16. Tag: Heimflug

Obwohl unser Flug erst um 16.20 Uhr gehen sollte, haben wir uns nach dem Aufwachen gleich aufbruchbereit gemacht. Nachdem ich gestern Abend schon von dem abendlichen Blick auf Las Vegas mit der dahinter liegenden Wüste Abschied genommen hatte, muss ich heute Morgen endgültig Tschüss sagen. Es fällt mir sehr schwer, auch wenn ich mich sehr auf meine Jungs zuhause freue. Am liebsten würde ich wirklich meine Jungs hierher holen und dann gleich hier bleiben…. Aber es führt ja kein Weg daran vorbei, dass wir weg müssen und so checken wir aus und machen uns auf den Weg zum Flughafen.

Als erstes muss das Auto abgegeben werden. Die Tante führt uns tapfer durch den morgendlichen Verkehr bis zu der Stelle, an der sie die Rückgabestation vermutet. Allerdings ist die Straße dort abgesperrt und das Gebäude verschlossen, da vor ganz kurzer Zeit erst das neue Car Rental Center eröffnet hat. Also folgen wir den Schildern, die gottseidank in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Trotzdem bin ich froh, als wir endlich in das große Parkhaus hineinfahren können. Hier geht es wieder ruckzuck. Ein fröhlicher Mann mit Handscanner kommt auf uns zu, scannt den Wagen ein, notiert den Meilenstand und damit sind wir den Wagen los. Wir räumen das Gepäck auf einen der bereitstehenden Gepäckwagen, werfen noch ein bisschen Müll weg, sagen dem Auto auch noch Tschüss und gehen zum bereitstehenden Shuttlebus, der uns zum Flughafen bringt.

Dort reihen wir uns in die Schlange des United-Schalters ein, um einzuchecken. Das ist hier nur mittels der Automaten möglich, deren Menüführung Gottseidank auch in Deutsch erfolgt. Daher gelingt uns das ohne größere Probleme (wenn man davon absieht, dass der Automat direkt nach Abschluss unseres Vorgangs außer Betrieb ging). Da es erst 11 Uhr morgens war, wurden wir unser Gepäck allerdings leider noch nicht los – United nimmt das Gepäck erst 4 Stunden vor Abflug an.

Daher machen wir uns mit unserem Gepäck auf die Suche nach einem Frühstück und landen noch einmal bei Starbuck`s. Auf einer Bank in einer ruhigen Ecke verzehren wir dann unseren Muffin und trinken dazu einen Cappuccino und warten darauf, unser Gepäck einchecken zu können.

An den Schaltern erleben wir den „Auftritt“ einer aufgeregten deutschen Frau, die sich fürchterlich und lautstark ärgert, weil einer ihrer Koffer zu schwer ist und sie daher umpacken muss. Ralf möchte sie noch auf die bereitstehende Waage aufmerksam machen, sein freundliches Bemühen prallt aber an den Schimpftiraden der Frau ab.

Dann werden wir endlich unsere Koffer los. Wir machen uns auf den Weg, um es uns nach den Sicherheitskontrollen gemütlich zu machen. Diese Kontrollen beinhalten in den USA auch eine Röntgenuntersuchung der Schuhe. Lustig zu sehen, wie alle Passagiere strumpfsockig durch die Kontrollen marschieren. Ansonsten ist die Kontrolle aber problemlos.

Auch am Gate gibt es noch die einarmigen Banditen
Auch am Gate gibt es noch die einarmigen Banditen
Letzte Chance sein Glück zu machen!
Letzte Chance sein Glück zu machen!

Der Inlandsflug mit der United verläuft ohne Probleme und Vorkommnisse. In San Francisco, wo wir noch einmal 4 Stunden auf den Weiterflug warten müssen, nehmen wir noch ein Abendessen zu uns und gehen dann noch einmal durch die Kontrollen, lassen dabei natürlich auch noch einmal unsere Schuhe röntgen. Mit dem laufenden PC, an dem wir rückständige Reiseberichte schreiben, geht die Wartezeit schnell vorbei.

