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21. Tag: 20.5. Las Vegas

Heute ist der letzte wirkliche Urlaubstag unserer Reise. Morgen früh heißt es gegen 4:00 morgens auf den Beinen zu sein, damit wir rechtzeitig um 7:00 unseren Flieger nach Atlanta bekommen, von wo aus es dann nach München zurück geht.

Schade eigentlich – aber irgendwie freuen wir uns auch wieder auf zu Hause mit dem gewohnten Bett, der gewohnten Sprache und unserem Umfeld, dass zu uns gehört.

Aber heute haben wir erst einmal noch den Trubel von Las Vegas auf uns einwirken lassen. Wobei – zuerst einmal haben wir so richtig schön gemütlich ausgeschlafen. Wir hatten ja von gestern noch den Buffet-Gutschein und haben beschlossen heute nach Paris zu gehen und dort entspannt das Frühstücksbüffet zu plündern. Also ab in das Nachbarhotel „Paris“ und dort zum Eingang des Buffets. Nach einem kurzem Anstehen am Eingang bekamen wir einen netten Platz mitten in einem Pariser Innenhof zugewiesen an dem wir es uns dann mit einem gemischten amerikanisch-französischen Frühstück haben gut gehen lassen.

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Anschließend bummelten wir noch kurz durch die künstliche Welt von Paris und holten kurz auf unserem Zimmer noch ein wenig Luft bevor es wieder raus ging in die Welt.

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Diesmal schauten wir uns nochmal das Bellagio an, das Hotel in dem wir bei unserer ersten USA-Reise Las Vegas kennengelernt haben. Der sonst so liebevoll hergerichtete Garten war diesmal leider wegen Umbau gesperrt und so zogen wir bald weiter in das berühmte Cesars, eines der bekanntesten Themenhotels Las Vegas. Dort schnupperten wir ein wenig die Luft des künstlichen Roms bis wir den Strip weiter in Richtung Norden erbummelten.

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Beim Venetian bummelten wir durch den Markusplatz, schauten den Gondolieren bei ihrer Arbeit zu und lauschten einer italienischen Oper mitten auf dem von einem künstlichen Himmel bedeckten Platz bis wir wieder langsam Richtung unserem Hotel zurück schlenderten. Vorher kauften wir noch bei Wallgreens Taschentücher für Jutta und Bier für mich ein. (Warum haben eigentlich unsere Apotheken kein Bier im Angebot?)

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Nach dem ich die ersten Fotos sortiert hatte und Jutta in der Zwischenzeit die Beine hoch gelegen hatte ging es weiter. Wir wollten unseren 24-Stunden-Gutschein mit einem vorzeitigen Abendessen um 16:00 nutzen und beschlossen aufgrund der guten Erfahrungen des Morgens, wieder in Paris zu speisen.

Wir wurden nicht enttäuscht. Die Auswahl war wieder hervorragend und satt und zufrieden machten wir uns auf zur letzten Runde durch Las Vegas.

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Über New York New York ging es zum mittelalterlichen Excalibur, von wo aus wir die Tram nach Luxor namen. (Klingt klasse – eine Weltreise an einem Nachmittag – das hat man nicht täglich 🙂 )

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Dort ließen wir uns noch ein wenig treiben um dann wieder zurück in unser Hotel zu spazieren. Unterwegs stellten wir fest, dass es wohl eine gute Geschäftsidee wäre, in Las Vegas Räume der Stille zu vermieten. Überall wo man hingeht klimpern entweder die Glücksspielautomaten oder es ist lautes Stimmengewirr oder es spielt (wenn man Glück hat nur eine) Musik. Immer und überall ist etwas los. Zum einen macht es zwar die Atmosphäre dieser Stadt aus aber andererseits ist es auf Dauer doch ziemlich anstrengend.

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Zum Abschluss ging es noch in das Casino unseres Hotels in der Hoffnung die Reisekosten zurück zu gewinnen. Ganz hat es diesmal nicht geklappt, aber es gab zumindest 2 kostenlose Margarita und ich habe aus meinem Automaten 43 Dollar rausgeholt. Man soll ja auch mit kleinen Dingen dankbar sein.

Etwas ist uns bei diesem Las Vegas Aufenthalt übrigens besonders aufgefallen: halb Las Vegas scheint diesmal in Wartungs- und Umbauarbeiten zu sein. Erstaunlich viele Rolltreppen gingen nicht, viele Hotelteile sind von Planen bedeckt und auch viele Läden in den Hotels sind momentan geschlossen. Ob Las Vegas sich gerade anfängt aufzulösen oder ob es die Vorbereitungen auf die Ende Mai startende Ferienzeit in den USA sind, bleibt für uns leider offen. Aber auffällig war es schon.

So, jetzt noch ein wenig entspannen und die Taschen für morgen früh vorbereiten und dann heißt es wieder zurück nach good old germany.

 

20. Tag: 19.5. Fahrt nach Las Vegas

Heute ist es mal wieder soweit: Die letzte Station wurde angefahren. Und wie es bei uns inzwischen bei einer Südwestreise Tradition ist, ist es das verrückte und liebenswerte Las Vegas, das von allen nur das Beste will: Nämlich unser Geld. 🙂
Aber ich fange wohl besser von vorne an. Die Nacht war relativ ruhig, da unser Nachbarzimmer diesmal leer war. Wir wachten ausgeruht aus und beschlossen diesmal auf das Motelfrühstück zu verzichten und in St. Georg (die nächste richtige Stadt) noch ein letztes mal bei Denny’s einzukehren. Die Koffer hatten wir schon am Abend vorher für den Flug gewichtsmäßig gepackt, so dass der Aufbruch direkt nach dem Bad erfolgen konnte.

Knapp 20 km weiter war St. Georg erreicht. Bisher kannten wir die Stadt nur vom Vorbeifahren auf der I15 in Richtung Las Vegas. Diesmal machten wir dort das erste Mal einen Stop. Das Denny’s war ziemlich voll und wir mussten ein wenig auf unser Essen warten. Aber es war noch einmal ein klassisches amerikanisches Frühstück mit allem was dazu gehört: Rührei, Hashbrowns (eine Art Bratkartoffeln), Toast und natürlich Pancakes mit Sirup.

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So gestärkt machten wir uns auf den weiteren Weg. Da in Nevada die Uhr eine Stunde um die Utah-Zeit zurück gestgellt wird und da wir so früh unterwegs waren und das Check In im Hotel in Las Vegas erst gegen späten Mittag funktioniert, beschlossen wir, dass wir noch einen Abstecher in den Valley of Fire Statepark machen. Nach einigen (relativ langweiligen, da die Strecke schon ein paar mal gefahren) Meilen kam die Abfahrt zum Statepark. Zunächst ging es durch einige kleinere Städtchen und dann kam die Abfahrt. Welche Freude: Die Straße war als Scenic Byway ausgeschildert. Das bedeutet in den Staaten immer eine besonders eindrucksvolle Landschaft.

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Die Einfahrt zum Statepark bewies dann auch, dass es so war. Aber zunächst mussten wir uns selbst eine Eintrittskarte ausstellen. Das funktioniert recht einfach: Man packt 10 Dollar in einen Umschlag, schreibt auf diesen und auch auf den angehängten Quittungszettel das Autokennzeichen und das Datum, trennt den Quittungszettel ab, wirft den Umschlag in einen Schlitz und legt die Quittung ins Auto.

Dann ging es los. Das wir die Wanderschuhe, die auf den Trails dort auf jeden Fall sinnvoll sind, nicht dabei hatten, war nicht weiter schlimm, da Jutta und ich immer noch erkältungsmäßig angeschlagen waren und es in der Mittagshitze auch keinen wirklichen Spaß macht in der Wüste unterwegs zu sein. So fuhren wir ein paar wirklich schöne Fotostopps ab und waren auch damit sehr zufrieden.

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Für denn Fall, das wir irgendwann mal dem Winter entfliehen wollen und ein Discounter Angebot „Las Vegas für 10 Tage“ in Anspruch nehmen, wissen wir aber, dass wir dann auf jeden Fall einen größeren Abstecher in diesen schönen Park machen werden.
Weiter gings Richtung „Sin City“ aber vorher meldete sich noch meine Blase, so dass wir an einem Casino mit angeschlossenen Feuerwerksverkauf in einem Indianerreservat Stop machten. Spannend so ein Little-Las-Vegas zu sehen. Die Automatenfläche war viel kleiner als in den großen Casinos in Las Vegas, aber auch hier saßen einige Spieler und starten auf die blinkenden Lichter.

Nach ca. einer weiteren Stunde Wüstenlandschaft wurde der Verkehr im stärker und dann tauchten die dunstigen Umrisse der großen Stadt auf. Es ist für mich immer wieder ein unglaublicher Anblick. Da fährt man Kilometer für Kilometer durch das Nichts und dann ist da auf einmal diese Stadt mit ihren vielen Hochhäusern und jedes dieser Hochhäuser ist ein Megahotel mit über 1000 Betten. Alleine das Wissen, dass diese riesige Stadt in spätestens 100 Jahren aufgrund des Wassermangels nicht mehr existieren kann und eine Geisterstadt sein wird, macht mir jedes mal eine neue Gänsehaut.

