8. Tag: 7.5. Santa Fe

Die Kinder der Familie im Zimmer nebenan hatten letzte Nacht gut geschlafen. Schön, denn damit konnten auch wir recht gut schlafen. Leider war die Nacht ziemlich kalt, so dass ich etwas frieren musste. Die dünnen Decken in amerikanischen Motels sind halt nicht für kalte Frühlingsnächte gemacht. Allerdings sind wir dann nach dem Aufstehen auf die Idee gekommen, dass man ja mittels der Klimaanlage vielleicht auch heizen kann. Ja, man kann! Juchhu, die nächste Nacht wird weniger frostig.

Nach dem Duschen machen wir uns heute direkt auf den Weg in die Stadt. Santa Fe verspricht ja doch einige Sehenswürdigkeiten, die wir in Ruhe genießen wollen. Auch das Wetter verspricht einen schönen Tag, es ist sonnig und klar, wenn auch etwas kühl, Aber wenn man bedenkt, dass Santa Fe als höchstgelegene Hauptstadt eines US-Bundesstaates auf 2100 Metern Höhe liegt, verwundert das nicht weiter.

Wir finden nach nur kurzer Suche einen großen öffentlichen Parkplatz und stellen dort unser Auto ab. Mit einem Dollar pro halber Stunde ist das zwar ein teures Vergnügen, aber was will man machen? Unser Weg Richtung Plaza führt uns an der Kathedrale San Francesco vorbei. Als Schutzpatron der Stadt ist Franz von Assisi überall in der Stadt zu finden. Eine schöne katholische Kirche mit einem Taufbrunnen mit fließendem Wasser im Innenraum. Das Hauptschiff ist europäisch geprägt, eine kleine Seitenkapelle ist als ältester Teil der Kirche mexikanisch geprägt. Vor der Kirche ist neben einer Statue des heiligen Franziskus auch eine Statue einer Indianerin zu sehen. Ein schöner Berührungspunkt zweier Religionen.

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Anschließend schlendern wir durch die Straßen rund um die Plaza. Wir bewundern die vielen Geschäfte mit ihrem Schmuck, Kleidern, Lederwaren und natürlich Kunst. Kunst, Kunst und nochmals Kunst. Santa Fe ist inzwischen ja hauptsächlich als Künstlerstadt mit unzähligen Galerien bekannt, was wir wirklich bestätigen können.

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Dann schauen wir uns natürlich auch die berühmte Treppe in der Loretto-Kapelle an. Technische Meisterleistung oder doch ein Wunder? Für uns als Laien wirkt die Treppe wirklich, als könne sie eigentlich gar nicht stabil sein. Aber dass sie vom heiligen Josef persönlich gebaut wurde, nachdem die Schwestern 9 Tage lang gebetet hatten, weil sie beim Bau der Kapelle vergessen hatten, eine Treppe zu Empore zu bauen und die örtlichen Handwerker meinten, das wäre unmöglich, glaube ich dann doch eher nicht… Auch die Mission San Miguel schauen wir uns an, das älteste Haus der USA und die Canyon Road, in der sich ebenfalls viele Galerien angesiedelt haben.

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Zwischendurch müssen wir uns natürlich stärken mit Kaffee und Gebäck bei Starbucks, einem regionalen Imbiss von einem Stand, den wir auf einer Bank im Sonnenschein auf der Plaza verzehren und letztlich einem Crepe mit Erdbeeren. Trotzdem sind wir nach einigen Stunden platt. Dies umso mehr, als sich bei Ralf eine Erkältung immer mehr bemerkbar macht. Oh nein, hoffentlich kein Männerschnupfen, sondern nur eine Verkühlung wegen der allgegenwärtigen Klimaanlagen!

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Wir entschließen uns, den Turquoise Trail, der entlang einer alten Handelsstraße Richtung Albuquerque verläuft, und sich heute Scenic Byway nennt, nach Madrid zu fahren. Eine gute Entscheidung! Wunderschöne Landschaften und ein herzallerliebstes Künstlerstädtchen begeistern uns beide. Madrid war schon, wie so viele andere Ortschaften in dieser Gegend, verlassen, wurde dann aber von einer alternativen Künstlerszene wieder zum Leben erweckt und ist wirklich sehenswert mit seinen bunten Häuschen und seinen originellen Kunstobjekten.

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Irgendwann machen wir uns dann aber doch auf den Heimweg. Um Ralfs Erkältung zu bekämpfen, besuchen wir noch einen riesigen Walmart mit seiner Apothekenecke, grübeln über der Auswahl der Medikamente und entscheiden uns dann für eine kleine Auswahl. Hoffentlich bekommt er damit die Symptome in den Griff. Es wäre ja doch zu schade, wenn er die nächsten Tage durch Husten und Schnupfen eingeschränkt wäre.

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Das Abendessen nehmen wir im mexikanischen Lokal „Jalapeno“ ein, das direkt vor unserer Moteltür liegt. Es ist noch neu an diesem Ort und deshalb recht leer. Wir entscheiden uns für All you can eat-Tacos. Nachdem wir keine so geübten TexMex-Esser sind, berät uns der Kellner sehr bemüht und erklärt uns, welche Auswahl es gibt und was wir beachten müssen. Wir sind unübersehbar eine Attraktion und es macht Spaß, dort zu essen (auch wenn wir natürlich ein bisschen übers Ohr gehauen werden und die Softdrinks, die „zum dem Essen dazugehören“, natürlich nicht im Preis inbegriffen sind…).

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