Dann hören wir endlich wieder heimatliche Klänge, als wir von einer fränkischen Lufthansa-Angestellten zum Flug aufgerufen werden. Als wir ins Flugzeug zu unseren Plätzen kommen, herrscht ziemliche Aufregung. Einige kleine Kinder schreien oder quengeln, die Passagiere, unter anderem etliche laute Osteuropäer wuseln herum. Wir sind froh, als wir unser Handgepäck verstaut haben und machen es uns, soweit es geht gemütlich.

Einige Zeit nach dem Start um 22 Uhr, bei dem es ja schon dunkel ist, wird es auch schon wieder hell draußen. Es gibt ein ziemlich ungenießbares„Abendessen“ und danach werden die Klappen an den Fenstern der Maschine herunter gezogen, damit die Passagiere schlafen können. Das machen dann auch die meisten, so dass es ruhig wird. Im Bordprogramm schauen wir uns zwei Filme an, dösen immer mal wieder zwischendurch ohne richtig zu schlafen und so vergeht die Zeit. Nach deutscher Zeit ist es etwa 3 Uhr nachmittags, als Ralf mal aus dem Fenster schaut. Wir fliegen gerade über Island und haben einen herrlichen Blick auf die Insel. Leider kommt gleich ein Flugbegleiter angelaufen, um die Klappe wieder herunter zulassen. „Die Passagiere wollen schlafen“. Ja, und wenn wir heute (es ist dann schon Freitag) um 18 Uhr in München landen, sind die Leute dann fit und können die ganze Nacht nicht schlafen. Irgendwie versteh ich das nicht. Ist aber auch nicht mein Problem.

 Wir landen fast eine halbe Stunde früher als geplant, finden unsere Koffer schnell und kommen problemlos durch den Zoll. Mensch, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich in Las Vegas sicher noch mehr eingekauft.

 Auch unser Shuttlebus ist schon da, der uns dann zu einer letzen Hotelübernachtung ins Schweigers Landhotel bringt, wo ja unser Auto auf uns wartet.

 Im Hotel checken wir ein, „bewundern“ unser Zimmer, das vom Standard her eher unterste Motelkategorie ist, duschen und gehen danach noch ins Restaurant um etwas zu essen. Dort bekommen wir unseren ersten Kulturschock, als der Wirt uns mit inzwischen ungewohnter deutscher Nachlässigkeit bedient. Kein Nachfragen, ob alles in Ordnung ist, kein freundliches, persönliches Wort und Getränkenachschub muss man durch Aufstehen und zur Theke gehen selbst organisieren. Ach, so war das hier…

 Danach fallen wir nur noch ins Bett, nachdem wir einen fast 30-Stunden-Tag hinter uns haben.

 Morgens bedienen wir uns noch schnell am Frühstücksbüffet, das soooo viel besser als ein amerikanisches Motelfrühstück auch nicht ist und dann wollen wir nur noch ganz schnell nach Hause.

 Das Auto würge ich mit einem kräftigen Nach-vorne-Hopser natürlich erst einmal ab, weil ich vom amerikanischen Automatikfahrzeug das Starten ohne Kupplungtreten gewohnt bin und kämpfe etwas mit dem ungewohnten starken Verkehr auf deutschen Straßen. Mensch, ist das wuselig hier. Überall Autos…. Außerdem ist alles so grün hier, man fühlt sich fast wie im Dschungel.

 Nach einer knappen Stunde Fahrt sind wir dann aber endlich wieder zuhause angekommen.

 Schön war unser Urlaub. Wunderschön. Ich vermisse das Land und die roten Felsen schon jetzt und hoffe, dass wir bald wieder dorthin kommen. Dieses Mal aber mit den Kindern.

