Alle Beiträge von Jutta

02.05.2018 Über Stirling und Linlithgow nach Edinburgh

Die Nacht im The Knowe Guesthouse war wunderbar erholsam. Das Bett genial, breit und mit genau der richtigen Matratze, einfach toll. Auch die Mitbewohner, eine sechsköpfige Gruppe Franzosen war so leise, dass man nichts von ihnen mitbekommen hatte. Nur Rehe und Eichhörnchen konnte ich auch morgens nicht im Garten sehen. Dafür war das servierte Frühstück super und das Porridge ein Traum.

Nach einem kleinen Plausch mit den wirklich super netten und wahnsinnig bemühten Gastgebern mussten wir das Haus dann leider doch verlassen. Der Besitzer des Hauses hatte uns den Tipp gegeben, dass ganz in der Nähe ein nettes kleines Castle, Doune-Castle, sei, das bekannte „Monty-Pyton-Castle“. Klar, dass das ganz sponan auf die To-Do-Liste gesprungen ist. Außerdem seien die in der Nachbarschaft gelegenen Bracklinn-Falls sehenswert und vom Parkplatz aus seien das nur 5 Minuten Fußweg.

Da ich sowieso einen kleinen Spaziergang machen wollte, entschieden wir uns, die Wasserfälle anzusehen. Nachdem uns unser Gastgeber noch beschrieb, wie ich aus der wirklich extrem steilen Einfahrt auf die Straße abbiegen konnte, ohne dass das Auto hinten aufsetzt, machten wir uns auf den Weg.

OK, ich parkte dann einen Parkplatz „zu früh“ und deshalb mussten wir ein Stück Straße laufen, das wir uns hätten sparen können. Dafür ist der Kreislauf aber ganz schön in Schwung gekommen, denn der Weg ging wirklich steil bergauf. Dann waren es aber nur noch eine dreiviertel Meile, also ungefähr einen Kilometer zu gehen. Leider sind 5 Minuten pro Kilometer nicht unbedingt die Zeit, die ich zu leisten imstande bin, so dass es dann doch etwas länger dauerte, bis wir an den Wasserfällen angekommen waren. Allerdings hat sich der Spaziergang auf jeden Fall gelohnt, denn die Fälle sind wirklich beeindruckend und der Weg dorthin führt durch herrliche Natur. Und hier haben wir dann endlich auch das Reh und das rote Eichhörnchen gesehen.

Anschließend fuhren wir zum Doune-Castle, auf das wir uns bereits freuten. Leider erfuhren wir vor Ort, dass das Castle heute aufgrund einer Feier oder eines Jubiläums geschlossen sei. Ob wir denn vielleicht morgen wiederkommen könnten? Nein, können wir nicht, da wir da bereits wieder in Germany seien. Der Überbringer der schlechten Nachrichten war überaus betrübt, dass morgen „alle abreisen“, fand es aber ungerecht, dass ich mich wegen des Wetters beklagte. (Zwischenzeitlich hatte es angefangen zu regnen). Das sei nun mal so in Schottland und schließlich wüsste das jeder. Die ganze Unterhaltung war jedoch mit einem herrlichen Augenzwinkern und mit einem Lächeln auf den Lippen machten wir uns auf den Weg nach Stirling, obwohl wir natürlich enttäuscht waren, dass wir die Burg nicht anschauen konnte.

In Stirling angekommen regnete es noch immer. So fuhren wir gleich zum Parkplatz des Stirling Castle, einem sehr bedeutenden Schloss, in dem unter anderem auch Mary Stewart gekrönt worden ist. In einer der vielen Ausstellungen wurde auch auf das nationale Trauma des ersten Weltkriegs hingewiesen, was die vielen jungen Männer in den Schützengräben alles erleiden mussten und wie unsinnig dieser Krieg war. Sehr nachdenklich verließen wir diesen Ort.

sdr
cof

Zumindest hatte es inzwischen aufgehört zu regnen, dafür war die Mittagszeit überschritten und wir hatten ein bisschen Hunger. Deshalb spazierten wir in die sehenswerte Stadt hinunter – sehr steil das alles – und fanden ein Lokal, in dem wir unsere Abschiedsportion Fish and Chips aßen. Eigentlich wollte ich als Dessert einen Deep Fried, also einen frittierten, Marsriegel bestellen, aber nachdem das Essen selbst schon dermaßen von Fett triefte und ich deshalb nur die Hälfte essen konnte, verkniff ich mir diese Fett- und Kalorienbombe dann doch lieber.

Zurück im Auto schauten wir, wo denn wohl die Deanston Distillery sei. Diese war Ralf von einem seiner Freunde empfohlen worden, weil wir ja in der Tallisker Distillery so entsetzt von dem schottischen Whisky gewesen waren. Die Whiskys dieser Brennerei seien sehr viel milder im Geschmack. Ein Blick in Google Maps zeigte, dass wir das lieber mal gleich heute Morgen getan hätten, denn die Distillery ist tatsächlich in Doune. Na super, also wieder zurück, was aber gottseidank kein so weiter Weg war.

