Tag 13: Chicago

Ja, heute brechen wir zu unserem letzten Ziel auf unserer diesjährigen USA-Reise auf. Obwohl wir uns auch schon ein bisschen wieder auf zuhause freuen, sind wir auch ein wenig melancholisch. Ein so großer Teil der Reise liegt schon hinter uns und nur noch ein so kleiner vor uns. Aber was für einer: Chicago! Auf diese Stadt habe ich mich von Anfang an besonders gefreut und wir sind gespannt, wie sie uns tatsächlich gefallen wird. Die Wettervorhersage ist leider nicht so besonders gut… Aber abwarten!

Unser Frühstück nehmen wir heute in einem Schnellrestaurant in der Nähe unseres Hotels ein, das ein Classic Breakfast – 2 Eier, Kartoffeln und Toast – für 3,29 Dollar plus Tax anbietet. Es ist erstaunlich gut zu dem Preis. Insbesondere die Kellnerin hat es uns angetan. Eine kleine, einfache, schüchterne, Frau mit total tiefer Stimme, der man den Spaß an der Arbeit anmerkt und sich immer so süß freut, wenn sie ihren Gästen ihr Essen serviert. Einfach knuffig – Ralf wollte sie schon in die Tasche einpacken.

Bevor wir nach Chicago fahren, wollen wir heute noch Shopping in einem Outlet-Center machen und steuern deswegen – wie Jörg es uns vorgeschlagen hat – Gurnee Mills an. Für uns Landeier der absolute Wahnsinn! Dieser Riesen-Komplex mit seinen unzähligen riesigen Geschäften! Ich hatte vorher schon im Internet gelesen, dass es dort 87 Geschäfte gibt. Naja, ein bisschen enttäuscht war ich von dieser Zahl schon, hat doch so ein durchschnittliches deutsches Einkaufszentrum auch schon oft an die 100 Geschäfte. Aber was das hier für Geschäfte sind! Soooo riesig. Wir sind zum Beispiel ins Sears Kaufhaus „geraten“. Ich hatte fast Angst, dass wir nicht mehr rausfinden. Nein, mir fehlen echt die Worte für die Ausmaße dieses Outlet-Centers. Was mich nur wundert, dass so wenige Leute unterwegs sind. Die Mega-Parkplätze sind vielleicht zu 10 % belegt, die Gänge und Läden leer. Ob es an der Wirtschaftskrise liegt, ob es andere Zeiten sind, zu denen das Center voll ist oder ob es generell eine gigantische Fehlplanung war – keine Ahnung. Für uns ist das Einkaufen auf jeden Fall sehr angenehm und wir lassen unsere Kreditkarten glühen.

Ach ja, eine riesige Reisetasche mit Rollen haben wir heute auch gekauft…

Danach geht es endgültig auf nach Chicago. Die Fahrt dorthin ist, genauso wie die Fahrt bis Gurnee Mill, ziemlich anstrengend. Die Autobahn (die I-94) , eine mautpflichtige Strecke übrigens, ist eine einzige wahnsinnig lange Baustelle (auf der im Übrigen eine beachtliche Aktivität herrscht) mit eine Tempolimit von 45 Meilen. Die Schilder stehen ungefähr im Abstand von einer halben Meile, einschließlich der Strafandrohung von mindestens 375 Dollar, und ich bin wirklich der einzige Depp, der sich daran hält. Unglaublich, mit welchem Tempo ALLE ANDEREN an mir vorbei rauschen. Da ist, genauso wie auf der übrigen Strecke heute, nichts aber auch wirklich gar nichts von der Gelassenheit der amerikanischen Autofahrer zu spüren.