13. – 15. Tag: Las Vegas

Montag früh gibt es im Quality Inn noch ein Frühstück im angeschlossenen Restaurant und danach ging es ans Auschecken. Da wir uns morgens wirklich über die plappernde, polternde Reisegruppe geärgert hatten, die um 7 Uhr das Haus verlassen hatten, habe ich das „Luke“ gegenüber erwähnt. Es hat ihm wirklich leid getan, konnte es aber natürlich nicht ändern. Aber gut, dass es gesagt wurde…

Danach ging es auf Richtung Las Vegas. Meine Stimmung war etwas gedrückt, weil wir uns heute von den roten Felsen verabschieden mussten und in den Trubel einer Großstadt eintauchen mussten. Andererseits war ich natürlich gespannt auf die Metropole.

Der Weg dorthin führte anfangs noch durch gebirgiges Gelände, dann führte uns die Straße bergab und wir fuhren wieder einmal durch „normale Wüste“. Wieder einmal packte uns die Faszination dieser wilden Landschaft.

Vorbereitung für eine Parade
Vorbereitung für eine Parade

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Typische Kleinstadtstraßenszene im Südwesten der USA
Typische Kleinstadtstraßenszene im Südwesten der USA

Dann war plötzlich in der Ferne Las Vegas zu sehen. Die Spannung wuchs, denn ich hatte schon ganz schön Respekt vor dem Großstadtverkehr, nachdem ich 2 Wochen lang die Einsamkeit und Weite der Straßen des Südwestens genossen hatte. Zumindest hatten wir aber die Tante, die uns den Weg weisen sollte. Die Autobahn führt ja praktisch quer durch Las Vegas. Die richtige Ausfahrt hatte ich mir vorher schon auf der Karte angesehen und die Tante war da mit mir einer Meinung.

Mitten in der Wüste nach meilenlangem Nichts ist auf einmal Las Vegas zu sehen
Mitten in der Wüste nach meilenlangem Nichts ist auf einmal Las Vegas zu sehen

Ganz schön spannend. Der Las Vegas Boulevard, der „Strip“, an dem unser Hotel, das Bellagio liegt ist eine sechsspurige Straße, die zu allen Tageszeiten sehr stark befahren ist. Aber irgendwie ging alles ganz schnell. Kaum, dass wir die Autobahn verlassen hatten, sah man schon die ersten Hotels und gleich darauf lag das Bellagio auf unserer linken Seite. Auch das Schild „Entrance Bellagio“ war zu sehen, als die Tante plötzlich aber sehr energisch verlangte, dass ich wenden solle. Kurze Verwirrung, dann bog ich der Anweisung der Tante zum Trotz in die Einfahrt ein und rollte nach weiterem kurzen Zögern, ob ich zum Free Parking solle, dann doch Richtung „Valet Parking“. Schon standen wir vor dem Eingang des Bellagio neben den ganzen Stretchlimousinen. Der Bedienstete kam auf das Auto zu und ich stieg aus, drückte ihm völlig verwirrt den Autoschlüssel in die Hand. Ich bejahte die Frage, ob wir Hilfe bei dem Gepäck bräuchten und schon stand ein weiterer Bediensteter am Kofferraum und räumte mit Ralf zusammen unser Gepäck aus. Gleich darauf standen wir ohne Auto und ohne Gepäck, aber mit zwei Abholzetteln in der Hand vor dem Hotel. Ich war völlig geplättet.

Unser Hotel
Unser Hotel

Dann traten wir in die elegante Welt des Bellagio ein. Es war sehr beeindruckend mit der schönen Einrichtung und den Glasblumen als Deko an der Decke. Beim Einchecken erfuhren wir, dass unser Zimmer erst in zwei Stunden fertig sei, da wir schon um 11.30 Uhr eingetroffen waren. Kein Problem, wir hatten ja kein Gepäck mehr und konnten unbelastet einen ersten Erkundungsgang starten.

