9. Tag: Page – Colorado-Bootstour

Heute wollen wir den Colorado River mit dem Schlauchboot erkunden. Ralf hatte während der Reisevorbereitungen zufällig einen Reisebericht von anderen Reisenden gelesen, in dem von einer Schlauchboottour auf dem Colorado berichtet wurde IN RUHIGEM WASSER. Ansonsten ist dieser Fluss ja eher für seine Raftingtouren bekannt, was definitiv nichts für uns wasserscheue Angsthasen ist, aber dieses Angebot klang optimal für uns. Vom Glen Canyon Dam aus 15 Meilen mit dem Schlauchboot flussabwärts fahren, bevor es dann von Lee’s Ferry, wo die Raftingtouren starten für uns wieder bequem mit dem Bus zurück geht.

Treffpunkt in Page ist schon um 7 Uhr morgens, also ist frühes Aufstehen angesagt. Zum Frühstück gibt es heute nur einen Kaffee, ein paar Kekse und etwas trockenes Brot, das vom gestrigen Grillen übrig geblieben ist. Reicht aber auch mal.

Am Treffpunkt sind schon viele andere, die alle mit auf den Fluss wollen. Bald geht es mit dem Bus los, nicht bevor unsere Rucksäcke einer genauen Kontrolle unterzogen wurden. Da die Tour direkt am Fuss des Glen Canyon Dams beginnt, darf unser Bus über den Versorgungstunnel fahren, der direkt in den Felsen gehauen wurde und ein sehr starkes Gefälle aufweist. In diesem Sicherheitsbereich sind absolut keine Waffen erlaubt, also auch kein Taschenmesser. Ralf hat sein’s natürlich dabei, aber im Laden heben sie es gerne für uns auf.

IMG_9113 IMG_9124 IMG_9126Den Weg vom Bus zu unserem Boot müssen wir mit aufgesetztem Helm zurücklegen. Dann liegen die Boote vor uns. Wir waren im Bus relativ weit vorne, sind jetzt also auch bei den ersten und dürfen daher aufs erste Boot – ein echter Glücksfall, wie sich später herausstellt. Unser Guide heißt Easy, ein cooler, netter Amerikaner, dem man bei all seinen Erklärungen anmerkt, dass er den Fluss und die Natur liebt. Er erklärt sehr viel über die Entstehung des Dammes, des Lake Powell, aber auch über die Felsen, die Pflanzen und die Tiere des Flusses. Mit sehr viel Geduld und Humor beantwortet er alle Fragen seiner Gäste – einfach toll .

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Nach einer Stunde Fahrzeit, immer wieder unterbrochen durch Stopps auf dem Fluss, bei denen erklärt wird, was zu sehen ist, erreichen wir einen Teil des Canyons, an dem uralte Felszeichungen, sogenannte Petroglyphen zu sehen sind. Diese werden uns von einem Ranger erklärt, bevor es weitergeht. Ach ja, Restrooms, also Toiletten sind auch vorhanden. Wie überall in den Nationalparks sind es Plumpsklos, bei denen es ganz schön von unten zieht, die aber in sehr gutem Zustand sind und auch für empfindliche Nasen keine Herausforderung darstellen.

IMG_9203 IMG_9219 IMG_9227Nach etwa einer weiteren Stunde Fahrt stellt Easy den Motor ab und lässt unser Boot treiben. So schön ruhig wird es! Er lässt die anderen 4 Boote passieren und tut immer noch nichts. Dann fragt er, ob wir gerne Musik hören möchten. Ja, klar. Er greift nach einem alten Gitarrenkoffer, zieht eine Gitarre heraus, von der er erklärt, das wäre seine allererste Gitarre gewesen. Seine Mutter habe die für 85 Dollar bei Ebay gekauft. Daran sieht man wieder, wie jung der Gute war. Bei Ebay! „Zu unserer Zeit“ hätte die Mutter die Gitarre vielleicht auf dem Flohmarkt gekauft … Ich werde wirklich alt!

IMG_9254 IMG_9260 3 Lieder spielt und singt Easy für uns und alle sind begeistert, denn es legt sich eine besondere Stimmung über uns. Danach müssen wir aber wirklich weiter. Um die verlorene Zeit wieder aufzuholen dreht Easy ordentlich den Motor auf und wir, die wir auf dem äußeren Wulst des Bootes sitzen holen uns noch ordentlich nasse Füße. Aber toll ist es trotzdem.

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Bei Lee’s Ferry endet die rasante Fahrt. Wir verabschieden uns von Easy und werden in einer einstündigen Fahrt nach Page zurückgebracht.

Es war richtig, richtig toll. Auch mit dem Wetter hatten wir noch Glück. Zwar lag der Anfang der Fahrt noch im Schatten und es war daher recht kühl, Später ist dann aber die Sonne zwischen den Wolken raus gekommen und wir haben viel Sonne und angenehme Temperaturen genießen dürfen. Von daher hat sich das frühe Aufstehen wirklich gelohnt.

Bevor wir müde in unser Motel zurückkehren, holen wir uns bei Safeway noch ein paar Sandwiches zum Mittagessen. Danach ist Ausruhen angesagt. Währenddessen bricht draußen ein ordentliches Gewitter los, das eine ganze Zeit lang dauert. Es kracht ganz schön und es kommt einiges an Regen vom Himmel. Hm, was fangen wir also mit dem Rest des Tages an?

Kurzentschlossen beschließen wir, dass heute Waschtag angesagt ist. Wir haben ja aufgrund der Gepäckbeschränkungen der Fluggesellschaften nicht Kleidung für 3 Wochen dabei und hatten geplant, einmal einen amerikanischen Waschsalon auszuprobieren. Beim vorbeifahren hatten wir gestern auch schon einen gesehen. Also packen wir die Schmutzwäsche zusammen und starten ins nächste Abenteuer.

Ich war ja noch nie in einem Waschsalon, geschweige denn in einem amerikanischen. Es herrscht ein riesen Gewusel. Ralf entdeckt gleich das „Soap-Center“, wo man am Automaten alles benötigte an Waschpulver, Waschkraftverstärker, Bleiche und Weichspüler kaufen kann. Wir entscheiden uns für eine Sorte und hoffen, dass da die richtige ist. Dann irren wir durch den Salon auf der Suche nach einer freien Waschmaschine. Es gibt sie in allen Größen und Varianten, angefangen von der Junior- über die „normale“ bis zur Oversize-Waschemaschine, entweder Front- oder Toplader. Ein freundlicher Mann macht uns darauf aufmerksam, dass die Maschine neben seiner noch frei sei und erklärt uns auch in ein paar Worten die Bedienung. Es gibt eigentlich nur 3 Temperaturen: cold, warm und hot. WIE kalt, warm oder heiß das ist, weiß man natürlich nicht. Oben kippt man Waschmittel rein – für Vor- und Hauptgang getrennt, was uns leider nichts nutzt, weil wir ja nur ein Minipäckchen für den Hauptwaschgang haben. Danach noch 12 Quarters, also 3 Dollar einwerfen und das Spiel beginnt. Ganz einfach also. Wir stehen neben der Maschine und schauen unserer Wäsche beim Karussellfahren zu. Ich hoffe, dass die eingestellte Temperatur von „warm“ die richtige ist und dass die Wäsche auch sauber wird. (So richtig sauber war sie dann aber nicht. Vielleicht hätte das Waschmittel im Vorwaschgang noch was gebracht. Keine Ahnung, ist auch egal :-))

Nach etwa 20 Minuten ist die Maschine fertig mit der Arbeit und wir räumen die Wäsche in einen Wäschetrockner. Hier wirft man immer 1 Quarter ein, dafür läuft der Trockner 10 Minuten. Bis die letzte Jeans trocken ist, dauert es dann 40 Minuten. Viel Zeit also, das Treiben im Salon zu beobachten. Es ist richtig viel los, es scheint in Page viele Haushalte ohne Waschmaschine zu geben. Bevor wir gehen, können wir unser erworbenes Wissen noch drei junge Deutsche weitergeben, die genauso ratlos wie wir vor einer guten Stunde vor den Maschinen standen.

Danach gehen wir noch ein bisschen shoppen. Leider haben in Page viele Geschäfte geschlossen, bzw. stehen zum Verkauf. Die Rezession in den USA macht sich hier ziemlich deutlich bemerkbar.

Aufgrund des deutlich abgekühlten Wetters und vieler Wolken am Himmel gibt es heute kein Barbecue bei Lulu. Wir hatten aber sowieso beschlossen, dass wir heute Abend wieder essen gehen werden und speisen ausgezeichnet bei „Bonkers„. Und wieder ist ein spannender Tag zu Ende.

Heute gibt es keine Route, aber als besonderes Schmankerl ein Video einer ähnlichen Tour auf der Easy Joseph singt:

8. Tag: Vom Grand Canyon nach Page

Heute nehmen wir Abschied vom Grand Canyon, was uns nicht so besonders schwer fällt, denn wie gestern schon geschrieben, haben wir uns jetzt endlich satt gesehen. Unser Weg nach Page führt uns aber noch einmal durch den östlichen Teil des Nationalparks bis zum Desert Tower. Dort halten wir noch einmal kurz an, besteigen zusammen mit vielen anderen Touristen den Turm, schauen uns um und beschließen, dass es wirklich OK ist, jetzt weiter zufahren. Irgendwie ist ein Wiedersehen mit dieser gigantischen Schlucht doch etwas anderes als ein erstes Zusammentreffen. Man ist nicht mehr so überwältigt, sondern hat eher das Gefühl, ja, ist ok, Du bist da, bist gewaltig groß und beeindruckend und das ist OK.

