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19. Tag: 18.5. Zion Nationalpark

Nachdem wir gestern festgestellt haben, dass die Parkplätze beim Zion Overlook sehr begrenzt sind und auch die Wettervorhersage für heute sehr bescheiden ist (Regenwahrscheinlichkeit über 40 Prozent und ab Nachmittag Gewitter), haben wir uns den Wecker auf 6:00 gestellt um möglichst viel aus dem Tag zu machen. Geduscht hatten wir schon am Abend vorher, so dass wir uns morgens nur noch schnell frisch machen mussten und nach einem schnellen (mehr nahrhaften als schmackhaften) Frühstück im Motel waren wir tatsächlich schon um 7:15 auf der Straße in Richtung Zion Nationalpark.

Der Weg dahin war diesmal weniger voll als gestern und auch am Parkeingang waren wir ohne große Schlange durch. Wir beschlossen gleich durch den großen Tunnel zum Zion Overlook zu fahren um eine gute Chance auf einen Parkplatz zu bekommen.

Unser Plan ging auf. Nachdem wir den Tunnel, der diesmal durch die Parkranger nur für den wechselseitigen Einbahnstraßenverkehr geregelt wurde, fanden wir direkt nach der Durchfahrt einen der ca. 10 möglichen Parkplätze. Direkt mit uns hielt ein Motorrad, das uns schon am Parkeingang aufgefallen war.

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Schnell über die Straße und schon gingen wir die ersten Schritte auf den ca. einen Meilen langen Trail. Im Gegensatz zum ersten Eindruck, den wir 2007 hatten, zeigte sich Zion diesmal mit der von uns so geliebten „roten Felsen-Sonnenseite (gut die Sonne fehlte, aber wir waren ja schon dankbar, dass es trocken war. 🙂 ), Eine große Schlucht lag neben uns und wir fühlten uns sofort wohl. Es zeigte sich sogar ein ganz kleines Stückchen blauer Himmel.

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Nach ein paar Schritten stand das Motoradpärchen vom Parkplatz und fotografierte. Ich meinte noch launisch „Oh, you got the blue sky“, als der Mann des Pärchen meinte „No! Look! Sheeps!“. Und tatsächlich, er zeigte auf ein Bighorn Sheep, dass direkt über den Wanderweg sein Frühstück zu sich nahm.

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Seine Partnerin zeigte in eine andere Richtung rechts davon und meinte „And there are the babys“. Und dort waren zwei ungehörnte, kleinere Schafe beim fressen. Ich hatte zwar nur meine kleine Wanderkamera dabei, aber da auch sie über ein gutes Tele verfügt, konnte ich diese wunderbare Naturbegegnung mit einfangen.

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Doch es folgte gleich zwei große Wandergruppen. Jutta drängte zum weitergehen, damit wir den Aussichtspunkt wenigstens eine kurze Zeit ohne Gedrängel haben. Ich zeigte der Gruppe noch schnell die Schafe, damit sie abgelenkt waren  (Die Gruppe – nicht die Schafe 🙂 ) und wir machten uns ohne weitere Fotostopps auf den Weg um einen Vorsprung zu haben.

Das Pärchen schien den selben Gedanken zu haben, denn kaum waren wir am atemberaubenden Aussichtspunkt angelangt, kamen die zwei auch schon an. Die Gipfel am anderen Enden des Canyons strahlten im Morgenlicht der gerade noch so scheinenden Sonne und es war einfach schön. Als Jutta und ich uns darüber austauschten sprach uns gleich die Frau auf Deutsch an und bestätigte unsere Meinung. Ich ordnete sie den Akzent nach als Niederländerin ein aber als sich sie fragte von woher sie kommt, meinte sie aus „Washington DC“ und sie sei wohl eine der wenigen Amerikaner, die deutsch gelernt hätten. Wir plauderten noch ein wenig, aber da die große Gruppe gerade ankam, machten Jutta und ich uns wieder auf den Rückweg mit ein paar mehr Fotostopps.

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An unserem Jeep angelangt fuhren wir noch ein Stückchen zum Parkausgang und wendeten. Wir erreichten gerade noch das Ende der Schlange vor dem Tunnel und als die Parkrangerin mit einem Stab winkte, stoppte ich nach kurzem Zögern (und nachdem mich Jutta darauf hinwies 😉 ). Die Rangerin überreichte uns den Stab mit der Bitte ihn am anderen Ende ihn dem dortigen Kollegen zu geben. So funktioniert das also mit dem Einbahnstraßenverkehr. Cool – und wir waren in dieser Runde der „Staffelläufer“. 🙂

Weiter ging es zum Visitorcenter um mit den Shuttlebus ein paar leichte Wanderwege anzufahren. Jutta ging es erkältungsmäßig immer noch nicht besser, so dass wir beschlossen hatten heute keine anstrengende Tour mehr zu machen.

Die Luft im Bus war nicht gut und roch zwischen Schülerturnhallenumkleide und Abgasen, so dass Jutta im Bus eine üble Hustenattacke bekam, die bis zur Zion Lodge, den Startpunkt unserer geplanten Wanderung zu den Emerald Pools, anhielt.