Der empfohlenen Whisky, den es ausschließlich vor Ort gibt, war zwar leider nicht mehr zu bekommen, weil die Charge wegen fehlerhaftem Korken nicht mehr verkauft werden konnte, aber der junge Mann gab Ralf einen anderen Whisky zum probieren. Ja, der war dann doch ziemlich lecker und so wanderte eine Flasche davon ins Reisegepäck, obwohl ich ob des Preises doch leichte Schnappatmung bekommen habe.

Inzwischen war es Nachmittag, aber noch viel zu früh, um nach Edinburgh in unser Flughafenhotel zu fahren. Deshalb zogen wir noch einmal unseren Reiseführer zu Rate und erlebten so ganz zum Schluss noch einmal ein echtes Highlight – Linlithgow Palace, eine gewaltige, uralte Ruine eines Köngspalastes. Der Palast, in dem unter anderem auch Maria Stuart zu Welt gekommen ist, wurde in mehreren Abschnitten seit dem Jahr 1424 errichtet bis er dann durch ein Feuer im Jahr 1746 so stark beschädigt wurde, dass er nur noch als Ruine stehen geblieben ist.

Diese Ruine steht weitgehend unverändert, also nicht rekonstruiert und wieder aufgebaut dort und man kann frei durch alle Bereiche, die nicht einsturzgefährdet oder sonstwie gefährlich sind, durchlaufen und die Atmosphäre aufnehmen. Wir fanden es sehr, sehr beeindruckend und richtig toll, waren wirklich begeistert. Der Besuch dort hat uns eigentlich von allen Castles unserer Reise am besten gefallen, weil es wirklich authentisch war. Die hübsch hergerichteten sonstigen Castles kommen uns immer etwas künstlich vor, aber hier konnte man die Phantasie spielen lassen und sich wirklich vorstellen, wie das Leben dort wohl gewesen ist. Ein echtes Erlebnis, das uns tief beeindruckt hat.

cof
cof
cof

Dann mussten wir aber doch endlich nach Edinburgh fahren. Um den Flughafen herum erwartete uns aufgrund der Uhrzeit (beste Rush-Hour-Zeit) ein ziemliches Verkehrschaos und so war ich froh, als wir das Ibis Budget-Hotel erreicht hatten. Wir checkten ein – das läuft dort alles per Smartphone, sehr futuristisch – suchten unser Zimmer und schnappten und dann einen dieser Gepäckwagen, um unser Sammelsurium an Gepäckstücken ins Zimmer zu bringen und für die Reise morgen vorzubereiten.

Das hat soweit auch gut funktioniert, bis dann das passiert ist, was Ralf die ganze Zeit schon befürchtet hat: der Autoschlüssel war verschwunden. Gut, er hatte den Wagen ja kurz vorher aufgeschlossen, weg konnte der Schlüssel also nicht sein. Aber es dauerte doch eine geraume Zeit, einschließlich Panikattacken und deftiger Flüche, bis der Schlüssel endlich wieder gefunden war.

Das Gepäck war dann auch bald hergerichtet. Anschließend „genossen“ wir noch ein Abendessen im Ibis-Restaurant, Mikrowellenburger, Backofenpommes und aufgebackene TK-Pizza, bevor wir uns zu unserer letzten Nacht im schönen Schottland zurückzogen.

30.04.2018 Glen Coe und Glenfinnan Viadukt

Heute hatten wir ein international besetztes Frühstück. Unser B&B ist sehr familiär und die Gäste frühstücken gemeinsam am Familientisch. Zuerst trafen wir ein deutsch-spanisches Pärchen, das bedauerte, heute nicht den Ben Nevis besteigen zu können, da dies aufgrund der Eis- und Schneesituation oben nicht möglich sei. Ja, Schottland hatte dieses Jahr einen langen, harten Winter. Das hatten wir bereits von mehreren Seiten gehört und das sieht man den Bergen hier im Gebiet auch an.

Anschließend gesellte sich ein französisches Pärchen an den Tisch. Auch hier kam es zu einer netten Unterhaltung, da die beiden heute auf die Isle of Skye weiterreisen wollten und nach unseren Erfahrungen gefragt hatten.

Auf unserem heutigen Plan stand das Glen Coe und natürlich das Glenfinnan Viadukt mit dem berühmten „Hogwarts Express“.

Auf dem Weg machten wir einen kurzen Zwischestop bei dem kleinem Örtchen Ballachulish für einen kleinen Rundweg am am Loch Leven. Besonders spannend ist hier ein kleiner Friedhof, der auf eine Inse ausgelagert wurde.

Weiter gings mit einen kleinen Umweg (Ralf als Navigator meint ja das wäre beabsichtigt gewesen) nach Kinlochleven den Loch Leven entlang bevor wir dann das Glen Coe erreichten.