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Aber noch steht sie und wir waren bald mitten drin. Das Navigationsgerät führte uns – oh Wunder! – auf Anhieb in das richtige Parkhaus – und nachdem wir das Labyrinth durch die Spielautomaten überstanden hatten konnten wir tatsächlich schon einbuchen, obwohl wir 2 Stunden vor der offiziellen Zeit da waren.
Das Zimmer ist – für Motelverhältnisse – riesig und Jutta probierte gleich den überdimensionierten Sessel aus. 🙂

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Nach einer kurzen Ruhepause machten wir uns gleich auf den Strip um die erste Prise quirlige Las-Vegas-Atmosphäre zu gönnen. Einfach immer wieder aufregend – vor allen weil wir jedes mal, wenn wir nach vier Jahren Pause hier angelangt sind, wieder so viel geändert hat. Diesmal ist eine neue Fußgängerzone mit einem neuem Hotel und einen Riesenrad, das wir von unserem Fenster aus sehen können, entstanden.

Unser Hotel, das Balleys, wird auch gerade umgebaut und gegenüber stehen auch ein paar Baukräne. Diese Stadt erfindet sich immer wieder von neuen – einfach faszinierend.

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Danach gingen wir in das große Themenhotel „Planet Hollywood“. Jutta hatte im Internet heraus gefunden, dass man bei den dem „Cesar Palace“ angeschlossenen Hotels, für 59 Doller ein 24-Stunden Zugang zu den jeweiligen Buffets kaufen kann. Bei drei – vier Mahlzeiten hat man das Geld schnell wieder drinnen und so bekamen wir auch ein entsprechendes „All Inclusive Armband“, dass uns bereichtigt uns noch einmal so richtig schön (und lecker, da immer frisch zubereitet), den Bauch voll zu schlagen.

Gesättigt gönnten wir uns an der Bar noch eine Magaritha. Immerhin stand auf unseren Beleg, dass wir dort für den Preis von einem Cocktail, zwei bestellen können. Der Barkeeper fragte mich woher ich komme, und als ich meinte aus „Germany“ sprach er gleich auf Deutsch: „Wie geht’s“ und wir plauderten noch eine Runde.

Danach ging es zurück ins Hotel, wo Jutta noch einmal ein wenig Kraft tanken will, bevor wir uns nachher noch einmal zu einer Runde auf den nächtlichen Strip machen.

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Was wir dort erlebt haben, gibt es dann entweder morgen oder spätestens nach unserem Rückflug zum nachlesen. 🙂

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21. Tag: Las Vegas Fremont Street und Heimflug

Jetzt sitzen Jutta und ich im Flieger nach Philadelphia. So schnell kann es gehen und 3 Wochen Reise rund durch den Südwesten der USA gehen zu Ende.

Gestern hatten wir dann noch, nachdem wir schon beide Taschen gepackt hatten, wie geplant einen Ausflug nach Downtown Las Vegas, in den ursprünglichen Innenstadtbereich, der bis zur Eröffnung der großen Hotels das eigentliche glitzernde Las Vegas war unternommen. Nachdem wir den Fehler gemacht haben unserem Navi zu vertrauen ohne vorher auf die Karte zu schauen, hatten wir zunächst einen abenteuerlichen Umweg über die Autobahn gemacht, der uns durch einige nette Baustellen geführt hat. Hätten wir unseren Instinkt vertraut, dann wären wir einfach zunächst den Strip weiter gefolgt um dann weit hinter dem Stratosphere erst abzubiegen. Nun ja, selbst schuld, wenn man zu sehr der Technik vertraut. 🙂

  Wir schafften es dann letztendlich doch und fanden auch auf Anhieb ein Parkhaus. Da wir nicht so genau wussten wo wir uns jetzt befinden, machte ich noch schnell ein paar Bilder der Straßenschilder und wir gingen los. Eine Ecke weiter war es schon: Die berühmte Fremont Street. Vor vielen Jahren DAS Las Vegas und dann vor einigen Jahren schon fast dem Untergang geweiht. Aber nachdem die Hoteleigentümer der alten Innenstadt auf die Idee kamen einen großen Teil der Straße zu überdachen und dieses Dach mit einer LCD-Videoshow zu bestücken ist auch dieser alte Teil der Stadt wieder für viele Touristen interessant geworden. Bei Tageslicht betrachtet sah die Straße aber relativ langweilig aus, so dass wir uns bald in das berühmte Golden Nugget begaben. Dieses Casino war eines der ersten, das seinen Gästen nicht nur Glücksspiel und Übernachtung angeboten hatte. Es hatte als besondere Attraktion einen großen Goldklumpen ausgestellt, der Gäste anlocken sollte.

IMG_0851IMG_0852Das Hotel selbst war sehr hübsch altmodisch und da wir beide seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten suchten wir das Buffet, von dem ich schon im Internet gelesen hatte, dass es recht gut sein soll. Wir hatten uns zwar erst ein wenig geärgert nachdem eine große Gruppe erst die „Überholspur“ der Kasse genommen hatte und doch jeder einzeln zahlte, aber nachdem eine zweite Kasse geöffnet wurde bekamen wir dann bald einen Platz in dem recht hübsch altmodisch  aussehenden  Restaurant.

Das Essen selbst war wirklich gut und unser Kellner sorgte sich unaufdringlich und gut um uns und drängte auch nicht, wie wir es von anderen Gelegenheiten der Reise erlebt hatten zu einem schnellen Beendigen unserer Mahlzeit. Satt und zufrieden machten wir uns wieder auf den Weg nach draußen.

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Im Dunklen sah die Fremont Street ganz anders aus. Überall herrliche alte Glühbirnen und Neon-Beleuchtung. Viele Menschen, die meisten etwas älteren Semesters unterwegs, Straßenkünstler und ein mit Werbung beleuchtetes Dach. Wir schlenderten die Straße bis zum Ende der Bedachung und trauten uns dann auch ganz mutig noch ein wenig weiter in den nicht ganz so belebten Teil ohne schützendes buntes Dach. Hier machte ich noch einige Fotos und dann ging es zurück zum lebhaften Teil.  Jutta erfüllte mir dann auch endlich meinen Wunsch mich zwischen zwei leicht (sehr leicht) bekleideten Showgirls zu fotografieren. 🙂

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Wir lauschen noch einem Straßenmusikanten bis dieser meinte, dass er gleich aufhören muss, weil die Show gleich los geht. Wir eilten an das Ende der Fremont Street und schon ging es los. Zu Musik der Flowerpower-Zeit wurde eine wahnsinnig gute Ilumation auf dem gewölbten Dach gezeigt. Ich fotografierte und filmte erst was das Zeug hielt, hörte aber recht bald auf um mich ganz der Vorführung zu widmen. Als die Vorführung zu Ende war wollten wir dann eigentlich schon Richtung Heimathotel um uns noch 1-2 Longdrinks zu gönnen, blieben dann aber an einer Showbühne hängen in der eine Band von 4 Jungs und 4 (mit Bikini bekleideten) Mädels eine wirklich gute Show mit live gespielter Musik der 80er vorführten.

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Wir feierten mit unzähligen anderen Menschen mit und wenn man sich umsah, sah man fast überall strahlende Gesichter und tanzende Menschen. Eine ganz andere Stimmung als auf dem Strip mit den großen Hotels in denen sich die Menschenmassen immer nur in kleinen geschlossenen Gruppen von Hotelkomplex zu Hotelkomplex bewegen. Hier war Party pur angesagt und Jutta und ich feierten noch eine Stunde mit und sahen uns dann auch noch die zweite Lichtshow an, diesmal zur Musik von den Doors.

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Eines ist sicher, wenn wir in einigen Jahren mal wieder in Las Vegas landen sollten ist mindestens eine Nacht in Downtown Pflicht. Am besten mit einer Übernachtung im Golden Nugget, so wie wir es ursprünglich mal angedacht hatten.

Klüger geworden verliesen wir uns diesmal nicht mehr auf das Navi und fuhren den Las Vegas Boulevard direkt herunter und stellten unser Auto im Hotel ab. Dann ging es noch ein letztes Mal auf den Strip. Wir organsierten uns zwei Drinks und schlenderten zum Mirage um dort einen künstlichen Vulkanausbruch zu bewundern. Dann ging es zurück zur Bill Gambling Hall and Casino um dort wie geplant noch mal zu versuchen Millionär zu werden. Jutta verprasste ganze 6 Dollar im Automaten aber ich schaffte es mit einem Einsatz von 5 Dollar doch ganz 10 Dollar und 40 Cent aus dem Automaten zu holen.

Nach diesem Abenteuer ging es ins Bett. Immerhin war es schon fast Mitternacht um 5:00 sollte unser Wecker wieder gehen.

Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es dann zum Flughafen. Wieder mal versuchte unser Navi uns auf die Autobahn zu führen, aber wir wollten ihm nicht gehorchen und fuhren den Strip Richtung Süden, bis wir das erste Schild zum Airport fanden. Das Auto war dann schnell und problemlos abgegeben und nach einem Blitzfrühstück bei Starbucks und der Sicherheitskontrolle suchten wir uns am Terminal zwei Spielautomaten, die einen Jackpot von über einer Million versprachen. Die 10 Dollar von gestern wurden in den Automaten gesteckt und währen Jutta mal wieder von einer Pechsträhne verfolgt wurde und recht bald keinen Credit mehr hatte, schaffte ich es sogar mal kurzfristig auf über 50 Dollar. Aber nachdem unser Ziel „Unter einer Million geben wir uns nicht zufrieden“ war, spielten wir weiter um dann am Ende das Casino um 10 Dollar reicher gemacht zu haben.

Viel Zeit hatten wir ja auch nicht mehr, denn wir mussten schon bald zum Boarding. So konnten wir jetzt doch nicht auf First-class upgraden und sitzen jetzt in Reihe 14 in engen Sitzen um in das regnerische Philadelphia und dann von dort aus ins sonnige München zu fliegen.

„Nur noch“ 12 Stunden Flug und wir landen dann morgen früh in München. Glücklich und zufrieden ob der vielen schönen Erlebnisse.

Nachtrag Inzwischen sind wir heil gelandet. Auch der Anschlussflug ging ohne größere Zwischenfälle weiter. Da ich aber in Philadelphia auf die Schnelle keinen Internetanschluss bekommen habe, gibt es den Bericht leider erst jetzt.

18. bis 20. Tag Las Vegas

Wir sind fertig: 3 Tage Las Vegas – oder soll ich besser schreiben: 3 Tage und 2 Nächte? Egal diese Stadt ist und bleibt der Wahnsinn. Hier zeigt sich Amerika von seiner verückten und seiner gigantischen Seite, die einen einfach gefangennimmt. Etwas über 2 1/2 Wochen waren wir in der großartigen Natur unterwegs und jetzt sind wir in einem der modernen Weltwunder: Einer gigantischen künstlichen Welt mitten in einer öden, lebensfeindlichen Wüste. Aber hier in der Stadt, ist davon, außer der Hitze von 38 – 40 Grad im Schatten, nichts davon zu merken.

Wir wandern durch riesige Hotels wie den Caesars Palace, der von seiner Grundfläche her größer ist als unser Dorf in dem wir wohnen. Ein paar hundert Meter weiter schlendert man durch ein nachgebautes Paris mit künstlicheM Himmel, schräg gegenüber das luxuriöse Bellagio mit seinen riesigen Wasserspielen. In den Hotels selbst riesige Spielcasinos mit tausenden und abertausenden klimpernden, blinkenden, piepsenden Automaten, hunderten Roulette- und Würfeltischen. Dazu abertausende Menschen aller Nationen, Altersklassen und sozialen Schichten die hier sind um sich zu amüsieren, durch die Gegend wuseln, Drinks und Zigaretten in der Hand halten, schlendern, spielen, Spaß haben oder einfach nur noch müde sind ob der vielen Eindrücke – so wie momentan Jutta und ich.

Es ist faszinierend zu sehen, wie diese Glitzerwelt funktioniert. Heute waren wir sehr früh unterwegs um in Paris zu frühstücken (dem Hotel) und überall waren fleißige Hände dabei, zu schrubben, zu reparieren, Dinge herbei zu bringen um dafür zu sorgen, dass diese gigantische Scheinwelt funktioniert. Dazu gibt es aber auch die Gegensätze, die reale Armut, die sich durch Bettler und Straßenkünstler, die sich für einen Dollar Trinkgeld fotografieren lassen und dafür den ganzen heißen Tag in dicken Kostümen verschiedener Comic- und Computerspielhelden stecken. Dazwischen wieder herausgeputze Schönheiten und eine Unmenge typischer Touristen, die aussehen wie ich. (Shorts, Hemd, Kamera vor dem Bauch 🙂 )

Aber genug der langen Einleitung, was haben wir beiden die letzten Tage angestellt? Zunächst haben wir ein ruhige Nacht in unserem urigen Motel im gemütlichen Kanab verbracht. Während ich duschte holte Jutta den wohl scheußlichsten Kaffee unserer ganzen Reise aus der verwaisten Motellobby, der uns überzeugt möglichst schnell richtig zu frühstücken. Direkt neben unserem Motel war ein richtiges Restaurant, in dem wir uns nichts böses ahnend Pancakes und Ei bestellt haben. Eigentlich unser Standard-Frühstück in den Staaten. Als die Bestellung kam gingen uns die Augen auf: 3 riesige, fluffige Pfannkuchen bedeckt mit einer riesigen Menge Rührei. Dazu eine große Portion Bacon bei mir und ein riesiges, dickes Stück Ham bei Jutta. Dazu einen super leckeren Kaffee. Ja! Das war genau das worauf wir die ganze Zeit gewartet haben. (Anmerkung von Jutta: Die Portion habe ich tatsächlich NICHT geschafft, sondern nach etwa der Hälfte kapituliert.)

Das Lokal selbst war geschmückt mit lauter Souvenirs und Autogrammen verschiedener Filmstars, die in dem verträumten Kanab Western gedreht haben. Nicht umsonst hat dieser Ort den Namen Little Hollywood bekommen. Denn hier wurden neben den Rauchenden Colts auch noch zig andere Western gedreht. So machten wir uns dann nach dem Frühstück auch noch auf den Weg, das nette kleine Filmmuseum des Ortes zu besichtigen, in dem einige der Filmkulissen gerettet wurden.

DSC_2141 DSC_2113 DSC_2118 DSC_2136 DSC_2128Dann ging es in einer unspektakulären Reise von ca. 2 1/2 bis 3 Stunden nach Las Vegas. Schon aus der Ferne waren die ersten Hochhäuser der Hotels zu sehen und ehe wir es uns versahen waren wir im Großstadtrummel. Jutta schaffte es trotz meiner Navigationshilfe auf Anhieb in unser kleines Hotel mitten am Strip und wir bekamen auch das von mir bestellte Zimmer mit Stripview. Ein erster Blick aus dem Fenster ließ unsere Begeisterung wachsen: Blick auf die Wasserspiele des Bellagios und den Eifelturm vom Hotel Paris. Das Hotel selbst wirkt ansonsten so wie der Name „Bills Gambling Hall and Casino“ es andeutet. Es ist ein kleines Hotel mit nur 4 Etagen einem überschaubaren Casino und ohne große weitere Besonderheiten. Dafür ist es trotz seiner zentralen Lage preiswert und sauber. Das Zimmer selbst ist groß geraten und auf alten Stil getrimmt.DSC_2143 DSC_2151

DSC_2184 DSC_2189Nachdem wir die nähere Umgebung zu Fuß erobert haben und uns einen Frozen Magarita aus einem großem Plastikglas in Form eine Vase gegönnt haben (so wie wir es uns vor 4 Jahren gewünscht aber nicht getraut hatten) ging es dann müde ins Bett. Aber hier stellte sich der Nachteil des Stripviews heraus. Bis ca 2 Uhr ging es draußen heiß her. Es hupte ohne Unterlass, die Menschen riefen und lachten laut und es dauerte recht lang, bis wir Schlaf fanden. Montag früh machten wir uns dann auf in das hoffnungslos überfüllte Restaurant des Hotels, hatten aber Glück ganz vorne in der immer länger werdenden Warteschlange zu sein und bekamen trotz des Chaos von einer sichtlich überfordeten Serviererin dann ein schmackhaftes Frühstück serviert.

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Diesmal wollten wir den Strip nicht ganz zu Fuß erobern und kauften uns als erfahrene Las Vegas Touristen (immerhin unser dritter Besuch) erstmalig eine Tageskarte für die Monorail, die den gesamten Strip abfährt. Nach einem schier endlos langen Fußweg durch das Nachbarhotel Ballys gelangten wir dann auch zur Station und ließen uns dann den halben Tag lang durch Las Vegas fahren und besuchten die wichtigsten großen Hotels um festzustellen, dass sich in den letzten 4 Jahren nicht allzuviel verändert hat.

DSC_2273DSC_2206DSC_2154DSC_2448Da wir für abends schon eine Zaubershow vorbestellt hatten, holten wir dann im Hilton unsere reservierten Karten um dann zum Bellagio zu eilen um am dortigen Buffet unsere Mittags/abendration Kalorien abzuholen. Das Bellagio hat DAS Buffet Las Vegas und es gibt unter Eingeweihten den Trick kurz vor 16:00 Uhr den ermäßigten Lunch-Preis zu zahlen um dann ab 16:00 aus dem vollen Dinner-Programm auswählen zu können. Dumm nur, dass auch viele andere den Trick kannten und so waren wir zwar schon um 15:00 im Bellagio, schafften es aber aufgrund der langen Schlange gerade  noch um 15:50 Uhr zu bezahlen um so in den Genuß des preiswerten Essens zu kommen. Das Essen selbst war unschlagbar gut und ich kann es wirklich nur empfehlen. (Im Gegensatz zu dem Dinnerbuffet des Flamingos, das wir den Tag vorher hatten: Das machte satt aber war bei fast dem selben Preis von der Auswahl und insbesonders der Qualität her kein Vergleich)

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So gestärkt machten wir uns dann schick für den Abend und fuhren ins Hilton. Ab 18:30 Uhr sollte Einlass zur Zaubershow sein und wir waren gegen 18:40 Uhr da. Wurden aber nicht eingelassen ohne dass uns ein weiterer Grund genannt wurde. Wir sollten uns noch mal umsehen und dann gegen 19:00 Uhr wieder kommen. Wir schlenderten zur Bar und gönnnten uns mal wieder 2 Magaritas (unseren neuen Lieblingslongdrink) um dann endlich zur Show zu kommen.