Wir stiegen aus und warteten erst einmal bis Jutta wieder normal Luft bekam. Da es bei der Lodge auch einen kleinen Imbis gab holten wir uns dort erst einmal was warmes zu trinken und setzten uns draußen hin und bewunderten eine etwas behäbige Angestellte dabei, wie sie mit ein und dem selben Lappen erst die Stühle (inkl. Stuhlbeinen, die Tische und anschließend auch die Mülltonnen mehr schlecht als recht abwischte. Der Eimer in dem sie den Lappen immer wieder neu benässte war dick mit „sanitizer“ beschriftet und ich hoffe, das auch so wie bei vielen anderen Dingen in den USA, auch hier die Wirkung größer ist, als wir es von Deutschland her kennen. Auf jeden Fall war ich früh, dass unsere Getränke nicht mit den Tisch in Berührung kommen mussten. 🙂

Da es jetzt zu Regnen anfing und die Pools gerade dafür berühmt sind, dass sie besonders schön sind, wenn das Wasser dort ganz glatt ist, nahmen wir den nächsten Bus und machten uns auf den Weg zu den „Weeping Rock“, den weinenden Felsen, von dem es als besonderes Naturschauspiel auch bei größter Hitze und Trockenheit tröpfelt. Gut gegen den Regen geschützt erreichten wir den Felsen, aber dummerweise ist der Effekt bei Regenwetter nicht so groß wie wir es bei Trockenheit kennengelernt hatten, so dass wir nach 2 Fotos wieder zurück gingen.

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Jutta ging es weiterhin nicht gut, so dass wir beschlossen nur noch einen kleinen Spaziergang den „Riverside Walk“ zu machen. Der Regen hatte gerade eine kleine Pause eingelegt, so dass wir einen schönen Gang bis zu den berühmten „Narrows“ hatten, eine enge Vertiefung des Canyons, bei der der Wanderweg immer wieder nur durch den kalten Virgin River, führt. Sicherlich ein nettes Abenteuer, aber nicht diesmal für uns, da wir a) die falsche Ausrüstung dafür hatten und b) und das war der wichtigere Grund, wir beide derzeit körperlich einfach nicht fit genug dafür waren.

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Wir beobachten noch ein paar wagemutige, die den Weg gingen und dann machten wir uns auf den Rückweg. Im Shuttlebus, den wir gerade noch so erreichten, pauderte diesmal der Fahrer persönlich mit den Fahrgästen und es lief nicht wie bei den Bussen vorher ein Band. Als er gerade bei der Haltestelle zum „Big Bend“ darauf hinwies, dass man hier besonders schöne Fotos schießen kann, meinte die Dame neben mir zu der Dame neben Jutta auf dem Sitzplatz gegenüber, dass sie gerne noch mal raus würde. Die Angesprochene entgegnete, dass dafür keine Zeit ist, denn sie müssen gleich zurück zur Reisegruppe, da sie heute ja auch noch den Bryce besuchen wollten.

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Meine Meinung gegenüber organisierten Busreisen wurde hierdurch mal wieder bestätigt. Ich stellte mir vor, dass wir mit unseren Erkältungen in so einer Gruppe gefangen sind und nicht, so wie heute, spontan umplanen können. Ich weiß nicht – auch wenn wir auf dieser Reise mal wieder viele Programmpunkte hatten – das wäre mir einfach zu stressig.

Schade nur, dass es heute so regnerisch war und unsere Gesundheit nicht ganz so mitspielte. Aber Zion hat sich trotz dieser Umstände diesmal von einer wesentlich besseren Seite gezeigt. Sollten es uns mal wieder hierher verschlagen, dann wird dieser Nationalpark auf jeden Fall von uns richtig erobert werden. Und zwar als erste Station von Las Vegas aus und nie, niemals nicht an einem Wochenende!

Nun denn – wir machten uns zurück auf den Weg zu unserem Motel. Auf dem Rückweg fotografierte Jutta noch die „Sims-Häuser“ in Rockville, die wirklich so aussehen wie im Computerspiel. Nur das der Spieler hier wohl eine Vorliebe für viel zu große Zypressen für die kleinen Häuser machten.

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Ein weiterer Fotostopp bei einem kitschigen Touristenfort mit billiger Touristenabfütterung, so wie man es überall in der Welt findet (das aber geschlossen hatte) und wir beschlossen noch kurz einen Abstecher zum ausgeschilderten „Virgin Overlook“ bei dem unser SUV nochmal zeigen durfte, dass ihm unbefestigte Straßen auch Spaß machen.

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Bei dem Ausblick über das Örtlein „La Verkin“, stellten wi r auch hier eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Computerspiel, diesmal „Sim City“ fest. Uns wurde klar warum, wenn wir das Spiel spielten, die künstlichen Bewohner immer so unzufrieden waren: Wir planten die Städte zu deutsch und zu eng. Wir beschlossen, wenn wir mal wieder eine Runde spielen sollten, dass wir diesmal mehr Grünflächen einplanen müssen und vor allen auch keine Scheu haben dürfen in das Wohngebiet auch das eine oder andere Gewerbe, vor allen an den Ausfallstraßen, zu planen. 🙂

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Dann noch ein schneller Einkaufsstop beim örtlichen Supermarkt um uns mit etwas Kuchen für das Motel einzudecken und dann ging es „heim“.

Draußen hat es sich jetzt nach einem Gewitter eingeregnet und während ich hier schreibe und Fotos sortiere, hält Jutta gerade einen kleinen Genesungsschlaf.

Es ist schon spannend, inzwischen zeigt sich ein gewisser Sättigungsgrad. Wesentlich mehr an neuen Eindrücken können wir nicht mehr aufnehmen und ich persönlich bin froh, dass wir morgen mit Las Vegas (und evtl. einen kurzen Zwischenstop in einen der Stateparks auf dem Weg) die letzte Station erreicht haben.