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Das erste Mal sahen wir ein Las Vegas Casino mit seinen blinkenden Slotmachines und den vielen, uns unbekannten Spieltischen. Obwohl es doch noch früh am Tag war, war doch schon einiges los. Auch die Toiletten waren ein Erlebnis – dem Hotel angemessen sehr elegant und gepflegt.

Auf dem Weg zu unserem Zimmer
Auf dem Weg zur Rezeption

Als nächstes gingen wir zum benachbarten Caesar`s Palace, wo wir den künstlichen Himmel, die nachgemachten römischen Brunnen und Statuen und die Geschäfte bewunderten und in der „Cheesecake Factory“ wie der Name schon sagt ein wunderbares Stück Käsekuchen aßen. Mit dem Charme des Kellners, den meine Wahl fast zur Verzweiflung und zu ein paar ironischen Bemerkungen trieb, bin ich übrigens nicht ganz zurecht gekommen. Hm, muss ja auch nicht jeder verstehen. Danach waren wir übrigens absolut pappsatt, obwohl wir eigentlich nur eine Kleinigkeit essen wollten.

Zurück im Bellagio bekamen wir zwar ein Zimmer zugeteilt, das aber leider immer noch nicht fertig war. Ralf war aber trotzdem beruhigt, weil er im Internet Schaudergeschichten von nicht angekommenen Zimmerreservierungen im Bellagio gelesen hatte. Wir trieben uns also weiter im Hotel herum und rätselten, wo denn wohl unser Zimmer liegen würde.

Dann war es endlich soweit und wir konnten in dem großen Aufzug in den 15. Stock in unser Zimmer 15023 fahren. Wichtig: Zimmernummer merken! Das Zimmer ist natürlich, dem Standard des Hotels, superklasse. Das Bad riesig, mit separater Dusche und Badewanne (die aber, im Gegensatz zum Holiday Inn Express in Ventura ohne Whirlpoolfunktion), alles natürlich aus Marmor. Das Zimmer selbst hochwertig und elegant ausgestattet und der Blick aus dem Fenster ging über die Stadt, die Autobahn (hmpf…) bis zur Wüste. Schön, dass ich noch nicht ganz Abschied von der Wüste nehmen muss!

So lässt es sich leben nach 2 Wochen Motels :-)
So lässt es sich leben nach 2 Wochen Motels 🙂
Unser bescheidenes Badezimmer
Unser bescheidenes Badezimmer

Wir lassen uns das Gepäck aufs Zimmer bringen und packen das Nötigste aus. Dann beschließen wir, mit dem Auto zum Outlet-Center zum Einkaufen zu fahren. Wieder einmal wird es spannend, denn wir müssen uns das Auto ja wieder vorfahren lassen. Ein seltsames Gefühl, aber eigentlich gar nicht schlecht. Könnte man sich dran gewöhnen.

Die Tante führt uns Richtung Flughafen auf die Autobahn, auf der sich um diese Zeit der Verkehr so richtig staut. Auch ein Erlebnis, das wir bisher in den USA noch nicht hatten.

Das Outlet-Center ist riesig und wir werden im ersten Levi`s Laden gleich fündig. Jeans für 26 Dollar, da muss man doch zuschlagen. Ich finde die richtigen Größen für die Jungs, Ralf ist schon auf der Suche nach den passenden Hosen für sich. Er deckt sich mit zwei Hosen und zwei Hemden ein. Ich kaufe außer den Jeans und noch je einem T-Shirt für die Jungs noch eine dreiviertellange Hose für mich und muss dafür nur 105 Dollar zahlen. Außer diesem günstigen Preis bin ich gut gelaunt wegen der Größe, in die ich reinpasse. Tja, die amerikanische Größenpolitik, das „Downsizing“ macht sich da ganz schön bemerkbar. Jedenfalls könnte ich noch stundenlang shoppen, kaufe allerdings nur noch ein Paar Chucks für Tobias (28 Dollar) und ein paar Adidas-Turnschuhe für mich. Dann stoppe ich mit Blick auf den deutschen Zoll, der nur Mitbringsel im Wert von 175 Euro erlaubt, das Einkaufen.