Die letzte Station bevor wir den Grand Canyon verlassen
Die letzte Station bevor wir den Grand Canyon verlassen
Gefährliche Gegend der Grand Canyon
Gefährliche Gegend der Grand Canyon

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Die Weiterfahrt nach Page ist angefüllt mit alten Erinnerungen an unsere letzte Tour, die uns über die gleiche Strecke geführt hatte. Ja, hier haben wir angehalten. Schau, diese vielen Verkaufsstände mit Indianerschmuck und -kunsthandwerk. Wie schlimm, diese vielen heruntergekommenen Indianersiedlungen. Was hat sich der „weiße Mann“ nur dabei gedacht und wieviel Arroganz ist nötig, den amerikanischen Ureinwohnern dieses zwar wunderschöne aber absolut lebensfeindliche, öde Land als Heimat anzubieten? Wie würden wir uns fühlen, wenn wir plötzlich aus unserer gewohnten Umgebung herausgerissen würden und dorthin verpflanzt würden? So nach dem Motto, schaut, wieviel neues Land ihr da bekommt. Seid also brav und freut euch darüber …

Verkaufsstand der Navajos
Verkaufsstand der Navajos

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Kleiner Canyon im Navajo-Reservat
Kleiner Canyon im Navajo-Reservat

Ansonsten verläuft die Fahrt unspektakulär. Einmal kommen wir zu einer größeren Straßenbaustelle. Es wird schon mit Schildern darauf hingewiesen, dass die Straße nur noch einspurig verlaufen wird, das Tempo wird gedrosselt und dann steht da ein Mann mit Flagge und stoppt den Verkehr. Tja, und dann steht man da mitten in der Landschaft. Weit und breit nichts zu sehen. Irgendwann kommt dann eine gewaltige Autoschlange entgegen und irgendwann fahren die vor einem stehenden an und man selbst fährt einfach der Kolonne nach – über eine eigentlich komplett fertige Straße, es ist also nichts von einer Baustelle zu sehen. Ach ja, doch, da vorne fährt ja ein Baufahrzeug. Das macht gerade noch die Fahrbahnmarkierung fertig. Damit das alles gut funktioniert, wird jede Kolonne von einem „Pilot Car – Follow me“ angeführt. Den Job stell ich mir ja – genauso wie den des Mannes mit der Flagge – sehr spannend vor. Den ganzen Tag einen Treck von Autos über eine Strecke von etwa 5 km führen, wenden und mit dem nächsten Treck zurück. 🙂

Landschaft :-)
Landschaft 🙂

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Baustelle auf amerikanisch
Baustelle auf amerikanisch

In Page angekommen sind wir gleich wieder fasziniert von der Landschaft. Diese Gesteinsformationen sind einfach fantastisch. Aber als erstes fahren wir einen Denny’s an, den ersten für diese Reise. Wir stärken uns mit einem Salat mit Hähnchenbrust (und einem klitzekleinen Nachtisch…) für den Rest des Tages, bevor wir einen Viewing Point ansteuern, von dem aus man einen perfekten Blick auf die Staumauer des Glen Canyon Dam hat. Zusammen mit diesen großartigen Felsen ringsherum ein echtes Highlight.

Der Lake Powell - Ein Stausee mitten in der Wüste - ist schon zu sehen
Der Lake Powell – Ein Stausee mitten in der Wüste – ist schon zu sehen

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Der Colorado. An dieser Stelle wollen wir morgen früh los
Der Colorado. An dieser Stelle wollen wir morgen früh los

DSC_0104 DSC_0111Danach fahren wir zu unserem Motel „Lulu’s Sleep Ezze„. Dieses kleine, altmodische Motel haben wir im Internet gefunden und aufgrund der dortigen Berichte gleich für 3 Nächte gebucht. Das Motel ist wirklich ganz entzückend und hat eine super nette und herzliche Gastgeberin. Unser Zimmer hat die Nummer 8. „The door is open, the key is inside“ – ja, so ist das hier tatsächlich noch. Das Zimmer ist zwar nicht so perfekt eingerichtet wie in den meisten Kettenmotels, hat dafür aber echten Charme und ist blitzsauber. Es hat einen Kühlschrank, eine Mikrowelle und eine Kaffeemaschine MIT ECHTEN PORZELLANBECHERN. Juchhu, wir müssen also morgen früh keinen Kaffee aus Pappbechern trinken!

Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte
Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte

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Echte Tassen! Eine Rarität in amerikanischen Motelzimmern
Echte Tassen! Eine Rarität in amerikanischen Motelzimmern
Schnell noch ein paar Bilder sichern
Schnell noch ein paar Bilder sichern

Nach dem Ausräumen des Autos macht Ralf erst einmal ein paar Fotos von diesem Kleinod und muss es natürlich gleich der Welt mitteilen. ;-)) Danach machen wir uns auf zum Einkaufen ins Safeway. Bei Lulu gibt es nämlich jeden Abend Barbecue für die Gäste. Dafür muss man natürlich selbst einkaufen, aber sie gibt uns ihre Rabattkarte mit und man bekommt 10% Rabatt auf alles. Wir kaufen Ribeye-Steaks, Brot, Makkaronisalat, Steaksauce und natürlich Bier. Zusammengerechnet kommt der Spaß dann wahrscheinlich kaum billiger als Essen gehen, aber dafür sitzen wir abends dann hinter dem Motel und essen die von Lulu frisch gegrillten Steaks (köstlich!) unter einem Strohschirm mit bunten Lämpchen. Sehr romantisch. Da es hier sehr familiär zugeht, müssen wir natürlich unser Geschirr auch selbst spülen (Lulu hat mir vorher genau ihre Küche erklärt) und dann gerät sie ins Erzählen. Ihre Geschichte ist sehr spannend und interessant, aber irgendwann treibt es mich ins Zimmer, denn es blitzt und donnert ganz gewaltig.

Unser erstes amerikanisches BBQ
Unser erstes amerikanisches BBQ

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Hoffentlich gewittert es morgen nicht, denn eigentlich haben wir vor, eine Schlauchbootfahrt auf dem Colorado River mitzumachen. Um 7 Uhr ist Treffpunkt.

Unsere heutige Route:


USA September 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

7. Tag: Immer noch Grand Canyon

Bei unseren immer noch regelmäßigen Wachphasen in der Nacht haben Ralf und ich unabhängig voneinander festgestellt, dass unsere Waden ganz schön zwicken. Daher fällt die Entscheidung für das heutige Tagesprogramm nicht allzu schwer: Auf keinen Fall wandern wir heute noch einmal in den Canyon.

Gestern hatten wir schon einmal grob eine Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn von Williams zum Grand Canyon ins Auge gefasst. Ein paar Mal hatten wir auch schon mal die kühne Idee ins Auge gefasst, mit dem Flugzeug über den Canyon zu fliegen. Nachdem ich aber nicht so der große Fan des Fliegens bin, hatte ich eher an die Bahnfahrt gedacht.

Ralf meint aber, dass er sooo gerne fliegen würde. Nach kurzem Überlegen gebe ich mein ok dazu. Also kurz frühstücken (aufgrund der gestrigen McDonalds-Erfahrung haben wir gestern Brot und Frischkäse gekauft. Kaffee gibts im Hotel ja eh immer gratis in beliebigen Mengen) und dann machen wir uns auf Richtung Flughafen. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel, kein Wind regt sich. Also einfach ein perfekter Tag.

Am Flughafen angekommen finden wir schnell das Hauptterminal, in dem die verschiedenen Anbieter von Rundflügen ihre Schalter haben. Kurz entschlossen steuern wir auf den Schalter von „Westwind“ zu, wo wir erfahren, dass aufgrund starker Restriktionen der Flugroute alle Anbieter die gleiche Strecke fliegen. Der Flug soll ungefähr 40 Minuten dauern. Nachdem wir ja keine Vergleichsmöglichkeiten haben, lösen wir zwei Tickets für den nächsten Flug um 9 Uhr. Auf meine Fragen, wie viele Personen wohl mitfliegen werden, erfahre ich, dass wir bisher die einzigen Passagiere sind, das Flugzeug aber 6 Plätze bietet. Das hört sich doch schon mal gut an!

Grand Canyon Airport
Grand Canyon Airport
Die Flughafenkatze
Die Flughafenkatze

Kurz vor 9 Uhr kommt ein junger Mann in Begleitung von drei anderen Personen in die Halle. Es stellt sich heraus, dass das unser Pilot mit den vorherigen Passagieren ist. Die Leute sehen eigentlich ganz munter aus, strahlen vor Begeisterung. Na, dann werde ich das wohl auch schaffen, auch wenn mir etwas mulmig ist.

