigen

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Weder Stock noch Stein noch unwegsames Gelände hält uns auf.
Weder Stock noch Stein noch unwegsames Gelände hält uns auf.

Noch einmal steht uns eine ähnliche Kletteraktion in luftiger Höhe bevor, bevor wir den Double-O-Arch erreichen. Schon vorher ist mir jedoch klar geworden, dass ich keinesfalls den Primitve Loop zurückgehen möchte. Mag sein, dass ich mich anstelle, aber ich mag mir nicht vorstellen, welche Herausforderungen auf diesem „schwierigen“ Weg vor mir liegen, wenn mich der „moderate“ Weg schon so gefordert hat.

DSC_1054Und noch ein Arche - wenn das keinen Schluck Wasser wert ist

Und noch ein Arche – wenn das keinen Schluck Wasser wert ist

DSC_1067 DSC_1079Geschafft! Jetzt "nur noch" den selben Weg zurück ...

Geschafft! Jetzt „nur noch“ den selben Weg zurück …

Wir gehen den Weg noch bis zum Ende, fotografieren uns da natürlich noch gegenseitig – Juchhu, geschafft! – und machen uns dann auf den Rückweg. Dieser geht zwar schneller, da Ralf die Kamera in den Rucksack gesteckt hat und nicht mehr fotografiert, ist dafür aber noch einen Tick schlimmer, da wir hauptsächlich bergab müssen. Insbesondere der letzte Abstieg (der, von dem Ralf zuvor gemeint hatte „Sei froh, dass Du den nicht runter musst..“) war nicht leicht zu meistern. Aber wir haben es unfallfrei geschafft und sind SEHR stolz auf uns. Höhenangst erfolgreich besiegt!

Am Auto angekommen gönnen wir uns keine Pause. Es ist schon 15.45 Uhr vorbei und wir wollen noch zum Delicate Arch. Dieser bekannteste Arch des Parks wird vor allem nachmittags, insbesondere zum Sonnenuntergang, von sehr vielen Menschen besucht. Gestern schon hatten wir gesehen, dass die Parksituation am Trailhead nicht besonders berauschend ist und daher wollten wir eine geraume Zeit vor Sonnenuntergang dort sein. Also schnell hin. Wir bekommen dann auch problemlos einen Parkplatz. Ich pflastere noch meine Zehen ab, die von der letzten Wanderung etwas schmerzen und dann machen wir uns wieder mit leichter Ausrüstung auf den Weg.

Der Weg soll hin und zurück knapp 5 km lang sein. Der Hinweg führt eigentlich nur bergauf, das Ziel ist bis zum Schluss nicht zu sehen. Und der Weg zieht sich! Wir sind doch schon etwas erschöpft und stellen fest, dass wir nicht gedacht hatten, dass zweieinhalb Kilometer so lang und anstrengend sind. Insbesondere ein langes, steiles Stück über Slickrock schlaucht ordentlich. Die vom Himmel brennende Sonne tut ihr übriges dazu.

Der Arch selbst entschädigt aber sofort für die Strapazen des Aufstiegs. Wunderschön steht er mitten der Landschaft. Ein perfektes Fotomotiv. Es stellt sich allerdings als ziemlich schwierig heraus, Fotos ohne Menschen, die meinen, mitten im Arch stehen zu müssen, zu machen. Ich setze mich daher in den Schatten und überlasse Ralf die Arbeit. Nach einiger Zeit gelingen ihm die Fotos und er kommt auch zu mir. Wir machen noch eine letzte Rast, essen die letzten Nüsse und Salzbrezeln und lassen uns dann von einem penetranten Deutschen, der allen Anwesenden erklärt, dass es ja ganz einfach sei, das perfekte Foto des Delicate Arch zu machen, da ja alles im Internet stehe, vertreiben. Langsam will ich auch nach Hause, da es schon nach 17 Uhr ist und ich müde bin.

