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01.05.2018 Über Loch Lomond nach Callander

Langsam heißt es Abschied nehmen von Schottland. Heute sind wir unterwegs zu unseren letzten „richtigen“ Ziel unseres Roadtripps bevor es morgen zurück nach Edingburgh geht. Die letzten drei Tage Sonnenschein ohne Regen haben uns etwas verwöhnt, so dass wir das für heute angesagte Wolken-Regen-Wetter mit gemischten Gefühlen erwarteten.

Nach einem etwas lauten Morgen durch das benachbart untergebrachte chinesische Pärchen, gab es noch ein kurzes Frühstück, diesmal zusammen mit einem italienisch-französischen Paar, das in Brüssel lebt. Danach verabschiedeten wir uns herzlich von unserer Gastgeberin Claire. Es war schon lustig mit den Bed and Breakfast Übernachtungen in diesem Urlaub. Von professionell gastfreundlich wie im Roseburn in unserem ersten B&B über schlicht und einfach wie in den ersten beiden Nächten auf Skye bishin zum familär eingebundenen wie jetzt im Levante war alles vertreten. Ich glaube, wenn wir noch 2 Nächte länger im Levante geblieben wären, wären wir adoptiert worden. 🙂

Trotzdem mussten wir los und so fuhren wir noch einmal über das diesmal wolkenverhangene Glen Coe über das Rannoch Moor in Richtung Glasgow um das Loch Lom, ond zu besuchen. Immerhin ist das Schottlands größter See und auch der Titel eines der berühmtes Lieder der schottischen Folkrock-Band Runrig. Wir machten ein paar Fotostopps entlang der Strecke aber bei dem Wetter kam, sonnenverwöhnt wie wir waren, keine richtige Stimmung auf größere Strecken zu spazieren.

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Unsere Reiseführer empfahlen einen Stopp in der kleinen Ortschaft Luss, das wir dann ansteuerten. Das Wetter war noch trocken, so dass wir mutig ein Parkticket für 2 Stunden zogen und einige Runden durch den wirklich sehenswerten kleinen Ort drehten. Da der Hunger ein wenig nagte, gönnten wir uns im Café des Luss General Stores frisch geräucherten Lachs. So einen leckeren Lachs hatten wir noch nie gegessen. Zusätzlich gab es dort das leckerste Brot unserer Reise, so richtig mit Geschmack und Kruste Also, wer dort mal in der Gegend ist unbedingt den Lachs aus dem Luss Smokehose probieren. Der ist jeden Pence wert.

Da der angekündigte Dauerregen anssetzte, machten wir uns dann sobald auf den Weg zu unserem Tagesziel für heute, die kleine Ortschaft Callander. Unterwegs stellten wir fest, dass nach den aufregenden Highlands, die Landschaft doch relativ eintönig grün war Das änderte sich, als wir langsam wieder gen Norden in Richtung Callander fuhren.

Dort angekommen, machten wir anstatt der eigentlich vor der Reise geplanten kleinen Wanderung durch den in der Nähe gelegenen Nationalpark einen kleinen Bummel durch das sehenswerte Örtchen, aßen einen leckeren Scone in einem netten Café und überfielen auch noch einen Süßigkeitenladen.

Dann war endlich die Zeit für den Checkin in unserem heutigen B&B „The Knowe Guest House„. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und uns war schon nach dem ersten Schritten in das Haus sicher, dass wir mal wieder einen guten Griff gemacht haben. Ein junges, sehr engagiertes Paar führte uns durch die Räumlichkeiten zu unserem geräumigen Zimmer und erklärten uns alles. Wir haben ein Fenster zum Garten und die Gastgeberin erklärte uns, dass wir von unsere Fenster aus mit etwas Glück Rehe und die immer seltener werdendern roten Eichhörnchen sehen könnten.

Da sich nur ein Fasan blicken ließ, machten wir uns dann am Abend nochmals auf den Weg in den Ort zum Riverside Inn, um in dem gemütlichen Pub einen sehr leckeren Burger zu essen. Durch den Regen ging es dann zurück zum B&B. Unterwegs begegneten wir noch ein paar Kindern, die mehr oder weniger glücklich durch den Regen ein Lauftrainig absolvieren mussten.

Morgen geht es dann auf den letzten Teil unserer Reise: Einen kleinen Abstecher durch Stirling, bevor es dann zu unserem 08/15-Ibis-Hotel in der Nähe zum Flughafen geht.

30.04.2018 Glen Coe und Glenfinnan Viadukt

Heute hatten wir ein international besetztes Frühstück. Unser B&B ist sehr familiär und die Gäste frühstücken gemeinsam am Familientisch. Zuerst trafen wir ein deutsch-spanisches Pärchen, das bedauerte, heute nicht den Ben Nevis besteigen zu können, da dies aufgrund der Eis- und Schneesituation oben nicht möglich sei. Ja, Schottland hatte dieses Jahr einen langen, harten Winter. Das hatten wir bereits von mehreren Seiten gehört und das sieht man den Bergen hier im Gebiet auch an.