Aber trotz aller Sättigung freue ich mich auch schon wieder auf diese quirlige, verrückte Stadt mit all seiner Künstlichkeit. Es ist immer ein netter Abschluss nach all den vielen Naturerlebnissen, der einen zurück in die Zivilisation führt.

Also keine Angst, wenn es morgen keine Bilder oder keinen Bericht gibt: Uns wird es gut gehen und wir versumpfen gerade mit ein, zwei oder vielen Margaritas auf dem Strip. 🙂

Der Bericht kommt dann spätestens zum Rückflug. Versprochen!

18. Tag: 17.5. Fahrt nach Zion Nationalpark

Die Nacht im Cowboy Country Inn war angenehm ruhig, aber ich bin trotzdem völlig zerschlagen aufgewacht. Blöde Erkältung! Aber egal, wir mussten weiter, wollten heute den Zion Nationalpark erreichen, der uns vor 7 Jahren bei unserer ersten USA-Reise nicht so besonders gut gefallen hatte.

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Auf dem Weg dorthin machten wir kurz nachdem wir Escalante verlassen hatten, schon den ersten Stopp im Petrified Forest Statepark. Die Rangerin am Eingang klärte uns auf, dass sie ein „Hiking Park“ wären. Aufgrund meiner gesundheitlichen Lage wollte ich heute keinesfalls längere Wanderungen machen, weswegen uns die Rangerin ein paar ganz kurze Spaziergänge empfahl und wir nur die Hälfte des Eintrittspreises zahlen mussten. Fand ich sehr nett. Im Park schauten wir uns ein paar versteinerte Baumstämme an und gingen ein paar Meter auf einem Wanderweg, der eigentlich ganz interessant aussah. Schade, dass es mir nicht gut ging und wir deshalb schon bald wieder umkehren mussten.

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Wir fuhren weiter den HW 12 entlang und machten natürlich wieder einige Fotostopps entlang dieser wunderschönen Strecke.

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Recht bald kamen dann auch schon die Hinweisschilder auf den Bryce Nationalpark. Dieser stand in diesem Jahr jedoch nicht auf unserer Liste, weil wir dort ja schon zweimal waren. Eigentlich stand er nicht auf der Liste. Andererseits gehört er ja schon zu unseren absoluten Lieblingsparks. Also warum daran vorbeifahren, wenn man eh „in der Gegend“ ist und es wirklich nur wenige Meilen Umweg sind? Deshalb bogen wir dann kurz entschlossen doch Richtung Bryce ab.

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Ein seltsames Gefühl – es kommt einem schon fast vertraut vor. Die Kreuzung mit seinenn Gebäuden, dann „Ruby’s Inn“ und die Parkeinfahrt. Neu war in diesem Jahr der Hinweis auf die Shuttlebusse, die aufgrund begrenzter Parkplatzkapazitäten im Park von Mai bis Oktober fahren. Die gab es vor 4 Jahren noch nicht. Aber offensichtlich hat der Besucherverkehr tatsächlich sehr stark zugenommen, denn schon am ersten Aussichtspunkt, den wir anfuhren, dem „Bryce Point“, hatten wir kein Glück und mussten unverrichteter Dinge weiterfahren. Wir fuhren dann zum Paria Point, schauten in den Canyon, machten ein paar Fotos und freuten uns. Dann versuchten wir unser Glück noch einmal am Bryce Point, aber die Verkehrslage dort war inzwischen noch chaotischer. Man stand sozusagen schon vor dem Parkplatz im Stau, denn die Autos hielten zu Beginn des Parkplatzes an, um einen frei werdenden Platz zu warten. Das funktionierte eigentlich sogar ganz gut. Als wir dann aber an der ersten Warteposition standen, kam von hinten ein Auto mit einem Ranger gefahren und forderte uns auf weiterzufahren. Man dürfe nur bei einem sichtlich gleich frei werdenden Parkplatz warten. Na toll.

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Wir hatten dann keine Lust mehr und verabschiedeten uns vom Park. War ja eh nur als kurze, ungeplante Stippvisite eingeschoben worden. Beim Ruby’s Inn, das seit unserem letzten Besuch noch rummeliger und quirliger geworden ist, kauften wir uns noch einen Kaffee und ein Sandwich im General Store und setzten uns ein Weilchen in die Sonne, dann ging es weiter Richtung Zion.

Bald tauchten jedoch schon die roten Felsen des Red Canyon, der kleinen Bruders des Bryce Canyons auf. Auch dieses Stückchen Erde ist uns von unseren letzten Reisen gut bekannt, aber wir sind bisher immer nur dran vorbeigefahren und haben ein paar Fotos aus dem fahrenden Auto geschossen. Insbesondere von dem Felsbogen, der über die Straße verläuft. Ralf meinte noch „Nein, wir werden den Bogen dieses Mal nicht fotografieren“, aber als er dann in Sicht kam, musste er einfach anhalten und doch ein paar Fotos schießen. Während Ralf fotografierte, sah ich, dass neben dem Parkplatz ein großer roter Fels stand.

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Als ich ihn mir näher anschaute, fiel mir ein Schild mit ein paar Wandervorschlägen auf. Die kürzeste Rund maß nur 0,3 Meilen, das sollte selbst ich Invalidin doch schaffen. Wir machten uns auf und der Weg war wunderschön, deshalb zweigten wir noch auf einen etwas längeren Weg ab, der sich den Berg hinaufschlängelte und immer wieder neue Ausblicke auf atemberaubende rote Felsen freigab. Toll! Und vor allem: keine Parkplatznot, keine Menschenmassen. Nur ein Pärchen Schweizer und ein Gruppe gut gelaunter Amerikaner kamen uns entgegen. Das war für heute wirklich die bessere Wahl gegenüber dem Bryce. (Was hätten wir uns geärgert, wenn wir für diesen 25 Dollar Eintritt gezahlt hätten für den heute dort herrschenden Trubel. Aber da wir ja gleich zu Beginn unserer Reise den Annual Pass für die Nationalparks gekauft hatten, hatten wir durch unseren Kurzbesuch zumindest kein Loch in unsere Reisekasse gerissen.)