Das Glen Coe ist ein wunderschönes, beeindruckendes Tag mit einer leider grausigen Geschichte, denn hier fand im Jahr 1692 ein derart blutiges Massaker statt, dass es glatt in der Serie „Game of Thrones“ Vorbild war. Der Clanchef der Mac Donalds of Glen Coe hatte einen Treuschwur etwas zu spät abgegeben. Deshalb ordnete der neue König an, dass der Clan vernichtet werden musste. Zu diesem Zweck marschierte Captain Robert Campbell of Glenlyon mit 120 Clansmen nach Glen Coe und gab vor, dort Quartier zu suchen, was ihm natürlich auch gewährt wurde. Fast zwei Wochen ließen sich die Campbells dort aushalten, zechten in der Nacht zum 13. Februar 1692 noch miteiander um massakrierten um 5 Uhr morgens den kompletten Clan einschließlich aller Frauen und Kinder. Aufgrund dieser schlimmen Tat (für die Schotten war daran fast noch der Missbrauch der Gastfreundschaft das schockierenste) ist heute noch der Name Campbell in Schottland nicht sehr beliebt.

Die Überreste des Glen Coe Village, wo das Massager stattfand

Trotzdem ist das Tal unglaublich schön. Wir machten ein paar kürzere Wanderungen und fuhren einige Parkplätze an, an denen wir die Aussicht genossen und Fotos schossen.

cof

Schließlich kamen wir zum Rannoch Moor, das wir bereits von Pitlochry an der Rannoch Station besucht hatten und das wir heute bei bestem Wetter von der anderen Seite sahen.

Da wir den zweiten heutigen Programmpunkt, das Glenfinnan Viadukt mit dem Zug darauf sehen wollten, mussten wir dann wenden und uns auf den Weg dorthin machen.

Vor ungefähr 2 Monaten hatte ich versucht, Karten für eine Fahrt mit dem Jacobite Steam Train, dem „Harry-Potter-Zug“ zu ergattern, was mir leider nicht gelungen war. Die Plätze sind monatelang im voraus ausgebucht und nur mit viel Glück kann man vor Ort einen Restplatz bekommen. Das wollten wir uns nicht antun und stattdessen nur das Viadukt mit dem Zug darauf anschauen und fotografieren. Auf diese Idee kommen natürlich außer uns sehr viele Menschen und so war es nicht sehr leicht, einen Parkplatz zu finden, obwohl wir bereits um kurz nach 14 Uhr dort waren, bei einer geschätzten Durchfahrtszeit von 15 Uhr.

Zunächst erstiegen wir den Hügel beim Visitor Center, an dem ein View Point angezeigt war. Von hier oben hatte man das Viadukt zwar im Blick, jedoch nur aus weiter Ferne. Deshalb wählten wir, wie viele andere auch den Weg über ein Wiesengelände und suchten den perfekten Platz für ein tolles Foto.

Um ganz bestimmt ein gutes Ergebnis zu erhalten, wählten wir sogar unterschiedliche Plätze.Mit uns warteten noch einige Menschen mehr auf die Gelegenheit für ein Foto des Hogward Express.  Der Zug ließ lange auf sich warten und das Ereignis war natürlich auch schnell vorbei, denn das Viadukt ist ja nicht so sehr lang, aber es war trotzdem ein schönes Erlebnis. Leider hat mein Smartphone, mit dem ich die Fahrt filmen wollte, seine Arbeit nicht gemacht und so gibt es leider kein Video.

cof

Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft machten wir noch einen kurzen Abstecher zu Neptune’s Staircase, erneut eine Schleusenanlage. Hier werden jedoch die Boote und Schiffe über 8 Stufen angehoben und abgesenkt. Auch das war interessant anzuschauen und außerdem konnten wir endlich eine Kleinigkeit essen.

cof

Danach hatten wir für heute genug erlebt. Bei immer noch strahlendem Sonnenschein fuhren wir zu unserer Unterkunft zurück, wo wir nach einem kleinen Plausch mit unserer Gastgeberin, die genauso wie wir von der ungewöhnlich langen sonnigen Periode begeistert war, den Tag gemütlich ausklingen ließen.

cof
mde
cof

27.04.2018 Skye

Heute sind wir besonders früh aufgestanden. Einerseits, weil wir am heutigen Tag viel sehen wollten, andererseits, um der asiatischen Familie von gestern im Frühstücksraum zu entgehen. Beides ist geglückt. 🙂

Erstaunlicherweise präsentierte sich die Skye-Bridge in schönstem Sonnenschein, was natürlich auch ein tolles Bild abgibt. 😉 Trotzdem waren wir froh, diese seltsame Unterkunft verlassen zu dürfen. Nur den 35-kg-Welpen hätte ich nach einer letzten Knuddelrunde am liebsten mitgenommen.

dig

Der Verkehr auf Skye ist, wie bereits erwartet, wesentlich dichter als auf dem Festland. Wie wir von mehreren Seiten gehört hatten, ist die Insel extrem beliebt bei Besuchern aus aller Welt, und diese halten sich natürlich auch auf den Straßen auf. Deshalb war ich froh, als wir unseren ersten Halt, die Sligachan Old Bridge, erreichten. Die Brücke liegt in malerischer Umgebung und zieht viele Besucher an, die alle auf der Jagd nach einem guten Foto sind. Wir liefen ein wenig am Fluss entlang und Richtung Berge. Ein wunderschönes Stück Natur findet sich, wenn man ein paar Meter von der Brücke und den Besuchermassen entfernt seiner Wege geht.