Zurück im Hotel, entscheiden wir uns dieses Mal für das Free Parking. An der Einfahrt zum Parkhaus stehen zwei Angestellte, die an den einfahrenden Autos Sicherheitskontrollen durchführen, indem sie einen Blick in den Kofferraum werfen. Wir sehen allerdings offensichtlich so vertrauenswürdig aus, dass wir unkontrolliert einfahren dürfen.

Abends gönnen wir uns das Büffet des Bellagio zum Abendessen, was für uns ein echtes Erlebnis ist. Zwar ist der Spaß mit 29,95 Dollar pro Person nicht ganz billig, aber es lohnt sich. Die Auswahl der Speisen ist fantastisch, alles schmeckt richtig lecker. Softdrinks sind im Preis inbegriffen und werden von der aufmerksamen Kellnerin ständig unaufgefordert nachgefüllt. So lässt sich leben.

Später bummeln wir wieder durch Las Vegas. Als erstes genießen wir zwei Aufführungen des Wasserfontänen-Ballets des Bellagios. Ein Erlebnis am Abend, wunderschön. (Auch wenn wir uns über eine nicht richtig synchronisierte Fontäne amüsieren, die ständig in die falsche Richtung sprüht).

Im "Paris"
Im „Paris“
Ein Tourist im Touristenmekka
Ein Tourist im Touristenmekka
Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Cesars Palace
Cesars Palace
Die Rolltreppe in Cesars Palace
Die Rolltreppe in Cesars Palace
In Las Vegas wird immer irgendwo gebaut.
In Las Vegas wird immer irgendwo gebaut.

Danach geht es am Caesar`s Palace vorbei zum Mirage, wo wir lange Zeit erfolglos auf den imitierten Vulkanausbruch warten, und zum Treasure Island, wo wir eigentlich den Untergang des Piratenschiffs sehen wollten. Leider wurde die Aufführung wegen des wehenden Windes abgesagt und so schlenderten wir weiter bis zum Venetian, wo die Gondeln wegen der fortgeschrittenen Zeit leider schon nicht mehr fuhren. Langsam taten mir auch die Füße weh und so kehrten wir zum Hotel zurück, wo wir an der Baccarat-Bar noch einen Gutenachtcocktail zu uns nahmen, bevor wir todmüde ins Bett fielen.

Was uns vorher noch auffiel, war, dass am Abend noch jemand in unserem Zimmer gewesen sein muss, denn die Vorhänge waren zugezogen, das Bett aufgeschlagen und das Bad, in dem wir uns ja nur kurz frisch gemacht hatten, war schon wieder aufgeräumt und saubergemacht. Ah ja, DAS ist also der Service, den ein 5-Sterne-Hotel ausmacht.

Am nächsten Morgen machten wir uns zuerst einmal auf die Jagd nach einem Frühstück. Wir gingen im Monte Carlo in ein Café, in dem ich ein kontinentales Frühstück bestellte, in der Annahme, dies sei nicht so üppig. Tja, falsch gedacht, ich bekam ein frisch aufgebackenes Teilchen, ein warmes Croissant und ein Muffin. Nach dem Teilchen war ich eigentlich schon pappsatt. Ralf, der eine Waffel mit frischen Erdbeeren bestellt hatte, half mir aber gottseidank aus. So machten wir uns beide wohlgestärkt auf den weiteren Weg.

Die Hotels, die mit ihren unterschiedlichen Stilrichtungen alle beeindruckend und toll anzusehen sind, sind im Grunde genommen natürlich alles riesige Casinos. Unweigerlich wird man durch diese blinkenden und klingelnden Spielhöllen geleitet, die Geräuschkulisse ist sehr eindringlich und Ralf meinte, die Automaten würden versuchen ihn zu hypnotisieren „Wirf Geld in mich, wirf Geld in mich…“ Wir können der Hypnose allerdings spielende widerstehen. Was mich extrem stört, ist, dass kein Automat mehr mit echten Münzen funktioniert sondern nur bargeldlos. Nein, so mag ich das nicht, also spiele ich eben nicht.