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Auf der Weiterfahrt veränderte sich die Landschaft dann schnell, wurde sanfter uns grüner. Auch sehr schön. Aber ich war doch schon wieder müde und mir fielen immer wieder die Augen zu. Wie gut, dass heute Ralf gefahren ist.

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Kurz vor dem Zion Nationalpark wuchsen dann doch wieder Felsen in den Himmel. Wir waren beim Weiterfahren beide beigeistert von den sich bietenden Anblicken mit beeindruckenden Felsmassiven, gesprenkelt von grünen Bäumen. So schön hatten wir ihn beide nicht in Erinnerung. Aber wir wollten diese Mal unbedingt den kurzen Wanderweg zum Zion Overlook gehen. Der Parkplatz hierzu befindet sich vor dem zweiten (langen, dunklen) Tunnel. Schon beim letzten Mal war der Platz vollgeparkt gewesen und dieses Mal sah es leider nicht besser aus. Auch der Parkplatz auf der anderen Straßenseite war voll und so fuhren wir schweren Herzens weiter durch den Tunnel, Zunächst wollten wir nach dem Tunnel gleich umkehren und unser Glück ein zweites Mal versuchen, aber nach der heutigen Erfahrung im Bryce ließen wir es lieber bleiben. Unser neuer Plan: wir versuchen es morgen noch einmal und hoffen, dass die Situation an einem Montagmorgen besser aussieht als an einem Sonntagnachmittag.

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Am Museum des Visitorcenters war kein Parkplatz zu bekommen und am eigentlichen Visitorcenter auch nur in der letzten Ecke des Ausweichparkplatztes. Puh, was für Menschenmengen. Ja, die waren vor 7 Jahren ja auch der Grund, weswegen uns der Zion so verschreckt hatte und besser geworden ist der Andrang seither ganz gewiss nicht. Bin gespannt, wie es morgen aussieht.

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Wir streiften nur noch ein wenig am Visitorcenter vorbei und holten uns ein paar Infos über Wandermöglichkeiten, die Wetteraussichten für morgen (ja, es soll mal wieder bewölkt werden mit einem 40prozentigen Regenrisiko…) und entschlossen uns dann, gleich Richtung Motel, dem Days Inn in Hurricane, zu fahren. Der Hunger plagte uns inzwischen nämlich spürbar und außerdem waren wir beide ziemlich geschlaucht. Ralf, der heute gefahren ist, ist ja auch noch nicht wieder hunderprozentig fit nach seiner Erkältung.

In Hurricane suchten wir deshalb nach einem Restaurant, was sich als ziemlich schwierig darstellte. Beim erstmaligen Durchfahren und auch bei einer zweiten Inspektion fanden wir nämlich nur Selbstbedienungsfastfoodläden à la Burger King und Mexikaner. Erst beim dritten Hinsehen fiel uns ein „normales“ Familienrestaurant auf, dem wir dann einen Besuch abstatteten und in dem ich den zweiten Burger und die ersten French Fries dieser Reise aß. War ganz ok, brauch ich aber nicht so schnell wieder. (Pssst, irgendwie freuen wir beide uns inzwischen doch schon wieder auf unser gewohntes, selbst zubereitetes Essen…)

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16. Tag: 15.5. Goblin Valley und Capitol Reef

Viel Erwartungen hatten wir nicht an den Tag. Die Wettervorhersage hat für heute ab Mittag und morgen für den ganzen Dauerregen für die gesamte Region angesagt. Unsere Planung war ursprünglich vor die schönen Gegenden von Capitol Reef und Grand Staircase Escalante nochmal in Ruhe anzusehen und vor allen auch noch ein paar kleine Wanderungen zu unternehmen.

Meine Stimmung war entsprechend mehr Zweckoptimistisch nach dem Motto: „Machen wir halt irgendwie das beste draus“. Zumindest für den Vormittag rechneten wir unsere Chancen den Goblin Valley State Park trocken besuchen zu können und stellten uns den Wecker auf 7:00 um möglichst früh weg zu kommen.

Nach einer Umpackorgie und einem schnellen Frühstück um Motel schafften wir es wieder um unsere übliche Zeit (also 9:30 🙂 ) auf dem Weg zu sein. Etwas wehmütig fuhren wir an den Arches vorbei und erfreuten uns noch eine Zeitlang an den roten Felsen.

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Bald änderte sich die Landschaft und millionen Jahre alte versteinerte Sanddünen säumten den Weg. Gespannt schauten wir immer wieder in den Himmel und versuchten die dunklen Wolken Kraft unserer Gedanken zu vertreiben.

Schließlich erreichten wir den Goblin Valley State Park und wie schon vor vier Jahren faszinierten uns die vielfältigen Formen der von Mutter Natur in Lehm geformte Figuren. Hier sieht man einen Zwerg, dort einen Drachen und dahinten zwei Enten. Auch dieses Jahr waren wieder viele aufgeregte Kinder zwischen und auf den Figuren unterwegs und hatten noch viel mehr Spaß als wir Erwachsenen. Es war zwar etwas frisch, aber trocken – und was will man nach so einer Wettervorhersage mehr.