Wir sind schon mitten im Stadtgebiet von Chicago als das Tempolimit endlich aufgehoben wird. Gleich darauf beginnt aber der Stau. Für die letzten paar Meilen, die wir dank der Tante problemlos zurücklegen können, brauchen wir eine halbe Ewigkeit. Vor allem die letzte Meile, die abseits der Autobahn gefahren werden muss, ist eine Herausforderung für mich Landei. Vierspurig durch Hochhausschluchten fahre ich halt nicht alle Tage. Als das Best Western zu sehen ist, achte ich deshalb peinlich genau darauf NICHT an der Einfahrt zum Parkplatz vorbeizufahren.

Unser Zimmer im Best Western ist klasse. Sehr groß, modern eingerichtet mit schönem Bad. Da können wir unsere Schätze ausbreiten um alles für den Rückflug verpacken zu können. Zuerst aber machen wir einen ersten Spaziergang in der Umgebung.

Blick aus dem Hotelfenster
Blick aus dem Hotelfenster

Unser Hotel liegt in der Ohio Street und hat alle wichtigen Touristenattraktionen in gehweite. Auch das Nachtleben findet laut Reiseführer hier statt. Na, da sind wir mal gespannt. Unser Weg führt uns erst einmal zur Michigan Avenue (auch bekannt als „Magnificent_Mile“), der Einkaufszeile mit schicken Geschäften. Wir sind fasziniert von der Stadt. Hier herrscht endlich einmal Leben, was uns in manch anderer Stadt auf unserer Reise gefehlt hat. Fußgänger sind unterwegs, der Verkehr der nachmittäglichen Rush-Hour tobt. Dazu die schönen Anlagen der Michigan Avenue und das alles im Schatten der Hochhäuser. Uns steht der Mund offen.

Straßenszene ein paar Blocks weiter
Straßenszene ein paar Blocks weiter
Direkt vor unserer Hoteltür
Direkt vor unserer Hoteltür
Skyline
Skyline
Chicago Cops
Chicago Cops
Water Tower - Alt trifft neu
Water Tower – Alt trifft neu
Straßenschmuck
Straßenschmuck
Nochmal Straßenschmuck
Nochmal Straßenschmuck

An einer Ecke treffen wir auf eine große Gewerkschaftsdemo. Viele Menschen machen viel Lärm und blockieren die Querstraße. Großes Polizei- und Feuerwehraufgebot. Über allem steht ein Hubschrauber in der Luft und wir sehen sogar ein Fernsehteam mit Live-Übertragung. Wie im Film! Ralf macht natürlich Fotos.

Unsere erste amerikanische Demo
Unsere erste amerikanische Demo
Live aus Chicago
Live aus Chicago
Hier ist immer irgendwo etwas los
Hier ist immer irgendwo etwas los

Bald aber tun uns die Füße weh. Immerhin sind wir bestimmt schon ein paar Kilometer durch die Mall gelaufen. Im Hotel überlegen wir, wohin wir abends zum Essen gehen und entscheiden uns für das Hard Rock Cafe. Eine gute Wahl. Super Stimmung, motivierte Bedienungen, die ihre Show abziehen (muss echt ein harter Job sein!), leckere Drinks (teuer, aber egal!) und ziemlich gutes Essen. Gut, die Rechnung war sogar noch ein bisschen höher als gestern im Mader`s, aber ich bin gut gelaunt. Das war’s auf jeden Fall wert. Und außerdem gab’s zwei Erinnerungsgläser dazu. Jetzt müssen wir schon vier Gläser heil über den großen Teich nach Hause transportieren.

Nach dem Essen machen wir noch einen kurzen Rundgang und stellen fest, dass der laut Reiseführer und Internet beste Bluesclub „Blue Chicago“ der Stadt direkt in der Nachbarschaft liegt, aber wir sind müde. Wir haben ja noch zwei Abende hier in dieser großartigen Stadt.

Ein Bluesclub direkt beim Hotel
Ein Bluesclub direkt beim Hotel

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Unsere letzte Tagesroute


Chicago und die großen Seen auf einer größeren Karte anzeigen

Und für alle Neugierigen, die schon mal in Chicago waren – hier ist unser Hotel:


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