Anschließend führte uns der Weg zum Dunvegan Castle, dem Stammsitz der MacLeods. Die Straße dort hin gewährte unglaublich schöne Ausblicke und wir mussten immer wieder anhalten, um diese genießen und fotografieren zu können.

Auch das Castle mit seinen ausgedehnten Gärten hat mir richtig gut gefallen, wenn auch die Gärten jetzt im Frühjahr noch nicht in voller Pracht stehen.

 

cof

Auf unserem Weg zurück Richtung Portree machten wir einen kurzen Mittagshalt an einem Imbissstand an der Straße, an dem wir schon auf dem Hinweg einige Autos haben halten sehen und der auch jetzt gut frequentiert war. In fröhlicher Runde wurde uns das Bacon-Roll empfohlen, das sich Ralf dann auch schmecken ließ. Ich wollte es ein bisschen „gesünder“ und wählte das BLT-Roll. Zusammen mit unserer ersten Dose „Irn Bru“, einem schottischen Softdrink nach einem „Geheimrezept“ hat uns das Mittagessen ausgezeichnet geschmeckt.

cof
cof
cof
sdr

Unser Plan für heute Abend in unserem Cottage sah eigentlich vor, dass wir uns in einer Whisky-Destillerie einen leckeren Whisky aussuchen und diesen gemütlich zuhause trinken. Deshalb steuerten wir als nächstes die Tallisker-Destillerie an. Der Weg führte uns über die schlechteste Straße, die wir auf dieser Reise bisher vorfanden zur Destillerie direkt am Meer. Hier buchten wir eine Besichtigung, bis zu deren Beginn wir allerdings noch eine ganze Stunde Zeit hatten. Deshalb machten wir noch einen kleinen Spaziergang am Meer entlang und um das Freitagsritual nicht ausfallen lassen zu müssen, genehmigten wir uns einen Kaffee und Kuchen.

cof

Beim Anstehen hierzu kamen wir mit einem älteren (noch wesentlich älter als wir!!) Ehepaar ins Gespräch. Ich war ziemlich erstaunt, dass der ältere Herr auf seine Frage, woher wir kämen, gestand, dass er dachte, ich käme aus Schottland, weil ich einen schottischen Akezent hätte. Na, da sieh mal einer an! *lach*

Die Besichtigung war recht informativ. Leider hat mich der Whisky, den es im Anschluss zum Probieren gab, ziemlich schockiert. Er schmeckte unglaublich rauchig, was eine Spezialität des Tallisker-Whiskys sein soll. Mit zwei Tropfen Wasser gemischt, war es zwar erträglicher, aber von Genuss kann keine Rede sein. Deshalb machte die Destillerie mit uns kein weiteres Geschäft mehr und wir zogen ohne Whiskyflasche von dannen.

mde
cof

Da der Weg zu unserem Cottage sowieso über Portree, die Inselhauptstadt, führte, machten wir auch dort noch einen kleinen Stopp. Der Hafen ist ganz nett anzuschauen, aber ich war etwas genervt, weil es mir dort zu viele Menschen und zu viel Verkehr gab. Deshalb legten wir nur einen kurzen Stopp ein und fuhren bald weiter.

 

Obwohl wir eigentlich keinen weiteren Stopp mehr machen wollten, legten wir doch noch einen solchen am Kilt-Rock ein. Auch hier bot sich eine atemberaubende Szenerie mit einer tollen Felsenküste und einem Wasserfall, der tief ins Meer stürzt.

Dann wollte ich aber endgültig am Ziel ankommen. Die Einfahrt zu unserem Cottage war etwas knifflig zu finden, aber das Häuschen entschädigte für alles. Wunderschön eingerichtet, ruhig gelegen mit phänomenalem Blick aufs Meer – einfach ein Traum. Die Gastgeberin, die ein paar Meter weiter ein B&B betreibt, begrüßte uns herzlich und versorgte uns mit allen nötigen Informationen für unseren Aufenthalt.

 

 

cof

Nach dem Abendessen, für das wir gestern schon Nudeln und Fertigsoße eingekauft hatten, machten wir noch einen kleinen Spaziergang Richtung Meer. Es ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde hier! Rundherum sind Wiesen mit Schafen, deren Lämmer fröhlich herumspringen. Für die Schäfer gibt es aber auch viel zu tun. Das merkten wir nach unserer Rückkehr ins Cottage, als auf der Wiese direkt neben unserem Fenster der Schäfer einen seiner 5 Border Collies trainierte, indem der Hund auf Sprach- oder Pfeifkommando die armen Schafe über die Weide treiben musste. Trotzdem ein beeindruckendes Schauspiel.