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Wir picknickten noch an einem schönen Aussichtspunkt und  gingen noch einen kleinen Trail den Rand entlang bevor es zurück ins Auto ging. Gerade als wir den Park verließen fielen ein paar Tropfen auf die Windschutzscheibe. Glück gehabt!

Weiter ging es. Zwischendurch regnete es mal ein wenig heftig. Aber das war bald vorbei. Nach ein paar Fotozwischenstops erreichten wir den Capitol Reef Nationalpark Eingang und machten trotz leichten Regen einen Stop um einige Petroglyphen zu bewundern. Aber schon auf dem Rückweg zum Wagen war es schon wieder trocken. Auf der Weiterfahrt sahen wir ein Reh über die Straße spazieren. Ich bremste ab und kurz danach kam der Rest der Familie auf die Straße. Nicht so hektisch wie bei uns zu Hause sondern Südwestamerikanisch cool ganz langsam.  Jutta schoss gleich einige Fotos und dann ging es weiter.

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Das Wetter bleibt immer noch besser als erwartet. Auch als wir den Eingang zum Scenic Byway erreichten blieb es trocken und nach einem kurzen Besuch im Visitorcenter ging es weiter. Nach ein paar „Aaaaahhhhh“ und „Oooooohs“ sowie einigen zig Fotos später erreichten wir die Einfahrt zum „Grand Wash“. Das letzte mal hatten wir uns die unbefestigte Straße nicht zugetraut. Aber diesmal hatten wir ja unseren Allrad-Jeep. Also nichts wie hoch. An der Einfahrt warteten wir noch, dass ein entgegenkommendes Auto vorbei kann. Der Fahrer kurbelte das Fenster herunter und meinte, netter Weg – aber sehr viele Leute. Uns war es egal. Noch war es trocken, das muss man ausnutzen.

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Wir fanden dann auch schnell einen Parkplatz, zogen die Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg durch den ausgetrockneten Wash. Links und rechts hohe, farbige Felsen und als wir uns für ein Foto umdrehten – tatsächlich blauer Himmel! Blauer Himmel! Heute! – Wahnsinn. Und wir waren nicht die einzigen die sich freuten. Unterwegs trafen wir immer wieder Menschen, mit denen wir darüber ins Gespräch kamen. Keiner hatte heute damit gerechnet.

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Nach einer Stunde machten wir uns auf den Rückweg, denn wir wollten ja noch mehr sehen. Also noch weiter bis zum Ende des Scenic Drives. Auf dem Rückweg standen am Straßenrand mehrere Autos. Ich dachte noch „Was machen die Deppen denn da“, als Jutta rief „Dickhornschafe!“ – Ich hielt natürlich auch sofort am Rand an, zückte meine Kamera und knipste wie verrückt. Schön! Solche Tierbegegnungen hat man nicht jeden Tag.

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Trotzdem machte sich langsam Hunger und Müdigkeit breit. Ich ließ mich von Jutta noch überreden am Gooseneck-Point einen Zwischenstop einzulegen. Ein Zwischenstopp, den ich nicht bereut habe. Der Ausblick war gigantisch und kommt fast an den Grand Canyon heran. Und als wir noch am Sunset Point ankamen, kamen wir noch mit einem älteren Herrn ins Plaudern, der von der Aussicht genauso angetan war wie wir. Und natürlich war er auch schon mal in Deutschland und fand vor allen Heidelberg bezaubernd.

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Aber so schön der Capitol Reef auch ist. Es ging auf 18:00 zu und es war Zeit unser Motel anzufahren. Wir fanden es dann ganz am Ende von Torrey: Ein uriges, im Westernstil gehaltenes Motel mit einem angeschlossenen Restaurant. In diesem haben wir dann letztendlich den Tag bei einem hervorragenden Hühnchengericht den wirklich gelungenen Tag ausklingen lassen.

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Die Wettervorhersage für morgen ist auch besser und wir hoffen, dass uns auch das Grand Staircase viele schöne Momente liefert.

15. Tag: 14.5. Ein Regentag in Moab

Die Wetteraussichten für den heutigen Tag waren nicht berauschend und so hatten wir auch nichts besonderes geplant, sondern wollten spontan aufgrund der Wetterbedingungen entscheiden. Ein Punkt stand jedoch schon fest: wir mussten ein zweites Mal in diesem Urlaub Wäsche waschen, da bestimmte Kleidungsstücke etwas angeschmuddelt waren.

Der Morgen hat uns gemäß der Wettervorhersage schon grau begrüßt. Wir packten unseren Rucksack mit der Wäsche voll, zogen unsere Regenjacken an und machten uns auf den Weg  nach Downtown. Quasi direkt neben der Wäscherei liegt das „Jailhouse Café“, ein reines Frühstückslokal, , in dem wir heute frühstücken wollten. Diese Idee hatten jedoch andere auch schon und so mussten wir eine Zeit lang auf einen freien Tisch warten. Zwischendurch blitzte es schon mal… (schon klar, dass es ausgerechnet dann, wenn ICH hier weile, es in dieser Jahreszeit hier Gewitter gibt, oder?)

