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25.04.2018 von Loch Ness nach Isle of Skye

Heute morgen starteten wir zunächst mit einem sehr herzhfaften und guten Frühstück. Jutta bekam ihren ersten hausgemachten Porridge und war sehr zufrieden damit, während ich (mal wieder) mein schottisches Frühstück mit Black Pudding, Sausages, Eggs und Ham zu mir nahm. Danach hieß es Koffer packen und Abschied nehmen von dieser außergewöhnlichen Unterkunft. Marisley, unsere Gastgeberin, gab uns noch einige Tipps für die nächste Strecke und ich revanchierte mich mit einigen Tipps für eine Deutschandreise, die sie evtl einmal machen will, wenn sie mal wieder in den Urlaub kann. (Bei einem Bed & Breakfast in einer beliebten Urlaubsregion nicht ganz so einfach.)

Trotz der netten Tipps, südlich des Loch Ness zu fahren entschieden wir uns für unseren ursprünglichen, mehr nördlich gelegenen Weg. Jutta verabschiedete sich noch sehr ausführlich von den beiden lieben Hunden und dann ging es los.

Unser erster Zwischenstop war Strathpeffer, einen kleine Kurort aus Victorianischen Zeiten, in dem wir einen kleinen Spaziergang machten. Besonders gefallen hat uns dort der ehemalige Bahnhof, der von den Einheimischen liebevoll hergerichtet wurde und in dem nun verschiedene kleine Geschäfte und ein Spielzeugmuseum untergebracht sind. In dem Geschenkeladen kamen wir mit der Inhaberin/Verkäuferin in ein kurzes Gespräch, wie es hier in Schottland üblch ist. Sie erkannte uns anhand unseres markanten Akzents sofort als Deutsche und nach kurzer Zeit kam sie auf das Thema, des vor kurzem in Hamburg vermissten und tot aufgefnunden jungen Schottens zu sprechen. Ein Thema, das hier wohl tagelang die Presse beschäftigt hatte.

Da der Ort sonst nicht viel zu bieten hatte machten wir uns weiter auf den Weg zur nächsten Station. Wir wollten auf jeden Fall noch einen schottischen Wasserfall sehen und hatten uns dazu die Rogie Falls ausgewählt. Ein netter kleiner Wasserfall, an dem auch eine Lachstreppe angebracht ist, an der die Lachse zur Laichzeit zu ihrem Geburtsort zurückkehren können. Aber da wir jahreszeitlich zu früh waren, waren sie nicht zu sehen, und nachdem der schottische Regen es eine Spur zu gut mit uns meinte, machten wir uns weiter auf den Weg.

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Als nächstes Ziel hatten wir uns diesmal ein in unserem (gedruckten!) Reiseführer empfohlenes Lokal ausgesucht. Eine gute Wahl, nachdem Jutta aufgrund ihres leichten Frühstückes schon die ersten Unterzuckerungsanzeichen zeigte. Unterwegs zeigten sich die Highlands von ihrer besten Seite. Die Landschaft war einfach atemberaubend und muss sich hinter den Landschaften der USA nicht verstecken.

Das Carron Restaurant entäuschte uns nicht. Es gab leckeren Fisch und zu Gedenken meines verstorbenen Großvaters, der heute Geburtstags hätte, gönnte ich mir noch einen leckeren Marzipankuchen.

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Dann ging es los zu dem Höhepunkt des heutigen Weges: Dem Eilean Donan Castle, eine der meist fotografierten Sehenswürtigkeiten Schottlanda, da diese restaurierte Burg in vielen Filmen, unter anderem in „Highlander – Es kann nur einen geben“ als Kulisse diente. Die Besichtigung war wirklich nett, vor allen die stilecht nachgebaute Küche, die mit den vielen Details beindruckte.

Danach ging es weiter zu dem Ziel der nächsten vier Tage, der Isle of Skye. Nach einem kurzen Weg, fanden wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage. Einem – nunja – wie sagt man es freundlich – für Isle-of-Skye-Verhältnisse preiswerten und gutgelegenen Bed & Breakfast. Nach den letzten beiden Unterkünften eine eher bescheidene Unterkunft – aber da die Isle of Skye sehr begehrt ist und wir nicht zu viel für unsere erste Unterkunft hier ausgeben wollten, passt es. Wie heißt es in Amerika so schön: „You get what you pay for“. Und es gibt ein Bett und wie es aussieht  morgen auch ein Frühstück und dazu einen unverbauten Blick auf die Brücke zur Insel.