 

Jetzt freuen wir uns auf unseren Aufenthalt auf dieser traumhaft schönen Insel und hoffen, dass der Wetterbericht, der für die nächsten Tage sonniges Wetter voraussagt, dieses Mal Recht hat. (Bisher war das Wetter immer besser als vorhergesagt…)

26.04.2018 Ein Ausflug die Küste entlang nach Applecross

Trotz des Gerumpels, das gestern Abend über unseren Köpfen zu hören war, war die Nacht erstaunlich ruhig. Gut erholt machte Ralf sich an die Morgentoilette in dem winzigen Baderäumchen mit seiner lustigen Duschvorrichtung. Dieser Verschlag ist wirklich nur für die allernötigsten Verrichtungen zu gebrauchen, aber für die beiden Morgen, die wir hier sind, reicht es aus. Immerhin ist alles ganz neu und recht sauber, man soll ja schließlich nicht alles schlecht reden.

cof

Das Frühstück war dann wieder eine ganz andere Herausforderung. In dem kleinen Frühstücksraum wurde ein bescheidenes kontinentales Frühstück bereitgestellt. Das (für uns) Problem war die asiatische Familie, die offenbar gestern Abend für das Getrampel zuständig war. Beide Kinder waren stark erkältet und zogen auf äußerst unappetitliche Weise ihre Nasen hoch. Da es ansonsten im Raum absolut ruhig war (die Familie flüsterte bei gelegentlichen Unterhaltungen), war das gut zu hören. Naja, eine natürliche Appetitbremse für mich, schadet auch mal nicht. 😉

Nachdem die Familie endlich fertig war, kamen wir mit dem einzigen anderen Gast ins Gepräch. Dieser US-Amerikaner bereiste, eigentlich Biker, das Land seit gestern mit dem Auto und kämpfte ziemlich mit dem Linkssverkehr hier. Ein nettes Gespräch, das für den unerfreulichen Start entschädigte.

Noch entzückter war ich, als der Herr zum Bezahlen seiner Rechnung die Wirtin aus ihrem Zimmer lockte und zusammen mit ihr der Hund des Hauses erschien. Ein 6 Monate alter absolut entzückender Bernhardiner. Riesig groß mit weichem Babyfell und weicher Schlabberschnauze, der sich begeistert knuddeln ließ. Ein Traum!

Anschließend machten wir uns auf unsere Fahrt für heute. Wir wollten heute die „North 500“ die Westküste entlang Richtung Norden fahren, so weit wir eben Lust hatten. Dieser Plan entpuppte sich als eine tolle Sache, denn die Straßen führten uns heute zu unglaublich schönen Szenerien und Ausblicken, obwohl wir gar nicht so sehr weit gekommmen sind.

Unser erster Halt war in Plockton, das im Sommer als Anlegestelle für Hobbysegler dient und ganz hübsch sein soll. Leider hatten wir absolut kein Glück mit dem Wetter, denn bis auf kleine Pausen regnete es während unseres Rundganges die ganze Zeit sehr heftig. Und trotz eines kleinen Zwischestops in einem kleinem Café hissten sowohl meine als auch Ralfs Regenjacke die weiße Fahne und ließen nach einiger Zeit den Regen einfach durch, so dass wir, wieder im Auto angekommen unsere Ersatzregenjacken aktivieren mussten.

Unser nächstes anvisiertes Ziel war das Örtchen Applecross. Die Fahrt soll laut Reiseführer und verschiedener Videobeiträge, die wir vor unserer Reise bei Youtube gesehen hatten, auch über die berüchtigte Passstraße Bealach-na Bo erreichbar sein. Diese Straße wurde jedoch nur bei schönem Wetter empfohlen und sei nichts für schwache Nerven. Obwohl inzwischen die Sonne schien, traute ich dem Wetter nicht so recht über den Weg und aufgrund mehrerer Erfahrungen in den Alpen wissen wir, dass es keinen Spaß macht, bei Regen und Nebel in den Bergen unterwegs zu sein. Außerdem hatte ich kurz zuvor auf einer Single-Track-Road eine unliebsame Begegnung mit einer Autofahrerin, die mir plötzlich gegenüberstand und sich keinen Meter bewegte. Obwohl auf unserer „Seite“ kein Passing-Place in Sichtweite war, war ich gezwungen, ein ordentliches Stück rückwärts zu setzen, damit wir weiterfahren konnten. Ich bin ja sowieso keine gute Rückwärts-Fahrerin und bei unserem BMW, den ich hinten sehr unübersichtlich finde und der nicht über eine Heckkamera verfügt, war das absolut kein Spaß. Das wollte ich auf einer engen Passstraße unbedingt vermeiden.

Deshalb fuhren wir die Costal Route, die auch für LKW erlaubt ist und die rund um die Halbinsel führt und etwa 45 km lang ist. Die Strecke führt durch eine herrliche Landschaft und bietet tolle Ausblicke, so dass wir die versprochenen Ausblicke der Passstraße nicht vermissten. Und der Nervenkitzel war für unsere Ansprüche durchaus ausreichend. So machte ich ein weiteres Mal die Erfahrung, dass sich manche Touristen offenbar nicht mit der Fahrweise auf einer Single-Track-Road vertraut machen und die Passing Places auf ihrer Seite, also der linken, ignorieren. So kann es von Zeit zu Zeit zu vermeidbaren kniffligen Situationen kommen. Schön ist aber immer das gegenseitige Grüßen, manchmal auch mit Daumen-hoch der Einheimischen, wenn alles gut geklappt hat.