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Unser Frühstück (Vollkornwaffeln mit „Real Maple Syrup“ und frischen Früchten) war ausgezeichnet und im Waschsalon konnten wir die Maschinen schon wie die Profis bedienen. Alles kein Thema. Was mich als Hausfrau in diesem Zusammenhang übrigens wirklich fasziniert: mit diesen Maschinen (Waschmaschine und Trockner) hat man seine Wäsche innerhalb von 1 Stunde gewaschen und getrocknet! Wenn ich bedenke, dass allein meine Waschmaschine zuhause zweieinhalb Stunden braucht, finde ich das schon eine tolle Sache. Aber ich schweife ab…

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Während wir auf unsere Wäsche warteten, entwickelte sich der Regen draußen zum Sturzbach. Super. Aber wir hatten ja unsere Regenjacken an und es kam zum ersten Mal bei meinem Rucksack die Regenhülle zum Einsatz. So stapften wir los Richtung Motel. Auf dem Weg dorthin machten wir noch Halt beim Tiergeschäft und Ralf kaufte noch sein Schild „Cat Xing“. Unsere Miezen sollen ja schließlich auch was davon haben, dass wir sie so lange allein gelassen haben. Das Spielzeug mit den beigefügten Röhrchen mit Catnip ließen wir lieber liegen, da wir Irritationen beim Zoll befürchteten.

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Nachdem es danach immer noch regnete und es auch nicht nach einer Wetterbesserung aussah, fuhren wir noch zum örtlichen Supermarkt, wo wir unter anderem einen Großeinkauf an Peanut Butter M&Ms tätigten. Die Kassiererin war begeistert und gestand, das seien auch ihre Favoriten.

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Beim „Eklectica“, wo wir einen schnellen Lunch einnahmen, mussten wir uns leider wieder einmal für zwei unserer Landsleute fremdschämen. In diesem Lokal bestellt man sein Essen nämlich an der Theke, bekommt dort eine Holzfrucht als Kennzeichen und sucht sich anschließend einen Tisch, an den man dann sein Essen serviert bekommt. Das Eklectica ist immer gut besucht und dieses System funktioniert nur, wenn man sich erst nach der Bestellung an einen Tisch setzt. Dieses bestimmte Pärchen machte sich darüber aber keine Gedanken, sondern kam rein, setzte sich gleich an einen frei werdenden Tisch und studierte von dort über längere Zeit das Essenangebot über der Theke. Währenddessen rätselte ich schon, welche Nationalität die beiden wohl hätten. Hm, ja, ich hatte schon so eine Ahnung und als „er“ dann schließlich zum Bestellen ging, war es klar: Deutsche! Die Jack-Wolfskin-Hose, neben dem seltsamen Benehmen, verriet ihn. Ich war froh, dass wir schon fast fertig mit dem Essen waren, als die beiden ihres erst bekamen, denn er sezierte seinen Wrap mit Avocado (den ich übrigens auch gegessen hatten und der mir sehr gut geschmeckt hatte) mit der Gabel um seiner Begleitung dann (Ralf hörte es noch als wir rausgingen) mitzuteilen „Schmeckt furchtbar, aber reicht zum Sattwerden“. Naja …

Dann richteten wir uns im Motelzimmer gemütlich ein, um den Regentag zu vergammeln, obwohl es gerade aufgehört hatte zu regnen und der Himmel heller wurde. Aber egal „wir machen heute nichts mehr“ war die Devise.

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Ich ärgerte mich seit einiger Zeit schon über mein Nexus 7-Tablet und seit Beginn dieser Reise wurde dieser Ärger noch größer. Da ich mich über eine Neuanschaffung eines Tablets informieren wollte, drückte Ralf mir sein 10-Zoll-Lenovo in die Hand. „Da guck mal. Ich bin damit sehr zufrieden“. Und so las ich ein bisschen im Reiseführer, den er als E-Book auf dem Gerät gespeichert hat und stieß auf den Tipp des HW 128, eines Scenic Byway entlang des Colorado Rivers. Hörte sich interessant an und es war draußen ja gerade nicht am regnen. Ganz kurz entschlossen stiegen wir ins Auto und fuhren los.

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Ein weiteres Highlight offenbarte sich uns damit. Die Straße führt weitestgehend direkt (wirklich direkt!) am Colorado, der nach den starken Regenfällen heute sehr viel Wasser führt, entlang und an den Seiten türmen sich hochhaushohe Steinwände auf. Wow! An einer Stelle zweigt eine unbefestigte Straße ab mit dem Hinweisschild „Fisher Towers“ und da wir unseren Jeep bisher ja noch immer auf zahmen asphaltierten Straßen bewegt hatten, biege ich kurz entschlossen dort ab. Die Straße ist in einem gut Zustand, eigentlich eine ordinäre Kiesstraße, führt aber ordentlich bergauf. Am Ende standen, wie wir beim Näherkommen sahen, einige Autos und es gibt einen einfachen Campingplatz.

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Die landschaftliche Szenerie ist wieder einfach der Wahnsinn. Die Fisher Towers sind eine beeidruckende Felsformation, die Umgebung und die Szenerie traumhaft. Auch der Himmel war dieses Mal auf unserer Seite, es schien die Sonne vom blauen Himmel. Leider waren wir so gar nicht auf das alles vorbereitet, hatten keine Wandersachen dabei, kein Wasser und vor allem: Ralf hatte nur die kleine Kamera und keine Ersatzakkus dabei! So machten wir nur eine Minirunde (nennt sich „Foto Trail“) und fuhren danach weiter.

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Nach einiger Zeit verlässt die Straße den Colorado und führt Richtung I 70. Dorthin wollten wir aber nicht und so wendeten wir und fuhren den gleichen Weg zurück. Wie es immer ist, boten sich natürlich in umgekehrter Richtung wieder völlig neue Ausblicke und so mussten wir auch auf dem Rückweg immer wieder zu Fotostopps anhalten. Leider hatte sich der Himmel aber inzwischen wieder verdüstert und so wollten wir dann doch schnell zurück „nach Hause“.