Während wir auf unseren Plätzen auf den Begin der Show warteten kam auf einmal ein Mann auf den Platz hinter uns, fragte uns wie es uns so geht, wie wir heißen und wo wir denn herkämen um dann Jutta zu fragen ob sie bereit wäre bei der Show mitzuhelfen. Nachdem er versprach, dass sie nicht auf die Bühne muss erklärte sie sich bereit und bekam konspirativ per Händerdruck einen Ring überreicht, den sie sich anziehen soll. Der Rest käme dann während der Show.

Jutta wurde ganz aufgeregt, genoss aber sichtlich die vielen tollen Zauberkunststücke mit großen Augen. Steve Wyrick zersägte seine Assistentin, bezog immer wieder das Publikum mit in seine Show ein und verzauberte uns mit seinen Zauberreien. Irgendwann war dann Jutta dran. Nachdem Steve endlich verstanden hatte wie Jutta auszusprechen ist, musste sie ihren Ring wieder hergeben, der dann in einer Vase verschwand und dann an dem Finger einer Assistentin steckte, die aus dem Nichts heraus nur mit einem Bikini bekleidet in einem Aquarium auftauchte. Jutta bekam den Ring dann wieder zurück und wir hatten schon die Hoffnung, dass sie ihn behalten darf. Aber nachdem die Show dann mit einem spektakulären Trick, bei dem ein richtiger Düsenjet auf der Bühne auftauchte, zu Ende war, kam dann der Manager vom Anfang und wollte den Ring wieder zurück haben. Schade eigentlich. Das wäre ein nettes Souvenier gewesen, auch wenn der Ring vermutlich nichts Wert war. 🙂

Nach einem weiteren Abendspaziergang durch den mittleren Strip bei dem wir mit einem Magarita in der Hand noch die Wasserspiele des Bellagios betrachteten ging es dann müde aber glücklich wieder ins Hotel. Diesmal verlief die Nacht ruhiger und wir begannen den Tag mit dem oben erwähnten Frühstück mit echten Croissant in einem Straßencafé in Paris um dann im Anschluß durch Rom zu schlendern und uns in Mirage die weißen Tiger und Löwen von Siegfried und Roy anzusehen und zwei Delfinbabys bei seinen lustigen Spielen im Wasser zu beobachten.

DSC_2309IMG_0844DSC_2262 DSC_2343 DSC_2233 DSC_2239Jetzt sind wir im Hotel, erholen uns noch ein wenig. Packen dann für morgen zusammen und werden am Abend noch die Lichtspiele in der Fremont Street in Downtown Las Vegas ansehen.

Morgen heißt es dann um 6:00 das Hotel verlassen und zurück nach Hause. Und ganz ehrlich, so schön die letzten drei Wochen waren: Wir freuen uns auch wieder einen normalen Lebenstrott zu haben und nicht mehr aus dem Koffer zu leben. Das ist eigentlich immer das schöne am Urlaub: Man erlebt viel neues, kann unbekannte Eindrücke sammeln, merkt aber auch immer wieder, wie schön es ist ein Zuhause zu haben. 🙂

Anmerkung von Jutta: Und außerdem muss ich DRINGEND zum Frisör;-)

Unsere letzte Route:


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3. Tag: Von Las Vegas nach Death Valley

Auch heute weckt mich der Jetlag schon um 4 Uhr, nachdem er mich gestern um 22 Uhr gnadenlos in den Schlaf getrieben hatte. Naja, aber 4 Uhr geht ja gar nicht, also noch einmal weiter schlafen bis 6 Uhr. Dann ist aber wirklich Schluss. Also aufstehen, duschen und für die Weiterreise vorbereiten. Schließlich haben wir ja heute einiges vor.

Zuerst aber Frühstück! Nachdem wir gestern vom Brunch-Buffet im Stratosphere sehr angetan waren, wollen wir heute noch einmal dort Energie für den Tag laden. Also packen wir grob unsere Taschen für die Abreise und machen uns auf den langen Marsch durchs Casino Richtung Buffet. Obwohl es erst 7 Uhr morgens ist, ist das Casino gut gefüllt mit Spielern, die schon (oder noch?)am Spieltisch sitzen. Aber wir haben ja unser Ziel vor Augen und marschieren zügig hindurch. Vor dem Eingang zum Buffet bleiben wir allerdings hängen. Uns fällt ein, dass es Samstags und Sonntags im Stratosphere einen Champagner-Brunch gibt. Kostet 19,90 Dollar und damit 5 Dollar mehr als der normale Brunch. Hm, nö, wollen wir nicht. Schließlich müssen wir heute mit dem Auto unterwegs sein, da kommt Alkohol nicht so gut. Und einfach so 5 Dollar mehr ausgeben? Nö!

Also entschließen wir uns, dem im Haus ansässigen McDonalds einen Besuch abzustatten um dort unsere Premiere in Sachen Frühstück zu erleben. Wenn schon kein Brunch-Buffet, dann wenigstens etwas richtig Perverses …

Wir wählen beide ein „Big Breakfast“ und einen Kaffee und bekommen eine Styroporschale mit einem Rührei, einer Scheibe „Wurst“ (sah aus wie ein Hamburgerbratling, schmeckte aber, naja…), ein Rösti, ein „Brötchen“ und drei Pfannkuchen, Dazu diverse Schälchen und Tütchen u.a. mit Sirup, mit Marmelade, Salz und Pfeffer usw. Schmeckt sehr gewöhnungsbedürftig, wobei ich mich eigentlich daran gar nicht gewöhnen WILL. Aber wenigstens der Kaffee ist ziemlich gut. Auf jeden Fall besser als gestern, als ich den Kaffee ungetrunken zurückgeschickt hab, weil er gar so arg schlecht schmeckt.

Nach dem Frühstück erst einmal endgültiges Einpacken unserer Sachen, auschecken und dann gehts endlich los, raus aus der Stadt. Zuerst ist noch einiges los auf der Straße, aber bald schon ist kaum ein Auto zu sehen. Herrlich, ganz nach meinem Geschmack.

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Auf dem direkten Weg geht es Richtung Death Valley. Die Landschaft, die ja ab der Stadtgrenze von Las Vegas Wüste ist, wird felsiger und langsam wandelt sie sich zur charakteristischen Death-Valley-Landschaft, die man von Fotos kennt. Sehr beeindruckend!

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Wüstenspaziergang
Wüstenspaziergang

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Das Visitor-Center dieses Nationalparks befindet sich direkt bei der Furnace Creek Ranch. Wir kaufen unseren Annual Nationalparkpass und gehen versuchsweise in die Hotelrezeption, obwohl es erst 12 Uhr ist. Zu unserem Erstaunen bekommen wir schon jetzt unsere Schlüssel und können unser Zimmer  beziehen. Schön kühl ist es hier drinnen, denn draußen ist es verdammt heiß. Kurzes Verschnaufen mit Mittagspause, bei der wir unser Pfirsiche essen.

Unser Hotelzimmer
Unser Hotelzimmer
Umlaute sind in den Staaten in :-)
Umlaute sind in den Staaten in 🙂

Wir checken noch einmal kurz die Nationalparkkarten und entschließen uns, heute Richtung Norden zu Scotty’s Castle zu fahren. Dieses Gebäude mitten in der Wüste wurde in den 1930/40 er Jahren von einem Abenteurer zusammen mit seinem reichen Freund gebaut und sieht aus wie ein im spanischen Renaissancestil erbautes Schloss. Ein Parkranger führt die Gruppe durchs Gebäude und hat sichtlich Spaß an den eingebauten Spielereien.

Ein Schloss mitten in der Wüste
Ein Schloss mitten in der Wüste

Danach fahren wir noch zu einem alten Vulkankrater. Ein sehr beeindruckender  Ausblick, aber nachdem es so stürmisch ist, entschließen wir uns, nicht den am Kraterrand entlang führenden Trail zu gehen. Mal ganz davon abgesehen ist es immer noch sooo heiß.

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Daher fahren wir zurück Richtung Furnace Creek Ranch. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit  – es ist fast Sonnenuntergang – fahren wir noch zum Zabriskie Point. Dieser soll bei Sonnenunter- oder aufgang am schönsten sein. Ja, die Landschaft ringsum ist der Hammer! Aber die Sonne steht doch noch relativ weit oben am Himmel und daher dauert das, bis sie endlich untergeht. Zusammen mit vielen anderen beobachten wir das Schauspiel und bewundern die Farben an den Felsen, die sich ständig  verändern. Klasse!

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Zabriskie Point
Zabriskie Point

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Nachdem die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist, machen wir uns zurück auf den Weg Richtung Ranch. Insbesondere der Hunger ruft nicht zurück nach Hause Wir essen noch einmal einen Hamburger, kaufen uns im angeschlossenen Lade noch zwei Dosen Bier ein und dann wanken wir Richtung Zimmer.

Mein Fazit heute: Death Valley ist toll! Dieses Dahingleiten durch die weite Landschaft lässt mich total runter kommen. Urlaub!

Death Valley ist verdammt heiß! Insbesondere in den niedrigen Regionen, die ja unterhalb des Meeresspiegel liegen, steigt die Temperatur auf fast unerträgliche Werte an. Nach Sonnenuntergang haben wir den höchsten Wert bei 116 Grad Fahrenheit gemessen. Keine Ahnung, wieviel das in Celsius sind, aber es ist richtig, richtig heiß. Körperliche Anstrengungen fallen bei diesen Werten komplett flach.

Und jetzt bin ich schon wieder so müde. Der Jetlag hat mich leider noch immer voll im  Griff. Oder vielleicht auch die Hitze. Oder die herannahende Erkältung, die ich aber nach Kräften ignoriere und damit bekämpfe. 🙂 Man wird sehen.

1. und 2. Tag: Anreise und Las Vegas

Unser Urlaub beginnt erwartungsgemäß hektisch. Irgendwie kriegen wir es jedes Mal hin, dass wir eben NICHT entspannt starten, sondern zum Ende hin wird es IMMER hektisch. Dieses Mal ist die Hektik leider durch meine Schuld verursacht. Habe ich doch versäumt, rechtzeitig mittels Routenplaner zu checken, wie lange die Fahrt zum Parkplatz, auf dem unser Auto auf uns warten soll, dauert. Als ich es dann schließlich doch tue, müssen wir SOFORT los, denn nach Freising fährt man tatsächlich eine ganze Stunde von uns aus. Also Gas geben. Die Fahrt verläuft dann jedoch völlig problemlos und so kommen wir pünktlich am Parkplatz an. Blöd ist nur, dass ich nicht wie sonst sowohl Haus als auch Gepäck einem letzten Check unterziehen konnte und so bleibt ein etwas komisches Gefühl, ob ich an alles gedacht habe. Aber wird schon werden.
Angekommen am Parkplatz werden wir sogleich in Empfang genommen und die Formalitäten werden erledigt. Ralf packt zusammen mit dem Parkplatzbetreiber das Gepäck in das Shuttlefahrzeug, während ich drinnen warten darf, weil es doch sehr kühl draußen ist. Anschließend telefoniert unser Fahrer mit den eigentlich wohl eingeplanten Mitreisenden zum Flughafen. Die stecken aber noch im Stau (uaaahh, das kann also auch passieren – was hatten wir doch ein Glück!) und so kommen wir in den Genuss einer „Extratour“.

Schnell sind wir am Flughafen, pünktlich zur gewünschten Zeit 3 Stunden vor Abflug, also 9.15 Uhr. Natürlich ist der US Airways-Schalter noch nicht geöffnet, dafür gibts schon eine ordentliche Schlange, an die wir uns brav hinten anstellen. Man hört schon die ersten amerikanischen Sprachfetzen und so langsam kann ich mich entspannen nach der Hektik der Abreise.

Der Angestellte der „Vorprüfung“ kontrolliert unsere Reiseunterlagen und Dokumente. Nach ESTA werden wir gefragt und natürlich danach, WER das Reisegepäck gepackt hat, WO es gepackt wurde, WO es in der Zwischenzeit war und WER es in der Hand hatte. Nach diesen Formalitäten dürfen wir weiter zu den eigentlichen Check-In-Schaltern. Dort geht es auch nicht so zügig weiter wie gedacht. Grund ist eine Maßnahme zur Beschleunigung des Check-In-Prozesses in Gestalt einer Automaten, der anhand vieler zu machender Angaben sowie durchzuführender Scans von Barcodes (was natürlich nicht funktionierte) und mehrer Versuche, die Reisepässe durch einen Leser durchzuziehen die APIS-Daten erfasst. Das ist eine weitere Einreiseformalität neben ESTA, die man normalerweise bequem nach althergebrachter Weise mittels eines ausgefüllten Formulares, das dann von der Fluggesellschaft weitergeleitet wird, durchführen kann. Natürlich hatte Ralf diese Formulare ordentlich ausgefüllt und den Ausdruck mitgenommen. Tja, leider verloren, die US Airways vereinfacht ihre Prozesse und lässt die Passagiere hiflos mit Automaten kämpfen. Klar, dass es so zu ordentlichen Staus am Schalter kommt.

Trotzdem gelingt es uns schließlich doch, in den Besitz unserer Bordkarten zu kommen und frohgemut machen wir uns nach einem letzten Kaffee auf den Weg durch die Pass- und Sicherheitskontrolle.

Normalerweise ist Ralf immer ein Problemfall bei der Sicherheitskontrolle. Er hat immer so viel Elektrozeugs dabei und trägt metallische Gegenstände mit sich rum, dass die Kontrollmitarbeiter ordentlich was zu tun haben. Dieses Mal geht es aber ruckzuck bei ihm weiter. Dafür piepst der Metalldetektor dann aber bei mir. Mir war gleich klar, dass es wegen meiner Gürtelschnalle sein muss und zeige diese der Beamtin. Dafür muss ich mir aber eine genervte und bissige Bemerkung anhören, so nach dem Motto, wie blöd man eigentlich sein kann, mit einem solchen Gürtel durch die Kontrolle gehen zu wollen. Ich muss den Gürtel ablegen und dann einer eingehenden Körperkontrolle unterzogen, einschließlich „Und jetzt legen Sie die Hände mal dort oben hin und heben den Fuß an zum Check der Schuhe“. Schwerverbrecher ist kein Vergleich – ich dachte, gleich kommt der Schlagstock zum Einsatz. Boa, was war ich angefressen und meine Laune im Keller! So eine blöde Kuh! *grummel*

An der Passkontrolle suchen wir uns zielgenau die Schlange aus, an der ein paar Reisende vor uns ein junger Mann steht, dessen Visum schon vor einiger Zeit abgelaufen war. (Ralf wollte ja sowieso eigentlich lieber zum Schalter mit der muffigen jungen Frau. Ebenfalls blöde Kuh und daher hatte ICH den passenden Schalter ausgesucht…) Jedenfalls kommt man mit abgelaufenem Visum offenbar so einfach dann aus Deutschland nicht mehr raus. Der Beamte führt ernste Gespräche, zieht den Kollegen zu Rate und greift schließlich zum Telefon. Das war dann der Moment, an dem wir die Schlange wechselten… Dort haben wir mehr Glück und dürfen nach einem kurzen weiteren Check durch amerikanische Mitarbeiter (Beamte?), die nochmal unseren Pass und die Bordkarten kontrolliern endlich in den Abflugbereich.

Aufgrund der diversen Verzögerungen bei den Formalitäten dauert es dann auch nicht mehr lange bis zum Boarding. Dies erfolgt nach Zonen, die auf der Bordkarte ausgewiesen sind, so dass das Flugzeug im wesentlichen von vorn nach hinten gefüllt wird, was doch für ein zügigeres Einsteigen sorgt. Unsere Plätze sind schnell gefunden, das Handgepäck verstaut und bald schon können wir starten.

Unsere Plätze sind erstaunlich komfortabel. Die Beinfreiheit ist ausreichend, selbst für meine langen Haxen und das In-Seat-Entertainment (schönes Wort, gell?) bietet eine tolle Auswahl an Filmen, Musik und Informationen an. Gut, so ein langer Flug ist trotzdem nicht toll, aber zumindest ist von Seiten der Fluggesellschaft für Unterhaltung gesorgt. Besonders gut gefällt mir die GPS-Funktion, mit der man sich so oft man möchte anzeigen lassen kann, wo man sich befindet, wie lange man schon geflogen ist und vor allem wie lange es noch dauert, bis man endlich da ist. Sehr wichtig für mich, da ich ja bekanntermaßen kein Freund des Fliegens bin.

Auch wenn der Pilot vor dem Abflug Turbulenzen nach dem Start vorhergesagt hatte, ist der Flug sehr ruhig. Ganz selten kommt es zu Wacklern, bei denen dann auch das Anschnallzeichen aufleuchtete. Sehr genossen habe ich meine Kopfhörer, die Ralf mir zu Weihnachten geschenkt hatte und die mittels einer elektronischen Funktion (keine Ahnung, wie das funktioniert) ganz toll akustische die Außenwelt abschaltet. Sehr angenehm!

Genauso sanft wie der Flug war, landen wir dann auch sehr pünktlich in Philadelphia. Unser Weg führt uns zur Immigration, die wir nach kurzer Wartezeit problemlos passieren dürfen. Unser Immgration-Officer wirkte auf mich zwar etwas -naja- psychisch auffällig, aber er hatte keine weiteren Einwände gegen unsere Einreise und so dürfen wir nach diversen Fingerscans und einem Gratis-Foto über die Grenze. Hurra!

Anschließend muss unser Gepäck vom Band und durch den Zoll. Der Vorteil bei einer aufwändigen Einreiseprozedur ist, dass man nicht aufs Gepäck warten muss. Unsere Taschen stehen brav neben dem Band und wir können sie einfach packen und durch den Zoll marschieren, der uns nach dem Einsammeln des blau-weißen Zollformulars ohne weitere Fragen durch winkt.

Von hier aus könnten wir jetzt wie vor 2 Jahren aus dem Ausgang raus gehen und uns auf den Weg Richtung Stadt machen. Aber wir sind ja noch nicht am Ziel unserer Reise angekommen und so folgen wir den Schildern „Connecting Flights“ und kommen bald in einen Raum, wo wir unser Gepäck einfach wieder abgeben können. In der Hoffnung, dass die Taschen tatsächlich ins richtIge Flugzeug können wir uns jetzt informieren, von wo aus der Flug nach Las Vegas geht und dürfen warten. Ja, wir müssen ordentlich warten. Die ganze Prozedur hat bis hierher nämlich gerade mal 45 Minuten gedauert und so sind noch über zwei Stunden Zeit bis das nächste Flugzeug startet.

Das Flugzeug, mit dem wir die zweite Strecke zurücklegen ist etwas heruntergekommen. Da wir jedoch sehr sehr schnell waren, macht das nichts. Das Platzangebot war von der Beinfreiheit her fast genauso komfortabel wie im ersten Flugzeug, lediglich die Sitzbreite ist geringer. Da ich am Gang sitze, ist mir das allerdings ziemlich egal.

Die Zeit im Flugzeug erscheint mir wieder sehr lang. Klar, es sind ja noch einmal fünfeinhalb Stunden einkalkuliert. Ab und zu übermannt mich kurz der Schlaf, aber trotzdem werde ich langsam aber sicher unruhig und quengelig. Ich hab keine Lust mehr! Erschwert wird das Geduldig-Sein noch dadurch, dass es keinerlei Unterhaltung an Bord gibt.

Zur Entschädigung braucht der Flieger nur 5 statt fünfeinhalb Stunden für den Flug. Ja, wir sind endlich da!Kurzer innerlicher Jubel und dann dürfen wir auch schon raus marschieren. Dieses Mal müssen wir zwar am Gepäckband warten allerdings macht sich unsere Entscheidung für neue, farbige Reisetaschen jetzt bezahlt, denn die Taschen stechen beim Hinschauen direkt ins Auge.

Der Shuttelbus bringt uns nun zur Vermietstation, wo ein freundlicher Alamo-Mitarbeiter uns trotz TUI-Voucher zuerst einmal ein Upgrade und anschließend diverse Zusatzversicherungen und natürlich ein GPS-Gerät verkaufen möchte. Nachdem alle diese Fragen mit nein beantwortet werden, sinkt seine Laune rapide und relativ kühl werden wir zum Parkhaus geschickt, wo wir uns aus der Choice-Line zusammen mit einem anderen Herren, der zeitgleich mit eintrifft aus zwei Midsize-Autos aussuchen dürfen. Für ihn wird’s ein Ford irgendwas und wir bekommen einen dunkelblauen Hyundai Elentra (?), den wir nach kurzer Kontrolle an der Parkhausausfahrt Richtung unseres Hotels, dem Stratosphere Tower bewegen dürfen.

Über die Fahrt decke ich lieber den Mantel des Schweigens. Ich fand’s furchtbar, so im Dunkeln mit einem fremden Auto über fremde Straßen mit fremden Verkehrsregeln und Fahrweisen in einer riesigen Großstadt ein Ziel zu suchen. Ralf hat mich allerdings gelobt dafür. 🙂

Auch das Einchecken war schnell geschehen und so durften wir bald unser schönes Zimmer im 19. Stock beziehen. Kurz noch frisch gemacht und dann geht’s auf eine erste Entdeckungsreise. Das Hotel ist bunt und laut wie andere Vegas-Hotels auch. Auf die Fahrt auf den 300 m hohen Turm verzichten wir heute aufgrund der langen Schlange am Aufzug. So machen wir noch einen kurzen Spaziergang Richtung Strip, kaufen noch Wasser und begeben uns dann zur wohlverdienten, lang ersehnten Nachtruhe.

Unser Hotel der Stratosphere Tower
Unser Hotel der Stratosphere Tower
Unser bescheidenes Zimmer
Unser bescheidenes Zimmer

Um 3 Uhr morgens weckt mich die innere Uhr, genau wie gedacht. Aber als Wiederholungstäter in Sachen USA-Urlaub überrede ich meinen Körper, nochmal weiter zuschlafen, was schließlich auch gelingt. Um 6 Uhr ist dann aber endgültig Schluss. Wir beobachten, wie die Sonne die Landschaft nach und nach aufweckt und um halb 8 sind wir schon beim Buffet zum frühstücken.

Das Brunch-Buffet ist dort wirklich lecker. Für knapp 15 Dollar hat man eine Riesnauswahl, die außer dem Kaffee, den ich definitv nicht trinke, dazu auch noch schmeckt.

Frisch gestärkt machen wir uns nun auf den Weg Richtung Tower. Dieses Mal klappt’s. Wir erhalten mit unseren Zimmerkarten freien Zugang zum Tower (juchu, Geld gespart!), unterziehen uns einer Sicherheitskontrolle und nach einer kurzen Fahrt mit einem schnellen Aufzug stehen wir gut 300 m über dem Boden.

Die Aussicht ist fantastisch. Ralf schießt die ersten Fotos und wir können uns nicht satt sehen. Spannend sind die Attraktionen wie Bungee Jumping oder das X-Scream, bei dem ein Schlitten in 300 m Höhe über den Rand der Plattform saust und kurz vor dem (scheinbaren) Absturz aufgefangen wird. Ui, da würde mich niemals jemand rein bringen!

Ausblick vom Stratosphere Tower
Ausblick vom Stratosphere Tower

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Sin City sieht von oben aus wie Sim City
Sin City sieht von oben aus wie Sim City
Ralf auf dem Turm
Ralf auf dem Turm
Jutta auf dem Turm
Jutta auf dem Turm

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Den Rest des Tages verbringen wir mit Einkaufen im Premium Outlet Center und anschließend bei Walmart. Im Outlet gibt es Hosen und T-Shirts für uns. Im Walmart decken wir uns hauptsächlich mit Wasser für die kommenden Tage ein. Ich bin allerdings inzwischen ziemlich genervt. Es ist heute so heiß draußen und der Walmart ist heute sehr voll und laut. Wir erledigen also schnell das, was zu erledigen ist und machen uns wieder zurück ins Hotel.

Blick vom Einkaufscenter
Blick vom Einkaufscenter

Schnell was essen, nochmal auf den Tower rauf fahren und jetzt noch die ersten beiden Tage hier nachtragen. Ich bin soooo müde! Deshalb ist der heutige Tag auch nicht so ausführlich beschrieben. Rechtschreibfehler schließe ich nicht aus. Ich muss mich noch ein bisschen wach halten und dann darf ich ins Bett.

Las Vegas bei Nacht
Las Vegas bei Nacht
Das höchste Karussell der Welt
Das höchste Karussell der Welt
The Strip von oben
The Strip von oben

Morgen geht’s ins Death Valley. Ich freue mich auf weite Landschaft mit wenigen Menschen, habe aber einen Heidenrespekt vor der Hitze dort. In Las Vegas waren es heute 37 Grad, gefühlt 34 Grad. Das war knallheiß. Morgen im Death Valley soll es 47 Grad haben, gefühlt 42 … Ich bin gespannt!

13. – 15. Tag: Las Vegas

Montag früh gibt es im Quality Inn noch ein Frühstück im angeschlossenen Restaurant und danach ging es ans Auschecken. Da wir uns morgens wirklich über die plappernde, polternde Reisegruppe geärgert hatten, die um 7 Uhr das Haus verlassen hatten, habe ich das „Luke“ gegenüber erwähnt. Es hat ihm wirklich leid getan, konnte es aber natürlich nicht ändern. Aber gut, dass es gesagt wurde…

Danach ging es auf Richtung Las Vegas. Meine Stimmung war etwas gedrückt, weil wir uns heute von den roten Felsen verabschieden mussten und in den Trubel einer Großstadt eintauchen mussten. Andererseits war ich natürlich gespannt auf die Metropole.

Der Weg dorthin führte anfangs noch durch gebirgiges Gelände, dann führte uns die Straße bergab und wir fuhren wieder einmal durch „normale Wüste“. Wieder einmal packte uns die Faszination dieser wilden Landschaft.

Vorbereitung für eine Parade
Vorbereitung für eine Parade

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Typische Kleinstadtstraßenszene im Südwesten der USA
Typische Kleinstadtstraßenszene im Südwesten der USA

Dann war plötzlich in der Ferne Las Vegas zu sehen. Die Spannung wuchs, denn ich hatte schon ganz schön Respekt vor dem Großstadtverkehr, nachdem ich 2 Wochen lang die Einsamkeit und Weite der Straßen des Südwestens genossen hatte. Zumindest hatten wir aber die Tante, die uns den Weg weisen sollte. Die Autobahn führt ja praktisch quer durch Las Vegas. Die richtige Ausfahrt hatte ich mir vorher schon auf der Karte angesehen und die Tante war da mit mir einer Meinung.

Mitten in der Wüste nach meilenlangem Nichts ist auf einmal Las Vegas zu sehen
Mitten in der Wüste nach meilenlangem Nichts ist auf einmal Las Vegas zu sehen

Ganz schön spannend. Der Las Vegas Boulevard, der „Strip“, an dem unser Hotel, das Bellagio liegt ist eine sechsspurige Straße, die zu allen Tageszeiten sehr stark befahren ist. Aber irgendwie ging alles ganz schnell. Kaum, dass wir die Autobahn verlassen hatten, sah man schon die ersten Hotels und gleich darauf lag das Bellagio auf unserer linken Seite. Auch das Schild „Entrance Bellagio“ war zu sehen, als die Tante plötzlich aber sehr energisch verlangte, dass ich wenden solle. Kurze Verwirrung, dann bog ich der Anweisung der Tante zum Trotz in die Einfahrt ein und rollte nach weiterem kurzen Zögern, ob ich zum Free Parking solle, dann doch Richtung „Valet Parking“. Schon standen wir vor dem Eingang des Bellagio neben den ganzen Stretchlimousinen. Der Bedienstete kam auf das Auto zu und ich stieg aus, drückte ihm völlig verwirrt den Autoschlüssel in die Hand. Ich bejahte die Frage, ob wir Hilfe bei dem Gepäck bräuchten und schon stand ein weiterer Bediensteter am Kofferraum und räumte mit Ralf zusammen unser Gepäck aus. Gleich darauf standen wir ohne Auto und ohne Gepäck, aber mit zwei Abholzetteln in der Hand vor dem Hotel. Ich war völlig geplättet.

Unser Hotel
Unser Hotel

Dann traten wir in die elegante Welt des Bellagio ein. Es war sehr beeindruckend mit der schönen Einrichtung und den Glasblumen als Deko an der Decke. Beim Einchecken erfuhren wir, dass unser Zimmer erst in zwei Stunden fertig sei, da wir schon um 11.30 Uhr eingetroffen waren. Kein Problem, wir hatten ja kein Gepäck mehr und konnten unbelastet einen ersten Erkundungsgang starten.

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Das erste Mal sahen wir ein Las Vegas Casino mit seinen blinkenden Slotmachines und den vielen, uns unbekannten Spieltischen. Obwohl es doch noch früh am Tag war, war doch schon einiges los. Auch die Toiletten waren ein Erlebnis – dem Hotel angemessen sehr elegant und gepflegt.

Auf dem Weg zu unserem Zimmer
Auf dem Weg zur Rezeption

Als nächstes gingen wir zum benachbarten Caesar`s Palace, wo wir den künstlichen Himmel, die nachgemachten römischen Brunnen und Statuen und die Geschäfte bewunderten und in der „Cheesecake Factory“ wie der Name schon sagt ein wunderbares Stück Käsekuchen aßen. Mit dem Charme des Kellners, den meine Wahl fast zur Verzweiflung und zu ein paar ironischen Bemerkungen trieb, bin ich übrigens nicht ganz zurecht gekommen. Hm, muss ja auch nicht jeder verstehen. Danach waren wir übrigens absolut pappsatt, obwohl wir eigentlich nur eine Kleinigkeit essen wollten.

Zurück im Bellagio bekamen wir zwar ein Zimmer zugeteilt, das aber leider immer noch nicht fertig war. Ralf war aber trotzdem beruhigt, weil er im Internet Schaudergeschichten von nicht angekommenen Zimmerreservierungen im Bellagio gelesen hatte. Wir trieben uns also weiter im Hotel herum und rätselten, wo denn wohl unser Zimmer liegen würde.

Dann war es endlich soweit und wir konnten in dem großen Aufzug in den 15. Stock in unser Zimmer 15023 fahren. Wichtig: Zimmernummer merken! Das Zimmer ist natürlich, dem Standard des Hotels, superklasse. Das Bad riesig, mit separater Dusche und Badewanne (die aber, im Gegensatz zum Holiday Inn Express in Ventura ohne Whirlpoolfunktion), alles natürlich aus Marmor. Das Zimmer selbst hochwertig und elegant ausgestattet und der Blick aus dem Fenster ging über die Stadt, die Autobahn (hmpf…) bis zur Wüste. Schön, dass ich noch nicht ganz Abschied von der Wüste nehmen muss!

So lässt es sich leben nach 2 Wochen Motels :-)
So lässt es sich leben nach 2 Wochen Motels 🙂
Unser bescheidenes Badezimmer
Unser bescheidenes Badezimmer

Wir lassen uns das Gepäck aufs Zimmer bringen und packen das Nötigste aus. Dann beschließen wir, mit dem Auto zum Outlet-Center zum Einkaufen zu fahren. Wieder einmal wird es spannend, denn wir müssen uns das Auto ja wieder vorfahren lassen. Ein seltsames Gefühl, aber eigentlich gar nicht schlecht. Könnte man sich dran gewöhnen.

Die Tante führt uns Richtung Flughafen auf die Autobahn, auf der sich um diese Zeit der Verkehr so richtig staut. Auch ein Erlebnis, das wir bisher in den USA noch nicht hatten.

Das Outlet-Center ist riesig und wir werden im ersten Levi`s Laden gleich fündig. Jeans für 26 Dollar, da muss man doch zuschlagen. Ich finde die richtigen Größen für die Jungs, Ralf ist schon auf der Suche nach den passenden Hosen für sich. Er deckt sich mit zwei Hosen und zwei Hemden ein. Ich kaufe außer den Jeans und noch je einem T-Shirt für die Jungs noch eine dreiviertellange Hose für mich und muss dafür nur 105 Dollar zahlen. Außer diesem günstigen Preis bin ich gut gelaunt wegen der Größe, in die ich reinpasse. Tja, die amerikanische Größenpolitik, das „Downsizing“ macht sich da ganz schön bemerkbar. Jedenfalls könnte ich noch stundenlang shoppen, kaufe allerdings nur noch ein Paar Chucks für Tobias (28 Dollar) und ein paar Adidas-Turnschuhe für mich. Dann stoppe ich mit Blick auf den deutschen Zoll, der nur Mitbringsel im Wert von 175 Euro erlaubt, das Einkaufen.

Zurück im Hotel, entscheiden wir uns dieses Mal für das Free Parking. An der Einfahrt zum Parkhaus stehen zwei Angestellte, die an den einfahrenden Autos Sicherheitskontrollen durchführen, indem sie einen Blick in den Kofferraum werfen. Wir sehen allerdings offensichtlich so vertrauenswürdig aus, dass wir unkontrolliert einfahren dürfen.

Abends gönnen wir uns das Büffet des Bellagio zum Abendessen, was für uns ein echtes Erlebnis ist. Zwar ist der Spaß mit 29,95 Dollar pro Person nicht ganz billig, aber es lohnt sich. Die Auswahl der Speisen ist fantastisch, alles schmeckt richtig lecker. Softdrinks sind im Preis inbegriffen und werden von der aufmerksamen Kellnerin ständig unaufgefordert nachgefüllt. So lässt sich leben.

Später bummeln wir wieder durch Las Vegas. Als erstes genießen wir zwei Aufführungen des Wasserfontänen-Ballets des Bellagios. Ein Erlebnis am Abend, wunderschön. (Auch wenn wir uns über eine nicht richtig synchronisierte Fontäne amüsieren, die ständig in die falsche Richtung sprüht).

Im "Paris"
Im „Paris“
Ein Tourist im Touristenmekka
Ein Tourist im Touristenmekka
Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Cesars Palace
Cesars Palace
Die Rolltreppe in Cesars Palace
Die Rolltreppe in Cesars Palace
In Las Vegas wird immer irgendwo gebaut.
In Las Vegas wird immer irgendwo gebaut.

Danach geht es am Caesar`s Palace vorbei zum Mirage, wo wir lange Zeit erfolglos auf den imitierten Vulkanausbruch warten, und zum Treasure Island, wo wir eigentlich den Untergang des Piratenschiffs sehen wollten. Leider wurde die Aufführung wegen des wehenden Windes abgesagt und so schlenderten wir weiter bis zum Venetian, wo die Gondeln wegen der fortgeschrittenen Zeit leider schon nicht mehr fuhren. Langsam taten mir auch die Füße weh und so kehrten wir zum Hotel zurück, wo wir an der Baccarat-Bar noch einen Gutenachtcocktail zu uns nahmen, bevor wir todmüde ins Bett fielen.

Was uns vorher noch auffiel, war, dass am Abend noch jemand in unserem Zimmer gewesen sein muss, denn die Vorhänge waren zugezogen, das Bett aufgeschlagen und das Bad, in dem wir uns ja nur kurz frisch gemacht hatten, war schon wieder aufgeräumt und saubergemacht. Ah ja, DAS ist also der Service, den ein 5-Sterne-Hotel ausmacht.

Am nächsten Morgen machten wir uns zuerst einmal auf die Jagd nach einem Frühstück. Wir gingen im Monte Carlo in ein Café, in dem ich ein kontinentales Frühstück bestellte, in der Annahme, dies sei nicht so üppig. Tja, falsch gedacht, ich bekam ein frisch aufgebackenes Teilchen, ein warmes Croissant und ein Muffin. Nach dem Teilchen war ich eigentlich schon pappsatt. Ralf, der eine Waffel mit frischen Erdbeeren bestellt hatte, half mir aber gottseidank aus. So machten wir uns beide wohlgestärkt auf den weiteren Weg.

Die Hotels, die mit ihren unterschiedlichen Stilrichtungen alle beeindruckend und toll anzusehen sind, sind im Grunde genommen natürlich alles riesige Casinos. Unweigerlich wird man durch diese blinkenden und klingelnden Spielhöllen geleitet, die Geräuschkulisse ist sehr eindringlich und Ralf meinte, die Automaten würden versuchen ihn zu hypnotisieren „Wirf Geld in mich, wirf Geld in mich…“ Wir können der Hypnose allerdings spielende widerstehen. Was mich extrem stört, ist, dass kein Automat mehr mit echten Münzen funktioniert sondern nur bargeldlos. Nein, so mag ich das nicht, also spiele ich eben nicht.

Im Excalibur nehmen wir am dortigen Büffet einen späten Lunch ein. Dieses Lunchbuffet war zwar mit 12.99 Dollar nicht einmal halb so teuer wie das Dinnerbuffet des Bellagio, allerdings war selbst dieser günstige Preis noch zu viel für das Gebotene. Kantinenmäßig wird man an einer Vitrine mit Speisen entlanggeführt, an dem man sich erst einmal auflädt, bevor man einen Tisch zugewiesen bekommt. Getränke in den Plastikbecher zapft man sich selbst, alles wirkt ein wenig verkommen und schmuddelig, auch ein Teil der anwesenden Gäste. Abgesehen von diesem wenig einladenden Ambiente schmeckt uns das Essen überhaupt nicht und wir essen wirklich nur das allernötigste, um halbwegs gesättigt fast fluchtartig das Lokal zu verlassen. Nee, das war wirklich ein Griff ins Klo.

Das Excalibur Hotel
Das Excalibur Hotel

Wir schlendern weiter durch die Hotels, begeben uns fast in die Fänge einer der allgegenwärtigen Drückerkolonnen, die uns gegen einen stark ermäßigten Besuch einer Show am folgenden Morgen zu einem halbfertigen Hotel karren wollen, wo wir wohl einen Vertrag über ein Timesharing abschließen sollen, machen im Luxor eine Simulationsfahrt mit und besichtigen im Mandalay Bay das Shark Reef. Die Eindrücke sind einfach überwältigend.

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Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Im Luxor Hotel im fast echten Ägypten
Hier darf man sich nicht mit der Spur vertun. ;-)
Hier darf man sich nicht mit der Spur vertun. 😉
Touristin :-)
Touristin 🙂
The Strip
The Strip

 

Eine kleine Seaworld im Mandalay Bay
Eine kleine Seaworld im Mandalay Bay

Auch an Dienstagabend können wir uns leider nicht den Vulkanausbruch und den Untergang des Piratenschiffes ansehen, da ein starker Wind weht. Auch die Wasserfontänen des Bellagio werden nicht angestellt. Wie gut, dass wir kein teures Zimmer mit Fountain-View gebucht haben.

Für den Mittwoch haben wir den Besuch der Star Trek Experience im Las Vegas Hilton geplant. Gleich nach dem Aufstehen fahren wir mit dem Auto los, da das Hilton nicht am Strip liegt. Dank unserer lieben Tante finden wir ohne Probleme hin und parken das Auto im kostenlosen Parkhaus. Das kostenlose Parken ist übrigens eine tolle Sache in Las Vegas.

Im Eingangsbereich des Hiltons finden wir ein kleines Café, in dem wir ein Frühstück zu uns nehmen und dann geht es los. Die Star Trek Experience ist ein großes Highlight für Ralf und er ist schon ganz aufgeregt. Schon der Eingangsbereich und sogar das angrenzende Casino sind ganz dem Thema entsprechend eingerichtet. Sogar ein Raumschiff Enterprise hängt an der Decke – echt klasse. An der Kasse fragt die Angestellte, ob wir auch die Backstage-Tour buchen wollen. Ganz spontan ist meine Antwort „nein“, wohingegen Ralf genauso spontan „ja“ antwortet. Also machen wir natürlich auch diese Tour mit.

Startrek Ausstellung
Startrek Ausstellung

Wir werden von unserem Führer begrüßt und bekommen einen „Backstage-Ausweis“ umgehängt. Außerdem müssen wir unseren Namen auf einer Liste eintragen – alles seeehr wichtig eben. Die Führung ist wirklich interessant und man merkt unserem Führer an, dass die Arbeit ihm viel Spaß macht. Ein echter Trekkie halt. Auf dem Weg spricht er immer ganz geheimnisvoll in ein Funkgerät und bekommt ebenso geheime Antworten, wenn wir durch eine verschlossene Tür wollen. Das „Beamen“ ist auch klasse gemacht. Wir müssen uns in einem Raum in der Mitte zusammenstellen, dann wird es nach einem kurzen Wortwechsel über Funk plötzlich ganz dunkel, es weht ein kräftiger Luftzug durch den Raum und nachdem es wieder hell geworden ist, sieht es ganz anders aus… Sehr authentisch das Ganze. Klasse sind auch die Mitarbeiter in Original-Star-Trek-Uniformen, uns immer wieder wie zufällig begegnen.

Im original „Kommandoraum“ des Raumschiffs Enterprise dürfen wir uns dann ganz in Ruhe umschauen und uns mal in den Kapitänssessel setzen. Erschreckend für mich war dann, dass der dicke Mann, der sich dann in den Stuhl gesetzt hat, fast nicht reingepasst hat. Der Arme war wirklich sehr dick….

Wir hatten dann Gelegenheit, die Fahrt eines Simulatoren von außen anzuschauen, was auch einmal sehr interessant war und danach ging es noch in einen Star-Trek-Besprechungsraum. Dort haben wir uns alle in ein großes Gästebuch eingetragen und bekamen Urkunden mit unseren Namen.

Im Anschluss an diese Backstage-Tour, die sich wirklich gelohnt hat, haben wir uns das Museum, in dem Original Filmkostüme und –accessoires ausgestellt sind, in Ruhe angeschaut und haben zwei Simulatoren mitgemacht. Einmal haben wir einen Klingonenangriff abgewehrt und einmal wurden wir von den Borg entführt. Auch diese Simulatoren waren mit Schauspielern in echten Kostümen aufwendig und liebevoll inszeniert, so dass sie wirklich Spaß gemacht haben.

Ralf unter Aliens
Ralf unter Aliens
Startrek Ausstellung. Museumsstücke aus der Zukunft.
Startrek Ausstellung. Museumsstücke aus der Zukunft.

Danach sind wir zurück ins Bellagio gefahren und haben uns, nach der schlechten Erfahrung von gestern mit dem Excalibur-Buffet, noch einmal das Bellagio-Buffet gegönnt. Das Lunch-Buffet wird bis 16 Uhr angeboten und kostet 19,99 Dollar, ab 16 Uhr beginnt das Dinner-Buffet für 29,99 Dollar. Glücklicherweise ist uns der Einlass um 15.56 Uhr gelungen, so dass wir nur den niedrigen Preis zahlen mussten. Das Angebot war allerdings identisch mit dem späteren, teureren Buffet, so dass wir für relativ wenig Geld wieder köstlich gespeist haben.

Danach war es Zeit, sich für die gebuchte Show „Zumanity“ des Cirque de Soleil fertig zu machen. Diese Show, über die wir im Internet zum Teil vernichtende Kritiken wegen des fast pornografischen Inhalts gelesen hatten, hat mich ziemlich enttäuscht. Zwar gab es ein paar recht gute akrobatische Einlagen, aber im Grunde genommen habe ich mich des öfteren doch gelangweilt. Schade, da hätten wir sicher etwas Besseres und Spektakuläreres in Las Vegas finden können.

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Casino vom "New York New York"
Casino vom „New York New York“
Im "New York New York"
Im „New York New York“

Auf diese Enttäuschung hin haben wir nach einem kurzen erneuten Abstecher ins Venetian in der Bar Baccarat des Bellagio einen Cocktail getrunken. Nett war, dass uns die Kellnerin in der Bar wieder erkannt hat.

Später haben wir noch unsere Taschen und Koffer gepackt, da wir morgens gleich zum Flughafen fahren wollten. Praktischerweise ist das Bad der Zimmer im Bellagio mit einer Personenwaage ausgestattet (die ich eigentlich ja so überhaupt nicht nett fand….), so dass wir das Gewicht gleich kontrollieren konnten um am Flughafen keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.