So landeten wir mit vielen Fotostopps (bei einem konnten wir sogar ein fahrendes U-Boot beobachten) endlich in Applecross, wo wir uns den wohlverdienten Lunch genehmigten. Für mich gab es leckere geräucherte Makrele mit Salat, Ralf genehmigte sich eine kleine Portion Haggis. Als Dessert für uns beide zusammen eine Portion Cranachan und natürlich wieder ein kleiner Plausch mit der netten Bedienung.

Der Rückweg führte uns zwar auf dem gleichen Weg zurück, aber bot natürlich aufgrund des Perspektivenwechsels ganz neue Aussichten und es wurden viele weitere Fotos gemacht.

Zurück in unserer Unterkunft machten wir dann noch einen kleinen Spaziergang auf die Skye-Brücke, machten dort (oh Wunder!) noch ein paar Fotos, bevor wir dann ins Pub zum Abendessen gingen. Leider gab es heute keine schottischen Kerle am Nebentisch, aber trotzdem hat es uns wieder so gut gefallen, dass Ralf sich sogar ein T-Shirt dort gekauft hat.

dig

cof
sdr

Auf dem Rückweg in unsere Unterkunft entdeckten wir noch einen kleinen Pfad zu einem Kriegerdenkmal, mit dem die Bewohner des kleinen Inselortes an den Blutzoll der beiden Weltkriege ihres Ortes gedachten. Von dort aus konnten wir noch ein spektakuläres Lichtspiel fotografieren, bevor es endgültig ins Zimmer ging.

dig
dig

Zurück im Zimmer meinte Ralf, dass man sich langsam daran gewöhnt. Hmmm, naja, ich werde nicht traurig sein, wenn wir morgen unsere Rundfahrt fortsetzen und abends unser Cottage im Norden der Insel beziehen. Bis auf den Hund – ja, den würde ich natürlich gerne mitnehmen.

24.04.2018 Von Pitlochry zu Loch Ness

Nach einer wieder ruhigen, erholsamen Nacht nahmen wir ein wieder hervorragendes Frühstück in unserem B&B ein. Die Unterhaltung mit unseren schottischen Mitbewohnern war wieder lustig und nett und wir haben uns nur ungern voneinander verabschiedet. Auch von dem tollen B&B mit seiner netten Wirtin haben wir uns nicht gerne verabschiedet, gerne wären wir noch länger geblieben. Davon abgesehen gäbe es in Pitlochry noch einiges zu sehen, was wir gestern nicht geschafft haben. Insbesondere um die zwei Whisky-Destillerien tut es mir echt Leid!

Schon kurz nach dem Start erreichten wir unser erstes Zwischenziel Blair Castle. In diesem Schloss, dessen Besitzer in Südafrika lebt und nur einmal im Jahr zur Parade seiner Privatarmee (der einzigen, die heute noch in Europa existiert) anreist, gibt es so einiges zu sehen. Zuvor aber hat Ralf mir einige Schreie entlockt, indem er vom unteren Parkplatz, auf dem wir zuerst gestanden sind, zum Hauptparkplatz direkt beim Schloss gefahren ist. Nein, dieser nahe Straßengraben und dass auf „meiner Seite“ kein Lenkrad ist, ist nix für mich. Ich glaube, den Rest der Reise werde ich das Auto steuern, das ist besser für unser beider Nerven…

Im Schloss selbst hatten wir leider eine große französische Reisegruppe vor uns, die wir nur mit Mühe und vielen Pardons überholen konnten. Trotzdem war der Besuch lohnenswert, auch, weil wir hinterher noch ein echtes Mitglied der Privatarmee des Dukes bewundern konnten, der eine zeitlang dudelsackpfeifend im Schlosshof patroullierte. Auch die Gärten des Schlosses sind sehr sehenswert, auch wenn leider die große Blütenpracht aufgrund der frühen Jahreszeit noch nicht zu sehen ist.

Anschließend fuhren wir durch großartige Highland-Landschaften weiter Richtung Inverness. Das Wetter hat uns nicht enttäuscht – wir hatten den einen oder anderen kurzen Regenschauer. Überwiegend konnte sich aber tatsächlich die Sonne gegen die Wolken durchsetzen und Ralf konnte viele Fotos mit interessantem Himmel machen. Als positiv denkender Mensch versucht er mir ja immer die Himmel mit vielen Wolken schmackhaft zu machen, indem er mir erläutert, dass ein eintönig blauer Himmel auf Fotos sehr uninteressant und langweilig sei. So ganz hat seine Überzeugungsarbeit bei mir allerdings noch nicht gefruchtet.

Die nächste Station war das Highland Folk Museum in Kingussie. Dies ist ein liebevoll hergerichtetes, ausführliches Freilichtmuseum über die früheren Zeiten in den Highlands, hauptsächlich über die Zeiten des frühen bis mittleren letzten Jahrhunderts. Viele freiwillige Helfer erläuterten die ausgestellten Anwesen, was für mich nicht immer leicht zu verstehen war. Unsere Prüfung legten wir dann im Schulhaus ab, als wir in den Schulbänken Platz nehmen durften und mit alten Füllfederhaltern ein paar Schreibübungen absolvieren durften.