Im Excalibur nehmen wir am dortigen Büffet einen späten Lunch ein. Dieses Lunchbuffet war zwar mit 12.99 Dollar nicht einmal halb so teuer wie das Dinnerbuffet des Bellagio, allerdings war selbst dieser günstige Preis noch zu viel für das Gebotene. Kantinenmäßig wird man an einer Vitrine mit Speisen entlanggeführt, an dem man sich erst einmal auflädt, bevor man einen Tisch zugewiesen bekommt. Getränke in den Plastikbecher zapft man sich selbst, alles wirkt ein wenig verkommen und schmuddelig, auch ein Teil der anwesenden Gäste. Abgesehen von diesem wenig einladenden Ambiente schmeckt uns das Essen überhaupt nicht und wir essen wirklich nur das allernötigste, um halbwegs gesättigt fast fluchtartig das Lokal zu verlassen. Nee, das war wirklich ein Griff ins Klo.

Das Excalibur Hotel
Das Excalibur Hotel

Wir schlendern weiter durch die Hotels, begeben uns fast in die Fänge einer der allgegenwärtigen Drückerkolonnen, die uns gegen einen stark ermäßigten Besuch einer Show am folgenden Morgen zu einem halbfertigen Hotel karren wollen, wo wir wohl einen Vertrag über ein Timesharing abschließen sollen, machen im Luxor eine Simulationsfahrt mit und besichtigen im Mandalay Bay das Shark Reef. Die Eindrücke sind einfach überwältigend.

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Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Hier darf man sich nicht mit der Spur vertun. ;-)
Hier darf man sich nicht mit der Spur vertun. 😉
Touristin :-)
Touristin 🙂
The Strip
The Strip

 

Eine kleine Seaworld im Mandalay Bay
Eine kleine Seaworld im Mandalay Bay

Auch an Dienstagabend können wir uns leider nicht den Vulkanausbruch und den Untergang des Piratenschiffes ansehen, da ein starker Wind weht. Auch die Wasserfontänen des Bellagio werden nicht angestellt. Wie gut, dass wir kein teures Zimmer mit Fountain-View gebucht haben.

Für den Mittwoch haben wir den Besuch der Star Trek Experience im Las Vegas Hilton geplant. Gleich nach dem Aufstehen fahren wir mit dem Auto los, da das Hilton nicht am Strip liegt. Dank unserer lieben Tante finden wir ohne Probleme hin und parken das Auto im kostenlosen Parkhaus. Das kostenlose Parken ist übrigens eine tolle Sache in Las Vegas.

Im Eingangsbereich des Hiltons finden wir ein kleines Café, in dem wir ein Frühstück zu uns nehmen und dann geht es los. Die Star Trek Experience ist ein großes Highlight für Ralf und er ist schon ganz aufgeregt. Schon der Eingangsbereich und sogar das angrenzende Casino sind ganz dem Thema entsprechend eingerichtet. Sogar ein Raumschiff Enterprise hängt an der Decke – echt klasse. An der Kasse fragt die Angestellte, ob wir auch die Backstage-Tour buchen wollen. Ganz spontan ist meine Antwort „nein“, wohingegen Ralf genauso spontan „ja“ antwortet. Also machen wir natürlich auch diese Tour mit.