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Nach einem kleine Rundgang entschieden wir uns in dem Lokal, in dessen Hinterhof unsere Unterkunft liegt, zu essen. Das Essen war recht gut, und die Bedienung sehr nett. Leider wurde unser Mahl durch eine deutsche Familie, deren Kind eine absolute Katastrophe war, getrübt. Das Kind der schlecht erzogenen Eltern, rannte die ganze Zeit laut schreiend durch das Lokal, umfasste der armen Bedienung während sie lief, die Knie und war laufend am Nöhlen. Mal wieder ein absoluter Fremschämgrund.

Daraufhin beschlossen wir bald zu zahlen und verzogen uns in die Bar/das Pub, die ebenfalls zu dem Lokal gehört. Hier nur unter Einheimischen, genossen wir noch zufrieden einen letzten Absacker bevor wir uns wieder in der Abenddämmerung auf den Weg zu unserem bescheidenen Zimmer machten.

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Mal sehen was der Wetterbericht sagt. Wenn er wieder so daneben liegt wie heute (angesagt war den ganzen Tag Regen, in Wirklichkeit hatten wir neben ein paar Schauern auch immer wieder Sonnenschein), dann fahren wir morgen ein Stück die legendäre Westküste entlang. Wir werden sehen.

24.04.2018 Von Pitlochry zu Loch Ness

Nach einer wieder ruhigen, erholsamen Nacht nahmen wir ein wieder hervorragendes Frühstück in unserem B&B ein. Die Unterhaltung mit unseren schottischen Mitbewohnern war wieder lustig und nett und wir haben uns nur ungern voneinander verabschiedet. Auch von dem tollen B&B mit seiner netten Wirtin haben wir uns nicht gerne verabschiedet, gerne wären wir noch länger geblieben. Davon abgesehen gäbe es in Pitlochry noch einiges zu sehen, was wir gestern nicht geschafft haben. Insbesondere um die zwei Whisky-Destillerien tut es mir echt Leid!

Schon kurz nach dem Start erreichten wir unser erstes Zwischenziel Blair Castle. In diesem Schloss, dessen Besitzer in Südafrika lebt und nur einmal im Jahr zur Parade seiner Privatarmee (der einzigen, die heute noch in Europa existiert) anreist, gibt es so einiges zu sehen. Zuvor aber hat Ralf mir einige Schreie entlockt, indem er vom unteren Parkplatz, auf dem wir zuerst gestanden sind, zum Hauptparkplatz direkt beim Schloss gefahren ist. Nein, dieser nahe Straßengraben und dass auf „meiner Seite“ kein Lenkrad ist, ist nix für mich. Ich glaube, den Rest der Reise werde ich das Auto steuern, das ist besser für unser beider Nerven…

Im Schloss selbst hatten wir leider eine große französische Reisegruppe vor uns, die wir nur mit Mühe und vielen Pardons überholen konnten. Trotzdem war der Besuch lohnenswert, auch, weil wir hinterher noch ein echtes Mitglied der Privatarmee des Dukes bewundern konnten, der eine zeitlang dudelsackpfeifend im Schlosshof patroullierte. Auch die Gärten des Schlosses sind sehr sehenswert, auch wenn leider die große Blütenpracht aufgrund der frühen Jahreszeit noch nicht zu sehen ist.

Anschließend fuhren wir durch großartige Highland-Landschaften weiter Richtung Inverness. Das Wetter hat uns nicht enttäuscht – wir hatten den einen oder anderen kurzen Regenschauer. Überwiegend konnte sich aber tatsächlich die Sonne gegen die Wolken durchsetzen und Ralf konnte viele Fotos mit interessantem Himmel machen. Als positiv denkender Mensch versucht er mir ja immer die Himmel mit vielen Wolken schmackhaft zu machen, indem er mir erläutert, dass ein eintönig blauer Himmel auf Fotos sehr uninteressant und langweilig sei. So ganz hat seine Überzeugungsarbeit bei mir allerdings noch nicht gefruchtet.

Die nächste Station war das Highland Folk Museum in Kingussie. Dies ist ein liebevoll hergerichtetes, ausführliches Freilichtmuseum über die früheren Zeiten in den Highlands, hauptsächlich über die Zeiten des frühen bis mittleren letzten Jahrhunderts. Viele freiwillige Helfer erläuterten die ausgestellten Anwesen, was für mich nicht immer leicht zu verstehen war. Unsere Prüfung legten wir dann im Schulhaus ab, als wir in den Schulbänken Platz nehmen durften und mit alten Füllfederhaltern ein paar Schreibübungen absolvieren durften.