Anschließend gesellte sich ein französisches Pärchen an den Tisch. Auch hier kam es zu einer netten Unterhaltung, da die beiden heute auf die Isle of Skye weiterreisen wollten und nach unseren Erfahrungen gefragt hatten.

Auf unserem heutigen Plan stand das Glen Coe und natürlich das Glenfinnan Viadukt mit dem berühmten „Hogwarts Express“.

Auf dem Weg machten wir einen kurzen Zwischestop bei dem kleinem Örtchen Ballachulish für einen kleinen Rundweg am am Loch Leven. Besonders spannend ist hier ein kleiner Friedhof, der auf eine Inse ausgelagert wurde.

Weiter gings mit einen kleinen Umweg (Ralf als Navigator meint ja das wäre beabsichtigt gewesen) nach Kinlochleven den Loch Leven entlang bevor wir dann das Glen Coe erreichten.

Das Glen Coe ist ein wunderschönes, beeindruckendes Tag mit einer leider grausigen Geschichte, denn hier fand im Jahr 1692 ein derart blutiges Massaker statt, dass es glatt in der Serie „Game of Thrones“ Vorbild war. Der Clanchef der Mac Donalds of Glen Coe hatte einen Treuschwur etwas zu spät abgegeben. Deshalb ordnete der neue König an, dass der Clan vernichtet werden musste. Zu diesem Zweck marschierte Captain Robert Campbell of Glenlyon mit 120 Clansmen nach Glen Coe und gab vor, dort Quartier zu suchen, was ihm natürlich auch gewährt wurde. Fast zwei Wochen ließen sich die Campbells dort aushalten, zechten in der Nacht zum 13. Februar 1692 noch miteiander um massakrierten um 5 Uhr morgens den kompletten Clan einschließlich aller Frauen und Kinder. Aufgrund dieser schlimmen Tat (für die Schotten war daran fast noch der Missbrauch der Gastfreundschaft das schockierenste) ist heute noch der Name Campbell in Schottland nicht sehr beliebt.

Die Überreste des Glen Coe Village, wo das Massager stattfand

Trotzdem ist das Tal unglaublich schön. Wir machten ein paar kürzere Wanderungen und fuhren einige Parkplätze an, an denen wir die Aussicht genossen und Fotos schossen.

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Schließlich kamen wir zum Rannoch Moor, das wir bereits von Pitlochry an der Rannoch Station besucht hatten und das wir heute bei bestem Wetter von der anderen Seite sahen.

Da wir den zweiten heutigen Programmpunkt, das Glenfinnan Viadukt mit dem Zug darauf sehen wollten, mussten wir dann wenden und uns auf den Weg dorthin machen.

Vor ungefähr 2 Monaten hatte ich versucht, Karten für eine Fahrt mit dem Jacobite Steam Train, dem „Harry-Potter-Zug“ zu ergattern, was mir leider nicht gelungen war. Die Plätze sind monatelang im voraus ausgebucht und nur mit viel Glück kann man vor Ort einen Restplatz bekommen. Das wollten wir uns nicht antun und stattdessen nur das Viadukt mit dem Zug darauf anschauen und fotografieren. Auf diese Idee kommen natürlich außer uns sehr viele Menschen und so war es nicht sehr leicht, einen Parkplatz zu finden, obwohl wir bereits um kurz nach 14 Uhr dort waren, bei einer geschätzten Durchfahrtszeit von 15 Uhr.

Zunächst erstiegen wir den Hügel beim Visitor Center, an dem ein View Point angezeigt war. Von hier oben hatte man das Viadukt zwar im Blick, jedoch nur aus weiter Ferne. Deshalb wählten wir, wie viele andere auch den Weg über ein Wiesengelände und suchten den perfekten Platz für ein tolles Foto.

Um ganz bestimmt ein gutes Ergebnis zu erhalten, wählten wir sogar unterschiedliche Plätze.Mit uns warteten noch einige Menschen mehr auf die Gelegenheit für ein Foto des Hogward Express.  Der Zug ließ lange auf sich warten und das Ereignis war natürlich auch schnell vorbei, denn das Viadukt ist ja nicht so sehr lang, aber es war trotzdem ein schönes Erlebnis. Leider hat mein Smartphone, mit dem ich die Fahrt filmen wollte, seine Arbeit nicht gemacht und so gibt es leider kein Video.

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Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft machten wir noch einen kurzen Abstecher zu Neptune’s Staircase, erneut eine Schleusenanlage. Hier werden jedoch die Boote und Schiffe über 8 Stufen angehoben und abgesenkt. Auch das war interessant anzuschauen und außerdem konnten wir endlich eine Kleinigkeit essen.

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Danach hatten wir für heute genug erlebt. Bei immer noch strahlendem Sonnenschein fuhren wir zu unserer Unterkunft zurück, wo wir nach einem kleinen Plausch mit unserer Gastgeberin, die genauso wie wir von der ungewöhnlich langen sonnigen Periode begeistert war, den Tag gemütlich ausklingen ließen.

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