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Dort machten wir es uns mit einem Kaffee vor unserem Zimmer gemütlich, bis es anfing zu donnern. Klar, dass ich gleich ins Zimmer musste. Wir wurden dann mit dem zweiten Supergewitter für diesen Tag beschenkt. Ja, ich weiß, die Menschen, die hier leben, sind froh um jeden Tropfen Wasser, der vom Himmel fällt, aber…

Zum Abendessen gingen wir heute wieder ins benachbarte „La Hazienda“, da wir keine Lust hatten, wieder eine längere Strecke zu laufen mit der Gefahr, dass wir wieder einen Regenguss abbekommen. War wieder lecker, wie schon vor 4 Jahren.

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Jetzt hoffe ich, dass die heute Morgen im Supermarkt gekauften „Cold-Eeze“ ihre Wirkung zeigen und meine beginnende Erkältung verjagen. Ralf ist nämlich gerade auf dem Weg der Besserung und es wäre doch schön, wenn wir die letzten Tage unserer Reise gesund verbringen könnten, oder?

14. Tag: 13.5. Canyonsland

Nach einer ziemlich durchhusteten Nacht ging es heute früh dann doch erstaunlich munter los. Wir hatten den Abend vorher schon den roten Staub des Arches Nationalparks abgeduscht und unser Plan war es so früh wie möglich los zu kommen, unterwegs zu frühstücken und dann gleich weiter.

Ich weiß ja nicht woran es liegt, aber obwohl wir (vermeintlich?) nicht getrödelt haben, war es doch schon wieder 9:30 als es losging. Wir besuchten das Bistro, bei dem wir uns gestern den Kuchen organisiert hatten, waren aber vom Frühstück doch etwas enttäuscht. Trotzdem ließen wir uns dort für unterwegs zwei Sandwiches machen und schon ging es los.

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Mit dem Canyonsland-Nationalpark hatten wir bisher immer die Erinnerung an das Monsungewitter vor vier Jahren im Gedächtnis, bei dem wir bei heftigen Blitz, Donner und sintflutartigen Regenfällen geflüchtet waren. Heute wollten wir dem Park und dem quasi dazugehörigen Dead Horse Point State Park eine neue Chance geben.

Die Sonne schien, die Wolken hielten sich stark im Rahmen und schon der Weg dahin war eine wahre Freude. Ein roter Felsen nach dem anderen erstrahlte und als wir den Parkeingang erreichten mussten wir uns dort gleich nach Wanderwegen umschauen. Aber vorher gönnte ich mir noch ein „Utah Rocks“ Käppi und Jutta sich ein leuchtend gelbes T-Shirt.

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Derart ausgestattet ging es weiter und schon der erste Aussichtspunkt ließ unsere Glückshormone Amok laufen. Was für ein Unterschied im Gegensatz vor vier Jahren.  Landschaft so weit das Auge reicht: Ein unbeschreibliches Labyrinth von Tälern und Schluchten in leuchten Rot umrahmt von einem strahlend blauen Himmel.

Es ging weiter bis wir einen ersten Einstiegspunkt für eine kleine Wanderung den Rand entlang. Auch hier wieder eine tolle Aussicht nach der anderen. Uns ist dabei ein deutsches Paar aufgefallen, das sich dadurch hervor tat, dass „sie“ immer „Harald! Nicht so nah!“ rief. Ich muss aber zugeben, so nahe wie sich „Harald“ immer wieder an den Abgrund wagte, wäre es mir für selbst für das Foto meines Lebens, viel zu riskant gewesen.

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Nach der Wanderung machten wir uns auf die Suche nach einem Piknickplatz um unsere Sandwiches zu verzehren. Dummerweise hat der Canyonsland Nationalpark den Ruf ein kaum besuchter zu sein, was wiederum wohl viele Leute anlockt, denn es war kein einziger freier Platz zu finden. Also beschlossen wir einfach uns einen schönen Wanderweg zu suchen und dort dann an einem schönen Platz unsere Rast einzulegen.

Schon der nächste Parkplatz hatte einen netten Wanderweg über eine versteinerte Düne. Auch hier wieder eine unbeschreibliche Landschaft. Aber leider keine Stelle, die sich zum Essen anbot. So gingen wir zurück, öffneten die Kofferraumklappe und nahmen im Kofferraum sitzend, zur fröhlichen Erheiterung der vorbeikommenden, unser Mittagessen ein. Die Sandwiches waren übrigens hervorragend.

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Des Wandern müde machten wir uns auf den Heimweg aber nicht ohne wieder dem Mesa Arch eine Besuch abzustatten, Das letzte mal war er unsere erste Station im Nationalpark und gleichzeitig auch der Punkt unseres panikartigen Aufbruches. Diesmal erstrahlte er im Sonnenschein und zwar auch noch zum richtigen Zeitpunkt, mit der Sonne im Rücken um besonders fotogen zu sein. Nach ein paar Fotos und einem gemütlichen Spaziergang zurück zum Wagen ging es dann zum letzen Punkt den „Dead Horse Point Statepark“ Auf den Weg dorthin  wollte unbedingt eine braune gefleckte Kuh direkt vor unserem Wagen die Straße überqueren. Da in den USA Kühe das Recht haben einfach so auf der Straße zu spazieren, gaben wir nach, hielten an und ließen sie gemütlich ihre Wege ziehen.

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Der Statepark kostete zwar nochmal extra Eintritt, weil er nicht zu den Nationalparks gehört. Aber die Aussicht ist den extra Preis auf jeden Fall wert. Wir genossen nochmal die Aussicht, diesmal bis zu den schneebedeckten Bergen am Horizont, die diesmal nicht von Regen verdeckt waren. Danach ging es „heim“ in unser Motelzimmer.