Der berühnte Delicate Arch - Jetzt auch endlich einmal von mir fotografiert (in so ca. 40-80 Variationen)
Der berühnte Delicate Arch – Jetzt auch endlich einmal von mir fotografiert (in so ca. 40-80 Variationen)
Die ersten Sonnenuntergangsfotografen stellen sich ein - wir gehen schon vorher :-)
Die ersten Sonnenuntergangsfotografen stellen sich ein – wir gehen schon vorher 🙂

Unten am Parkplatz angekommen erkennen wir, dass die Parksituation jetzt wieder prekär ist, da ja alle zum Sonnenuntergang oben sein wollen. Wir überlassen also unseren Parkplatz einem glüclichen Gewinner und machen uns auf den Rückweg.

Nach der wohlverdienten Dusche haben wir jedoch immer noch nciht genug: Zu Fuß machen wir uns auf den Weg in die Stadt, um essen zu gehen. Was sind wir froh, als wir hinterher den Rückweg geschafft haben!

Morgen werden wir wohl eher wenig zu Fuß erledigen …

12. Tag: Vom Monument Valley nach Moab

Nach einer kurzen Nacht (aufgrund der Zeitverschiebung von Arizona nach Utah um 1 Stunde haben wir schon wieder einen Mini-Jetlag) werden wir beide pünktlich kurz vor Sonnenaufgang wach. Von unserem Balkon aus können wir gut sehen, wie es hinter den Felsen des Tales langsam rot wird. Schön sieht das aus. Ich mache uns einen Kaffee und Ralf bringt die Kamera in Position. Während ich es mir auf einem Stuhl gemütlich mache, warm eingepackt in Jeans und Fleecejacke mit heißem Kaffee in der Hand, werkelt Ralf mit der Kamera und schießt viele, viele Fotos. Ich beobachte die wechselnden Lichtverhältnisse und die Menschen, die sich auf der Hotelterrasse drängen. Mann, was haben wir es gut hier auf unserem Balkon! Unten im Tal sieht man schon wieder die ersten Autos fahren, die auch auf der Suche nach dem besten Foto des Sonnenaufgangs sind. Da es in der Nacht ja heftig geregnet hatte, muss die Straße dort jetzt eine einzige rote Schlammmasse sein. Eine riesige Pfütze ist auch zu erkennen, die die gesamte Straßenbreite einnimmt und die von allen Autos vorsichtig umfahren wird. Das wird heute tagsüber bestimmt „lustig“ dort!

DSC_0783 DSC_0761 DSC_0760Nachdem die Sonne schließlich als helle Scheibe am Himmel steht (es ist heute übrigens wieder ein fast wolkenloser Tag), machen wir uns fertig zum Frühstücken. Im Zimmerpreis inbegriffen ist ein Gutschein über 5 $ pro Person als Ermäßigung auf den regulären Preis des Frühstücksbuffet. Diesen lösen wir jetzt ein und stärken uns für den Tag. Danach noch kurz im an das Hotel angeschlossenen Laden ein paar Reiseandenken einkaufen, danach können wir unsere Sachen ins Auto packen, auschecken und losfahren.

DSC_0794Der Abschied von hier fällt mir nicht besonders schwer, denn für mich hat sich Monument Valley nicht unbedingt von seiner besten Seite gezeigt. Die Gewitterangst gestern bei der Rundfahrt auf dem offenen Jeep, verbunden mit meiner Angst, sich bei diesem tchechischen Vater angesteckt zu haben, haben verhindert, dass ich mich ganz dieser zweifellosen schönen Landschaft öffnen konnte.

DSC_0801Die etwa 250 km lange Fahrt nach Moab führt uns, anders als gestern, durch wirklich schöne und abwechslungsreiche Landstriche. Immer wieder fahren wir auch durch nette Örtchen. Eines dieser Örtchen heißt Bluff, das mit einem Hinweisschild auf eine „Historical Site“ aufmerksam macht. Das hört sich interessant an und so fahre ich von der Straße ab. Im Visitor Center werden wir gleich von einer aufgeregten älteren Dame in Empfang genommen, die uns herzlich begrüßt, uns bittet, uns ins Gästebuch einzutragen und uns einen Film über das ansässige Fort startet. Das Örtchen wurde 1890 von Mormonen gegründet, die auszogen, um eine bessere Zukunft zu haben. Sie waren ein halbes Jahr unterwegs, haben viele Hindernisse, u.A. auch den Colorado River überwunden und sich dort niedergelassen. Wir sind beeindruckt, auch von der Hingabe, mit der die Nachfahren dieser Siedler seit 2006 dieses Gelände erstellt und aufbereitet haben. U.a. sind auch die Original-Häuser (cabins) mit Einrichtung der dort lebenden Familien zu sehen, viele Fotos und Geschichten. Die Damen wollen uns fast gar nicht mehr gehen lassen, versorgen uns mit Infomaterial über die Gegend und wir müssen versprechen, uns das alles beim nächsten Mal anzuschauen …

