1. Tag: München – San Francisco

Nachdem wir zuhause die letzten Vorbereitungen getroffen haben, insbesondere die To-Do-Liste für die Kinder vervollständigt haben, fahren wir endlich los. Unser Ziel ist das Landhotel Schweiger`s, wo wir das Auto parken. Ein Shuttlebus bringt uns zum Flughafen.

Eigentlich wollten wir im Hotel noch eine Kleinigkeit essen, weil wir ja nicht wussten, wann es im Flugzeug wieder etwas gibt, aber das Hotel ist wirklich *sehr* ländlich und hat mittags das Restaurant geschlossen. Glücklicherweise kommt aber die Fahrerin des Shuttlebusses früher als angekündigt, so dass wir zeitig zum Flughafen starten. Während der Fahrt erklärt sie uns, wir sollten unbedingt im „Airbräu“ essen. „Geht`s bloß nirgendwo anders hin“.

Bei so einer strengen Anordnung schauen wir tatsächlich mal beim Airbräu vorbei, allerdings sagt uns die Speisekarte nicht zu, so dass wir doch nur schnell bei der Nordsee einen Fisch essen.

Ralf ist dann auch unruhig, so dass wir bald Richtung Sicherheitskontrolle aufbrechen. Eingecheckt hatten wir schon am Vorabend, so dass wir unsere Bordkarten schon in der Tasche hatten.

Als erste Station steht der erste Sicherheitscheck an. Ich gehe durch, ohne dass es piepst, so dass ich auch nicht abgetastet werde. Braves Mädchen eben. Nur meine Handtasche wird gründlich durchsucht und dann bin ich schon fertig.

Bei Ralf ist es etwas aufwendiger. Zunächst muss das Laptop überprüft werden und dann piepst es beim Durchgehen auch. Der Angestellte fährt Ralf mit dem Metallsuchgerät ab und die Reißverschlüsse werden natürlich angezeigt. Aber das ist es noch nicht. Ach ja, das Handy. Hm, es piepst immer noch. Schließlich werden die einzeln verpackten Erfrischungstücher als Übeltäter identifiziert, da die Packungsinnenseiten metallbeschichtet sind. Also werden die Tücher noch mal durchs Röntgengerät geschickt und dann dürfen wir weiter.

Nächste Station ist die Passkontrolle. Ein tiefer Blick des Beamten in unsere Augen, ein Vergleich mit dem Pass und dann ist diese Kontrolle geschafft.

Weiter Richtung Gate H 02 bringt uns zur nächsten Kontrolle. Zwei strenge Damen überprüfen unsere Unterlagen und wollen von uns wissen, was der Zweck unserer USA-Reise ist. „Holidays“ stellt sie zufrieden und wir werden weiter geschickt.

Dann kommt eine weitere Sicherheitskontrolle, von der wir angenommen hatten, das sei die Strengste. Aber hier ging alles ruckzuck. Noch nicht einmal der wieder verschließbare Plastikbeutel mit dem Deo wurde angeschaut, obwohl ich diesen fälschlicherweise im Rucksack gelassen hatte (die Beutel müssen laut Vorschrift separat vorgezeigt werden).

Und schon waren wir in der Abflughalle. Bis zum angekündigten Beginn des Boardings um 15.05 Uhr war noch reichlich Zeit, aber egal.

Um 15.20 Uhr wurde der Flug endlich aufgerufen und kurze Zeit später saßen wir im Flugzeug. Unsere Plätze vor der Wand, an der normalerweise Babybetten aufgehängt werden, waren im Vergleich zu den normalen Holzklassenplätzen super, man konnte die Beine sogar fast ausstrecken und hatte wirklich angenehme Bewegungsfreiheit. Der einzige Nachteil war die Platzierung der Bildschirme. Aufgrund des Blickwinkels wirkte das Bild dunkel, fast wie im Negativ zu sehen (dunkelhaarige Schauspieler hatten z.B. weiße Haare).

Trotzdem war der Flug sehr viel angenehmer als befürchtet. Die Nachbarn waren unauffällig außer der Dame hinter Ralfs Sitz, das Essen war gut, die Toiletten erstaunlich sauber. Es gab kaum Turbulenzen, so dass der Adrenalinspiegel niedrig blieb.

Aufgrund dieser glücklichen Umstände war es sogar nicht weiter schlimm, dass sich die Flugzeit wegen dauernden kräftigen Gegenwinds um fast eine Stunde auf fast 13 Stunden verlängerte.

Die Immigration in SFO klappte ebenso reibungslos. Offensichtlich hatten wir die umfangreichen Formulare im Flugzeug zur Zufriedenheit des Officers ausgefüllt. Von jedem wurden zwei Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht und es wurden ein paar Fragen gestellt. Der Officer wollte z.B. wissen, wo wir wohnen, was Ralf beruflich macht und wie viel Geld wir dabei haben. Dann durften wir zum Gepäckband.

Nachdem wir unsere Koffer gefunden hatten, ging es zum Zoll. Die Frage, ob wir Lebensmittel einführen konnten wir wahrheitsgemäß mit „Just sweets“ beantworten und dann durften wir tatsächlich in die Freiheit der USA einreisen.

Das nächste Problem, einen Shuttlebus zu finden, konnten wir mit Hilfe eines hilfsbereiten Flughafenmitarbeiters auch schnell lösen und dann ging es in halsbrecherischer Fahrweise in die Stadt.

Das Argonaut Hotel war das letzte angefahrene Hotel. Ein diensteifriger Angestellter kümmerte sich um das Gepäck während wir das Einchecken erledigten und brachte uns zu unserem Zimmer Nr. 315. Ein wirklich schönes Zimmer mit „herrlichem“ Blick auf den Innenhof. Das von mir erhoffte Upgrade auf Bayblick hat also leider nicht geklappt, was uns aber egal war.

Kurz das Wichtigste ausgepackt, die Annehmlichkeiten des Zimmers begutachtet und das Laptop angeschlossen. WLAN funktioniert, aber der Stecker passt nicht in den Adapter. Ralf rettet aber mit einer waghalsigen Anpassung des Adapters mittels Schweizer Taschenmesser und Bartschneideschere die Situation und so kann die erste E-Mail an die Kinder versendet werden.

In Deutschland ist es jetzt etwa 6 Uhr morgens, hier in SFO 22 Uhr. Wir sind hundemüde und fallen deshalb ins Bett.

Unser Hotelzimmer bei den Fisherman’s Wharf

 

Unser Hotelzimmer bei den Fisherman’s Wharf