Der gelungene Besuch wurde mit einer Tasse Tee und einem Scone im angeschlossenen Café abgerundet, was ich leider absolut nicht empfehlen kann. Der Scone war trocken und sowohl Ralf und ich hatten nach dem „Genuss“ ein unangenehm pelziges Gefühl im Mund. Nein, das war leider nix!

Die letzte Etappe bis zu unserem B&B verlief problemlos und anhand der zugesandten Wegbeschreibung in Zusammenarbeit mit Tante Google konnten wir unser Ziel auch auf Anhieb finden. Das Haus liegt traumhaft ruhig mitten im Nichts, direkt an einem kleinen Loch. Zwei freundliche Irish Setter und eine Katze machten es mir natürlich umso sympathischer. Die Gänse sind seit ein paar unfreundichen Attacken auf die Gäste sicher hinter einem Zaun an einem großen Teich untergebracht und die Ziegen kamen begeistert angerannt als sie die neu angekommenen Gäste sahen. Die Zimmer und der gesamte Gastbereich waren auch hier wunderschön und die Gastgeberin, eine junge Frau ist auch wieder super nett und um das Wohl ihrer Gäste bemüht. Einzig, dass sie wirklich viel zu erzählen hatte (ich glaube, sie ist aufgrund der einsamen Lage ihres Zuhause froh um die Abwechslung, die ihre Gäste ihr bringen) war für mich etwas anstrengend.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten und einen kurzen Erkundungsspaziergang um das Haus herum gemacht hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Abendessen. Dieses nahmen wir im Dores Inn in Dores, dem einzigen Lokal in der näheren Umgebung ein. Nachdem ich auf dem Weg dorthin aufgrund einer massiven Hungerattacke nicht mehr besonders gut gelaunt war, schmeckten Fish & Chips besonders gut.

Und das ganz Besondere an dieser Location im kleinen Ort Dores ist: wir sind direkt am Ufer des Loch Ness! Auf den ersten Blick in der untergehenden Sonne ein sehr hübsches Stückchen Erde. Nessie haben wir zwar heute nicht gesehen, aber vielleicht haben wir ja morgen mehr Glück.

22.04.2018 Von Edinburgh nach Pitlochry

Fasane sind ganz schön doof – und ich bin’s auch. Das war das heutige Tagesmotto.

Heute machten wir uns auf unseren Roadtrip. Zu diesem Zweck durften wir unsere erste Unterkunft, deren winzige Zimmer und schlechtes Frühstück die Location nicht unbedingt empfehlenswert machen, verlassen. Angesichts dessen, dass die Haltestelle des Airlink 100-Busses, der direkt zum Flughafen fährt eben leider nicht direkt vor dem Hotel liegt, sondern einen Fußweg von einigen hundert Metern erforderte, hatten wir uns schon gestern Abend dazu entschlossen, wieder die Dienste eines Taxi in Anspruch zu nehmen.

Das war eine gute Wahl, denn so wurden wir mitsamt unserer schweren Taschen direkt bei der Mietwagenstation abgsetzt und das zu einem Mehrpreis von lediglich 3 Pfund gegenüber dem Bus. Da unsere Taschen jetzt doch größer waren als ursprünglich geplant, fragten wir nach einem Wagen mit großem Kofferraum in unserer gebuchten Klasse (untere Mittelklasse). Der ausgesprochen nette Sixt-Mitarbeiter überlegte kurz und überließ uns dann einen 3er BMW, für den wir lediglich den Aufpreis des Navis, also 100 Pfund für den gesamten Zeitraum zahlen mussten. Die Taschen passten hier locker in den Kofferraum, was uns natürlich gut gefallen hat. Aber das Auto war schon ziiiiemlich groß und jagte mir einen gehörigen Respekt ein. Die Mietwagenassistenten sahen die Sache allerdings locker. Ich sei doch über den „ÄIDIAIßI“ super vollkaskoversichert und alles kein Problem, ich müsse eigentlich nur den Schlüssel zurückbringen, alles andere sei egal …

Also einmal durchatmen und los ging’s. Mit viel Konzentration begann das Abenteuer Linksfahren. Was soll ich sagen? Ja, es ging wieder, aber es erfordert schon eine gehörige Portion Aufmerksamkeit und Mithilfe des Beifahrers. Zumindest heute, am ersten Tag, konnte ich auf keinen Fall fahren und navigieren gleichzeitig. Aber mit vereinten Kräften haben wir es dann doch geschafft.