Der gelungene Besuch wurde mit einer Tasse Tee und einem Scone im angeschlossenen Café abgerundet, was ich leider absolut nicht empfehlen kann. Der Scone war trocken und sowohl Ralf und ich hatten nach dem „Genuss“ ein unangenehm pelziges Gefühl im Mund. Nein, das war leider nix!

Die letzte Etappe bis zu unserem B&B verlief problemlos und anhand der zugesandten Wegbeschreibung in Zusammenarbeit mit Tante Google konnten wir unser Ziel auch auf Anhieb finden. Das Haus liegt traumhaft ruhig mitten im Nichts, direkt an einem kleinen Loch. Zwei freundliche Irish Setter und eine Katze machten es mir natürlich umso sympathischer. Die Gänse sind seit ein paar unfreundichen Attacken auf die Gäste sicher hinter einem Zaun an einem großen Teich untergebracht und die Ziegen kamen begeistert angerannt als sie die neu angekommenen Gäste sahen. Die Zimmer und der gesamte Gastbereich waren auch hier wunderschön und die Gastgeberin, eine junge Frau ist auch wieder super nett und um das Wohl ihrer Gäste bemüht. Einzig, dass sie wirklich viel zu erzählen hatte (ich glaube, sie ist aufgrund der einsamen Lage ihres Zuhause froh um die Abwechslung, die ihre Gäste ihr bringen) war für mich etwas anstrengend.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten und einen kurzen Erkundungsspaziergang um das Haus herum gemacht hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Abendessen. Dieses nahmen wir im Dores Inn in Dores, dem einzigen Lokal in der näheren Umgebung ein. Nachdem ich auf dem Weg dorthin aufgrund einer massiven Hungerattacke nicht mehr besonders gut gelaunt war, schmeckten Fish & Chips besonders gut.

Und das ganz Besondere an dieser Location im kleinen Ort Dores ist: wir sind direkt am Ufer des Loch Ness! Auf den ersten Blick in der untergehenden Sonne ein sehr hübsches Stückchen Erde. Nessie haben wir zwar heute nicht gesehen, aber vielleicht haben wir ja morgen mehr Glück.

22.04.2018 Von Edinburgh nach Pitlochry

Fasane sind ganz schön doof – und ich bin’s auch. Das war das heutige Tagesmotto.

Heute machten wir uns auf unseren Roadtrip. Zu diesem Zweck durften wir unsere erste Unterkunft, deren winzige Zimmer und schlechtes Frühstück die Location nicht unbedingt empfehlenswert machen, verlassen. Angesichts dessen, dass die Haltestelle des Airlink 100-Busses, der direkt zum Flughafen fährt eben leider nicht direkt vor dem Hotel liegt, sondern einen Fußweg von einigen hundert Metern erforderte, hatten wir uns schon gestern Abend dazu entschlossen, wieder die Dienste eines Taxi in Anspruch zu nehmen.

Das war eine gute Wahl, denn so wurden wir mitsamt unserer schweren Taschen direkt bei der Mietwagenstation abgsetzt und das zu einem Mehrpreis von lediglich 3 Pfund gegenüber dem Bus. Da unsere Taschen jetzt doch größer waren als ursprünglich geplant, fragten wir nach einem Wagen mit großem Kofferraum in unserer gebuchten Klasse (untere Mittelklasse). Der ausgesprochen nette Sixt-Mitarbeiter überlegte kurz und überließ uns dann einen 3er BMW, für den wir lediglich den Aufpreis des Navis, also 100 Pfund für den gesamten Zeitraum zahlen mussten. Die Taschen passten hier locker in den Kofferraum, was uns natürlich gut gefallen hat. Aber das Auto war schon ziiiiemlich groß und jagte mir einen gehörigen Respekt ein. Die Mietwagenassistenten sahen die Sache allerdings locker. Ich sei doch über den „ÄIDIAIßI“ super vollkaskoversichert und alles kein Problem, ich müsse eigentlich nur den Schlüssel zurückbringen, alles andere sei egal …

Also einmal durchatmen und los ging’s. Mit viel Konzentration begann das Abenteuer Linksfahren. Was soll ich sagen? Ja, es ging wieder, aber es erfordert schon eine gehörige Portion Aufmerksamkeit und Mithilfe des Beifahrers. Zumindest heute, am ersten Tag, konnte ich auf keinen Fall fahren und navigieren gleichzeitig. Aber mit vereinten Kräften haben wir es dann doch geschafft.