Startrek Ausstellung
Startrek Ausstellung

Wir werden von unserem Führer begrüßt und bekommen einen „Backstage-Ausweis“ umgehängt. Außerdem müssen wir unseren Namen auf einer Liste eintragen – alles seeehr wichtig eben. Die Führung ist wirklich interessant und man merkt unserem Führer an, dass die Arbeit ihm viel Spaß macht. Ein echter Trekkie halt. Auf dem Weg spricht er immer ganz geheimnisvoll in ein Funkgerät und bekommt ebenso geheime Antworten, wenn wir durch eine verschlossene Tür wollen. Das „Beamen“ ist auch klasse gemacht. Wir müssen uns in einem Raum in der Mitte zusammenstellen, dann wird es nach einem kurzen Wortwechsel über Funk plötzlich ganz dunkel, es weht ein kräftiger Luftzug durch den Raum und nachdem es wieder hell geworden ist, sieht es ganz anders aus… Sehr authentisch das Ganze. Klasse sind auch die Mitarbeiter in Original-Star-Trek-Uniformen, uns immer wieder wie zufällig begegnen.

Im original „Kommandoraum“ des Raumschiffs Enterprise dürfen wir uns dann ganz in Ruhe umschauen und uns mal in den Kapitänssessel setzen. Erschreckend für mich war dann, dass der dicke Mann, der sich dann in den Stuhl gesetzt hat, fast nicht reingepasst hat. Der Arme war wirklich sehr dick….

Wir hatten dann Gelegenheit, die Fahrt eines Simulatoren von außen anzuschauen, was auch einmal sehr interessant war und danach ging es noch in einen Star-Trek-Besprechungsraum. Dort haben wir uns alle in ein großes Gästebuch eingetragen und bekamen Urkunden mit unseren Namen.

Im Anschluss an diese Backstage-Tour, die sich wirklich gelohnt hat, haben wir uns das Museum, in dem Original Filmkostüme und –accessoires ausgestellt sind, in Ruhe angeschaut und haben zwei Simulatoren mitgemacht. Einmal haben wir einen Klingonenangriff abgewehrt und einmal wurden wir von den Borg entführt. Auch diese Simulatoren waren mit Schauspielern in echten Kostümen aufwendig und liebevoll inszeniert, so dass sie wirklich Spaß gemacht haben.

Ralf unter Aliens
Ralf unter Aliens
Startrek Ausstellung. Museumsstücke aus der Zukunft.
Startrek Ausstellung. Museumsstücke aus der Zukunft.

Danach sind wir zurück ins Bellagio gefahren und haben uns, nach der schlechten Erfahrung von gestern mit dem Excalibur-Buffet, noch einmal das Bellagio-Buffet gegönnt. Das Lunch-Buffet wird bis 16 Uhr angeboten und kostet 19,99 Dollar, ab 16 Uhr beginnt das Dinner-Buffet für 29,99 Dollar. Glücklicherweise ist uns der Einlass um 15.56 Uhr gelungen, so dass wir nur den niedrigen Preis zahlen mussten. Das Angebot war allerdings identisch mit dem späteren, teureren Buffet, so dass wir für relativ wenig Geld wieder köstlich gespeist haben.

Danach war es Zeit, sich für die gebuchte Show „Zumanity“ des Cirque de Soleil fertig zu machen. Diese Show, über die wir im Internet zum Teil vernichtende Kritiken wegen des fast pornografischen Inhalts gelesen hatten, hat mich ziemlich enttäuscht. Zwar gab es ein paar recht gute akrobatische Einlagen, aber im Grunde genommen habe ich mich des öfteren doch gelangweilt. Schade, da hätten wir sicher etwas Besseres und Spektakuläreres in Las Vegas finden können.

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Casino vom "New York New York"
Casino vom „New York New York“
Im "New York New York"
Im „New York New York“

Auf diese Enttäuschung hin haben wir nach einem kurzen erneuten Abstecher ins Venetian in der Bar Baccarat des Bellagio einen Cocktail getrunken. Nett war, dass uns die Kellnerin in der Bar wieder erkannt hat.

Später haben wir noch unsere Taschen und Koffer gepackt, da wir morgens gleich zum Flughafen fahren wollten. Praktischerweise ist das Bad der Zimmer im Bellagio mit einer Personenwaage ausgestattet (die ich eigentlich ja so überhaupt nicht nett fand….), so dass wir das Gewicht gleich kontrollieren konnten um am Flughafen keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.