Unser erster Stop war in Perth. Dieses Städtchen soll laut Reiseführer ganz interessant und teilweise schön sein. Naja – zumindest ein nettes Café (Eigentlich ein Blumenladen) haben wir aufgetan, in dem wir einen echten Kaffee tranken und dazu einen ersten Scone verzehrten, während draußen der erste Regenschauer in diesem Urlaub vorbeizog. Anschließend bummelten wir durch die Ortschaft, die wirklich nicht sonderlich sehenswert ist und trafen auf einen ganz interessanten Straßenmarkt mit internationalen Essenständen. Als erstes natürlich deutsche Bratwurst, präsentiert von zwei echten Ruhrpott-Jungs, die sich köstlich über Ralfs Scherz, die Bayern seien die Highländer Deutschlands, amüsierten.

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Anschließend verließen wir die A9, die ganz anders aussieht als die deutsche A9 und statteten dem kleinen Touristenort Dunkeld einen Besuch ab. Dieser hat uns mit seinen kleinen Geschäften und Lokalen, seiner historischen Kathedralen-Ruine und seinen weitläufigen Parks mit Baumsammlung wirklich gut gefallen. Nach einem kleinen Zwischenstopp in dem „Scottish Deli„, bei den man nicht nur wie in einem Tante Emma Laden ausgewählte hochwertiges Essen kaufen kann, sondern auch leckere Kleinigkeiten essen kann, machten wir uns auf unseren ersten Spaziergang in die wilde Natur. Leider hat mich das nicht davon abgehalten, über einen Stein zu stolpern und mir das Knie schmerzhaft zu verletzen. Immmerhin ist es dieses Mal nur das Knie und nicht Knie und Knöchel, wie vorletztes Jahr auf Kreta. Trotzdem war ich am Boden zerstört und sah die geplanten Wandertouren in den Highlands zerplatzen. Ich hoffe sehr, dass ich es mit Aspirin und einer Nacht Schlaf wieder einigermaßen heilen kann!

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Das B&B Roseburn, das wir nach diesem Unfall schließlich in Pitlochry erreichten, ist absolut entzückend. Es sieht so typisch aus, dass es fast schon wieder kitschig ist. Unser riesiges Zimmer ist ein Traum. Wunderhübsch eingerichtet mit geschmackvollen Möbeln und mit einem zentimeterdicken Teppichboden ausgelegt, einem herrlichen Ausblick und einem süßen Bad mit toller Badewanne, mit liebevoll hergerichteten Getränken und selbstgebackenen Lemon-Shortbreads und einer absolut netten und herzlichen Wirtin. Mein erster Gedanke: „Hier geh ich nie wieder weg“.

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Die Wirtin empfahl uns auf Nachfrage einige Lokale in der näheren Umgebung und wir entschieden uns für das Moulin Inn, einen typischen alten Inn mit angeschlossener Microbrewery. Der Fußweg über einen guten Kilometer hat meinem Knie zwar nicht geschmeckt, dafür war das Bier und das Essen sowie auch die Atmosphäre im Inn umso besser. Da alle Tische besetzt waren, wurden wir von einem englischen Paar an den Tisch gebeten und hatten eine nette Unterhaltung. Lustig war, dass sie in England in der Region wohnen, in der einige Rosamunde-Pilcher-Filme gedreht wurden. Sie erzählten, dass es viele deutsche Gäste gäbe, die diese Orte besuchen würden und fragten, wer oder was Rosamunde Pilcher wäre. Sehr lustig. Unsere bisherigen Begegnungen auf dieser Reise waren sowieso alle sehr positiv. Die Menschen hier sind offen und uns Fremden gegenüber ausgesprochen freundlich und nett. Ralf war heute mutig und traute sich Haggies zu bestellen. Haggies sind Schafsinnereien, kleingematscht und in einem Schafsmagen gekocht. Sieht schon sehr gewöhnungsbedürftig aus, aber Ralf hat’s geschmeckt und er hat den Teller leer gegegessen.

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Und wieso sind außer mir auch noch die Fasane doof? Weil ich heute unzählige Fasane (ausschließlich männliche) entlang der Straßen gesehen habe. Teilweise lebendig, aber in der Regel leider tot. Offenbar halten diese bunten Hühnervögel sich mit Vorliebe entlang oder auf den Straßen auf, was sie sehr, sehr oft mit dem Leben bezahlen müssen. Doof also.