DSC_0802 DSC_0809 DSC_0820Unser weiterer Weg führt uns wieder durch eine Baustelle mit Pilot Car, die wir dieses Mal schon wie Profis meistern und bald schon erreichen wir Moab. Um zu unserm Motel Inca Inn zu kommen, müssen wir einmal durch den ganzen Ort fahren und wir sind sehr angetan von der Lebendigkeit des Städtchens, das ganz auf Touristen, insbesondere junge Outdoor-Fans aus der ganzen Welt, ausgerichtet ist. Endlich mal eine amerikanische Stadt, in der man als Fußgänger bummeln kann. Zuerst aber mal wollen wir im Motel einchecken, was uns aber nicht gelingt, da wir noch zu früh sind.

Also fahren wir eben gleich mal in den Arches Nationalpark. Mit unserem Annual Pass, der sich inzwischen schon bezahlt gemacht hat, passieren wir zügig die Einlasskontrolle, informieren uns kurz im Visitor Center und starten dann Richtung Park.

Schon bald erscheint der erste Anhaltpunkt. Wir wechseln die Schuhe, damit wir gerüstet sind für unsere erste kurze Wanderung und erwandern uns die „Park Avenue“. Diese heißt so, weil die Entdecker dieser sich erinnert fühlten an einen amerikanischen Straßenzug mit (Hoch-)jhäusern. Wir wandern über Sand uns Felsen durch einen Canyon, bewundern Felsen und ihre Strukturen, einfach klasse. So ist eine Wanderung nach meinem Geschmack! Noch dazu sind kaum Wolken am Himmel zu sehen, also keine Gewittergefahr. 🙂 So legen wir unsere erste 3 km-Wanderung hin und sind stolz und glücklich.

DSC_0848 DSC_0847 DSC_0844 DSC_0838Bis etwa 17 Uhr klappern wir einige markante Punkte des Parkes ab, ohne jedoch größere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Das wollen wir erst morgen tun. Aber wir sehen den Balanced Rock und vor allem auch den Delicate Arch aus der Ferne. Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang wimmelt es dort schon vor Leuten, die alle DAS Sonnenuntergangsfoto schießen wollen. Wahnsinn! Ralf schießt ein paar Fotos aus der Ferne, dann machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Auf der Fahrt zurück nach Moab kommen wir auch an dem Parkplatz, von dem aus der Trail zum Delicate Arch geht. Dieser ist gerammelt voll, viele Autos kreisen noch auf der Suche nach einem freien Platz. Na, das wird heute wohl nichts mehr für diese.

DSC_0869 DSC_0882 DSC_0881 DSC_0892 DSC_0904 DSC_0914Im Inca Inn können wir jetzt endlich einchecken. Wir beziehen unser Zimmer, das nicht das allerbeste ist, aber voll in Ordnung. Es gilt halt nach wie vor: You get what you pay for – und das Inca Inn ist für Moab-Verhältnisse sehr günstig. Wir werden es auf jeden Fall die nächsten drei Tage dort gut aushalten können.

DSC_0928 DSC_0929Danach machen wir uns aufgrund unserer knurrenden Mägen gleich auf, ein Restaurant zu finden. Wir landen bei ZAX, wo ich für 12,99 $ ein All-you-can-eat Salat-, Suppe- und Pizzabuffet plündere. Ich bin von amerikanischer Pizza, die mich ja bei unserem ersten Amerika-Urlaub vor 4 Jahren in San Francisco voll traumatisiert hatte, auf jeden Fall wieder überzeugt. Satt und zufrieden bummeln wir hinterher zurück ins Motel, wo uns hoffentlich eine einigermaßen ruhige Nacht erwartet.

Unsere heutige Strecke:


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