Zusammen mit dem Piloten marschieren wir übers Flugfeld zu unserer Maschine. Wir machen noch ein paar Fotos, dann gibts die Sicherheitseinweisung – ganz wie bei den „Großen“ und wir dürfen in die Maschine einsteigen. Sie ist wirklich winzig! Es gibt drei Sitzreihen hintereinander mit jeweils zwei Plätzen nebeneinander. Also ein Fensterplatz für jeden! Und wir bleiben die einzigen Passagiere. Der Pilot sitzt direkt vor uns, Ralf, der versetzt hinter ihm sitzt, kann ihn gut bei der Arbeit beobachten. Wir setzen unsere Kopfhörer auf, dann geht es los.

"Unser" Flugzeug
„Unser“ Flugzeug
Flieger - Grüß mir die Sonne ...
Flieger – Grüß mir die Sonne …

Wie bei Flügen mit den großen Passagiermaschinen rumpelt man erst mal übers Rollfeld, bis man an der Startbahn ist. Kurzer Blick des Piloten nach links und rechts (und oben;-)), dann beschleunigt er und kurze Zeit später sind wir schon ganz sanft in der Luft. Einfach Klasse! Es wackelt ein bisschen, was mir aber gar nicht so unangenehm vorkommt wie beim Flug mit großen Maschinen und ich mach mir auch keine Sorgen. Es scheint mir einfach „natürlich“.

Wir fliegen zuerst über die weiten Kiefernwälder entlang des Grand Canyon, bevor wir dann über die Rimkante fliegen. Ein unbeschreiblicher Anblick, einfach grandios, sensationell, superklasse, toll. Man sieht unten die braunen Fluten des Kleinen Colorado-Flusses und die grünen des Großen. Nach dem Zusammenfluss der beiden ist das Wasser dann auch braun. Schade eigentlich, das Grüne sieht doch viel besser aus.

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Auch jetzt wackelt das Flugzeug ab und zu, aber ich habe immer noch keine Angst. Ich bin einfach nur begeistert. In unseren Kopfhörern hört man ab und zu auf Deutsch bzw. Fränkisch ein paar Erläuterungen zum Grand Canyon allgemein. Auf besondere Punkte macht uns der Pilot selbst aufmerksam.

Nach einiger Zeit müssen wir leider den Canyon verlassen und fliegen zum Flughafen zurück. Winzig klein sieht man in den Wäldern die Landebahn liegen. Ohne viel Gewackel setzt der Pilot zur Landung an und setzt die Maschine sanft auf. Bei einem normalen Flug kommt danach für mich ja immer der schlimmste Moment: das Abbremsen. Die Kräfte, die notwendig sind, eine Maschine mit einem so enormen Gewicht von wasweißichvielen Tonnen zum Stillstand zu bringen empfinde ich einfach als extrem unangenehm und beängstigend. Heute ist das aber ganz anders: Wir setzen auf und danach lässt der Pilot (gefühlt) die kleine Maschine einfach ausrollen. Überhaupt kein Thema. Und mir ist auch gar nicht komisch, als wir aussteigen, sondern ich würde am liebsten gleich nochmal fliegen.

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Das geht aber natürlich nicht und so fahren wir erst einmal ins Hotel zurück, holen unsere Wandersachen und fahren in den Nationalpark. Dort wollen wir heute eine Wanderung auf dem Rim-Trail, also an der Canyonkante entlang machen. Der Vorteil dieser Strecke ist, dass sie natürlich eher flach ist und dass ein Shuttlebus entlang fährt, in den man immer einsteigen kann, wenn man nicht mehr kann oder will.

Wir laufen erst einmal vom Visitor-Center und damit dem Mather-Point ca. 5 km bis zur Bright Angel Lodge. Von dort beginnt der Bright-Angel-Trail, den wir eigentlich ja gehen wollten. Von oben sieht man den Verlauf und auch das von uns ins Auge gefasste Ziel, Indians Garden bzw. den Plateau Point genau. Ein kleines bisschen wehmütig sind wir schon, aber wir hatten ja mit dem South Kaibab Trail gestern ja auch eine wunderschöne Wanderung. Ganz davon abgesehen sind die Ausblicke von den beiden Trails nicht miteinander zu vergleichen. Der South Kaibab Trail bietet schon auf dem oberen Teil, den wir ja gegangen sind, tolle Ausblicke auf den Hauptcanyon, während der Bright Angel Trail eher in einem Seitencanyon verläuft und die Ausblicke vergleichsweise unspektakulär sind. Erst am Plateau Point soll der Bright Angel Trail einen wirklich atemberaubenden Blick auf den Colorado bieten. Aber bis dahin und vor allem wieder zurück ist es eben ein sehr weiter, strapaziöser Weg und daher sind wir zufrieden mit dem, was wir hatten.

DSC_0780 DSC_0775 DSC_0801An der Bright Angel Lodge steigen wir in den Shuttlebus nach Hermits Rest ein. Von dort wollen wir soweit es geht bzw. wir Lust haben zurücklaufen. Auch wenn sich immer wieder tolle Ausblicke auftun, sind wir jedoch etwas enttäuscht vom Weg. Er ist rollstuhlgeeignet, also asphaltiert und damit nicht besonders angenehm zu gehen. Nach etwa 5 km reicht es uns daher (und außerdem sind wir der Meinung, dass eine 10 km-Wanderung für einen Ruhetag, der laut Plan heute ja ist, ausreichend sind!) und wir fahren mit dem Bus zurück.

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Jetzt haben wir noch einen Abend hier in Tusayan, bevor es morgen weiter nach Page geht. Wir freuen uns beide darauf, denn wir haben uns jetzt am Grand Canyon satt gesehen. Besondere Wanderstrecken gibts jetzt auch nicht mehr, die wir erobern könnten und so reicht es uns jetzt hier. Und zu essen gibts auch nichts Leckeres. Und DAS ist für mich ja immer wichtiges Detail auf meiner persönlichen Wohlfühlskala. 🙂

6. Tag: Wanderung auf dem South Kaibab Trail

Die Wetteraussichten für den heutigen Tag waren ja leider nicht so gut. Nach diversen Vorhersagen sollte der Vormittag noch ganz werden, erst am Nachmittag sollen dann Regen und Gewitter vorherrschen.

Also sind wir um 6.30 Uhr aufgestanden, schnell unter die Dusche gesprungen, um dann nach dem Packen unserer Rucksäcke über die Straße zu McDonalds zum frühstücken zu gehen. Ja, schon wieder McDonalds. Ist wirklich nicht meine erste Wahl, aber hier in Tusayan sind die gastronomischen Angebote ziemlich traurig. Teuer und schlechtes Essen mit schlechtem Service. Unsere Überlegung war, dass wir dann bei McDonalds für weniger Geld dann genauso schlechtes Essen kriegen. Wir waren übrigens bei weitem nicht die ersten, die um kurz nach 7 auf diese Idee gekommen waren, denn wir standen in einer riesen Schlange. Für 22 (!) Dollar haben wir dann aber ein einigermaßen genießbares Frühstück bekommen, da wir aus der Erfahrung in Las Vegas gelernt hatten und weder Scrambled Egg noch Sausage gewählt haben. Der Preis ist aber natürlich der Hammer – eben typisch Tusayan.

Um 7.30 Uhr machen wir uns frohgemut auf Richtung Nationalpark. Die Fahrt dorthin dauert nicht lange, denn Tusayan liegt direkt am Nationalparkeingang. Nach dem passieren der Kasse fahren wir noch ein kleines Stück und dann springt mir eine Kontrollleuchte in der Armatur ins Auge. Reifendruck! Oh nein, uns fallen gleich wieder die Erfahrungen in Michigan vor zwei Jahren ein, als wir dann mit Plattfuß liegen geblieben waren. Wir werden uns doch nicht in dieser blöden Baustelle, die sich durch den Ort erstreckt, einen Platten gefahren haben? Ich entscheide, dass wir bei der nächsten Gelegenheit wenden und nach Tusayan zur Tankstelle fahren um den Schaden begutachten zu lassen. Aber in Tusayan gibt es keine Reparaturwerkstatt, erfahren wir. Die nächste gibt es in Williams, 80 km entfernt. Na super, da wissen wir ja, wie wir diesen Tag, der ja eh keine guten Wetteraussichten bieten sollte, rumkriegen. Andererseits – wieso sollen wir uns mit Reparaturen rumplagen, wenn wir eh so weit fahren müssen? Dann können wir auch gleich zu Alamo fahren und denen das Problem übertragen. Schließlich haben wir ja Vollkasko gebucht.

Aber zuerst versuchen wir es damit, die Reifen ordentlich aufzupumpen. Auch ein Abenteuer, denn nach dem Bezahlen von 75 Cents stellen wir fest, dass es keine Reifendruckanzeige an der „Luftpumpe“ gibt. Also nach Gefühl die zur Verfügung gestellte Luft auf alle 4 Reifen gerecht aufteilen, denn es ist bei keinem Reifen zu sehen, dass Luft fehlt. Danach Kontrolle, ob die Kontrolleuchte vielleicht jetzt ja nicht mehr leuchtet. Nein, leider Pech gehabt!

Also ab ins Hotel und nach der nächsten Alamo-Station suchen. Leider ist die nächste in Flagstaff, 130 km entfernt. Hoffentlich hält der Reifen bis dorthin und Mist, den Tag hatten wir uns anders vorgestellt. Wir fahren los, ich schalte nach Tusayan gerade die Cruise Control auf 65 Meilen, da stelle ich fest, dass die Kontrolleuchte aus ist. Hm, schön, aber was tun? Ich fahren noch ein paar Kilometer „zur Kontrolle“, dann wende ich und fahre zurück. Ich lasse mich von diesem Auto doch nicht zum Narren halten!

Nochmal zurück ins Hotel, die Rucksäcke wieder einpacken und dann geht es endlich mit 1 Stunde Verspätung in den Park.

Wir wollen heute den South Kaibab Trail wetterabhängig zumindest bis zum „Ooooh-Aaaah-Point“ wandern, vielleicht auch weiter. Vom Shuttlebus lassen wir uns zum Trailhead bringen und wandern mit einer Menge anderer Hiker los. Das Wetter ist ganz gut, die Sonne kommt gerade heraus, nachdem es morgens schon geregnet hatte. Der Weg ist wie angekündigt ganz schön steil, aber bergab geht es sich natürlich leicht. Uns umweht ein Hauch von Pferdemist, denn der Trail wird auch von vielen Mulitrecks begangen, der sowohl faule Touristen zum Canyongrund bringt als auch Versorgungsgüter (und Steine, wie wir später feststellen – keine Ahnung warum!).

Die Ausblicke vom Weg sind grandios, Ralf muss immer wieder zum fotografieren anhalten. So schön!

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Bald ist der Oooh-Aaah-Point erreicht und wir entschließen uns nach Cedar Ridge weiterzugehen. Auch dieser Punkt ist leicht zu erwandern mit 4,8 km Länge und 350 Höhenmetern. Spannend sind wirklich die Mulitrecks, die von Zeit zu Zeit entgegenkommen. Dass Mulis so groß sind, hätte ich nicht gedacht. Sie sind aneinander angebunden, vorn und hinten reiten jeweils Muliführer.

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Am Cedar Ridge angekommen erkunden wir die Gegend, schießen viele Fotos und machen dann unter einem Baum Rast, trinken und essen etwas. Da kommen von unten drei Mulitrecks an und verteilen sich auf dem Platz. Keine Ahnung, wie das organisiert ist. Ich nehme an, dass die Tiere von Zeit zu Zeit eine Rast brauchen und außerdem kommen die Trecks auf dem Weg ja nicht aneinander vorbei und so muss alles genau getimet werden.

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Wir sitzen also gemütlich da und genießen den Tag, als plötzlich das Muli eines Reiters wie ein wildes Pferd bockt. Als erstes verliert der Reiter seinen Hut, wie ein Cowboy beim Rodeo, und dann kämpft er ganz schön, um das Tier wieder unter Kontrolle zu bringen. Für mich ein erschreckendes Bild, die anderen Mulireiter bleiben ganz cool, Keine erschreckten Aufrufe oder sonstige Aktivitäten, nur ein anerkennendes „Good job!“ als der Muli schließlich wieder brav da steht. Uah, ich fand das echt ganz schön gefährlich, so nah da dran zu sein.

IMG_0599 IMG_0623Kaum ist einen Moment Ruhe eingetreten, als einem anderen Muli plötzlich das auf den Rücken gebundene Gepäck verrutscht und jetzt am Bauch hängt. Das Tier erschrickt natürlich und rast los. Den Führer, der den Strick in der Hand hält, schmeißt es hin und das Tier rast einfach so herum, und macht natürlich die anderen auch noch extrem nervös. Und wir reden hier ja immerhin von 20 bis 30 Tieren! Mir wird es jetzt jedenfalls zu bunt. Ich stehe auf und flüchte mich auf einen Steinhaufen. Da werden diese Monster wohl nicht hinkommen.

Über meine Flucht bemerke ich nicht, dass die Tiere sich dann doch recht schnell beruhigen lassen. Ralf meinte hinterher, dass die Ranger noch lachend zu uns meinten, wir hätten jetzt kostenlos eine Rodeo-Show geboten bekommen… Ich weiß auf jeden Fall, dass mir so große Tiere einfach nicht geheuer sind!

Auch Cedar Ridge reicht uns noch nicht und wir wandern weiter Richtung Canyongrund. Nachdem nun erst mal kein „richtiger“ Umkehrpunkt mehr kommt, legen wir fest, dass wir noch eine halbe Stunde weiter bergab gehen und dann umkehren. Wir kommen noch an einigen tollen Aussichtspunkten vorbei und kehren dann brav um.

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Obwohl es inzwischen doch recht heiß geworden ist (von Gewittern erst mal keine Spur), ist der Aufstieg recht anstrengend. Bewaffnet mit unseren Wanderstöcken kommen wir aber recht gut voran. Inzwischen sind wir ziemlich rot geworden. Obenrum leider von Sonnenbrand (dieses komische Sonnenschutzspray von Aldi nutzt irgendwie trotz Schutzfaktor 30 nicht so viel), untenrum vom roten Canyonsand. DAS ist schön.

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Im oberen Teil wird der Trail dann noch einmal richtig steil, aber auch das schaffen wir. Mittlerweile sind einige dunkle Wolken aufgezogen und so bin ich ganz froh, dass wir oben sind. Auch meine Beine meinen, dass es jetzt reicht, auch wenn es wirklich so schön war, dass wir beide noch gerne weitergegangen wären.

Wir fahren mit dem Bus noch weiter zum Yaki-Point, von wo aus wir unseren Weg noch einmal von oben sehen können. Ganz schön tief unten liegt er und wir sind recht stolz auf uns. Insgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs.

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Im General Store des Grand Canyon Village kaufen wir noch ein paar Sachen ein, dann merken wir, dass wir doch müde sind und vor allem gerne den roten Staub abduschen würden. Daher fahren wir ins Hotel zurück, wo Ralf schon mal die Fotos sichert und wir uns dann die wohlverdiente Dusche gönnen.

Zum Essen gehen wir ins „Yippie-Ei-Oh-Steakhouse“. Urige eingerichtet mit bedienenden Cowboys, aber das Essen ist ziemlich mies. Morgen geht es dann auch zum Abendessen in irgendein Fastfood-Lokal. Da weiß man wenigstens was man bekommt, oder wie sagte einmal eine Freundin „Von fritiertem Essen war ich noch selten enttäuscht“.

Morgen soll das Wetter wieder gut sein. Ich hoffe, dass der Wetterbericht dann stimmt, denn heute war es ja bis auf die paar Tropfen am Morgen wirklich schön. Wenn unsere Beine damit einverstanden sind, wollen wir dann morgen unsere große Canyon-Wanderung machen. Den Bright-Angel-Trail zumindest bis Indians Garden, wenn es gut läuft, bis zum Plateau Point. Aber das entscheiden wir erst morgen. Langweilig wird es uns hier bestimmt nicht.

Anmerkung von Ralf:

Der Punkt an dem wir umgekehrt haben wird in einem Wanderfürher als O’Neal Butte gekennzeichnet. Das heißt wir sind stolze 4 Meilen in den Canyon hinein gewandert. Nicht ganz so viel wie ich ursprünglich mal geplant hatte, aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Ich bin mir übrigens nicht mehr ganz sicher ob der Grand Canyon wirklich echt ist. Überall waren Leute am graben, Schubkarren standen herum und die Mulis haben laufend Steine nach oben getragen. Ob die 450 km lange Schlucht nicht doch künstlich ist? Zutrauen könnte ich es den Amerikanern ja …

Unsere heutige Strecke:

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(Diesmal nicht von Google-Maps)

5. Tag: Von Needles über die Route 66 nach Tusayan (Grand Canyon)

Der heutige Tag ist wieder ein „Fahrtag“ über die historische Route 66.

Trotz der hinter dem Gebäude verlaufenden Bahnlinie konnte ich ganz gut schlafen, auch wenn ich immer noch recht früh wach werde. Aber immerhin war es heute schon 6.30 Uhr. Langsam wird es also!

Frühstück gibts im neben dem Best Western liegenden Juicy’s Café.  Im Übernachtungspreis inbegriffen ist eine Portion Rührei mit Schinken, Hashbrowns und ein „Biskuit“, eine Art weiches Brötchen. Mir reicht das locker, aber Ralf kann den Banana Nut Pancakes nicht widerstehen und ordert zusätzlich noch 1 Rührei mit Bacon. Alles sehr lecker.

Danach checken wir aus. Über Nacht ist es um einiges kühler geworden, außerdem ist der Himmel bewölkt. Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind nicht so toll, bewölkt, stellenweise leichter Regen und sogar Gewitter. Der im Süden tobende Hurricane „Lee“  hat Auswirkungen bis hier .  Aber egal, wir lassen uns die Laune nicht verderben und starten wohlgemut Richtung Oatman an der Route 66. Der heutige Tag ist ein besonderes Highlight besonders für Ralf. Ich lasse es auf mich zukommen.

Auf dem Weg nach Oatman werden wir von der österreichischen Motorradgruppe aus dem Motel überholt. Die werden wir wohl noch häufiger treffen. Auf dem Weg ins Gebirge weisen uns Schilder auf wild lebende Esel hin, auf die wir achten sollen, Und tatsächlich kommen wir an einer Gruppe Esel vorbei, die sich an der Straße häuslich niedergelassen haben. So niedlich! Insbesondere ein Fohlen, das da liegt hat es mir angetan. Lustig  finde ich, dass es einen Aufkleber auf der Stirn hat.

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In Oatman, einer alten Westernstadt, angekommen treffen wir die Motorradgruppe wieder und stellen amüsiert fest, dass das Treffen wohl nicht das letzte war (war es dann aber doch, zumindest für heute). Ansonsten sind alle Häuser typisch amerikanisch im alten Westernstil hergerichtet und überall kann man Andenken kaufen. Sieht ganz nett aus, aber mir fehlen die Esel, auf die hier überall hingewiesen wird und deren Hinterlassenschaften man auf der Straße sieht und vor allem riecht. Auch Eselfutter kann man kaufen. Und man erhält den Hinweis, dass man Esel mit Aufkleber auf der Stirn bitte nicht füttern soll, da diese das wohl nicht vertragen und sterben müssten. Ich nehme an, dass die Esel noch in der Wildnis sind, weil es noch so früh am Tag ist und sehr wenige Touristen unterwegs sind.

DSC_0540 DSC_0536 DSC_0532 DSC_0548Also geht es weiter auf der „Mother Road“, die sich hinter der Oatman malerisch durchs Gebirge schlängelt. Kaum vorstellbar, dass diese Sträßchen einmal eine wichtige Hauptverkehrsverbindung von Ost nach West war. Aber sehr schön alles.

DSC_0562 DSC_0563Danach wird es für mich etwa eintöniger. Zwar ist die Landschaft immer noch schön und abwechslungsreich, aber irgendwie reißt mich das alles nicht vom Hocker. In Kingman machen wir einen Stopp und besichtigen das Museum, in dem die Geschichte der Straße dargestellt wird. Sehr interessant und beeindruckend.

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Und weiter…. Meile um Meile fahren, unterbrochen von „historischen“ Gebäuden mit alten, verrrosteten Ami-Schlitten davor und natürlich Andenkenladen. Ralf ist begeistert und macht viele Fotos, aber mir fehlt irgendwie der Sinn für diese Art von Romantik. Nicht, dass ich genervt bin oder es schlimm finde, aber es reißt mich einfach nicht vom Hocker.

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So bin ich froh, dass wir nach einer Rast in Lilo’s Café in Seligman, wo es amerikanisches und deutsches Essen und einen Besitzer, der zwischen 1958 und 1962 als GI in Deutschland stationiert war und dem Bier und den Schnitzeln hinterhertrauert, aber immerhin eine in Wiesbaden gebürtige Frau mitgenommen hat, bald auf die Interstate Richtung Williams / Grand Canyon abbiegen können.

DSC_0632 DSC_0647 DSC_0637 DSC_0635In Tusayan angekommen beziehen wir unser schönes Zimmer in der Red Feather Lodge, in der wir schon bei unserem ersten Grand-Canyon-Besuch gewohnt hatten und fahren zu einer ersten Stippvisite an den Canyon. Er ist tatsächlich noch da, ist aber ziemlich dunstig. Das liegt daran, dass es heute doch ziemlich geregnet hat. Jetzt scheint zwar die Sonne, aber es ist nur noch um die 60 Grad Fahrenheit warm.  Außerdem sind die Wetteraussichten für morgen ziemlich bescheiden.  Unsere geplante Wanderung in den Canyon hinein werden wir wohl verschieben müssen. Das sehen wir dann morgen.

DSC_0669 DSC_0681 DSC_0680Gegessen haben wir bei Sophie’s Kitchen mexikanisch. Pappsatt sind wir und das Essen war auch ganz lecker.

Morgen sehen wir weiter.

Unsere heutige Route:


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4. Tag: Von Death Valley nach Needles

Nach einer ruhigen Nacht, natürlich wieder um 3 Uhr unterbrochen (wann hört der Jetlag endlich auf?) treibt es uns um 6 Uhr schon auf die Beine. Wir wollen ja im Death Valley noch einiges anschauen, möglichst nicht in der größten Mittagshitze. (Haha, gestern war der Temperaturrekord ungefähr 1 Stunde nach Sonnenuntergang mit 46 Grad (Danke für die Info, Konny!))

Nachdem unser Zimmer über eine kleine Terrasse mit zwei Schaukelstühlen verfügt, machen wir uns mit der im Zimmer befindlichen Kaffeemaschine einen Kaffee und setzen uns raus. Der Blick geht über eine große Rasenfläche umstanden von hohen Bäumen. Alles ist noch ruhig, noch nicht einmal die Roadrunner haben ihren Dienst angetreten. Wahrscheinlich ist denen noch zu kalt. Ich schätze, es hat so um die 30 Grad Celsius. So schön, hier könnte ich noch ein bisschen bleiben.

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Aber wir müssen ja weiter. Also ab unter die Dusche. Hier stelle ich mal wieder fest, dass es im Death Valley tatsächlich kein kaltes Wasser gibt. Es gibt die Auswahl zwischen warmem Wasser (gerade richtig zum Duschen) und heißem Wasser. Das kommt wohl daher, dass  die Wasserleitungen von der warmen Quelle des Anwesens, die auch den Pool speist, versorgt werden. Runterkühlen wäre offenbar mit zusätzlichem Energieaufwand verbunden und so bleibt es eben dabei, dass das Wasser warm aus der Leitung kommt. Finde ich gut!

Die Furnance Creek Ranch ist sowieso relativ weit, was den Umweltschutz betrifft. Der Müll wird getrennt nach „normalem“ Müll und recyclebarem Müll. Das liegt am kalifornischen Gesetz, das dies vorschreibt. Fällt aber trotzdem positiv auf, auch wenn natürlich weiterhin leider nicht auf Müllvermeidung geachtet wird. Alles ist zum wegwerfen. Als weiteren Pluspunkt für die Umwelt betreibt die Farm ein eigenes Solarkraftwerk. Eigentlich kaum verwunderlich aufgrund der Lage, aber trotzdem sehr fortschrittlich für die USA. In Las Vegas, das ja auch nicht gerade unter Sonnenmangel leidet, sieht man vom Stratosphere Tower keine einzige Solarpaneele glitzern …

Dann machen wir uns zu Fuß auf Richtung Café, um zu einem Frühstück zu kommen. Das wird auch hier in Buffetform angeboten und in rustikaler Umgebung (ja, ich liebe in den USA diesen Touri-Kitsch!) versorgen wir unsere Mägen mit den notwendigen Kalorien. Und weil wir Urlaub haben, kriegen sie auch gleich noch ein paar Bonuskalorien obendrauf.

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Danach machen wir noch einen kurzen Spaziergang über das Anwesen. Sehr schön gemacht und durchaus auch für einen längeren Aufenthalt geeignet mit Pool, Tennisplätzen und Golfplatz. Ach ja, die Golfspieler hatte ich gestern schon von unserer Terrasse kurz beobachtet. Sehr sportlich unterwegs. Kommen mit Golfwagen angefahren, steigen kurz aus, machen ihren Schlag, springen schnell in den Wagen zurück um weiter zu fahren. Ist ja auch heiß hier, da kann man nicht so weit zu Fuß gehen. 😉

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Schnell noch die Taschen packen und das Auto beladen. Dann geht es nach dem Auschecken zum ersten Tanken. Ganz günstig ist es nicht gerade dort, was aber kein Wunder ist. Die hiesige Tankstelle ist die einzige weit und breit und außerdem ist in Kalifornien das Benzin sowieso sehr teuer. Nachdem ich in Las Vegas an den Tankstellen Preise um die 3,50 Dollar pro Gallone gesehen hatte, müssen wir hier 5,20 Dollar zahlen. Nützt aber nix, ohne Benzin gehts nicht weiter. Wenigstens hat Ralf relativ bald raus, wie das Tanken funktioniert und so können wir bald los.

Unser Weg führt uns Richtung Süden zu den Badwaters. Auf dem Weg dorthin biegen wir aber zuerst auf den Artists Drive ab, der uns auf einer Einbahnstraße (Gott sei dank – ich hasse enge, kurvenreiche Bergstraßen, auf denen man ständig mit Gegenverkehr rechnen muss um dann irgendwie aneinander vorbei zu kommen) durch eine beeindruckende Berglandschaft geführt wird. So toll! Wir machen natürlich einige Stopps und genießen die Szenerie.

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Auf dem weiteren Weg Richtung Badwaters gibt es dann die kurze Stichstraße zum Devils Golf Course. Leider ist die Straße unbefestigt, was mich in Sorge um unseren Hyundai versetzt (und der junge Mann an der Vermietstation wollte uns doch unbedingt den SUV verkaufen, den wir trotzdem abgelehnt hatten…), aber wir meistern die Strecke trotzdem ohne Zwischenfall. Der Golf Course ist eine öde Landschaft mit riesigen, von einer Salzkruste überzogenen Brocken. Da kann tatsächlich nur der Teufel Golf spielen!

DSC_0409DSC_0351Bald erreichen wir Badwaters und damit den tiefsten Punkt des Kontinents. Er befindet sich 85,5 m unterhalb des Meeresspiegels und ist eine riesige Salzwüste mit einigen Wassertümpeln, die aufgrund des Salzgehaltes natürlich als Trinkwasser ungeeignet sind. Das ist natürlich für uns Menschen heutzutage unerheblich, weil alle Besucher mit Trinkwasserflaschen in der Hand rumlaufen. Für die frühen Siedler, die hier damals durchzogen muss das aber eine Riesenenttäuschung gewesen sein, da sie auf Wasser hofften. Daher stammt auch der Name. Schlechtes Wasser eben.

Es ist schon wieder ordentlich heiß. Ich finde diese Hitze toll – entspannend und heilend. Irgendwie wie Sauna. Größere Aktivitäten sind so natürlich absolut unmöglich, auch möchte man nicht allzu lange diesen Temperaturen ausgesetzt sein, aber bei unseren kurzen Stopps bin ich immer wieder begeistert. Man merkt auch, wie schnell der Körper austrocknet und oft nach Wasser verlangt. Schwitzen tut man eigentlich gar nicht bzw. man merkt nicht, dass man schwitzt, weil der Schweiß offenbar sofort verdunstet. Für mich eine supertolle und beeindruckende Erfahrung.

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Danach machen wir uns auf den Weg Richtung Needles. Der Rest des Tages ist als Fahrtag eingeplant. Wir wollen heute etwas früher als sonst am Ziel sein, um ein bisschen „abhängen“ zu können, einmal den Pool zu besuchen und NICHT todmüde oder im Halbschlaf den Reisebericht schreiben und die Fotos sichern zu müssen.
Die Fahrt ist trotz allem aber wieder der Hammer. Die Landschaften ändern sich ständig und es sind so VIELE. Ja, die USA haben unendlich viel Landschaft! Hört sich doof an, ist aber so. Das Land ist so groß und geht so verschwenderisch mit Landschaft um. 🙂

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In Needles angekommen finden wir gleich das gebuchte Best Western. Als wir aus dem Auto aussteigen, merken wir, wie heiß es wieder ist. Auf der Fahrt, die uns ständig bergauf und bergab geführt hatte, schwankten die Temperaturen zwischen 97 und 107 Grad. Hier in Needles schlagen uns windige 113 Grad Fahrenheit entgegen. Ein Gefühl, als würde man mit von einem warmen Fön angeblasen oder von der Abluft der Klimaanlagen, die überall angebracht sind. „Wieso machen die mit ihren Klimaanlagen so viel warme Luft“ Unser Zimmer ist wieder in bewährter Best Western-Manier geräumig und sauber. Und vor allem  kühl! Leider führt hinter dem Hotel die Bahnlinie mit ihren kilometerlangen Zügen, die aber nur im Schneckentempo unterwegs sind vorbei. Immerhin gibt es offenbar keinen Bahnübergang im Ort, denn sie hupen wenigstens nicht. Bin trotzdem gespannt, wie ich heute Nacht schlafen werde.

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Nach dem Ankommen kurzes Checken des Internet. Hurra, hier gibt es das erste kostenlose WLAN  der Reise! Dann gleich die Kaffeemaschine anwerfen und anschließend geht es an den Pool. Wir haben ihn ganz für uns alleine – herrlich! Zwischenzeitlich fährt eine riesen Gruppe Harley-Davidson-Fahrer vor. Nach den ersten Worten, die wir im Pool liegend hören können, ist klar: Österreicher. Die älteren Herren erfüllen sich offenbar einen Lebenstraum und fahren mit gemieteten Harleys die Route 66. Sehr cool.

Neben diesen Österreichern hatten wir beim Check-In Schweizer vor uns. Es ist uns eh schon aufgefallen, dass auffällig viele Schweizer unterwegs anzutreffen sind. Der gute Wechselkurs des Schweizer Franken zum Dollar animiert offensichtlich viele Eidgenossen, die USA zu bereisen. Gute Idee, die durchaus von uns nachvollzogen werden kann.

Zum Essen geht es auf die andere Straßenseite ins Wagon Wheel Restaurant. Urig im Route 66-Look eingerichtet mit kerniger Bedienung. Also wieder ganz nach unserem Geschmack. Leider passe ich beim Bestellen meines Essens nicht richtig auf und erwische ein fritiertes Steak mit einer dicken weißen Mehlpampe. Hmpf, nicht unbedingt mein Favorit bisher. Hab zumindest die Soße abgekratzt und zur Seite geschoben und so hat’s zumindest zum Satt werden gereicht. Ralf hatte den besseren Riecher und hat ein ordentliches 12-Unzen-Steak mit Backofenkartoffel gegessen. Sah sehr lecker aus. Nein, nein, ich bin nicht neidisch! *grummel*

Morgen geht es Richtung Grand Canyon. Dort werden wir erst einmal einen Temperatursturz erleben. Nur etwas über 20 Grad Celsius, abends 7 Grad. Am Dienstag, an dem wir eigentlich unsere große Wanderung geplant hatten, soll es gewittrig sein. Wer mich kennt, weiß, dass ich bei Gewitter ganz sicher nicht draußen unterwegs sein werde. Wir werden also den Wetterbericht genau im Auge behalten und notfalls erst am Mittwoch in den Canyon wandern. Wir lassen uns bestimmt nicht unterkriegen!

Unsere heutige Route:


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3. Tag: Von Las Vegas nach Death Valley

Auch heute weckt mich der Jetlag schon um 4 Uhr, nachdem er mich gestern um 22 Uhr gnadenlos in den Schlaf getrieben hatte. Naja, aber 4 Uhr geht ja gar nicht, also noch einmal weiter schlafen bis 6 Uhr. Dann ist aber wirklich Schluss. Also aufstehen, duschen und für die Weiterreise vorbereiten. Schließlich haben wir ja heute einiges vor.

Zuerst aber Frühstück! Nachdem wir gestern vom Brunch-Buffet im Stratosphere sehr angetan waren, wollen wir heute noch einmal dort Energie für den Tag laden. Also packen wir grob unsere Taschen für die Abreise und machen uns auf den langen Marsch durchs Casino Richtung Buffet. Obwohl es erst 7 Uhr morgens ist, ist das Casino gut gefüllt mit Spielern, die schon (oder noch?)am Spieltisch sitzen. Aber wir haben ja unser Ziel vor Augen und marschieren zügig hindurch. Vor dem Eingang zum Buffet bleiben wir allerdings hängen. Uns fällt ein, dass es Samstags und Sonntags im Stratosphere einen Champagner-Brunch gibt. Kostet 19,90 Dollar und damit 5 Dollar mehr als der normale Brunch. Hm, nö, wollen wir nicht. Schließlich müssen wir heute mit dem Auto unterwegs sein, da kommt Alkohol nicht so gut. Und einfach so 5 Dollar mehr ausgeben? Nö!

Also entschließen wir uns, dem im Haus ansässigen McDonalds einen Besuch abzustatten um dort unsere Premiere in Sachen Frühstück zu erleben. Wenn schon kein Brunch-Buffet, dann wenigstens etwas richtig Perverses …

Wir wählen beide ein „Big Breakfast“ und einen Kaffee und bekommen eine Styroporschale mit einem Rührei, einer Scheibe „Wurst“ (sah aus wie ein Hamburgerbratling, schmeckte aber, naja…), ein Rösti, ein „Brötchen“ und drei Pfannkuchen, Dazu diverse Schälchen und Tütchen u.a. mit Sirup, mit Marmelade, Salz und Pfeffer usw. Schmeckt sehr gewöhnungsbedürftig, wobei ich mich eigentlich daran gar nicht gewöhnen WILL. Aber wenigstens der Kaffee ist ziemlich gut. Auf jeden Fall besser als gestern, als ich den Kaffee ungetrunken zurückgeschickt hab, weil er gar so arg schlecht schmeckt.

Nach dem Frühstück erst einmal endgültiges Einpacken unserer Sachen, auschecken und dann gehts endlich los, raus aus der Stadt. Zuerst ist noch einiges los auf der Straße, aber bald schon ist kaum ein Auto zu sehen. Herrlich, ganz nach meinem Geschmack.

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Auf dem direkten Weg geht es Richtung Death Valley. Die Landschaft, die ja ab der Stadtgrenze von Las Vegas Wüste ist, wird felsiger und langsam wandelt sie sich zur charakteristischen Death-Valley-Landschaft, die man von Fotos kennt. Sehr beeindruckend!

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Wüstenspaziergang
Wüstenspaziergang

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Das Visitor-Center dieses Nationalparks befindet sich direkt bei der Furnace Creek Ranch. Wir kaufen unseren Annual Nationalparkpass und gehen versuchsweise in die Hotelrezeption, obwohl es erst 12 Uhr ist. Zu unserem Erstaunen bekommen wir schon jetzt unsere Schlüssel und können unser Zimmer  beziehen. Schön kühl ist es hier drinnen, denn draußen ist es verdammt heiß. Kurzes Verschnaufen mit Mittagspause, bei der wir unser Pfirsiche essen.

Unser Hotelzimmer
Unser Hotelzimmer
Umlaute sind in den Staaten in :-)
Umlaute sind in den Staaten in 🙂

Wir checken noch einmal kurz die Nationalparkkarten und entschließen uns, heute Richtung Norden zu Scotty’s Castle zu fahren. Dieses Gebäude mitten in der Wüste wurde in den 1930/40 er Jahren von einem Abenteurer zusammen mit seinem reichen Freund gebaut und sieht aus wie ein im spanischen Renaissancestil erbautes Schloss. Ein Parkranger führt die Gruppe durchs Gebäude und hat sichtlich Spaß an den eingebauten Spielereien.

Ein Schloss mitten in der Wüste
Ein Schloss mitten in der Wüste

Danach fahren wir noch zu einem alten Vulkankrater. Ein sehr beeindruckender  Ausblick, aber nachdem es so stürmisch ist, entschließen wir uns, nicht den am Kraterrand entlang führenden Trail zu gehen. Mal ganz davon abgesehen ist es immer noch sooo heiß.

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Daher fahren wir zurück Richtung Furnace Creek Ranch. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit  – es ist fast Sonnenuntergang – fahren wir noch zum Zabriskie Point. Dieser soll bei Sonnenunter- oder aufgang am schönsten sein. Ja, die Landschaft ringsum ist der Hammer! Aber die Sonne steht doch noch relativ weit oben am Himmel und daher dauert das, bis sie endlich untergeht. Zusammen mit vielen anderen beobachten wir das Schauspiel und bewundern die Farben an den Felsen, die sich ständig  verändern. Klasse!

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Zabriskie Point
Zabriskie Point

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Nachdem die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist, machen wir uns zurück auf den Weg Richtung Ranch. Insbesondere der Hunger ruft nicht zurück nach Hause Wir essen noch einmal einen Hamburger, kaufen uns im angeschlossenen Lade noch zwei Dosen Bier ein und dann wanken wir Richtung Zimmer.

Mein Fazit heute: Death Valley ist toll! Dieses Dahingleiten durch die weite Landschaft lässt mich total runter kommen. Urlaub!

Death Valley ist verdammt heiß! Insbesondere in den niedrigen Regionen, die ja unterhalb des Meeresspiegel liegen, steigt die Temperatur auf fast unerträgliche Werte an. Nach Sonnenuntergang haben wir den höchsten Wert bei 116 Grad Fahrenheit gemessen. Keine Ahnung, wieviel das in Celsius sind, aber es ist richtig, richtig heiß. Körperliche Anstrengungen fallen bei diesen Werten komplett flach.

Und jetzt bin ich schon wieder so müde. Der Jetlag hat mich leider noch immer voll im  Griff. Oder vielleicht auch die Hitze. Oder die herannahende Erkältung, die ich aber nach Kräften ignoriere und damit bekämpfe. 🙂 Man wird sehen.

1. und 2. Tag: Anreise und Las Vegas

Unser Urlaub beginnt erwartungsgemäß hektisch. Irgendwie kriegen wir es jedes Mal hin, dass wir eben NICHT entspannt starten, sondern zum Ende hin wird es IMMER hektisch. Dieses Mal ist die Hektik leider durch meine Schuld verursacht. Habe ich doch versäumt, rechtzeitig mittels Routenplaner zu checken, wie lange die Fahrt zum Parkplatz, auf dem unser Auto auf uns warten soll, dauert. Als ich es dann schließlich doch tue, müssen wir SOFORT los, denn nach Freising fährt man tatsächlich eine ganze Stunde von uns aus. Also Gas geben. Die Fahrt verläuft dann jedoch völlig problemlos und so kommen wir pünktlich am Parkplatz an. Blöd ist nur, dass ich nicht wie sonst sowohl Haus als auch Gepäck einem letzten Check unterziehen konnte und so bleibt ein etwas komisches Gefühl, ob ich an alles gedacht habe. Aber wird schon werden.
Angekommen am Parkplatz werden wir sogleich in Empfang genommen und die Formalitäten werden erledigt. Ralf packt zusammen mit dem Parkplatzbetreiber das Gepäck in das Shuttlefahrzeug, während ich drinnen warten darf, weil es doch sehr kühl draußen ist. Anschließend telefoniert unser Fahrer mit den eigentlich wohl eingeplanten Mitreisenden zum Flughafen. Die stecken aber noch im Stau (uaaahh, das kann also auch passieren – was hatten wir doch ein Glück!) und so kommen wir in den Genuss einer „Extratour“.

Schnell sind wir am Flughafen, pünktlich zur gewünschten Zeit 3 Stunden vor Abflug, also 9.15 Uhr. Natürlich ist der US Airways-Schalter noch nicht geöffnet, dafür gibts schon eine ordentliche Schlange, an die wir uns brav hinten anstellen. Man hört schon die ersten amerikanischen Sprachfetzen und so langsam kann ich mich entspannen nach der Hektik der Abreise.

Der Angestellte der „Vorprüfung“ kontrolliert unsere Reiseunterlagen und Dokumente. Nach ESTA werden wir gefragt und natürlich danach, WER das Reisegepäck gepackt hat, WO es gepackt wurde, WO es in der Zwischenzeit war und WER es in der Hand hatte. Nach diesen Formalitäten dürfen wir weiter zu den eigentlichen Check-In-Schaltern. Dort geht es auch nicht so zügig weiter wie gedacht. Grund ist eine Maßnahme zur Beschleunigung des Check-In-Prozesses in Gestalt einer Automaten, der anhand vieler zu machender Angaben sowie durchzuführender Scans von Barcodes (was natürlich nicht funktionierte) und mehrer Versuche, die Reisepässe durch einen Leser durchzuziehen die APIS-Daten erfasst. Das ist eine weitere Einreiseformalität neben ESTA, die man normalerweise bequem nach althergebrachter Weise mittels eines ausgefüllten Formulares, das dann von der Fluggesellschaft weitergeleitet wird, durchführen kann. Natürlich hatte Ralf diese Formulare ordentlich ausgefüllt und den Ausdruck mitgenommen. Tja, leider verloren, die US Airways vereinfacht ihre Prozesse und lässt die Passagiere hiflos mit Automaten kämpfen. Klar, dass es so zu ordentlichen Staus am Schalter kommt.

Trotzdem gelingt es uns schließlich doch, in den Besitz unserer Bordkarten zu kommen und frohgemut machen wir uns nach einem letzten Kaffee auf den Weg durch die Pass- und Sicherheitskontrolle.

Normalerweise ist Ralf immer ein Problemfall bei der Sicherheitskontrolle. Er hat immer so viel Elektrozeugs dabei und trägt metallische Gegenstände mit sich rum, dass die Kontrollmitarbeiter ordentlich was zu tun haben. Dieses Mal geht es aber ruckzuck bei ihm weiter. Dafür piepst der Metalldetektor dann aber bei mir. Mir war gleich klar, dass es wegen meiner Gürtelschnalle sein muss und zeige diese der Beamtin. Dafür muss ich mir aber eine genervte und bissige Bemerkung anhören, so nach dem Motto, wie blöd man eigentlich sein kann, mit einem solchen Gürtel durch die Kontrolle gehen zu wollen. Ich muss den Gürtel ablegen und dann einer eingehenden Körperkontrolle unterzogen, einschließlich „Und jetzt legen Sie die Hände mal dort oben hin und heben den Fuß an zum Check der Schuhe“. Schwerverbrecher ist kein Vergleich – ich dachte, gleich kommt der Schlagstock zum Einsatz. Boa, was war ich angefressen und meine Laune im Keller! So eine blöde Kuh! *grummel*

An der Passkontrolle suchen wir uns zielgenau die Schlange aus, an der ein paar Reisende vor uns ein junger Mann steht, dessen Visum schon vor einiger Zeit abgelaufen war. (Ralf wollte ja sowieso eigentlich lieber zum Schalter mit der muffigen jungen Frau. Ebenfalls blöde Kuh und daher hatte ICH den passenden Schalter ausgesucht…) Jedenfalls kommt man mit abgelaufenem Visum offenbar so einfach dann aus Deutschland nicht mehr raus. Der Beamte führt ernste Gespräche, zieht den Kollegen zu Rate und greift schließlich zum Telefon. Das war dann der Moment, an dem wir die Schlange wechselten… Dort haben wir mehr Glück und dürfen nach einem kurzen weiteren Check durch amerikanische Mitarbeiter (Beamte?), die nochmal unseren Pass und die Bordkarten kontrolliern endlich in den Abflugbereich.

Aufgrund der diversen Verzögerungen bei den Formalitäten dauert es dann auch nicht mehr lange bis zum Boarding. Dies erfolgt nach Zonen, die auf der Bordkarte ausgewiesen sind, so dass das Flugzeug im wesentlichen von vorn nach hinten gefüllt wird, was doch für ein zügigeres Einsteigen sorgt. Unsere Plätze sind schnell gefunden, das Handgepäck verstaut und bald schon können wir starten.

Unsere Plätze sind erstaunlich komfortabel. Die Beinfreiheit ist ausreichend, selbst für meine langen Haxen und das In-Seat-Entertainment (schönes Wort, gell?) bietet eine tolle Auswahl an Filmen, Musik und Informationen an. Gut, so ein langer Flug ist trotzdem nicht toll, aber zumindest ist von Seiten der Fluggesellschaft für Unterhaltung gesorgt. Besonders gut gefällt mir die GPS-Funktion, mit der man sich so oft man möchte anzeigen lassen kann, wo man sich befindet, wie lange man schon geflogen ist und vor allem wie lange es noch dauert, bis man endlich da ist. Sehr wichtig für mich, da ich ja bekanntermaßen kein Freund des Fliegens bin.

Auch wenn der Pilot vor dem Abflug Turbulenzen nach dem Start vorhergesagt hatte, ist der Flug sehr ruhig. Ganz selten kommt es zu Wacklern, bei denen dann auch das Anschnallzeichen aufleuchtete. Sehr genossen habe ich meine Kopfhörer, die Ralf mir zu Weihnachten geschenkt hatte und die mittels einer elektronischen Funktion (keine Ahnung, wie das funktioniert) ganz toll akustische die Außenwelt abschaltet. Sehr angenehm!

Genauso sanft wie der Flug war, landen wir dann auch sehr pünktlich in Philadelphia. Unser Weg führt uns zur Immigration, die wir nach kurzer Wartezeit problemlos passieren dürfen. Unser Immgration-Officer wirkte auf mich zwar etwas -naja- psychisch auffällig, aber er hatte keine weiteren Einwände gegen unsere Einreise und so dürfen wir nach diversen Fingerscans und einem Gratis-Foto über die Grenze. Hurra!

Anschließend muss unser Gepäck vom Band und durch den Zoll. Der Vorteil bei einer aufwändigen Einreiseprozedur ist, dass man nicht aufs Gepäck warten muss. Unsere Taschen stehen brav neben dem Band und wir können sie einfach packen und durch den Zoll marschieren, der uns nach dem Einsammeln des blau-weißen Zollformulars ohne weitere Fragen durch winkt.

Von hier aus könnten wir jetzt wie vor 2 Jahren aus dem Ausgang raus gehen und uns auf den Weg Richtung Stadt machen. Aber wir sind ja noch nicht am Ziel unserer Reise angekommen und so folgen wir den Schildern „Connecting Flights“ und kommen bald in einen Raum, wo wir unser Gepäck einfach wieder abgeben können. In der Hoffnung, dass die Taschen tatsächlich ins richtIge Flugzeug können wir uns jetzt informieren, von wo aus der Flug nach Las Vegas geht und dürfen warten. Ja, wir müssen ordentlich warten. Die ganze Prozedur hat bis hierher nämlich gerade mal 45 Minuten gedauert und so sind noch über zwei Stunden Zeit bis das nächste Flugzeug startet.

Das Flugzeug, mit dem wir die zweite Strecke zurücklegen ist etwas heruntergekommen. Da wir jedoch sehr sehr schnell waren, macht das nichts. Das Platzangebot war von der Beinfreiheit her fast genauso komfortabel wie im ersten Flugzeug, lediglich die Sitzbreite ist geringer. Da ich am Gang sitze, ist mir das allerdings ziemlich egal.

Die Zeit im Flugzeug erscheint mir wieder sehr lang. Klar, es sind ja noch einmal fünfeinhalb Stunden einkalkuliert. Ab und zu übermannt mich kurz der Schlaf, aber trotzdem werde ich langsam aber sicher unruhig und quengelig. Ich hab keine Lust mehr! Erschwert wird das Geduldig-Sein noch dadurch, dass es keinerlei Unterhaltung an Bord gibt.

Zur Entschädigung braucht der Flieger nur 5 statt fünfeinhalb Stunden für den Flug. Ja, wir sind endlich da!Kurzer innerlicher Jubel und dann dürfen wir auch schon raus marschieren. Dieses Mal müssen wir zwar am Gepäckband warten allerdings macht sich unsere Entscheidung für neue, farbige Reisetaschen jetzt bezahlt, denn die Taschen stechen beim Hinschauen direkt ins Auge.

Der Shuttelbus bringt uns nun zur Vermietstation, wo ein freundlicher Alamo-Mitarbeiter uns trotz TUI-Voucher zuerst einmal ein Upgrade und anschließend diverse Zusatzversicherungen und natürlich ein GPS-Gerät verkaufen möchte. Nachdem alle diese Fragen mit nein beantwortet werden, sinkt seine Laune rapide und relativ kühl werden wir zum Parkhaus geschickt, wo wir uns aus der Choice-Line zusammen mit einem anderen Herren, der zeitgleich mit eintrifft aus zwei Midsize-Autos aussuchen dürfen. Für ihn wird’s ein Ford irgendwas und wir bekommen einen dunkelblauen Hyundai Elentra (?), den wir nach kurzer Kontrolle an der Parkhausausfahrt Richtung unseres Hotels, dem Stratosphere Tower bewegen dürfen.

Über die Fahrt decke ich lieber den Mantel des Schweigens. Ich fand’s furchtbar, so im Dunkeln mit einem fremden Auto über fremde Straßen mit fremden Verkehrsregeln und Fahrweisen in einer riesigen Großstadt ein Ziel zu suchen. Ralf hat mich allerdings gelobt dafür. 🙂

Auch das Einchecken war schnell geschehen und so durften wir bald unser schönes Zimmer im 19. Stock beziehen. Kurz noch frisch gemacht und dann geht’s auf eine erste Entdeckungsreise. Das Hotel ist bunt und laut wie andere Vegas-Hotels auch. Auf die Fahrt auf den 300 m hohen Turm verzichten wir heute aufgrund der langen Schlange am Aufzug. So machen wir noch einen kurzen Spaziergang Richtung Strip, kaufen noch Wasser und begeben uns dann zur wohlverdienten, lang ersehnten Nachtruhe.

Unser Hotel der Stratosphere Tower
Unser Hotel der Stratosphere Tower
Unser bescheidenes Zimmer
Unser bescheidenes Zimmer

Um 3 Uhr morgens weckt mich die innere Uhr, genau wie gedacht. Aber als Wiederholungstäter in Sachen USA-Urlaub überrede ich meinen Körper, nochmal weiter zuschlafen, was schließlich auch gelingt. Um 6 Uhr ist dann aber endgültig Schluss. Wir beobachten, wie die Sonne die Landschaft nach und nach aufweckt und um halb 8 sind wir schon beim Buffet zum frühstücken.

Das Brunch-Buffet ist dort wirklich lecker. Für knapp 15 Dollar hat man eine Riesnauswahl, die außer dem Kaffee, den ich definitv nicht trinke, dazu auch noch schmeckt.

Frisch gestärkt machen wir uns nun auf den Weg Richtung Tower. Dieses Mal klappt’s. Wir erhalten mit unseren Zimmerkarten freien Zugang zum Tower (juchu, Geld gespart!), unterziehen uns einer Sicherheitskontrolle und nach einer kurzen Fahrt mit einem schnellen Aufzug stehen wir gut 300 m über dem Boden.

Die Aussicht ist fantastisch. Ralf schießt die ersten Fotos und wir können uns nicht satt sehen. Spannend sind die Attraktionen wie Bungee Jumping oder das X-Scream, bei dem ein Schlitten in 300 m Höhe über den Rand der Plattform saust und kurz vor dem (scheinbaren) Absturz aufgefangen wird. Ui, da würde mich niemals jemand rein bringen!

Ausblick vom Stratosphere Tower
Ausblick vom Stratosphere Tower

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Sin City sieht von oben aus wie Sim City
Sin City sieht von oben aus wie Sim City
Ralf auf dem Turm
Ralf auf dem Turm
Jutta auf dem Turm
Jutta auf dem Turm

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Den Rest des Tages verbringen wir mit Einkaufen im Premium Outlet Center und anschließend bei Walmart. Im Outlet gibt es Hosen und T-Shirts für uns. Im Walmart decken wir uns hauptsächlich mit Wasser für die kommenden Tage ein. Ich bin allerdings inzwischen ziemlich genervt. Es ist heute so heiß draußen und der Walmart ist heute sehr voll und laut. Wir erledigen also schnell das, was zu erledigen ist und machen uns wieder zurück ins Hotel.

Blick vom Einkaufscenter
Blick vom Einkaufscenter

Schnell was essen, nochmal auf den Tower rauf fahren und jetzt noch die ersten beiden Tage hier nachtragen. Ich bin soooo müde! Deshalb ist der heutige Tag auch nicht so ausführlich beschrieben. Rechtschreibfehler schließe ich nicht aus. Ich muss mich noch ein bisschen wach halten und dann darf ich ins Bett.

Las Vegas bei Nacht
Las Vegas bei Nacht
Das höchste Karussell der Welt
Das höchste Karussell der Welt
The Strip von oben
The Strip von oben

Morgen geht’s ins Death Valley. Ich freue mich auf weite Landschaft mit wenigen Menschen, habe aber einen Heidenrespekt vor der Hitze dort. In Las Vegas waren es heute 37 Grad, gefühlt 34 Grad. Das war knallheiß. Morgen im Death Valley soll es 47 Grad haben, gefühlt 42 … Ich bin gespannt!