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Hier legten wir eine kurze Pause ein, machten uns dann auf dem Weg zum amerikanisch-italienischen Pasta essen (Sehr lecker, wenn auch ganz anders als die Italiener in Europa). Jutta gönnte sich noch ein Eis und dann warteten wir aufs Dunkel werden.

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Ich versuche schon seit Jahren einmal in einem Nationalpark ohne Lichtsmog den Sternenhimmel im klaren Firmament zu sehen. Leider war die Planung bisher immer so, dass just zu den spannenden Nationalparks, es Vollmond war. Dieses Jahr war es anders. Fast Neumond und mit Spannung verfolgte ich seit Tagen den Wetterbericht. Es hat geklappt, im unheimlich dunklen Nationalpark (der von erstaunlich vielen Autos mit ähnlichem Ziel befahren wurden 🙂 ) fanden wir im 2. Anlauf einen ganzen Parkplatz nur für uns und konnten einen Sternenhimmel beobachten, wie er in Deutschland nicht mehr zu sehen ist. Einfach schön!

Was wir morgen machen werden bleibt noch offen. Es sind stellenweise Gewitter angesagt und wir gehen davon aus, dass es ein gemütlicher Gammeltag wird. Sowas gehört ja auch zum Urlaub dazu, auch wenn es hier so viel zu entdecken gibt

12. Tag 11.5. Canyonsland Nationalpark South

Die Nacht im Blue Mountain Horsehead Inn war wunderbar ruhig. Keine lauten Zimmernachbarn, kein Straßenverkehr zu hören, einfach Ruhe. Nach der lauten Nacht in der belebten Innenstadt von Durango eine wahre Wohltat.

Wir beschlossen im Peace Tree Juice Café auch zu Frühstücken (in der Hinsicht heute lieber keine Experimente 🙂 ) und bereuten auch diese Wahl nicht. Auch das Frühstück war wie das gestrige Abendessen hervorragend und in (für die USA nach unseren Erfahrungen eher ungewöhnlich) gemütlicher Stimmung.

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So gestärkt machten wir uns zurück ins Motel packten unsere Taschen und machten uns ohne Zeitdruck auf der Suche nach einen Waschsalon, denn aufgrund der Gepäckberstimmungen reicht der Platz im Koffer leider nicht für 3 Wochen, so dass wir eigentlich eine Waschpause in Moab eingeplant hatten. Nach einer kleinen Irrfahrt (wer hätte gedacht, dass Monticello doch so groß ist) fanden wir dann den örtlichen Waschsalon.

Als wir die Örtlichkeit betragen verließ gerade eine Frau freundlich grüßend den Laden und wir standen alleine in dem Salon und bestaunten die verschiedenen Möglichkeiten seine Wäsche sauber zu bekommen. Dank unsren Erfahrungen in Page vor 4 Jahren wussten wir aber, dass wir am Automaten das Waschmittel ziehen können und die Temperaturen nur in cold, hot und very hot anzugeben sind. Nachdem wir versehentlich erst die Duftblätter für den Wäschetrockner gezogen hatten, fanden wir dann auch das Waschmittel und nur einen Stunde später, die dank dem offenen WLANs, des Restaurants gegenüber schnell verging, war unsere Wäsche sauber und wir suchten im benachtbarten General Dollar noch nach ein paar Snacks für die Mittagspause.  Hier stellten wir fest, dass es sich bei der Kette eher um eine Art Schleckermarkt mit einer geringen Auswahl an Tiefkühlkost handelt, aber wir fanden ein paar leckere Peanutbutter-Cracker, Müsliriegel und Nüsse. Das sollte uns reichen.

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Noch ein Tankstopp, bei dem ich natürlich die einzig defekte Zapfsäule erwischte, bei der man erst bei der Kasse seine Kreditkarte hinterlegen muss, und schon ging es los in Richtung Moab.

In unsrem Reiseführer waren der Newspaper Rock State Historic Monument und der Canyonsland National Park South als kleiner Kurztripp auf dem Weg zwischen Moab und weiteren Zielen im Süden beschrieben.

Wie sehr sich der Reiseführer irrte, zeigte sich dann, als wir den Highway in Richtung Canyonsland befuhren. Kurz nach einer sehr widerlich riechenden toten Kuh, die am Straßenrand lag, fing die Landschaft an sich immer mehr mit roten Felsen zu füllen. WIr machten mehre Zwischenstopps bis wir den Nationalparkeingang fanden. Im Visitorcenter erkundigten wir uns nach ein paar (aufgrund meines Hustens eher kurzen) Hikes im Park und machten uns auf den Weg den Scenic Drive entlang. Nach einem ersten kurzen Spaziergang am ersten Stop beschlossen wir bis zum Ende durch zufahren und auf dem Rückweg noch ein paar Abstecher zu machen.

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Am Ende der Straße suchten wir erst mal die direkt am Straßenrand gelegenen Fotomotive auf. Direkt an diesem Haltepunkt war auch ein ca. vier km langer Wanderweg beschrieben, den wir dann sofort angingen. Die Landschaft eröffnete immer öfter einen „Wow“-Moment und nach dem 2. ausgeschilderten Aussichtspunkt stellten wir fest, dass wir mit unserer Zeitschätzung ziemlich daneben lagen und uns die berühmten Needles später ansehen werden müssen, wenn wir nicht viel zu spät in Moab ankommen wollten.

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