Unser erster Stop war in Perth. Dieses Städtchen soll laut Reiseführer ganz interessant und teilweise schön sein. Naja – zumindest ein nettes Café (Eigentlich ein Blumenladen) haben wir aufgetan, in dem wir einen echten Kaffee tranken und dazu einen ersten Scone verzehrten, während draußen der erste Regenschauer in diesem Urlaub vorbeizog. Anschließend bummelten wir durch die Ortschaft, die wirklich nicht sonderlich sehenswert ist und trafen auf einen ganz interessanten Straßenmarkt mit internationalen Essenständen. Als erstes natürlich deutsche Bratwurst, präsentiert von zwei echten Ruhrpott-Jungs, die sich köstlich über Ralfs Scherz, die Bayern seien die Highländer Deutschlands, amüsierten.

cof

 

Anschließend verließen wir die A9, die ganz anders aussieht als die deutsche A9 und statteten dem kleinen Touristenort Dunkeld einen Besuch ab. Dieser hat uns mit seinen kleinen Geschäften und Lokalen, seiner historischen Kathedralen-Ruine und seinen weitläufigen Parks mit Baumsammlung wirklich gut gefallen. Nach einem kleinen Zwischenstopp in dem „Scottish Deli„, bei den man nicht nur wie in einem Tante Emma Laden ausgewählte hochwertiges Essen kaufen kann, sondern auch leckere Kleinigkeiten essen kann, machten wir uns auf unseren ersten Spaziergang in die wilde Natur. Leider hat mich das nicht davon abgehalten, über einen Stein zu stolpern und mir das Knie schmerzhaft zu verletzen. Immmerhin ist es dieses Mal nur das Knie und nicht Knie und Knöchel, wie vorletztes Jahr auf Kreta. Trotzdem war ich am Boden zerstört und sah die geplanten Wandertouren in den Highlands zerplatzen. Ich hoffe sehr, dass ich es mit Aspirin und einer Nacht Schlaf wieder einigermaßen heilen kann!

sdr

Das B&B Roseburn, das wir nach diesem Unfall schließlich in Pitlochry erreichten, ist absolut entzückend. Es sieht so typisch aus, dass es fast schon wieder kitschig ist. Unser riesiges Zimmer ist ein Traum. Wunderhübsch eingerichtet mit geschmackvollen Möbeln und mit einem zentimeterdicken Teppichboden ausgelegt, einem herrlichen Ausblick und einem süßen Bad mit toller Badewanne, mit liebevoll hergerichteten Getränken und selbstgebackenen Lemon-Shortbreads und einer absolut netten und herzlichen Wirtin. Mein erster Gedanke: „Hier geh ich nie wieder weg“.

cof
sdr
sdr
cof

Die Wirtin empfahl uns auf Nachfrage einige Lokale in der näheren Umgebung und wir entschieden uns für das Moulin Inn, einen typischen alten Inn mit angeschlossener Microbrewery. Der Fußweg über einen guten Kilometer hat meinem Knie zwar nicht geschmeckt, dafür war das Bier und das Essen sowie auch die Atmosphäre im Inn umso besser. Da alle Tische besetzt waren, wurden wir von einem englischen Paar an den Tisch gebeten und hatten eine nette Unterhaltung. Lustig war, dass sie in England in der Region wohnen, in der einige Rosamunde-Pilcher-Filme gedreht wurden. Sie erzählten, dass es viele deutsche Gäste gäbe, die diese Orte besuchen würden und fragten, wer oder was Rosamunde Pilcher wäre. Sehr lustig. Unsere bisherigen Begegnungen auf dieser Reise waren sowieso alle sehr positiv. Die Menschen hier sind offen und uns Fremden gegenüber ausgesprochen freundlich und nett. Ralf war heute mutig und traute sich Haggies zu bestellen. Haggies sind Schafsinnereien, kleingematscht und in einem Schafsmagen gekocht. Sieht schon sehr gewöhnungsbedürftig aus, aber Ralf hat’s geschmeckt und er hat den Teller leer gegegessen.

cof
cof
cof
cof

Und wieso sind außer mir auch noch die Fasane doof? Weil ich heute unzählige Fasane (ausschließlich männliche) entlang der Straßen gesehen habe. Teilweise lebendig, aber in der Regel leider tot. Offenbar halten diese bunten Hühnervögel sich mit Vorliebe entlang oder auf den Straßen auf, was sie sehr, sehr oft mit dem Leben bezahlen müssen. Doof also.

21.04.2018 Edinburgh

Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht verließen wir uns winziges Zimmer um unser Frühstück, das im Preis inbegriffen war, einzunehmen. Auf ein Full Scottish Breakfast müssen wir offenbar noch warten, denn hier gab es nur einfachstes Kontinentales Frühstücksbuffet. Toast, abgepackte süße Brotaufstriche, abgepackte Kellogg’s, Fertigporridge, natürlich abgepackt, Tütenorangensaft, Kaffee und Tee. Hm, für einen ersten Energieschub am Morgen reichts, aber ansonsten war das nix. Ach ja, doch – Ralf musste den legendären Marmite-Aufstrich probieren. Legen wir den Mantel des Schweigens auf diese Erfahrung …

Anschließend machten wir uns auf den Weg in die City. Mit dem Bus war das kein Problem, die Bushaltestelle befand sich direkt vor dem Haus. Super also. Kurz die Erklärungen lesen (wichtig, das Geld muss abgezählt sein, da der Fahrer nichts herausgibt) und schon ging es los. Das Wetter war absolut perfekt – strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen.