1. und 2. Tag: Anreise und Las Vegas

Unser Urlaub beginnt erwartungsgemäß hektisch. Irgendwie kriegen wir es jedes Mal hin, dass wir eben NICHT entspannt starten, sondern zum Ende hin wird es IMMER hektisch. Dieses Mal ist die Hektik leider durch meine Schuld verursacht. Habe ich doch versäumt, rechtzeitig mittels Routenplaner zu checken, wie lange die Fahrt zum Parkplatz, auf dem unser Auto auf uns warten soll, dauert. Als ich es dann schließlich doch tue, müssen wir SOFORT los, denn nach Freising fährt man tatsächlich eine ganze Stunde von uns aus. Also Gas geben. Die Fahrt verläuft dann jedoch völlig problemlos und so kommen wir pünktlich am Parkplatz an. Blöd ist nur, dass ich nicht wie sonst sowohl Haus als auch Gepäck einem letzten Check unterziehen konnte und so bleibt ein etwas komisches Gefühl, ob ich an alles gedacht habe. Aber wird schon werden.
Angekommen am Parkplatz werden wir sogleich in Empfang genommen und die Formalitäten werden erledigt. Ralf packt zusammen mit dem Parkplatzbetreiber das Gepäck in das Shuttlefahrzeug, während ich drinnen warten darf, weil es doch sehr kühl draußen ist. Anschließend telefoniert unser Fahrer mit den eigentlich wohl eingeplanten Mitreisenden zum Flughafen. Die stecken aber noch im Stau (uaaahh, das kann also auch passieren – was hatten wir doch ein Glück!) und so kommen wir in den Genuss einer „Extratour“.

Schnell sind wir am Flughafen, pünktlich zur gewünschten Zeit 3 Stunden vor Abflug, also 9.15 Uhr. Natürlich ist der US Airways-Schalter noch nicht geöffnet, dafür gibts schon eine ordentliche Schlange, an die wir uns brav hinten anstellen. Man hört schon die ersten amerikanischen Sprachfetzen und so langsam kann ich mich entspannen nach der Hektik der Abreise.

Der Angestellte der „Vorprüfung“ kontrolliert unsere Reiseunterlagen und Dokumente. Nach ESTA werden wir gefragt und natürlich danach, WER das Reisegepäck gepackt hat, WO es gepackt wurde, WO es in der Zwischenzeit war und WER es in der Hand hatte. Nach diesen Formalitäten dürfen wir weiter zu den eigentlichen Check-In-Schaltern. Dort geht es auch nicht so zügig weiter wie gedacht. Grund ist eine Maßnahme zur Beschleunigung des Check-In-Prozesses in Gestalt einer Automaten, der anhand vieler zu machender Angaben sowie durchzuführender Scans von Barcodes (was natürlich nicht funktionierte) und mehrer Versuche, die Reisepässe durch einen Leser durchzuziehen die APIS-Daten erfasst. Das ist eine weitere Einreiseformalität neben ESTA, die man normalerweise bequem nach althergebrachter Weise mittels eines ausgefüllten Formulares, das dann von der Fluggesellschaft weitergeleitet wird, durchführen kann. Natürlich hatte Ralf diese Formulare ordentlich ausgefüllt und den Ausdruck mitgenommen. Tja, leider verloren, die US Airways vereinfacht ihre Prozesse und lässt die Passagiere hiflos mit Automaten kämpfen. Klar, dass es so zu ordentlichen Staus am Schalter kommt.

Trotzdem gelingt es uns schließlich doch, in den Besitz unserer Bordkarten zu kommen und frohgemut machen wir uns nach einem letzten Kaffee auf den Weg durch die Pass- und Sicherheitskontrolle.

Normalerweise ist Ralf immer ein Problemfall bei der Sicherheitskontrolle. Er hat immer so viel Elektrozeugs dabei und trägt metallische Gegenstände mit sich rum, dass die Kontrollmitarbeiter ordentlich was zu tun haben. Dieses Mal geht es aber ruckzuck bei ihm weiter. Dafür piepst der Metalldetektor dann aber bei mir. Mir war gleich klar, dass es wegen meiner Gürtelschnalle sein muss und zeige diese der Beamtin. Dafür muss ich mir aber eine genervte und bissige Bemerkung anhören, so nach dem Motto, wie blöd man eigentlich sein kann, mit einem solchen Gürtel durch die Kontrolle gehen zu wollen. Ich muss den Gürtel ablegen und dann einer eingehenden Körperkontrolle unterzogen, einschließlich „Und jetzt legen Sie die Hände mal dort oben hin und heben den Fuß an zum Check der Schuhe“. Schwerverbrecher ist kein Vergleich – ich dachte, gleich kommt der Schlagstock zum Einsatz. Boa, was war ich angefressen und meine Laune im Keller! So eine blöde Kuh! *grummel*

An der Passkontrolle suchen wir uns zielgenau die Schlange aus, an der ein paar Reisende vor uns ein junger Mann steht, dessen Visum schon vor einiger Zeit abgelaufen war. (Ralf wollte ja sowieso eigentlich lieber zum Schalter mit der muffigen jungen Frau. Ebenfalls blöde Kuh und daher hatte ICH den passenden Schalter ausgesucht…) Jedenfalls kommt man mit abgelaufenem Visum offenbar so einfach dann aus Deutschland nicht mehr raus. Der Beamte führt ernste Gespräche, zieht den Kollegen zu Rate und greift schließlich zum Telefon. Das war dann der Moment, an dem wir die Schlange wechselten… Dort haben wir mehr Glück und dürfen nach einem kurzen weiteren Check durch amerikanische Mitarbeiter (Beamte?), die nochmal unseren Pass und die Bordkarten kontrolliern endlich in den Abflugbereich.

Aufgrund der diversen Verzögerungen bei den Formalitäten dauert es dann auch nicht mehr lange bis zum Boarding. Dies erfolgt nach Zonen, die auf der Bordkarte ausgewiesen sind, so dass das Flugzeug im wesentlichen von vorn nach hinten gefüllt wird, was doch für ein zügigeres Einsteigen sorgt. Unsere Plätze sind schnell gefunden, das Handgepäck verstaut und bald schon können wir starten.

Unsere Plätze sind erstaunlich komfortabel. Die Beinfreiheit ist ausreichend, selbst für meine langen Haxen und das In-Seat-Entertainment (schönes Wort, gell?) bietet eine tolle Auswahl an Filmen, Musik und Informationen an. Gut, so ein langer Flug ist trotzdem nicht toll, aber zumindest ist von Seiten der Fluggesellschaft für Unterhaltung gesorgt. Besonders gut gefällt mir die GPS-Funktion, mit der man sich so oft man möchte anzeigen lassen kann, wo man sich befindet, wie lange man schon geflogen ist und vor allem wie lange es noch dauert, bis man endlich da ist. Sehr wichtig für mich, da ich ja bekanntermaßen kein Freund des Fliegens bin.

Auch wenn der Pilot vor dem Abflug Turbulenzen nach dem Start vorhergesagt hatte, ist der Flug sehr ruhig. Ganz selten kommt es zu Wacklern, bei denen dann auch das Anschnallzeichen aufleuchtete. Sehr genossen habe ich meine Kopfhörer, die Ralf mir zu Weihnachten geschenkt hatte und die mittels einer elektronischen Funktion (keine Ahnung, wie das funktioniert) ganz toll akustische die Außenwelt abschaltet. Sehr angenehm!

Genauso sanft wie der Flug war, landen wir dann auch sehr pünktlich in Philadelphia. Unser Weg führt uns zur Immigration, die wir nach kurzer Wartezeit problemlos passieren dürfen. Unser Immgration-Officer wirkte auf mich zwar etwas -naja- psychisch auffällig, aber er hatte keine weiteren Einwände gegen unsere Einreise und so dürfen wir nach diversen Fingerscans und einem Gratis-Foto über die Grenze. Hurra!

Anschließend muss unser Gepäck vom Band und durch den Zoll. Der Vorteil bei einer aufwändigen Einreiseprozedur ist, dass man nicht aufs Gepäck warten muss. Unsere Taschen stehen brav neben dem Band und wir können sie einfach packen und durch den Zoll marschieren, der uns nach dem Einsammeln des blau-weißen Zollformulars ohne weitere Fragen durch winkt.

Von hier aus könnten wir jetzt wie vor 2 Jahren aus dem Ausgang raus gehen und uns auf den Weg Richtung Stadt machen. Aber wir sind ja noch nicht am Ziel unserer Reise angekommen und so folgen wir den Schildern „Connecting Flights“ und kommen bald in einen Raum, wo wir unser Gepäck einfach wieder abgeben können. In der Hoffnung, dass die Taschen tatsächlich ins richtIge Flugzeug können wir uns jetzt informieren, von wo aus der Flug nach Las Vegas geht und dürfen warten. Ja, wir müssen ordentlich warten. Die ganze Prozedur hat bis hierher nämlich gerade mal 45 Minuten gedauert und so sind noch über zwei Stunden Zeit bis das nächste Flugzeug startet.

Das Flugzeug, mit dem wir die zweite Strecke zurücklegen ist etwas heruntergekommen. Da wir jedoch sehr sehr schnell waren, macht das nichts. Das Platzangebot war von der Beinfreiheit her fast genauso komfortabel wie im ersten Flugzeug, lediglich die Sitzbreite ist geringer. Da ich am Gang sitze, ist mir das allerdings ziemlich egal.

Die Zeit im Flugzeug erscheint mir wieder sehr lang. Klar, es sind ja noch einmal fünfeinhalb Stunden einkalkuliert. Ab und zu übermannt mich kurz der Schlaf, aber trotzdem werde ich langsam aber sicher unruhig und quengelig. Ich hab keine Lust mehr! Erschwert wird das Geduldig-Sein noch dadurch, dass es keinerlei Unterhaltung an Bord gibt.

Zur Entschädigung braucht der Flieger nur 5 statt fünfeinhalb Stunden für den Flug. Ja, wir sind endlich da!Kurzer innerlicher Jubel und dann dürfen wir auch schon raus marschieren. Dieses Mal müssen wir zwar am Gepäckband warten allerdings macht sich unsere Entscheidung für neue, farbige Reisetaschen jetzt bezahlt, denn die Taschen stechen beim Hinschauen direkt ins Auge.

Der Shuttelbus bringt uns nun zur Vermietstation, wo ein freundlicher Alamo-Mitarbeiter uns trotz TUI-Voucher zuerst einmal ein Upgrade und anschließend diverse Zusatzversicherungen und natürlich ein GPS-Gerät verkaufen möchte. Nachdem alle diese Fragen mit nein beantwortet werden, sinkt seine Laune rapide und relativ kühl werden wir zum Parkhaus geschickt, wo wir uns aus der Choice-Line zusammen mit einem anderen Herren, der zeitgleich mit eintrifft aus zwei Midsize-Autos aussuchen dürfen. Für ihn wird’s ein Ford irgendwas und wir bekommen einen dunkelblauen Hyundai Elentra (?), den wir nach kurzer Kontrolle an der Parkhausausfahrt Richtung unseres Hotels, dem Stratosphere Tower bewegen dürfen.

Über die Fahrt decke ich lieber den Mantel des Schweigens. Ich fand’s furchtbar, so im Dunkeln mit einem fremden Auto über fremde Straßen mit fremden Verkehrsregeln und Fahrweisen in einer riesigen Großstadt ein Ziel zu suchen. Ralf hat mich allerdings gelobt dafür. 🙂

Auch das Einchecken war schnell geschehen und so durften wir bald unser schönes Zimmer im 19. Stock beziehen. Kurz noch frisch gemacht und dann geht’s auf eine erste Entdeckungsreise. Das Hotel ist bunt und laut wie andere Vegas-Hotels auch. Auf die Fahrt auf den 300 m hohen Turm verzichten wir heute aufgrund der langen Schlange am Aufzug. So machen wir noch einen kurzen Spaziergang Richtung Strip, kaufen noch Wasser und begeben uns dann zur wohlverdienten, lang ersehnten Nachtruhe.

Unser Hotel der Stratosphere Tower
Unser Hotel der Stratosphere Tower
Unser bescheidenes Zimmer
Unser bescheidenes Zimmer

Um 3 Uhr morgens weckt mich die innere Uhr, genau wie gedacht. Aber als Wiederholungstäter in Sachen USA-Urlaub überrede ich meinen Körper, nochmal weiter zuschlafen, was schließlich auch gelingt. Um 6 Uhr ist dann aber endgültig Schluss. Wir beobachten, wie die Sonne die Landschaft nach und nach aufweckt und um halb 8 sind wir schon beim Buffet zum frühstücken.

Das Brunch-Buffet ist dort wirklich lecker. Für knapp 15 Dollar hat man eine Riesnauswahl, die außer dem Kaffee, den ich definitv nicht trinke, dazu auch noch schmeckt.

Frisch gestärkt machen wir uns nun auf den Weg Richtung Tower. Dieses Mal klappt’s. Wir erhalten mit unseren Zimmerkarten freien Zugang zum Tower (juchu, Geld gespart!), unterziehen uns einer Sicherheitskontrolle und nach einer kurzen Fahrt mit einem schnellen Aufzug stehen wir gut 300 m über dem Boden.

Die Aussicht ist fantastisch. Ralf schießt die ersten Fotos und wir können uns nicht satt sehen. Spannend sind die Attraktionen wie Bungee Jumping oder das X-Scream, bei dem ein Schlitten in 300 m Höhe über den Rand der Plattform saust und kurz vor dem (scheinbaren) Absturz aufgefangen wird. Ui, da würde mich niemals jemand rein bringen!

Ausblick vom Stratosphere Tower
Ausblick vom Stratosphere Tower

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Sin City sieht von oben aus wie Sim City
Sin City sieht von oben aus wie Sim City
Ralf auf dem Turm
Ralf auf dem Turm
Jutta auf dem Turm
Jutta auf dem Turm

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Den Rest des Tages verbringen wir mit Einkaufen im Premium Outlet Center und anschließend bei Walmart. Im Outlet gibt es Hosen und T-Shirts für uns. Im Walmart decken wir uns hauptsächlich mit Wasser für die kommenden Tage ein. Ich bin allerdings inzwischen ziemlich genervt. Es ist heute so heiß draußen und der Walmart ist heute sehr voll und laut. Wir erledigen also schnell das, was zu erledigen ist und machen uns wieder zurück ins Hotel.

Blick vom Einkaufscenter
Blick vom Einkaufscenter

Schnell was essen, nochmal auf den Tower rauf fahren und jetzt noch die ersten beiden Tage hier nachtragen. Ich bin soooo müde! Deshalb ist der heutige Tag auch nicht so ausführlich beschrieben. Rechtschreibfehler schließe ich nicht aus. Ich muss mich noch ein bisschen wach halten und dann darf ich ins Bett.

Las Vegas bei Nacht
Las Vegas bei Nacht
Das höchste Karussell der Welt
Das höchste Karussell der Welt
The Strip von oben
The Strip von oben

Morgen geht’s ins Death Valley. Ich freue mich auf weite Landschaft mit wenigen Menschen, habe aber einen Heidenrespekt vor der Hitze dort. In Las Vegas waren es heute 37 Grad, gefühlt 34 Grad. Das war knallheiß. Morgen im Death Valley soll es 47 Grad haben, gefühlt 42 … Ich bin gespannt!